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Historisches Vorwissen bei Schülerinnen und Schülern einer 4. Klasse. Eine Untersuchung.

Scholary Paper (Seminar), 2004, 20 Pages
Author: Gunnar Norda
Subject: History - Didactics

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2004
Pages: 20
Grade: 1
Bibliography: ~ 8  Entries
Language: German
Archive No.: V39540
ISBN (E-book): 978-3-638-38279-3
ISBN (Book): 978-3-638-79048-2
File size: 179 KB

Abstract

Die Möglichkeit zu haben, eine eigene Untersuchung zum geschichtlichen Vorwissen von Schülerinnen und Schülern durchführen zu können, weckte bei mir sofort Interesse. Als Lehrer für Geschichte ist es von besonderer Bedeutung und im Grunde unerlässlich, sich mit der Frage zu beschäftigen, in welchem Verhältnis Schülerinnen und Schüler überhaupt zur Geschichte stehen und wie ihr Zugang zu diesem Fach ist. Ich sehe, was die kognitiven Anforderungen betrifft, im Besonderen das Fach Geschichte als ein vielschichtiges und komplexes an. Schülerinnen und Schüler müssen je nach Anspruch des Unterrichtes über gewisses „Geschichtsbewusstsein“ verfügen, welches sich aus mehreren unterschiedlichen Dimensionen kognitiven Vermögens zusammensetzt (auf diese Dimensionen des Geschichtsbewusstseins wird im Folgenden der Arbeit entsprechend noch intensiver eingegangen werden). Nur aufgrund von Kenntnis des jeweiligen Geschichtsbewusstseins einer Klasse lässt sich angemessener Geschichtsunterricht vorbereiten und durchführen. Meine Befragung soll diesbezüglich Aufschluss über das Geschichtsbewusstsein von heutigen Viertklässlern geben. Natürlich muss man sich im klaren darüber sein, dass meine Befragung und dessen Ergebnisse nicht für alle vierten Klassen bis ins kleinste Detail repräsentativ sein können. Trotzdem zeigen sie allgemeingültige Grundtendenzen auf.


Excerpt (computer-generated)

Historisches Vorwissen bei Schülerinnen und Schülern
einer 4. Klasse. Eine Untersuchung

von: Gunnar Norda

 


Inhalt

Einleitung 1

1 Die Klasse 1

2 Das „Geschichtsbewusstsein“ als Untersuchungsgegenstand 3

2.1 Die Dimensionen des Geschichtsbewusstseins nach Hans-Jürgen Pandel 4

2.1.1 Temporalbewusstsein 4
2.1.2 Wirklichkeitsbewusstsein 4
2.1.3 Historizitätsbewusstsein 5
2.1.4 Politisches Bewusstsein 5
2.1.5 Identitätsbewusstsein 5
2.1.6 Ökonomisch-soziales Bewusstsein 5
2.1.7 Moralisches Bewusstsein 6

2.2 Ergänzende Aspekte 6

2.2.1 Fähigkeit zum Perspektivenwechsel/Vorstellungen zur Geschichte 7
2.2.2 Geschichte als Konstrukt 8
2.2.3 Interesse an Geschichte 8

3 Vorbereitungen und Planungen 8

3.1 Erstellung der Fragen 8
3.2 Methodik des Interviewens 10
3.3 Materialien, technische Hilfsmittel, weitere Vorbereitungen 12

4 Durchführung der Befragung 12

5 Auswertung der Antworten 14

5.1 Bezogen auf das Temporalbewusstsein 14
5.2 Bezogen auf das Wirklichkeitsbewusstsein 14
5.3 Bezogen auf das Historizitätsbewusstsein 15
5.4 Bezogen auf das politisch-ökonomisch-soziale Bewusstsein 15
5.5 Bezogen auf das Identitätsbewusstsein 16
5.6 Bezogen auf das moralische Bewusstsein 17
5.7 Bezogen auf die Fähigkeit zum Perspektivenwechsel/Vorstellungen zur Geschichte 18
5.8 Bezogen auf die Geschichte als Konstrukt 19
5.9 Bezogen auf das Interesse an Geschichte 19

Schluss 20

Literaturverzeichnis 21


 

