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Plinius und die unteren Gesellschaftsschichten - die Stellung der Sklaven und Freigelassenen in der römischen Gesellschaft

Autor: sandra labs
Fach: Geschichte - Frühgeschichte, Antike

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Details

Veranstaltung: Plinius der Jüngere - Briefe eines römischen Senators
Institution/Hochschule: Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (Alte Geschichte)
Tags: Plinius, Gesellschaftsschichten, Stellung, Sklaven, Freigelassenen, Gesellschaft, Plinius, Jüngere, Briefe, Senators
Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2005
Seiten: 27
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 30  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 660 KB
Archivnummer: V39831
ISBN (E-Book): 978-3-638-38504-6
Anmerkungen :
Laut Dozent ist meine Arbeit ein Genuss und über dem gewünschten Niveau. Besonders ausführlich gehe ich auf das Problem der Freilassungen ein.

Textauszug (computergeneriert)

Historisches Seminar
Lehrstuhl für Alte Geschichte
Proseminar: Plinius der Jüngere- Briefe eines römischen Senators
Wintersemester 2004/ 2005

Plinius und die unteren Gesellschaftsschichten
- Die Stellung der Sklaven und Freigelassenen in der römischen Gesellschaft

Hausarbeit

 von:

Sandra Labs

Kunstgeschichte/ Geschichte
2. Semester

 

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung ... S. 1-2

2. Hauptteil

2. 1. Die Organisation der römischen Familie ... S. 2-4
2. 2. Wie der Sklave zu seinem Herrn kommt
2. 2. 1. Die Quellen aus denen die Sklaverei neue Unfreie schöpfte ... S. 4-6
2. 2. 2. Der Sklavenmarkt ... S. 6-8
2. 3. Das Leben der Sklaven mit den unterschiedlichen Möglichkeiten
2. 3. a) 1. Die Sklaven der familia rustica ... S. 8-10
2. 3. a) 2. Der villicus/ die villica ... S. 10-11
2. 3. a) 3. Sklavenflucht ... ….S. 11-12
2. 3. b) 1. Die Sklaven der familia urbana ... S. 12-14
2. 3. b) 2. Die Organisation des Stadthaus ... S. 14-15
2. 4. Die Stellung der Freigelassenen und die gesellschaftliche Mobilität ... S. 15-21
2. 5. Sklaven und Freigelassene in der römischen Realität
- Plinius Verhältnis zu seinen Sklaven und Freigelassenen ... S. 21-22

3. Fazit ... S. 22- 23

4. Literaturverzeichnis ... I- II

 

 

1. Einleitung

Die vorliegende Hausarbeit steht im Rahmen des Proseminars „Plinius der Jüngere- Briefe eines römischen Senators“ , in welchem mit Hilfe der zahlreichen Pliniusbriefe ein anschauliches Bild von der römischen Gesellschaft der Kaiserzeit und Plinius selbst entwickelt wurde. Meine Arbeit beschäftigt sich in diesem Kontext mit der Betrachtung der unteren Gesellschaftsschichten, den Sklaven und Freigelassenen zu Plinius1 Zeit, und mit Plinius Verhältnis zu diesen. Ich habe mir dieses Thema ausgewählt, da es besonders markant für die römische Gesellschaft und ihre stark hierarchische, karrierebetonte Organisation war, und sich vor allem über die komplette Geschichte des römischen Reichs erstreckte, was einen fundamentaleren Einblick in das Gebiet der Alten Geschichte erlaubt. Wenn man sich also die Dauer der Institution Sklaverei bewusst machte, stellte sich die Frage, wie sich die Sklaverei, welche für uns schon allein vom Begriff her negativ konnotiert ist, so etablieren konnte, ohne dass es zu einer alles umfassenden Revolte kam. Was gab der Gesellschaft das „Ventil?“ Welche Rolle spielten dabei die Freilassungen, von welchen Fachfremde oftmals gar nichts wissen? Wurden auch Sklaven Karrieren zugestanden? Auch stellt sich die Frage, weshalb ein reicher Römer in einer Gesellschaft, in der Bescheidenheit keine ernsthafte Tugend, sondern eher eine Floskel war, eine Freilassung vornahm, ließ er damit nicht ein Stück Kapital ziehen? Im folgenden werde ich erst die Sklaverei untersuchen, wie sie organisiert war, angefangen in der römischen familia, über die einzelnen Etappen die ein Sklave bis hin zur Freilassung nehmen konnte, immer mit dem Aspekt der sozialen Mobilität im Hintergrund. Dabei werde ich in meiner Untersuchung zwischen dem Leben und den Möglichkeiten der Landsklaven in der familia rustica, und den der Stadtsklaven in der familia urbana unterscheiden. Somit versuche ich auch herauszufinden, ob die heutige Vorstellung von der Sklaverei zu der Realität in der Antike überhaupt komplementär ist. Gab es den Sklaven, dem es ausnahmslos schlecht ging, oder war die Sklaverei doch fassettenreicher? Es muss ja einen Grund dafür gegeben haben, weshalb sie allgemein akzeptiert wurde. 2 Nach der Klärung der Fragen zur Sklaverei erfolgt die Untersuchung der Freilassung auf ihre Chancen und Probleme hin, sowie eine Einordnung ihrer Stellung in die römische Gesellschaftsstruktur. Das letzte Kapitel widmet sich dann so zu sagen der Praxis, wie konnte man sich im römischen Alttag den Umgang zwischen Herren der Oberschicht und ihren Klienten vorstellen? In diesem Kapitel geht es dem Proseminar entsprechend um Plinius Verhältnis seinen Sklaven und Freigelassenen.

