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Scholary Paper (Seminar), 2003, 13 Pages
Author: Kirsten Hauk
Subject: German Studies - Miscellaneous
Details
Institution/College: University Karlsruhe (TH)
Tags: Oberhausener, Manifest, Initialzündung, Films, Streiter, Rainer, Werner, Fassbinder, Leben, Werk
Year: 2003
Pages: 13
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 6 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-38298-4
File size: 437 KB
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Excerpt (computer-generated)
Universität Karlsruhe (TH)
Proseminar: Rainer Werner Fassbinder: Leben und Werk
4. Semester
Das Oberhausener Manifest als Initialzündung
des neuen dt. Films und dessen Streiter
von: Kirsten Hauk
INHALT
Einleitung 2
Papas Kino ist tot 2
Die neuen Filmemacher 3
Das Oberhausener Manifest 1962 4
Die Folgen und Auswirkungen 5
Filmbeispiel Kluge 7
Der Durchbruch 1970 10
Schluss: Idealismus oder Egoismus? 11
Literaturverzeichnis 12
Einleitung:
Im Mittelpunkt meiner Hausarbeit soll der neue deutsche Film stehen. In den sechziger Jahren haben viele Regisseure genug von `Opas Kino` und setzen diesem ein Ende. Das Oberhausener Manifest soll zur Geburtsurkunde des nachfolgenden Filmes werden. So unterzeichnen 1962 bei den Oberhausener Kurzfilmtagen 26 junge Filmemacher ein Manifest gegen den konventionellen deutschen Film. Sie wollen dem ihrer Ansicht nach verlogenen Kino der Wirtschaftswunderzeit einen neuen deutschen Film entgegensetzen, der die Wirklichkeit in der Bundesrepublik zeigt. Zu den Unterzeichnern gehört unter anderem Alexander Kluge, der in der Folgezeit gemeinsam mit anderen jungen Regisseuren realistische Filme über aktuelle Themen wie Abtreibung, Scheidung, Generationenkonflikte und gesellschaftliche Außenseiter dreht. Eines seiner Werke soll hier thematisiert werden, da Kluges „Abschied von gestern“ (1966) einen beispielhaften Film der neuen Art darstellt. So beendet der neue deutsche Film allmählich die Krise des Films in der Bundesrepublik und verhilft ihm zu neuem Ansehen.
`Papas Kino` ist tot:
Ende der fünfziger Jahre wird mehr denn je deutlich, dass das ehemals allseits beliebte Kino an einer existentiellen Altersschwäche leidet, da sich die Interessen der jungen Filmemacher von denen der alten stark unterscheiden. Noch dominieren die betagten Filmer den Markt mit ihren Schlagerfilmen, Lustspielen, Krimis und Abenteuerfilmen. Mit Abstand die größten Erfolge sind die Filmserien nach Vorlagen von Edgar Wallace und Karl May. Sie halten sich an die öffentliche Kontrolle der Phantasieproduktion und die kommerzielle Vorherrschaft über Bilder und Vorstellungswelt.1 Heimatfilme wie „Sissi“ sind immer wieder gleich gestrickt, besitzen ein Happy End und erzählen von der imaginierten Schönheit Deutschlands und Europas. Das ist es, was der Staat den Menschen zeigen will. Er will sie die grausame Vergangenheit und Schuldigkeit vergessen machen und sich so davon reinwaschen. Indem nur heitere deutsche Filme produziert werden, sollen auch die umliegenden Länder wieder auf Deutschlands Schönheit hingewiesen und gezeigt werden, dass alles längst Vergangenheit ist und nicht mehr diskussionswert. Nur, was dem Staat gefällt, wird finanziell unterstützt und in die Kinos gebracht. Der konventionelle deutsche Film der Nachkriegszeit ist also der Kontrolle von oben ausgesetzt und ökonomisch mitbestimmt. Die jungen Regisseure jedoch sind nicht gewillt, sich dessen zu unterwerfen. Das bedeutet das Todesurteil für Papas Kino, denn die Zukunft wird anders aussehen.
Die neuen Filmemacher:
Die Generation um Papas Kino fabriziert eine Jugend mit gegensätzlichen Attributen und Zielen zu denen ihrer Väter. Sie sind selbstbewusst, optimistisch, zornig und bereit, ihre Stimme für ihre Interessen zu erheben, zu provozieren, zu beschimpfen und aufzuklären. Die Söhne und Töchter stellen Fragen, geben ihrer Unzufriedenheit Ausdruck und wollen Veränderung. Skepsis bis Ablehnung stehen einer jungen Generation gegenüber, die hoffnungsvoll einer in ihren Augen zum Stillstand gekommenen Gesellschaft zum neuen Aufbruch verhelfen will.2
Eine der grundlegendsten Veränderung ist, dass dem Regisseur eine umfassendere Rolle in der Produktion seines Werkes zukommt. Viele Regisseure schreiben ihre Drehbücher selbst: der Autorenfilm ist geboren, der sich durch eine neue persönliche Bildersprache und in seiner Produktionsweise frei von Zwängen auszeichnet.3 Filme, die vom Regisseur selbst bestimmt werden, seine Interessen und Sichtweisen zum Ausdruck bringen und nicht die des Staates, der Ökonomie oder sonstiger etablierter Gemeinschaften. Die Ausdrucksweisen und Techniken der jungen Filmemacher sind vielfältig. Durch eigenwillige Montagen und die Vermischung von Dokumentar - und Filmsequenzen entsteht ein eigener Stil4 . Sexualität ist kein Tabu mehr im Film und wird ab jetzt als etwas Natürliches und Bestandteil des Alltags dargestellt. Ein großes Budget ist nicht von Nöten und würde den Ausdruck des Autorenfilms auch nur verfälschen. Man arbeitet mit einfachen Mitteln, verzichtet häufig auf technische Vollkommenheit, um das Augenmerk des Zuschauers mehr auf das `Was` als auf das `Wie` zu lenken. Zudem besteht auch die Schwierigkeit, an Geld für die Filme heranzukommen. Der neue deutsche Film wird schließlich in seiner Anfangszeit nicht vom Staat gefördert wie seinerzeit Papas Kino. So engagieren die jungen Filmemacher keine beim Zuschauer bereits bekannten und teuer honorierten `Stars`. "Glatte" Schönheiten sind nicht mehr gefragt. Vielmehr unbekannte Alltagsgesichter und Laiendarsteller, dafür aber "Gesichter mit Charakter" werden ausgesucht.5
[...]
1 Eric Rentschler: Der alte Film war tot. 100 Texte zum westdeutschen Film 1962-1987. Hgg: Hans Helmut Prinzler, Eric Rentschler, Frankfurt a. Main, 2001, Seite 27
2 http://www.deutsches-filminstitut.de/sozialgeschichte/dt072.htm
3 Eric Rentschler: Der alte Film war tot. 100 Texte zum westdeutschen Film 1962-1987. Hgg: Hans Helmut Prinzler, Eric Rentschler, Frankfurt a. Main, 2001, Seite 45
4 http://www.dhm.de/lemo/html/DasGeteilteDeutschland/KontinuitaetUndWandel/UnruhigeJahre/neuerDeutscher FilmBody.html
5 http://www.dhm.de/lemo/html/DasGeteilteDeutschland/KontinuitaetUndWandel/UnruhigeJahre/neuerDeutscher FilmBody.html
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