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Analyse von Techniken der Verwendung historischer Ereignisse in dem historischen Roman "Die Päpstin"

Scholary Paper (Seminar), 2002, 26 Pages
Author: Michael Treichler
Subject: History - Didactics

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2002
Pages: 26
Grade: unbenotet
Language: German
Archive No.: V3983
ISBN (E-book): 978-3-638-12479-9
ISBN (Book): 978-3-638-63841-8
File size: 121 KB
Notes :
Die Arbeit wurde im Teilbereich Geschichtsdidaktik geschrieben und behandelt den Historischen Roman. Für Didaktik der Geschichte für Magisterstudenten sollte sie für einen Schein ausreichen. 292 KB


Abstract

Aus den Tiefen des Mittelalters heraus hat sich die Legende von der Frau, die als Mann verkleidet den Papstthron bestiegen haben soll, in unsere Zeit hinübergerettet, ohne etwas von ihrem Reiz und ihrer Rätselhaftigkeit eingebüßt zu haben. Die jahrhundertelange Diskussion um ihre Existenz ist heute zum Erliegen gekommen, da sowohl Theologen als auch Historiker sie zu keinerlei Ergebnis zu führen vermochten. Doch die Faszination dieser Frauengestalt ist noch wie vor ungebrochen, was einige Arbeiten zur Geschichte und Rezeption dieser Legende bezeugen. Eine der zahlreichen literarischen Werke mit Bezug auf die Legende der Päpstin Johanna bildet der 1996 erschienene Historische Roman „Die Päpstin“ (Originaltitel: „Pope Joan“) von Donna Woolfolk Cross, der den Gegenstand dieser Arbeit darstellt. Die Autorin erzählt in diesem Roman die Biografie der Johanna von Ingelheim, des späteren Papstes Johannes Anglicus, „so wie sie gewesen sein könnte.“ Cross konnte hierfür auf eine einen Zeitraum von rund 800 Jahren umfassende Sammlung schriftlicher Quellen zurückgreifen, aus denen sie einige Elemente der Lebensgeschichte der Päpstin Johanna in den Roman übernommen hat. In dieser Arbeit werden einige exemplarisch herausgegriffene Elemente der Handlung des behandelten historischen Romans unter der Fragestellung untersucht, wie im jeweiligen Fall historische Fakten und Überlieferungen für die Verwendung im Roman abgeändert wurden respektive ob anders geartete Auffälligkeiten vorliegen. Diese werden durch Vergleiche mit den als gültige Lehrmeinung akzeptierten historischen Daten und Ereignissen verdeutlicht. Anhand dieser Erkenntnisse werden schließlich mögliche Erklärungen für diese Auffälligkeiten und Modifikationen gesucht. Als Ansatzpunkt für solche Erklärungen fungiert eine leserorientierte Betrachtungsweise; das heißt, es wird die Frage nach der Wirkung der von der Autorin durchgeführten Abänderungen der historischen Ereignisse auf den Leser im Vordergrund stehen.


Excerpt (computer-generated)

Analyse von Techniken der Verwendung
historischer Ereignisse in
dem historischen Roman „Die Päpstin“

Proseminar „Geschichte als Beruf“
Wintersemester 2001 / 2002
Michael Treichler

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 2
2. Zusammenfassung 3
3. Die Romanfigur „Kaiser Lothar“ 12
4. Der Anachronismus der Hexenprobe 15
5. Das vermittelte Geschichtsbild Karls des Großen 17
6. Die Funktion des Wikingerüberfalls auf Dorstadt 20
7. Resümee 22
8. Literaturverzeichnis 26