Bei meiner Erarbeitung des ersten Teils des Themas, den Sklaven, werde ich mich schwerpunktmäßig auf Sekundärliteratur stützen, da solche, auch sehr aktuelle, ausreichend vorhanden ist, wie beispielsweise Königs „Vita Romana“, oder Schumachers „Sklaverei in der Antike. Alltag und Schicksal der Unfreien“, ebenso Weebers „Alltag im Alten Rom. Das Landleben“, das sich natürlich speziell mit der familia rustica befasst. Dir Erarbeitung der Freigelassenen erweist sich da als weitaus komplizierter, da hierüber in der Forschung einige Uneinigkeiten herrschen, und ihre Position nicht annähernd so rekonstruiert werden kann, wie die der Sklaven. Hier werde ich mich zum einen auf Alföldys “Die Freilassung von Sklaven und die Struktur der Sklaverei in der römischen Kaiserzeit“, und De Quirogas „Freedman Social Mobility in Roman Italy“ stützen. Auch ist die Quellensammlung zum Thema mit Übersetzung von Eck und Heinrichs sehr hilfreich. Als Hauptquelle dienen aber Plinius als Repräsentant der Oberschicht, und Trimalchio, als ehemaliger Freigelassener.

2. Hauptteil

2. 1. Die Organisation der römischen Familie

Das wichtigste, so zusagen oberste rechtliche Strukturierungsprinzip ist das der familia, insbesondere der Hausgewalt. Durch die Geburt (oder Adoption) in eine durch legitime Ehe verbundene Familie wurde in erster Linie die Zugehörigkeit zur Rechtsgemeinschaft aller Römer bestimmt, d. h., dass man Römer, bzw. Römerin war, wenn die Eltern das römische Bürgerrecht besaßen.3 Der Vater war das Oberhaupt der Familie, welche wiederum einem Geschlechterverband (gens) angehörte. Er repräsentierte als pater familias die Familie in politischer, religiöser wie auch in rechtlicher Hinsicht, und besaß vollkommene Gewalt über seine Kinder sowie über seine Ehefrau.4

[....]


1 Plinius der Jüngere, Gaius Plinius Caecilius Secundus, wurde um 61 geboren, und starb 114 in Bythinien. Er war Neffe und Adoptivsohn von Plinius dem Älteren, hat Rhetorik in Rom studiert, und war erst unter Kaiser Trajan Konsul, und später Statthalter in Bithynien. Vgl. Zentner, Christian (Hg.): Personenlexikon. Geschichte in Gestalten, St. Gallen 2004, S. 375; zu dieser Zeit erlebte auch die Sklaverei ihre Blütezeit. Vgl. Alföldy, Géza: Freilassung von Sklaven, in: Die römische Gesellschaft. Ausgewählte Beiträge, Stuttgart 1986, S. 299.

2Vgl. König, Ingemar: Vita Romana. Vom täglichen Leben im alten Rom, Darmstadt 2004, S. 46.

3 Vgl. König, 2004, S. 21 f.

4 Auch Gaius bemerkt, dass das Prinzip der totalen Hausgewalt außergewöhnlich ist: „Item in potestate nostra sunt liberi nostri quos iustis nuptiis procreavimus. Quod ius proprimum civium Romanorum est: fere enim nulli sunt homines, qui talem in filios suos habent potestatem qualem nos habemus.“ In: Gaius institutiones 1, 55.

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