Bitte warten
Bitte installieren Sie den Flash Player, wenn kein E-Book erscheint.
Autor: Uta Hippel
Fach: Ernährungswissenschaft / Ökotrophologie
Details
Tags: Prävention, Essstörungen, Unterricht, Beispiel, Anorexia, Bulimia
Jahr: 2004
Seiten: 120
Note: 1,5
Literaturverzeichnis: ~ 66 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 434 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-38445-2
Diese Staatsexamensarbeit wurde von der Universität Dortmund für hervorragende Leistungen ausgezeichnet
Textauszug (computergeneriert)
Prävention von Essstörungen im
haushaltsbezogenen Unterricht - am Beispiel von
Anorexia nervosa und Bulimia nervosa
Schriftliche Hausarbeit
im Rahmen der Ersten Staatsprüfung für das
Lehramt für die Sekundarstufe I
dem Staatlichen Prüfungsamt Dortmund
vorgelegt von:
Hippel, Uta
Dortmund, Dezember 2004
Fachbereich: Gesellschaftswissenschaften, Philosophie
und Theologie
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG ... 1
2 ESSSTÖRUNGEN AM BEISPIEL DER MAGERSUCHT UND BULIMIE - STAND DER FORSCHUNG ... 4
2.1 Definition und Symptomatik der Magersucht ... 4
2.2 Krankheitsverlauf und Prognose der Magersucht ... 7
2.3 Definition und Symptomatik der Bulimie ... 7
2.4 Krankheitsverlauf und Prognose der Bulimie ... 10
2.5 Entstehungsbedingungen, Ursachen und Hintergründe der Magersucht und Bulimie ... 11
2.6 Subklinische Formen der Magersucht und Bulimie ... 19
2.7 Häufigkeit und Verbreitung der Magersucht und Bulimie und ihrer subklinischen Formen ... 19
3 DIE PRÄVENTION ... 23
3.1 Der Begriff der Prävention im Rahmen gesundheitsfördernder Maßnahmen ... 23
3.2 Die Prävention von Essstörungen am Beispiel der Magersucht und Bulimie ... 26
4 DER BEITRAG DER SCHULE ... 30
4.1 Der Beitrag der Schule, in Sonderheit des haushaltsbezogenen Unterrichts, zur Prävention von Magersucht und Bulimie ... 30
4.2 Schulpräventionsprojekte im Überblick ... 32
4.3 Das Schweizer Schulprojekt zur Prävention von Essstörungen nach Buddeberg-Fischer ... 35
4.4 Das Projekt zur Prävention von Essstörungen „Jugend mit Biss“ des Frankfurter Zentrums für Ess-Störungen ... 39
4.5 Vergleich des Projektes nach Barbara Buddeberg-Fischer und des Projektes „Jugend mit Biss“ des Frankfurter Zentrums für Ess-Störungen zur Prävention von Essstörungen an Schulen ... 44
4.6 Vorstellungen zur schulinternen Präventionsarbeit ... 50
5 DIE UNTERRICHTSREIHE ... 52
5.1 Thema und inhaltliche Abfolge der Unterrichtsreihe ... 52
5.2 Schulischer Rahmen der Unterrichtsreihe ... 53
5.3 Koedukativer Rahmen der Unterrichtsreihe ... 53
5.4 Kriterien der allgemeinen Prävention innerhalb der Unterrichtsreihe ... 54
5.5 Kriterien der primären Prävention innerhalb der Unterrichtsreihe ... 55
5.6 Die Theorien Antonovskys und Orbachs - Begründung der Auswahl ... 56
5.7 Das Modell der Salutogenese nach Aaron Antonovsky ... 57
5.8 Präventive Maßnahmen, abgeleitet von dem Modell der Salutogenese ... 68
5.9 Der Anti-Diät-Ansatz nach Susie Orbach ... 70
5.10 Ziele der Unterrichtsreihe ... 71
5.11 Inhalte der Unterrichtsreihe in detaillierter Darstellung ... 72
5.11.1 Unterrichtseinheiten 1 und 2: „Schönheit“ und „Schönheit im Wandel der Zeit“ ... 72
5.11.2 Unterrichtseinheiten 3, 4 und 5: Merkmale positiver Esssituationen - ihre Planung und Realisierung ... 74
5.11.3 Unterrichtseinheiten 6 und 7: „Gefühlswahrnehmung und Selbstbewusstsein“ ... 75
5.11.4 Unterrichtseinheit 8: „Körperwahrnehmung und Körperbilder“ ... 76