1. Einleitung

Aus den Tiefen des Mittelalters heraus hat sich die Legende von der Frau, die als Mann verkleidet den Papstthron bestiegen haben soll, in unsere Zeit hinübergerettet, ohne etwas von ihrem Reiz und ihrer Rätselhaftigkeit eingebüßt zu haben. Nachdem im Mittelalter kirchliche Gelehrte und Chronisten sie wiederholt erwähnt und ihre Geschichte erzählt hatten, entwickelte die Gestalt der Päpstin sich während der Reformation zu einem vielumkämpften Streitobjekt zwischen Kirchenkritikern und Reformatoren einerseits und Gegenreformatoren andererseits. Die heraus entstandene Diskussion um ihre Existenz ist heute zum Erliegen gekommen, da sowohl Theologen als auch Historiker sie zu keinerlei Ergebnis zu führen vermochten. Doch die Faszination dieser Frauengestalt ist noch wie vor ungebrochen, was einige Arbeiten zur Geschichte und Rezeption dieser Legende bezeugen. Doch wenn man einmal die wissenschaftlichen und kirchlichen Dispute über den weiblichen Papst außer Acht lässt und annimmt, es sei im Mittelalter tatsächlich eine Frau zum Papst gewählt worden: muss die Lebensgeschichte dieser Frau nicht eine derart unglaubliche sein, die heute geradezu danach verlangt, verfilmt oder als Roman niedergeschrieben zu werden? Der Film wird zur Zeit gedreht, seine literarische Vorlage bildet der 1996 erschienene Historische Roman „Die Päpstin“ (Originaltitel: „Pope Joan“) von Donna Woolfolk Cross, der den Gegenstand dieser Arbeit darstellt. Die Autorin erzählt in diesem Roman die Biografie der Johanna von Ingelheim, des späteren Papstes Johannes Anglicus, „so wie sie gewesen sein könnte.“ Cross konnte hierfür auf eine einen Zeitraum von rund 800 Jahren umfassende Sammlung schriftlicher Quellen zurückgreifen, aus denen sie einige Elemente der Lebensgeschichte der Päpstin Johanna in den Roman übernommen hat.
In dieser Arbeit werden einige exemplarisch herausgegriffene Elemente der Handlung des behandelten historischen Romans unter der Fragestellung untersucht, wie im jeweiligen Fall historische Fakten und Überlieferungen für die Verwendung im Roman abgeändert wurden respektive ob anders geartete Auffälligkeiten vorliegen. Diese werden durch Vergleiche mit den als gültige Lehrmeinung akzeptierten historischen Daten und Ereignissen verdeutlicht. Anhand dieser Erkenntnisse werden schließlich mögliche Erklärungen für diese Auffälligkeiten und Modifikationen gesucht. Als Ansatzpunkt für solche Erklärungen fungiert eine leserorientierte Betrachtungsweise; das heißt, es wird die Frage nach der Wirkung der von der Autorin durchgeführten Abänderungen der historischen Ereignisse auf den Leser im Vordergrund stehen.

Das Genre des historischen Romans ist bis zum heutigen Tage ein sowohl aus literaturwissenschaftlicher als auch aus geschichtsdidaktischer Sicht recht gering erforschter Bereich. Dies macht sich in Bezug auf diese Arbeit vor allem dadurch bemerkbar, dass die durchzuführenden Betrachtungen ohne einen theoretischen und methodischen Unterbau geschehen müssen, da bislang keine Theorie für die Verwendung historischer Fakten in Erzähltexten entwickelt worden ist. Dies bietet andererseits die Möglichkeit, durch die abschließende Betrachtung der erkannten Erzähltechniken die vorhanden Grundmuster zu definieren und damit einen Schritt in Richtung einer solchen Theorie zu wagen.
Hieraus ergibt sich zugleich ein Praxisbezug dieser Arbeit. Die zu entdeckenden Techniken können als Hilfe für ambitionierte Autoren historischer Romane verstanden werden, indem sie das Muster aufzeigen, mit dessen Hilfe die Autorin des Bestsellers „Die Päpstin“ historische Fakten so aufbereitet hat, dass sie beim Leser den gewünschten Effekt erzielen und die Spannung des Romans aufrechterhalten. Die Verkaufszahlen dieses Romans lassen vermuten, dass diese Erzähltechniken dazu beigetragen haben, ein sehr großes Publikum in den Bann der Geschichte des weiblichen Papstes zu ziehen.

2. Zusammenfassung

[...]


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