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Magisterarbeit, 2002, 75 Seiten
Autor: Julia Schatte
Fach: Russistik / Slavistik
Details
Institution/Hochschule: Universität Leipzig (Insitut für Slawistik)
Tags: Frauenbild, Erzählungen, Viktorija, Tokarevas
Jahr: 2002
Seiten: 75
Note: 2.0
Literaturverzeichnis: ~ 46 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-38500-8
ISBN (Buch): 978-3-638-72334-3
Dateigröße: 400 KB
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Zusammenfassung / Abstract
In der vorliegenden Arbeit wird ein Ausschnitt aus dem Werk Viktorija Tokarevas betrachtet. Bei der strukturellen und sprachlichen Analyse werden zunächst die Besonderheiten ihrer Prosa im Hinblick auf das Zusammenspiel zwischen Inhalt und Form untersucht. Der Schwerpunkt soll jedoch auf der Darstellung der Frauenfiguren liegen. Dazu sind drei Erzählungen ausgewählt worden, in denen junge Frauen als Hauptfiguren fungieren. Da das Alter der Protagonistinnen eine bedeutende Rolle für die zu untersuchende Ausbildung der Charaktere, die Figurenkonstellation, die gesamten Lebensumstände bis hin zu einer möglichen Perspektive spielt, liegt die Betonung auf 'jung’. Dazu werden die drei Frauen als Hauptfiguren innerhalb der Geschichte der jeweiligen Erzählung und im Vergleich zueinander betrachtet, wobei Parallelen und Unterschiede aufgedeckt werden. Bei der Untersuchung der Konzeption der Frauenfiguren sind auch ihr Verhältnis zur umgebenden Welt und die darin liegenden, möglichen Konflikte von Interesse. Überlegungen zur Konfliktlösung stehen am Schluss dieser Arbeit. Zum tieferen Verständnis der Besonderheiten von Tokarevas Erzählungen muss ihr Werk im zeitlichen und kulturhistorischen Kontext gesehen werden. Aus diesem Grund soll als erstes eine Einordnung ihrer Literatur in die russische «Ženskaja proza» erfolgen, die dabei aus zwei Blickwinkeln betrachtet wird: als weibliches Schreiben und als Teil der «anderen Prosa».
Textauszug (computergeneriert)
Das Frauenbild in den Erzählungen Viktorija Tokarevas
MAGISTERARBEIT
2002
Institut für Slavistik
von
Julia Schatte
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung ... 3
2 Viktorija Tokareva: Leben und Werk ... 6
3 «(?)enskaja proza» und «andere Prosa»: Versuch einer Einordnung ... 9
3.1 Die «(?)enskaja proza» als Frauenliteratur ... 10
3.2 Ist die «(?)enskaja proza» Teil der «anderen Prosa» ? ... 16
4 Textanalyse und Interpretation ... 21
4.1 Die Idee ... 21
4.2 Die Geschichte ... 22
4.3 Die Titel ... 23
4.4 Die Struktur ... 26
4.5 Die Zeit ... 33
4.6 Sprache und Stil ... 36
4.6.1 Bildliche Vergleiche und Metaphern ... 39
4.7 Leitmotive ... 50
4.8 Perspektivierung ... 51
4.9 Konzeption der weiblichen Hauptfiguren ... 54
4.9.1 Körperliche und sexuelle Gestaltung ... 54
4.9.2 Namensgebung ... 57
4.9.3 Bezug zu Raum und Zeit ... 58
4.9.4 Verbale Kommunikation und Körpersprache ... 60
4.9.5 Soziale Beziehungen ... 62
4.9.6 Existenzielle Verfassung der Frauen contra Sinngebung der Welt ... 64
5 Schlusswort : Haben Tokarevas Frauen eine Perspektive? ... 70
6 Literaturverzeichnis ... 73
1 Einleitung
In der vorliegenden Arbeit wird ein Ausschnitt aus dem Werk Viktorija Tokarevas betrachtet. Bei der strukturellen und sprachlichen Analyse werden zunächst die Besonderheiten ihrer Prosa im Hinblick auf das Zusammenspiel zwischen Inhalt und Form untersucht.
Der Schwerpunkt soll jedoch auf der Darstellung der Frauenfiguren liegen. Dazu sind drei Erzählungen ausgewählt worden, in denen junge Frauen als Hauptfiguren fungieren. Da das Alter der Protagonistinnen eine bedeutende Rolle für die zu untersuchende Ausbildung der Charaktere, die Figurenkonstellation, die gesamten Lebensumstande bis hin zu einer möglichen Perspektive spielt, liegt die Betonung auf "jung".
Dazu sei vorweg gesagt, dass sie aufgrund ihrer Jugend zu den Frauen gehören, die V. Tokareva selbst als: [...]1 bezeichnet.