5.11.5 Unterrichtseinheiten 9 und 10: „Lebensziele“ ... 76
5.11.6 Unterrichtseinheiten 11 und 12: „Selbstbehauptung und Durchsetzungsfähigkeit“ ... 77
5.12 Anforderungen an das Sozialverhalten des Klassenverbandes ... 78
6 DIE UNTERRICHTSEINHEIT ... 80
6.1 Thema der Unterrichtseinheit ... 80
6.2 Eine Skizzierung der Unterrichtseinheit ... 81
6.2.1 Kurzbeschreibung ... 81
6.2.2 Durchführungszeit ... 81
6.2.3 Benötigte Materialien ... 81
6.2.4 Inhalt der Unterrichtseinheit ... 82
6.2.5 Ziel der Unterrichtseinheit ... 83
6.3 Ausführlicher Unterrichtsverlauf ... 83
6.4 Gedanken zur Etablierung der schulinternen Präventionsarbeit ... 90
7 MÖGLICHKEITEN UND GRENZEN BEI DER PRÄVENTION VON ESSSTÖRUNGEN IM HAUSHALTSBEZOGENEN UNTERRICHT AM BEISPIEL DER MAGERSUCHT UND BULIMIE ... 92
Literaturverzeichnis
Anhang
1 Einleitung
Essstörungen zählen zu den psychosomatischen Erkrankungen. Sie äußern sich in einem auffälligen Essverhalten, der gedanklichen Fixierung auf die Nahrung und / oder in einem von der Norm abweichenden Gewicht. Zu diesen Krankheiten zählen die Anorexia nervosa (Magersucht), die Bulimia nervosa (Ess-Brechsucht), die Adipositas (Fettsucht) und das „Binge Eating“ (Heißhungeranfälle).
Die Ausführungen der vorliegenden Arbeit beziehen sich auf die Anorexia nervosa und Bulimia nervosa. Zu Beginn des Kapitels 2.1 wird dargelegt, warum der Begriff der Magersucht dem Begriff der Anorexia nervosa in dieser Arbeit vorgezogen wird. Zugunsten einer besseren Lesbarkeit werden des Weiteren einheitlich die Begriffe der Magersucht und Bulimie verwendet.
95 bis 97 % der an Magersucht oder Bulimie Erkrankten sind weiblich (vgl. Aschenbrenner, 2001; Preiß & Wilser, 2000; Krüger, Reich, Buchheim & Cierpka, 1997). Das Geschlechterverhältnis in Bezug auf Essstörungen beträgt 10:1 (vgl. Habermas, 1995; Preiß & Wilser, 2000; Raabe, 2001). Es sind spezifische Krankheiten der Adoleszenz. Während dieser Zeit findet die Erstmanifestation statt (vgl. Aschenbrenner, 2001; Buddeberg-Fischer, 2000; Preiß & Wilser, 2000). Ein Teil der Störungen tritt bereits präpubertär auf. Nur vereinzelt entwickeln sich Magersucht und Bulimie erst im Erwachsenenalter (vgl. Buddeberg-Fischer, 2000; Habermas, 1995; Steinhausen, 2000). Diese Krankheitsbilder sind Phänomene der westlichen Welt und Kultur (vgl. Buddeberg-Fischer, 2000; Mader & Ness, 1987; Preiß & Wilser, 2000; Schlevogt, 2002). Sie setzen materiellen Überfluss voraus, das heißt, die unmittelbaren primären Lebensbedürfnisse müssen erfüllt sein (vgl. Habermas, 1995; Preiß & Wilser, 2000).
Zentrales Anliegen dieser Arbeit ist die Bearbeitung der Fragestellung, wie präventive Maßnahmen der Magersucht und Bulimie im Rahmen des haushaltsbezogenen Unterrichtes aussehen könnten.
Dazu werden zunächst die Symptome, Krankheitsverläufe und Prognosen der Magersucht und Bulimie einzeln betrachtet, um ein genaues Bild über diese Formen der Essstörungen zu erhalten. Daran schließt sich die Frage an, welche Bedingungen zur Entstehung dieser Krankheitsbilder beitragen können. Dementsprechend werden die Ursachen und Hintergründe diskutiert. Ergänzend zu den oben genannten vollausgebildeten Formen der Magersucht und Bulimie finden nun subklinische, also Vorformen Erwähnung, um die Arbeit zu komplettieren. Zahlen zur Häufigkeit und Verbreitung der Magersucht, Bulimie und der Vorformen verdeutlichen die Notwendigkeit des Themas der Prävention.
