Augustus - Von Caesars Ermordung bis zum Beginn des zweiten Triumvirats

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Details
Autor: Tobias Jantz
Fach: Geschichte - Frühgeschichte, Antike
Institution/Hochschule: Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Jahr: 2001
Seiten: 14
Note: 2
Literaturverzeichnis: ~ 16 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 239 KB
ISBN: 978-3-638-38260-1
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Ende der Römischen Republik im Zeitraum von der Ermordung Caesars in den Iden des März 44 v.Chr. bis zur Bildung des Triumvirats im November 43 v.Chr. Mit der Person des späteren Augustus als Leitfaden sollen die Kräfteverhältnisse in der ausgehenden Republik erläutert werden.
Textauszug
OTTO-VON-GUERICKE-UNIVERSITÄT MAGDEBURG
INSTITUT FÜR GESCHICHTE
PROSEMINAR ZUR ALTEN GESCHICHTE
GENERALTHEMA: Augustus
1. Semester
Augustus - Von Caesars Ermordung bis zum Beginn
des zweiten Triumvirats
von: Tobias Jantz
INHALTSVERZEICHNIS
1 EINLEITUNG 1
1.1 NOMENKLATUR 1
1.2 ZUR QUELLENLAGE 1
2 NACH CAESARS ERMORDUNG 2
2.1 DIE CAESARENMÖRDER 2
2.2 ANTONIUS UND DIE SENATSSITZUNG 4
2.3 OCTAVIAN – DER ERBE CAESARS 6
3 DER MACHTKAMPS ZWISCHEN OCTAVIAN UND ANTONIUS 7
3.1 DIE SCHLACHT BEI MUTINA 8
4 DIE GENESE DES TRIUMVIRATS 9
5 FAZIT 10
QUELLEN 11
LITERATUR 12
1 Einleitung
Die Geschichte des Prinzipats und die damit verbundene Entstehung des Kaisertums in Rom gehört wohl zu den immer wiederkehrenden Themen des Altertums. Wie konnte es dem erst 18jährigen Octavian gelingen, nach Caesars Tod in nur 20 Monaten zu einem der mächtigsten Männer Roms aufzusteigen? Wie war es möglich, daß er in den folgenden 12 Jahren alle wirklichen und potentiellen Gegner auszuschalten vermochte, um am Ende als Prinzeps eines Weltreiches in die Geschichte einzugehen? Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Zeitraum von der Ermordung Caesars in den Iden des März 44 v.Chr. bis zur Bildung des Triumvirats im November 43 v.Chr. Mit der Person des Octavian als Leitfaden sollen die Kräfteverhältnisse in der ausgehenden Republik erläutert werden. War es der politische Weitblick des jungen Octavian, der Machthunger das Antonius oder vielmehr die Inkonsequenz der Senatspartei, die Rom aus der Diktatur einer Person in eine Diktatur dreier Männer führte? Bestand überhaupt die Möglichkeit der Rückkehr zur Republik? Im Folgenden soll der Versuch unternommen werden, auf diese Fragen Antwort zu geben.
1.1 Nomenklatur
Der spätere Augustus ist als C. Octavius geboren worden. Bereits vor seiner Ankunft in Rom und der Annahme des Erbes Caesars legte er sich dessen Namen zu. Folgerichtig wird er in den meisten Quellen auch Caesar genannt. Um etwaigen Verwechslungen vorzubeugen, wird in der Arbeit der auch in der einschlägigen Literatur verwendete Name Octavian benutzt, den er jedoch nicht offiziell führte.
1.2 Zur Quellenlage
Es sei an dieser Stelle festgestellt, daß der Forschende nicht über Mangel an Quellen klagen kann. Über viele Schriften dieser Zeit wissen wir zwar sehr wenig, aber sie sind die Grundlage für die Geschichtsschreiber der Kaiserzeit. Teilweise auftretende Widersprüche sind auf die Vielzahl verschiedener Quellen zurückzuführen. Außerdem sind oftmals Momente aufgenommen worden, welche die Berichterstattung beleben und den Lesenden fesseln sollten.
