Eigenverantwortliches und fächerübergreifendes Arbeiten im naturwissenschaftlich... close

Bitte warten

Bitte installieren Sie den Flash Player, wenn kein E-Book erscheint.

Eigenverantwortliches und fächerübergreifendes Arbeiten im naturwissenschaftlichen Unterricht der Klassenstufen 5/6 - Ein Unterrichtsvorschlag zum Thema "Wasser als Lebensraum"

Autor: Liane Finck
Fach: Biologie - Didaktik

Lesen Sie im E-Book



Details

Kategorie: Examensarbeit
Jahr: 2004
Seiten: 92
Note: 2,3
Literaturverzeichnis: ~ 83  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 494 KB
Archivnummer: V39442
ISBN (E-Book): 978-3-638-38204-5
Anmerkungen :
Diese Arbeit umfasst einen theoretischen Teil, der sich mit eigenverantwortlichem, fächerübergreifenden Lernen und Stationenlernen beschäftigt. Im Praxisteil wird versucht diese Erkenntnisse in eine Unterrichtseinheit zum Lernen an Stationen zu übertragen.

Textauszug (computergeneriert)

Freie Universität Berlin
Fachbereich Didaktik der Biologie

Eigenverantwortliches und fächerübergreifendes Arbeiten
im naturwissenschaftlichen Unterricht der Klassenstufen 5/6

 Ein Unterrichtsvorschlag zum Thema „Wasser als Lebensraum“

Wissenschaftliche Hausarbeit 

im Rahmen der ersten Staatsprüfung
für das Amt des Lehrers

vorgelegt von:

Liane Finck

 

 

„Was der Mensch sich nicht selbsttätig angeeignet hat,
hat er gar nicht;
wozu er sich selbst nicht gebildet hat, ist gar nicht in,
sondern ganz außer ihm.“

(A. Diesterweg 1873)

 

Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG ...  4

2. EIGENVERANTWORTLICHES UND FÄCHERÜBERGREIFENDES ARBEITEN  ...  6
2.1 HISTORISCHE UND KULTURELLE WURZELN  ...  7
2.2 ZUR NOTWENDIGKEIT DES EIGENVERANTWORTLICHEN UND FÄCHERÜBERGREIFENDEN ARBEITENS  ...  11
2.2.1 Veränderungen in der kindlichen Lebenswelt  ...  11
2.2.2 Wirtschaftliche Veränderungen ...  14
2.2.3 Funktionswandel der Schulen ...  16
2.2.4 Ergebnisse aus internationalen Vergleichsstudien ...  17
2.2.5 Lernpsychologische Begründungen ...  20
2.2.6 Das neue Schulgesetz Berlin ...  24
2.3 ZUR KONZEPTION DES EIGENVERANTWORTLICHEN ARBEITENS (EVA)  ...  28
2.3.1 Ziele des eigenverantwortlichen Arbeitens ...  34
2.3.2 Veränderung der Rahmenbedingungen und Reglungen ...  37
2.4 ZUR KONZEPTION DES FÄCHERÜBERGREIFENDEN ARBEITENS  ...  40
2.4.1 Formen des fächerübergreifenden Arbeitens  ...  41
2.4.2 Ziele des fächerübergreifenden Arbeitens ...  44
2.5 LERNEN AN STATIONEN ALS EINE MÖGLICHKEIT EIGENVERANTWORTLICH UND FÄCHERÜBERGREIFEND ZU ARBEITEN  ...  45
2.5.1 Organisation ...  46
2.5.2 Mögliche Probleme beim „Lernen an Stationen“  ...  49

3. DAS THEMA „WASSER ALS LEBENSRAUM“ IM NATURWISSENSCHAFTLICHEN UNTERRICHT  ...  51
3.1 ÜBERLEGUNGEN ZUR VORGEHENSWEISE ...  51
3.2 KRITERIEN DER THEMENAUSWAHL ...  51
3.3 SACHLICHE GRUNDLAGEN ...  53
3.3.1 Allgemeines zum Wasser  ...  53
3.3.2 Leben im Süßwasser – einige ausgewählte Aspekte  ...  54
3.3.3 Der Höckerschwan  ...  57
3.4 RAHMENPLANVORGABEN  ...  63
3.5 DIDAKTISCHE ÜBERLEGUNGEN ...  64
3.6 METHODISCHE ÜBERLEGUNGEN  ...  70
3.7 VORSTELLUNG EINER MÖGLICHEN UNTERRICHTSEINHEIT  ...  72
3.7.1 Vorbemerkungen ...  72
3.7.2 Lernziele  ...  73
3.7.3 Einführungsstunden  ...  74
3.7.4 Die Stationenarbeit „Der Höckerschwan“  ...  76
3.7.5 Abschlussstunde ...  83