Einleitung

Die Möglichkeit zu haben, eine eigene Untersuchung zum geschichtlichen Vorwissen von Schülerinnen und Schülern durchführen zu können, weckte bei mir sofort Interesse. Für mich als angehenden Geschichtslehrer ist es meiner Meinung nach von besonderer Bedeutung und im Grunde unerlässlich, um effektiven Geschichtsunterricht zu machen, sich mit der Frage zu beschäftigen, in welchem Verhältnis Schülerinnen und Schüler überhaupt zur Geschichte stehen und wie ihr Zugang zu diesem Fach ist. Ich sehe im Besonderen das Fach Geschichte, auch im Vergleich zu anderen Fächern, was die kognitiven Anforderungen betrifft, als ein besonders vielschichtiges und komplexes an. Schülerinnen und Schüler müssen je nach Anspruch des Unterrichtes über gewisses Geschichtsbewusstsein verfügen, welches sich aus mehreren unterschiedlichen Dimensionen kognitiven Vermögens zusammensetzt.1 Nur aufgrund von Kenntnis des jeweiligen Geschichtsbewusstseins einer Klasse lässt sich angemessener Geschichtsunterricht vorbereiten und durchführen. Meine Befragung soll diesbezüglich Aufschluss über das Geschichtsbewusstsein von Viertklässlern geben. Natürlich bin ich mir im Klaren darüber, dass meine Befragung und dessen Ergebnisse nicht für alle vierten Klassen bis ins kleinste Detail repräsentativ sein können; trotzdem, denke ich, können sie zumindest gewisse allgemeingültige Grundtendenzen aufzeigen.

1 Die Klasse

Ich hatte das Glück, für die Befragungen nicht lange nach einer Klasse suchen zu müssen, da mein Vater selbst Rektor einer Grundschule (Bethlehem-Schule) ist. Die Schule, mit einem eher mittelschichtgeprägtem Einzugsbereich, befindet sich in Papenburg, einer kleinen Stadt von ca. 35000 Einwohner, ca. 65km westlich von Oldenburg entfernt. Es handelt sich um eine einzügige Grundschule, die neben einer anderen Grundschule die kleinste von neun Grundschulen der Stadt mit 56 Schülerinnen und Schülern ist. Neben der Beschränkung der Repräsentativität (s.o.) hat die Untersuchung in einer Klasse/Schule aber auch Vorteile. Unterschiede zwischen den einzelnen Schultypen, zwischen den Lehrplänen verschiedener Bundesländer, zwischen unterschiedlichen Wohnorten etc. wirken nicht in die Untersuchungsgruppe (Viertklässler) hinein. Durch konstante Rahmenbedingungen lässt sich die Entwicklung der Geschichtskenntnisse im Laufe der Jahre und die für deren Erwerb relevanten Einflussfaktoren (die in meinem Fall jedoch nicht näher untersucht werden) ungestört und damit besser erfassen. 2

Die vierte Klasse der Bethlehem-Schule besteht aus zehn Schülerinnen und Schülern, sechs Jungen und vier Mädchen. Zwei dieser Kinder sind 1992, drei sind 1993 und fünf sind 1994 geboren. Bezüglich des allgemeinen Leistungsniveaus erfuhr ich von der Klassenlehrerin, dass vier Schülerinnen und Schüler gute bis sehr gute, zwei mittelmäßige und wiederum vier eher ausreichende Leistungen zeigen. Es handelte sich also um eine doch recht ausgewogene Klasse, was die schulischen Leistungen anging3 (wobei das häufig anzahlmäßig größte Leistungs-Mittelfeld in dieser Klasse kleiner ausfiel als für gewöhnlich). Zudem befragte ich im Vorfeld die Klassenlehrerin über mögliche geschichtliche Themen, welche im (Sachkunde-) Unterricht bereits thematisiert worden waren. Diese Informationen benötigte ich zusätzlich, um die Aussagen der Schülerinnen und Schüler im Anschluss an die Befragung noch besser einschätzen und auswerten zu können. So hatte die Klasse bereits das Thema „Früher und Heute“ im Sachkundeunterricht behandelt. Während dieser Unterrichtseinheit wurden bestimmte Alltagstätigkeiten, Gegenstände etc. zwischen früher und heute verglichen, entsprechende Unterschiede und Entwicklungen wurden erarbeitet. Ansonsten sind die Schülerinnen und Schüler innerhalb des Unterrichtes noch nicht mit geschichtlichen Themen in Berührung gekommen. Im zweiten Halbjahr diesen Schuljahres soll innerhalb des Sachkundeunterrichtes noch auf die Regionalgeschichte Papenburgs eingegangen werden. Die Klasse arbeitete bzw. arbeitet im Sachkundeunterricht durchgehend mit den Schulbüchern „Mobile 2-4“ mit entsprechenden Arbeitsheften, welche im Westermann-Verlag erschienen sind. In der ersten Klasse wurde kein spezielles Sachkundebuch verwendet, man orientierte sich im Sachkundeunterricht an Themen der Fibel.

