Die Konfliktdidaktik von Hermann Giesecke

E-Book Cover: ()
Flash Player und JavaScript werden für eine verbesserte Ansicht des Dokuments benötigt. Bitte installieren Sie den Flash Player und aktivieren Sie Javascript.

Install Flash Player

Details

Titel: Die Konfliktdidaktik von Hermann Giesecke
Autor: Anonym
Fach: Politik - Didaktik, politische Bildung
Institution/Hochschule: Universität Bremen
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2004
Seiten: 18
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 13  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 290 KB
Archivnummer: V39599
ISBN (E-Book): 978-3-638-38328-8

Textauszug (computergeneriert)

Universität Bremen

Hausarbeit 

„Die Konfliktdidaktik von Hermann Giesecke“

2004

 

 

Inhaltsverzeichnis

Einleitung  0

Teil 1: „Konzeption der politischen Bildung“  1

Teil 2: Gieseckes Konzeption  2
Grundproblem: der Konflikt  2
Leitziel: Konflikterziehung  3
Inhalt  5
Methode: Konfliktanalyse  7

Teil 3: Einordnung der „Konfliktdidaktik“ in frühere Konzeptionen  9
Re-education  10
Staatsbürgerliche Erziehung (Litt)  11
Partnerschaftspädagogik (Oetinger)  12
Grundlegende Einsichten (Fischer)  13

Teil 4: Fazit: Was bleibt uns heute von Giesecke?  14

Bibliographie  0

 

 

Einleitung

Thema dieser Hausarbeit ist Hermann Gieseckes „Didaktik der politischen Bildung“ von 1965, die als „Konfliktdidaktik“ in die Geschichte der Konzeptionen der politischen Bildung eingegangen ist. Ich möchte eine systematische Darstellung dieses Werks vornehmen, was einen Vergleich mit ausgewählten früheren Didaktikkonzepten einschließt.

Systematische Darstellung und Vergleich verlangen einen Analyserahmen; diesen entwickle ich anhand einer Definition des Begriffs „Konzeption der politischen Bildung“, welcher als Oberbegriff über der „Konfliktdidaktik“ und allen anderen einzelnen Konzeptionen steht. Anhand der dort herausgeschälten Kernelemente einer politikdidaktischen Konzeption werde ich im Hauptteil Gieseckes „Didaktik“ vorstellen. Im dritten Teil werden die zuvor gewonnenen Ergebnisse über Giesecke in den größeren Zusammenhang eines Vergleichs mit einigen bedeutenden Vorläufern gestellt, nämlich den Konzeptionen der Re-education und denen von Litt, Oetinger und Fischer. Zum Schluss soll als Fazit die Frage erörtert werden, inwieweit Gieseckes Konzeption noch für unsere heutige Zeit bedeutsam ist.

Teil 1: „Konzeption der politischen Bildung“

Im folgenden wird der Begriff der „Konzeption der politischen Bildung1 erörtert. Es werden vier Kernelemente des Begriffes herausgestellt, welche dann als Rahmen für die systematische Darstellung von Gieseckes „Didaktik der politischen Bildung“ und einiger vergleichend herangezogenen Didaktiken dienen werden.