4. SCHLUSSBETRACHTUNG  ...  84

5. LITERATURVERZEICHNIS ...  87

 

 

 

1. Einleitung

Die zunehmende Globalisierung der Wirtschaft, die Weiterentwicklungen im Bereich der Informationstechnologien, die Komplexität der Aufgabenstellungen sowie die sich ständig verändernden gesellschaftlichen Strukturen, stellen an junge Menschen Herausforderungen, denen sie nicht ausschließlich mit der einmal erlernten Fachkompetenz begegnen können. Um nach der Schule bzw. nach dem Studium erfolgreich im Beruf zu sein, muss man zunehmend die Fähigkeiten besitzen, Probleme selbst zu strukturieren, sich die notwendigen Informationen selbst zu beschaffen und geeignete Hilfsmittel auszuwählen. Kurz gesagt: Man muss eigenverantwortlich und selbstständig arbeiten können. Deshalb rücken immer wieder Überlegungen in den Mittelpunkt, wie Lernende bereits in der Schule auf diese Vielschichtigkeit und Geschwindigkeit der Veränderungen im Berufsleben optimal vorbereitet werden können.1 Unterricht methodisch zu verändern und der heutigen Zeit anzupassen wird daher immer wieder gefordert. Schaut man allerdings in die Schulen, findet man noch sehr häufig das weit verbreitete Unterrichtsmodell des ,,Frontalunterrichts", welcher die immer noch vorhandene Lehrerdominanz verstärkt und den Schüler2 in die Rolle des Passiven drängt3. Dieses Unterrichtsprinzip verhindert allerdings, Schule und Unterricht als einen Lebensraum zu begreifen, in dem die Kinder und Jugendlichen gemeinsam leben und lernen, miteinander Erfahrungen machen und ihre Interessen berücksichtigt werden. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass sich im Laufe der Schulzeit eines Schülers Desinteresse, Unselbstständigkeit, mangelndes Sozialverhalten und Disziplinprobleme verstärken und sich somit die in den Rahmenlehrplänen geforderten Kompetenzen stark von den tatsächlich erreichten Fähigkeiten unterscheiden.

Diese Erkenntnisse sind in der Bildungsdiskussion natürlich nicht neu, jedoch wurden sie durch die schlechten Nachrichten der internationalen Schulleistungsstudien wieder in das Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt. Aber nicht nur durch die Schulleistungsstudien wird ein Unterricht verlangt, der anregende Lernarrangements herstellt und Schülerinnen und Schüler zu mehr Selbstständigkeit und Eigenverantwortung auffordert. Auch die Wirtschaft und die Eltern sind der Meinung, dass die Schulabsolventen den Anforderungen im Beruf und Studium nicht mehr gewachsen sind.4

Zusätzlich zeigte sich im internationalen Vergleich, wie er z. B. im Rahmen der TIMSS- und PISA- Studien durchgeführt wurde, gerade auch in den naturwissenschaftlichen Unterrichtsfächern, dass Schüler in Deutschland Schwierigkeiten haben, verschiedene Aspekte bezüglich eines Themas miteinander zu kombinieren und ganzheitlich zu verstehen.5 Was auch nicht verwundert, denn die Schüler sind in der Schule durch das Fächerprinzip „teilspezialisierten Wissensbeständen“ im 45-Minuten-Takt ausgesetzt, die es ihnen nicht ermöglichen, komplexe Zusammenhänge von Wissen zu erfassen. Denn durch die Aufgliederung in verschiedenste Unterrichtsfächer können umfassende aktuelle Probleme nicht in ihrer Gesamtstruktur erfasst werden und führen allenfalls zu „trägem Wissen“. Dieses können die Schüler in Prüfungssituationen wiedergeben, aber nicht auf realitätsnahe Aufgaben übertragen und sind somit nicht in der Lage, die Komplexität eines Themenbereichs nachzuvollziehen. 6 Aufgabe des Unterrichts sollte es daher sein, den Lernenden nicht nur Basiswissen zu vermitteln, sondern auch eine Verbindung zu anderen Fächern herzustellen, so dass eine Spezialisierung von Fachwissen vermindert wird, zugunsten eines Lernen in Zusammenhängen.