Es soll nun kurz auf einige bedeutsame Quellen und diverse Informationen zu diesen, die für den Umgang gewichtig sind, eingegangen werden. Eine maßgebende politische Rolle in den Jahren 44 und 43 v. Chr. spielte Cicero. Wichtige Überlieferungen sind die 14 Reden gegen Marcus Antonius, die philippicae. Es ist zu berücksichtigen, daß Antonius ein Antagonist Ciceros war, weswegen dieser nicht mit Grollen geizt und zu starker Übertreibung neigt. Sehr eingehend beschreibt Appians römische Geschichte die Ereignisse. Der Teil über die Bürgerkriege, hier insbesondere Buch III, ist als Quelle obligat. Das Werk läßt „prooctavianische“ Tendenzen Appians sowie seine Mißbilligung der rigorosen Maßnahmen des Antonius erkennen.
Eine wesentliche Quelle ist das allgemeine Werk über römische Geschichte des Velleius Paterculus – historia romana genannt. In der ansonsten flüchtigen, summarischen Erzählung schildert er für ihn wichtige Begebenheiten ausführlich. Es besteht jedoch keine Klarheit über die von ihm verwendeten Quellen, es kann aber davon ausgegangen werden, daß er mehrere Überlieferungen nutzte. Weitere signifikante Quellen sind die Parallelbiographien des Plutarch, für diese Arbeit insbesondere die des Antonius, Brutus und Cicero. Es ist jedoch zu bemerken, daß sich Plutarch zuweilen selbst widerspricht. So beschreibt er zum Beispiel in der Brutus- Biographie, daß erst die Senatssitzung stattfand und dann die Verschwörer vom Kapitol geholt wurden, bei der Antonius-Biographie jedoch genau andersherum1. Ebenso wird in der Antonius-Biographie wiedergegeben, daß es Antonius selbst war, der Amnestie und die Verleihung der Provinzen vorschlägt, in der Cicero-Biographie wird es diesem gutgeschrieben und bei der Brutus-Biographie sind es Cicero, Antonius und Plancus 2.
2 Nach Caesars Ermordung
2.1 Die Caesarenmörder
Nach dem Anschlag auf Caesar herrschte in Rom großes Durcheinander. Menschen liefen wild umher und schrien die Worte aus, die sie vorher von anderen aufnahmen. In der allgemeinen Verwirrung, so schreibt Appian, wurden einige Menschen erschlagen und Märkte geplündert3. Nachdem die Verschwörer die Menschen aufgeklärt hatten und „sich aber das Volk den Mördern nicht anschloß, fühlten sie sich [...] in Angst“4 und verschanzten sich, von Gladiatoren umgeben5 auf dem Forum. Hier verteilten sie Geldgeschenke an das Volk, das sich dennoch hütete, das Geschehene zu loben6. Spätestens hier zeigte sich, daß der Plan der Verschwörung selbst zwar gut ausgearbeitet war, daß aber der weitere Verlauf der Dinge nicht vorbereitet wurde. Cicero schrieb später treffend, daß sie mit dem Mut erwachsener Männer, aber mit dem Verstand von Kindern gehandelt hätten7. Folgt man Velleius Paterculus, gab es auch unter den Anführern der Verschwörung, Cassius und Brutus, unterschiedliche Ansichten über das Vorgehen nach der Ermordung. Cassius wollte den Konsul Antonius ebenfalls töten und außerdem Caesars Testament für ungültig erklären8. Da das Ziel des Anschlages die Wiederherstellung der alten Republik war9, wäre es sicherlich sinnvoll gewesen, diesen Forderungen nachzukommen. Brutus hatte dagegen geltend gemacht, daß es nur gestattet sei, den Tyrannen zu ermorden10. Man kam Brutus‘ Bedenken nach und sah sich anschließend einem gewaltigen Problem gegenüber. Zwar war der Diktator beseitigt worden, jedoch fehlte es den Verschwörern an Mitteln, einen Machtanspruch
[...]
1 Plut. Brut. 19; Ant. 14
2 Plut. Brut. 19; Ant. 14; Cic. 42
3 App. civ. II 118, 494f; Plutarch behauptet das Gegenteil Plut. Brut. 18
4 App. civ. II 119, 501
5 Vell. Pat. II 58, 2; App. civ. II 118, 495; D. Brutus versammelte bewaffnete Gladiatoren, die aufgrund der stattfindenden Spiele keinen Verdacht hervorriefen, um die Verschwörer im Notfall zu schützen
6 App. civ. II 121, 508
7 Cic. Att XV 6
8 Vell. Pat. II 58, 2
9 Cassius Dio schreibt, alle sollen frei und unabhängig sein: Cass. Dio 44, 21,1; dazu Christ S.392: sie forderten libertas im Sinne der Senatsaristokratie
10 Vell. Pat. II 58, 2; App. civ. II 114, 478
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