2 Das Geschichtsbewusstsein als Untersuchungsgegenstand

Vor meiner Befragung musste ich mir natürlich darüber im Klaren sein, was ich denn überhaupt genau untersuchen und in Erfahrung bringen möchte. So sollte es nicht einfach nur um abfragbares geschichtliches Faktenwissen gehen, sondern weiter darüber hinaus um das „Geschichtsbewusstsein“ von Schülerinnen und Schüler einer vierten Klasse. Die Kategorie „Geschichtsbewusstsein“ ist jedoch nicht allgemeingültig exakt ausgelegt und formuliert, sondern es gibt verschiedene Positionen mehrerer Geschichtsdidaktiker, wie z.B. die von Jörn Rüsen oder Karl-Ernst Jeismann. 4

Ich habe mich für meine Untersuchung maßgeblich für die Dimensionen des Geschichtsbewusstseins nach Hans- Jürgen Pandel entschieden. Zum einen, weil Pandels Konzept, wie es auch Bernd Schönemann in dem Buch „Geschichtsdidaktik“ beschreibt5, große Zustimmung gefunden hat. Zum anderen aber auch, weil ich die einzelnen Aspekte Pandels als übersichtlich, greifbar und für eine Auswertung als sehr pragmatisch empfinde (ich habe jedoch die Dimensionen Pandels ein wenig vereinfacht und mich aufs Wesentliche seiner jeweiligen Aussagen beschränkt, um auch bei der Auswertung das Wesentliche der Aspekte im Blick zu haben; außerdem empfand ich Pandels Ausführung bezogen auf Vorstellungen von Grundschülern ein wenig zu hochgegriffen; siehe auch 2.1). So konnte ich die Antworten der Schülerinnen und Schüler auswerten, indem ich sie jeweils (wenn passend) auf einzelne Dimensionen Pandels separat beziehen konnte. Die Auswertung der Antworten wurde mir somit erleichtert, ich musste diese nicht mit einer komplizierten/komplexen Theorie in Verbindung bringen.

2.1 Die Dimensionen des Geschichtsbewusstseins nach Hans-Jürgen Pandel

[...]


1 Auf die Dimensionen des Geschichtsbewusstseins werde ich im Folgenden dieser Hausarbeit noch näher eingehen.

2 Vgl. Mirow, Jürgen: Geschichtswissen durch Geschichtsunterricht? Historische Kenntnisse und ihr Erwerb innerhalb und außerhalb der Schule. Eine empirische Untersuchung, in: von Borries, Bodo; Pandel, Hans-Jürgen; Rüsen, Jörn (Hg.): Geschichtsbewusstsein empirisch, Pfaffenweiler 1991 (=Geschichtsdidaktik. 7), S. 53-109, hier S. 60.

3 Im Laufe der Befragung zeigte es sich jedoch, dass (zumindest in dieser Klasse) das Niveau geschichtlichen Vorwissens der Schülerinnen und Schüler nicht zwangsläufig gekoppelt war mit der sonstigen schulischen Leistungsfähigkeit.

4 Vgl. Schreiber, Waltraud: Die Entwicklung historischer Sinnbildungskompetenzen als Ziel des historischen Lernens mit Grundschülern, in: Schreiber, Waltraud (Hg.): Erste Begegnungen mit der Geschichte. Grundlagen historischen Lernens, Neuried 1999 (=Bayerische Studien zur Geschichtsdidaktik. 1), S. 15-76, hier S. 15-30.

5 Vgl. Schönemann, Bernd: Geschichtsdidaktik, Geschichtskultur, Geschichtswissenschaft, in: Günther-Arndt, Hilke (Hg.): Geschichtsdidaktik. Praxishandbuch für die Sekundarstufe I und II, Berlin 2003, S. 11-22, hier S. 16.


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