So soll folgend der Begriff der Prävention erarbeitet werden, um diesen danach speziell auf die Krankheitsbilder beziehen zu können.
Es wird die Fragestellung aufgegriffen, welchen Beitrag die Schule und insbesondere der haushaltsbezogene Unterricht zur Vorbeugung von Magersucht und Bulimie leisten kann und wie sich diese Thematik in diesen Rahmen einbetten lässt. Ein Überblick über verschiedene Präventionsprojekte soll einen ersten Eindruck über bereits geleistete Arbeit an Schulen geben. Vertiefend sollen zwei Projekte präsentiert werden: Das nach Buddeberg-Fischer und „Jugend mit Biss“ des Frankfurter Zentrums für Ess-Störungen. Es folgt ein Vergleich dieser Schulpräventionsprojekte. Aus diesen Projekten sollen Schlüsse gezogen werden, wie präventive Maßnahmen im haushaltsbezogenen Unterricht aussehen könnten.
Daraus resultiert die Erarbeitung einer Unterrichtsreihe. Das Thema und die inhaltliche Abfolge werden vorgestellt, um anschließend den schulischen und koedukativen Rahmen der Reihe diskutieren zu können. Es wird im Folgenden erörtert, inwiefern die Unterrichtsreihe Kriterien der allgemeinen sowie primären Prävention aufgreifen kann. Die Auswahl der Theorien, mit Hilfe derer Inhalte der Reihe konzipiert werden, soll begründet und die Theorien, das Modell der Salutogenese und der Anti-Diät-Ansatz nach Susie Orbach, vorgestellt werden. Darauf folgt eine Benennung der Ziele der Unterrichtsreihe. Wie diese Ziele umgesetzt werden, zeigt eine detaillierte Darstellung der Inhalte der einzelnen Einheiten der Reihe. Anmerkungen zu den Anforderungen, die an das Sozialverhalten eines Klassenverbandes im Zuge der Durchführung einer solchen Unterrichtsreihe gestellt würden, runden diesen Punkt ab.
Um tiefer in die Bearbeitung des Anliegens der vorliegenden Arbeit vorzudringen, wird eine Einheit der Unterrichtsreihe exemplarisch herausgegriffen und eingehend betrachtet. Zunächst soll beantwortet werden, warum diese Einheit ausgewählt wurde und welche Sachverhalte das Thema der Einheit rechtfertigen. Die Skizzierung der Unterrichtseinheit verschafft einen Überblick über Inhalt und Ziele. Dies soll den Weg zu einer ausführlichen Betrachtung des Unterrichtsverlaufs ebnen. Es folgen Gedanken zur Etablierung der schulinternen Präventionsarbeit.
Eine kritische Diskussion zu den Möglichkeiten und Grenzen bei der Prävention von Essstörungen im haushaltsbezogenen Unterricht am Beispiel der Magersucht und Bulimie schließen die Arbeit ab.
2 Essstörungen am Beispiel der Magersucht und Bulimie – Stand der Forschung
2.1 Definition und Symptomatik der Magersucht
In der medizinischen und wissenschaftlichen Literatur hat sich als Synonym für das Krankheitsbild, auf das im Folgenden eingegangen werden soll, der Begriff der Anorexie behauptet. Sir William Gull, Leibarzt der Königin Viktoria von England, führte diesen Begriff im Jahre 1874 ein. Anorexie kommt aus dem Griechischen und bildet sich aus der verneinenden Vorsilbe an und dem Wort orexis, welches „Verlangen“ oder auch „Begierde“ bedeutet. Die Durchsetzung dieses Begriffes geschah, obwohl von Anfang an immer wieder darauf hingewiesen wurde, dass diese Namensgebung unzutreffend ist, denn übersetzt wird Anorexie in den Begriff der Appetitlosigkeit (vgl. Raabe, 2001). Jedoch verspüren die Betroffenen meist durchaus Appetit und / oder Hungergefühle, die sie aber unterdrücken oder verleugnen (vgl. Gerlinghoff & Backmund, 1995b; Preiß & Wilser, 2000; Raabe, 2001). Der deutsche Begriff der Magersucht erscheint daher als auf die Symptome des Krankheitsbildes zutreffender, und in den weiteren Ausführungen wird dieser Begriff Verwendung finden. Auch der englischsprachige Autor Richard Gordon verweist auf die zutreffendere Bezeichnung des Begriffes der (Pubertäts-) Magersucht:
[....]
Kommentare
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden: