Register or log in at GRIN

Your e-mail-address or password is wrong
Register now
For new authors: free, easy and fast
This will be used as your user name, please specify a valid e-mail address

Lost password

Your e-mail-address or password is wrong

Request a new password
Indirekte und direkte Sprechakte close

Please wait

Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.

Indirekte und direkte Sprechakte

Termpaper, 2005, 24 Pages
Author: Simone Zimmermann
Subject: Speech Science / Linguistics

Details

Category: Termpaper
Year: 2005
Pages: 24
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 19  Entries
Language: German
Archive No.: V39720
ISBN (E-book): 978-3-638-38423-0

File size: 329 KB


Excerpt (computer-generated)

Indirekte und direkte Sprechakte

von: Simone Zimmermann

 


Inhaltsverzeichnis

Prolog 1

1. Was ist ein Sprechakt? 2

1.1. Direkte Sprechakte 3
1.2. Indirekte Sprechakte 4

1.2.1. Indirekte konventionalisierte Sprechakte 7
1.2.2. Indirekte nicht-konventionalisierte Sprechakte 8

2. Wie kann man indirekte Sprechakte erklären? 9

2.1. Idiomanalyse von Jerry Sadock 9
2.2. Inferenztheorie von John Searle 10

3. Warum verwenden wir indirekte Sprechakte? 11

4. Probleme bei der Verwendung indirekter Sprechakte 13

5. Sprachenvergleich 15

5.1. Deutsch 17
5.2. Englisch 18
5.3. Spanisch 19

6. Exkurs: Indirektheit vs. Direktheit und die Folgen für Translatoren 20

Epilog 21

Quellenverzeichnis


 

Prolog

Vor der Teilnahme an dem Hauptseminar Pragmatik1 waren mir Begriffe wie Implikaturen, Sprechakttheorie, Illokution etc. ein Rätsel, und ich muss zugeben, dass ich nicht nur mit der Wahl des Hauptseminars, sondern auch mit der Wahl meines Themas völliges Neuland betrat. In der vorliegenden Arbeit beschäftige ich mich mit dem Thema Indirekte und direkte Sprechakte im Sprachenvergleich Deutsch, Englisch, Spanisch. Um auf die Begriffe indirekter und direkter Sprechakt im Folgenden näher eingehen zu können, werde ich den Sprechakt als solchen zunächst definieren. Anschließend werde ich die Unterschiede zwischen direkten, indirekten, indirekten konventionalisierten sowie indirekten nicht-konventionalisierten Sprechakten aufzeigen. Natürlich stellt sich die Frage, wie man einen indirekten Sprechakt erklären kann. Daher folgen anschließend die zwei wohl wichtigsten Erklärungsansätze von Searle und Sadock. Des Weiteren wird die Frage behandelt, warum indirekte Sprechakte überhaupt verwendet werden. Da die Übereinstimmung von syntaktischer Form und Absicht bei indirekten Sprechakten nicht gegeben ist, stellt sich die Frage, wie der Hörer einen Sprechakt versteht, wenn der Sprechakt, den er hört und versteht etwas anderes bedeutet.

Natürlich gibt es in allen Sprachen mehr oder weniger stark konventionalisierte sprachliche Mittel, um eine Frage zu formulieren, um eine Bitte auszudrücken, Vorschläge abzulehnen, sich zu bedanken etc. Wie aber diese Konventionen aussehen, d.h. welches sprachliche Verhalten in welcher Situation als adäquat angesehen und verstanden wird, ist kulturspezifisch verschieden. Daher wird im Folgenden auf den unterschiedlichen Grad an Direktheit in den Sprachen Deutsch, Englisch und Spanisch eingegangen. Anmerken möchte ich an dieser Stelle, dass ich bei der Bearbeitung des Sprachenvergleichs die unterschiedlichsten und gegensätzlichsten Angaben gefunden habe. Ich beziehe mich daher in der vorliegenden Arbeit besonders auf die Werke von Greg Nees und Garcia Martin Torres. Beenden möchte ich die Arbeit mit einem kleinen Exkurs. Da die Verschiedenheit des Kommunikationsstils einen enormen Stellenwert in der Ausbildung eines Translators haben sollte und das entsprechende Wissen meiner Meinung nach genauso wichtig ist, wie der perfekte Sprachgebrauch, habe ich mein Thema auf die Translatorenausbildung bezogen und möchte den letzten Punkt der Indirektheit bzw. Direktheit und deren Folgen für den Translator widmen.

1. Was ist ein Sprechakt?

Wenn wir mit anderen kommunizieren, wollen wir neben einer phatischen Kommunikation2 dem anderen meist „[…] mitteilen, was uns gerade im Kopf vorgeht, was wir sehen, denken, glauben, wollen, beabsichtigen oder fühlen.“3 Die kommunikative Absicht unserer Worte bezeichnet man als Sprechakt. Der Sprechakt wird in der Regel als theoretischer Basisbegriff der Sprechakttheorie verstanden.