Die Autorin zieht auch sofort einen Vergleich zu anderen Frauenfiguren, die in ihrem Werk ebenfalls zahlreich auftauchen: [...]2 Ob und wie sich Tokarevas Einschätzung im Verhalten der Frauen in der Handlung der ausgewählten Erzählungen widerspiegelt, wird zu untersuchen sein.
Dazu werden die drei Frauen als Hauptfiguren innerhalb der Geschichte der jeweiligen Erzahlung und im Vergleich zueinander betrachtet, wobei Parallelen und Unterschiede aufgedeckt werden. Bei der Untersuchung der Konzeption der Frauenfiguren sind auch ihr Verhältnis zur umgebenden Welt und die darin liegenden, möglichen Konflikte von Interesse. Überlegungen zur Konfliktlosung stehen am Schluss dieser Arbeit.
Zum tieferen Verständnis der Besonderheiten von Tokarevas Erzählungen muss ihr Werk im zeitlichen und kulturhistorischen Kontext gesehen werden. Aus diesem Grund soll als erstes eine Einordnung ihrer Literatur in die russische "(?)enskaja proza" erfolgen, die dabei aus zwei Blickwinkeln betrachtet wird: als weibliches Schreiben und als Teil der "anderen Prosa".
Obwohl Viktorija Tokareva seit über vier Jahrzehnten schriftstellerisch tätig ist, gibt es verhältnismäßig wenig ernstzunehmende literaturwissenschaftliche Untersuchungen zu ihrem Werk. Dabei ist noch ein Unterschied zwischen dem russischsprachigen Raum und dem deutschsprachigen Raum zu machen. Unter den russischen Arbeiten wären L. Zuchovickijs, V. Novikovs und die sich darauf stützende Untersuchung R. Vejlis hervorzuheben. Sie sehen Tokarevas Literatur im Kontext des sowjetischen/russischen Alltags und behandeln die Frage nach dem künstlerischen Wert von ′Alltagsprosa′. Weiterhin untersuchen sie die Gründe für die suggestive Wirkung und Attraktivität solcher Literatur. Der Wert dieser Arbeiten liegt in der aufmerksamen Betrachtung der kulturhistorischen und sozio-kulturellen Aspekte. Bei der Beantwortung der Frage nach dem ′was′ kommt das ′wie′ allerdings etwas zu kurz. Zu Stil und Struktur werden nur allgemeine Beobachtungen geäußert. Ebenso fehlt der literaturwissenschaftliche Vergleich zu anderen zeitgenössischen Autorinnen.
Neben diesen Arbeiten gibt es zahlreiche, in den letzten zwanzig Jahren in führenden russischen Literaturzeitschriften und Zeitungen erschienene Rezensionen, in denen Tokareva im Kontext der "(?)enskaja prosa" betrachtet wird. Aus diesen Texten wird ersichtlich, dass russische Literaturwissenschaftler und Kritiker diesen Begriff immer noch nicht klar definiert haben. Eine fundierte wissenschaftliche Untersuchung mit einem kulturphilosophischen Interpretationsansatz zu diesem Thema liefert T. Rovenskaja.
Unter den sehr wenigen deutschsprachigen Arbeiten zu Tokarevas Werk wären vor allem die Untersuchungen von E. Wolffheim hervorzuheben, deren ausführliche Untersuchung zum Frauenbild bei V. Tokareva in den Materialien des wissenschaftlichen Symposiums in Erfurt im Jahr 19953 erschienen ist. Erwähnenswert wären zudem die in den letzten zehn Jahren in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erschienenen Rezensionen (M. Deppermann, H. Schlaffer, P. Demetz, R. Dutli), die im Zusammenhang mit Neuerscheinungen der Erzählbände in deutscher Sprache versucht haben, die erzählerischen Merkmale im Hinblick auf das dargestellte Menschenbild zu umreißen, und Vorbilder dafür in der russischen Literatur zu finden. Diese Rezensionen haben natürlich einen publizistischen, nicht wissenschaftlichen Charakter und zielen darauf, den gebildeten potenziellen Leser anzusprechen.
2 Viktorija Tokareva: Leben und Werk
[...]4. So empfindet Viktorija Tokareva ihr Wirken als Schriftstellerin. Doch nicht nur das Schreiben an sich ist Eingebung - auch das Thema ist vorprogrammiert. [...]5 Daran hat sich seit Jahrzehnten wohl nichts geändert. Tokareva gehort seit den siebziger Jahren zu den bekanntesten und meistgelesenen Autoren in der Sowjetunion und nun in Russland, sowie zu den populärsten russischen Autorinnen im Ausland. Seit fast vierzig Jahren fliesen unzählige Erzählungen aus ihrer Feder.
[....]
1 Tokareva, V., in „gazeta KoMok“
2 ebenda
3 Die Materialien des Symposiums sind in dem Buch von Parnell, Ch.(Hrsg.) zusammengefasst (siehe Literaturverzeichnis)
4 Tokareva,V., in: „Vecernij klub“
5 Tokareva,V., in: „Rossijskaja gazeta“
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