„Der Begriff des Konzeptes der politischen Bildung wird […] als ein theoretisches System von Begriffen und Aussagen verstanden, das dazu dient, politischen Unterricht als Praxisfeld zu erhellen und in ihm Handlungen zu ermöglichen. Der dabei entstehende Aussagenzusammenhang ist nicht als hermetisch geschlossen zu verstehen, sehr wohl aber als systematisch, theoretisch konsistent und auf die grundlegenden Belange politischer Bildung konzentriert.“ (Tielking 1998: 15). Tielking benennt also als wichtigste Kennzeichen einer „Konzeption der politischen Bildung“ deren Theoriegeleitetheit und Konsistenz. Weitere Gesichtspunkte sind die Praxisorientierung, das Ziel der Handlungsermöglichung und die Reduzierung auf das Fundamentale. Allerdings sind diese weiteren Kennzeichen (zumindest früher) umstritten (gewesen): Ob der Politikunterricht zum Handeln erziehen sollte oder zum gehorsamen Staatsbürger und ob das Fach sich auf grundlegende Einsichten oder aktuelle Geschehnisse, oder aber auf die Verfassungsinstitutionen konzentrieren solle, kann wohl als noch immer umstrittene Frage gelten. Entscheidend ist jedoch letztlich, dass es sich bei einer politikdidaktischen Konzeption um einen in sich schlüssigen theoretischen Ansatz handelt, welcher notwendig anhand des wahrgenommenen politikdidaktischen Grundproblems eine Fokussierung der politisch-sozialen Wirklichkeit auf das eigene Leitziel hin vornimmt. Eine „Konzeption der politischen Bildung“ besitz somit vier immanente Kernelemente, die für eine systematische Analyse und einen Vergleich verschiedener Konzeptionen zu unterscheiden sind. Eine „politikdidaktische Konzeption“ muss Fragen nach dem politikdidaktischen Grundproblem, dem entsprechenden Leitziel der Konzeption, dem Verständnis des Inhalts „Politik“ und der Methoden zur Erreichung der Leitziele beantworten können. Anhand dieser Fragen möchte ich nun zunächst Gieseckes Konzeption darstellen und anschließend die so gewonnenen Ergebnisse mit den drei oben genannten Konzeptionen in Bezug setzen.

Teil 2: Gieseckes Konzeption

Gieseckes „Didaktik der politischen Bildung“ erschien erstmals 1965 und wurde dank seiner Popularität mehrfach neu aufgelegt. 1972 erschien eine inhaltlich veränderte Neuauflage, die nicht mehr den „Konflikt“, sondern die „Mitbestimmung“ ins Zentrum der Konzeption stellte; zudem hatte sich ihr theoretischer Hintergrund von Dahrendorfs Konflikttheorie zur Kritischen Theorie verschoben. Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich vornehmlich mit der ursprünglichen Konzeption Gieseckes. Nur am Rande werden die späteren Veränderungen gestreift.

Grundproblem: der Konflikt

Das politikdidaktische Grundproblem besteht für Giesecke darin, dass die Jugendlichen2 Politik nicht als bestehende Normen innerhalb eines Institutionengefüges wahrnehmen, sondern dass Betroffenheit bei ihnen durch die Berührung mit dem aktuellen „Konflikt“ entsteht. Diesen kann man als auf ein bestimmtes Problem hin zugespitzte allgemeingesellschaftliche Debatte bezeichnen. Die Jugendlichen erfahren das Politische des Konflikts mittels einer medialen Interpretation der gesellschaftlichen Auseinandersetzung über dieses Problem. Sie sind überfordert und verwirrt durch diese zweifach interpretative (gesellschaftliche und mediale) Vermittlung des eigentlichen Problems (vgl. Giesecke (1965): 18f.). Genau an dieser Stelle setzt Gieseckes didaktische Überlegung ein: die Unsicherheit der Jugendlichen soll mittels seiner Konfliktdidaktik in ein prozedurales Analysewissen umgeleitet werden; die Jugendlichen sollen lernen, mit solchen Konflikten umzugehen.

[....]


1 Genau genommen, ist bereits diese Bezeichnung leicht tendenziös, denn bis in die Zeiten von Gieseckes „Didaktik der politischen Bildung“ hinein war es gerade der größte Streitpunkt innerhalb der Konzeptionen, ob man eine „staatsbürgerliche Erziehung“ wie in der Weimarer Republik oder aber eine „politische Bildung“ anstreben solle. Da sich gerade mit Gieseckes Werk die Geschichte für die „politische Bildung“ entschieden hat, soll der Einfachheit halber im folgenden von „Konzeption der politischen Bildung“ die Rede sein.

2 Dies gilt genauso für Erwachsene, der Fokus liegt bei Giesecke aber auf der heranwachsenden Bevölkerung; sein Erfahrungshintergrund ist zwar außerschulischer Art (freie Jugendarbeit), doch umfasst seine Didaktik gerade auch den staatlich verordneten Politikunterricht.

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:

http://www.grin.com/e-book/39599/