Mein Anliegen bestand deshalb darin, eine offene Unterrichtsform zu finden, die solchen Anforderungen gerecht werden kann. Möglichkeiten, diesen zu begegnen, stellen die Unterrichtskonzepte des eigenverantwortlichen und fächerübergreifenden Arbeitens und Lernens dar. Diese Sammelbegriffe für unterschiedliche methodische Vorgehensweisen fordern einen Unterricht, der Schüler in ihrem Bedürfnis nach Aktivität, in ihrer Wissbegierigkeit und Kreativität und ihrem Forscherdrang fördert. Zusätzlich trägt ein solcher Unterricht zu dem Erwerb von grundlegenden Schlüsselqualifikationen bei und baut bei den Lernenden Wissensstrukturen auf, die ihnen helfen, komplexe Sachverhalte zu verstehen. Da die Forderung nach eigenverantwortlichem und fächerübergreifendem Arbeiten schon sehr lange das Ziel der Pädagogik ist, es jedoch an der Umsetzung im schulischen Unterricht mangelt, setzt sich die vorliegende Examensarbeit theoretisch und praktisch mit diesem Thema auseinander.

Dabei werden im ersten Teil der Arbeit kurz die historischen Vorläufer der o.g. Unterrichtskonzepte vorgestellt, um zu zeigen, dass das eigenverantwortliche und fächerübergreifende Arbeiten weit zurück liegende Wurzeln hat. Anschließend liegt ein Schwerpunkt dieser Arbeit auf der Beschreibung der Notwendigkeit dieser Unterrichtskonzepte.

Dadurch soll deutlich werden, dass sich die Forderungen nach einem selbstständigen Lernen in Zusammenhängen aus einem Zusammenspiel von verschiedensten Faktoren ergeben und für die heutige Zeit unerlässlich sind. Die folgenden Kapitel widmen sich dann der theoretischen Vorstellung der Konzepte des eigenverantwortlichen und fächerübergreifenden Arbeitens. Im weiteren Verlauf dieser Arbeit wird die Unterrichtsmethode „Lernen an Stationen“ vorgestellt, da diese die beiden Konzepte miteinander verbinden kann und trotzdem eine rahmenplanorientierte Vermittlung von Kompetenzen ermöglicht. 
Um ein Beispiel für die Durchführung solcher Konzepte in Regelschulen zu geben wird im zweiten Teil dieser Examensarbeit versucht, die erziehungswissenschaftliche Theorie des eigenverantwortlichen und fächerübergreifenden Arbeiten und Lernens durch die Entwicklung einer Unterrichtseinheit zum Konzept des Stationenlernens, zum Thema „Wasser als Lebensraum“, in praktische Anregungen zu übersetzen.

2. Eigenverantwortliches und fächerübergreifendes Arbeiten

In der deutschen Bildungsdiskussion herrscht nicht unbedingt Einigkeit darüber, wie die Schule inhaltlich, kognitiv und sozial beschaffen sein muss und welche schulischen Konzepte als allgemeingültig anzusehen sind. An dieser Stelle soll allerdings nicht das Ziel verfolgt werden, diese Diskussion näher zu beleuchten. Vielmehr ist die Intention dieser Arbeit, die Konzepte des eigenverantwortlichen Arbeitens sowie des fächerübergreifenden Lernens vorzustellen und näher zu erläutern.

Da alle Entwicklungen im Bereich von Bildung immer auch im Zusammenhang mit geschichtlichen und aktuellen gesellschaftlichen Ereignissen zu betrachten sind, wird zu Beginn dieses Kapitels ein kurzer geschichtlicher Überblick gegeben, um zu beschreiben, wie weit zurück die Wurzeln dieser Konzepte liegen.

[....]


1 vgl. M. Herold/B. Landherr: SOL – Selbstorganisiertes Lernen. 2001, S.116.

2 Um dieser Arbeit eine bessere Lesbarkeit zu verleihen, werden vorwiegend männliche Personifizierungen verwendet. Diese schließen jedoch auch immer die weiblichen Personen mit ein.

3 vgl. H. Gudjons: Selbstgesteuertes Lernen der Schüler. 2003, S. 6.

4 vgl. D. Bosse: Unterricht der Schülerinnen und Schüler herausfordert. 2004, S. 7.

5 vgl. E. Klieme/ J. Baumert : TIMSS als Startpunkt für Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen. 2001, S. 5.

6 vgl. K. Moegelin: Fächerübergreifender Unterricht – Wege ganzheitlichen Lernens in der Schule. 1998, S.11.

Kommentare

Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:

http://www.grin.com/e-book/39442/