„[Die Sprechakttheorie ist zwischen der Semantik und der Pragmatik anzusiedeln und] befasst [...] sich mit Sprache als kommunikativem Handeln. Untersucht werden dabei die Bedingungen und Regeln, die das Gelingen von Sprechakten ermöglichen. “4 „Die Grundeinheit der sprachlichen Kommunikation ist nicht, wie allgemein angenommen wurde, das Symbol, das Wort oder der Satz [...]. Sprechakte sind die grundlegenden oder kleinsten Einheiten der sprachlichen Kommunikation. “5 Der Beginn der Sprechakttheorie wird in der Regel auf John L. Austin6 und seine in Oxford und Harvard gehaltenen Vorlesungen datiert, die im Jahre 1962 unter dem Titel How to do things with words posthum veröffentlichet wurden. Austin richtete seinen Blick darauf, dass sprachliche Kommunikation mehr ist als das Aussprechen von Sätzen, die sich entweder als wahr oder falsch beurteilen lassen. Vielmehr tätigen wir „Äußerungen, mit denen wir jedes Mal auch eine Handlung ausführen.“7 Sprechen ist demnach Handeln.

Es werden drei verschiedene Teilaspekte eines jeden Sprechaktes unterschieden: der lokutionäre Akt: der akustisch und visuell wahrnehmbare Akt (Lippen-, Zungen- und Kieferbewegungen), der illokutionäre Akt (was man tut, indem man etwas sagt) und der perlokutive Akt, also die intendierte Wirkung des Sprechens.8 Der amerikanische Philosoph John Searle 9 systematisierte und entwickelte die Sprechakttheorie schließlich weiter. Er schlug eine Klassifikation in fünf Klassen vor: die Repräsentative (Behauptungen, Feststellungen, Schlussfolgerungen, z.B. vermuten, sagen, schwören), deren Zweck es ist, etwas als Tatsache darzustellen, Direktive (der Sprecher versucht, den Hörer zu einer bestimmten Handlung zu veranlassen, z.B. fragen, befehlen), Kommissive (der Sprecher verpflichtet sich auf eine zukünftige Handlung, z.B. versprechen, drohen, anbieten), Expressive (zeigen die positive oder negative Reaktion des Sprechers auf ein bestimmtes Ereignis, z.B. danken, entschuldigen) und Deklarationen (der Sprecher verändert mit seiner Äußerung die Realität, z.B. taufen, einstellen).10 Der Wert der Sprechakttheorie liegt hauptsächlich darin, dass sie uns die Auge n öffnet für einige alltägliche und darum oft kaum wahrgenommene, aber fundamentale Tatsachen sprachlicher Kommunikation.

1.1. Direkte Sprechakte

[...]


1 Die Pragmatik ist eine “Teildisziplin der Linguistik. Der Begriff wurde aus der Semiotik von Charles W. Morris übernommen [...]. [Die Pragmatik beschäftigt sich] mit der Beziehungen zwischen Sprache und Sprachbenutzer und versteht Sprache generell als Form sozialen Handelns.” Microsoft®Encarta®Enzyklopädie 2001. © 1993-2000 Microsoft Corporation

2 Phatische Kommunikation: von griechisch: phatis: die Rede; bei dieser Art von sprachlicher Interaktion dient das Miteinandersprechen lediglich dazu, uns gegenseitig zu vermitteln, dass wie von der Gegenwart des anderen Notiz nehmen. Vgl. Pörings, Ralf; Schmitz, Ulrich; Narr Studienbücher: Sprache und Sprachwissenschaft; Tübingen; 2003; Seite 164

3 Pörings, Ralf; Schmitz, Ulrich; Narr Studienbücher: Sprache und Sprachwissenschaft; Tübingen; 2003; Seite 164

4 Microsoft®Encarta®Enzyklopädie 2001. © 1993-2000 Microsoft Corporation

5 www.hyperkommunikation.ch/literatur/searle_sprechakte.htm

6 John Langshaw Austin (1911 – 1960), britischer Philosoph, lehnte eine logische Betrachtungsweise von Sprache ab und rückte die Rolle der Sprache als Instrument der Erkenntnis innerhalb der Philosophie in den Vordergrund. Vgl. Microsoft®Encarta®Enzyklopädie 2001. © 1993-2000 Microsoft Corporation

7 Pörings, Ralf; Schmitz, Ulrich; Narr Studienbücher: Sprache und Sprachwissenschaft; Tübingen; 2003; Seite164

8 Vgl. Linke, Angelika; Nussbaumer, Markus; Portmann, Paul; Niemeyer Verlag: Studienbuch Linguistik; Tübingen; 2001; Seite 189

9 John Roger Searle (*1932) ist ein bedeutender amerikanischer Sprachwissenschaftler, der besonders den illokutionären Akt prägte und in den 1970 Jahren außerordentlich einflussreich auf die deutsche Linguistik war. Vgl. Microsoft®Encarta®Enzyklopädie 2001. © 1993-2000 Microsoft Corporation

10Vgl. www.culturitalia.uibk.ac.at


Comments

No comments yet

Add Comment
Your comment is reviewed before being published

Other users also were interested in the following titles:

Sprechakte - was tun wir, wenn wir sprechen?

Author: Tina Heesel
German - Pedagogy, Didactics, Literature Studies, 2003 Download as PDF-file for 8,99 EUR

Methoden der Entscheidungsfindung

Authors: Birte Christiansen, Julia Neß Mareike Berwanger
Psychology - Methods, 2007 Download as PDF-file for 7,99 EUR

This text can be quoted and accessed from this url:

http://www.grin.com/e-book/39720/indirekte-und-direkte-sprechakte
please wait Please wait