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Scholary Paper (Seminar), 2001, 16 Pages
Author: Daniela Weingartz
Subject: Romance Languages - French Literature
Details
Tags: Apollinaires, Calligrammes, Frage, Krieges
Year: 2001
Pages: 16
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 7 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-38523-7
File size: 555 KB
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Excerpt (computer-generated)
Ruhr-Universität Bochum
Romanisches Seminar
Proseminar: Die französische Literatur und der Erste Weltkrieg
Apollinaires Calligrammes und die Frage nach der
Ästhetisierung des Krieges
von: Daniela Weingartz
Inhalt
1. Einleitung
2. Zur Frage der Ästhetik in Apollinaires Calligrammes
Bibliographie
1. Einleitung
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Ästhetisierung des Krieges in Apollinaires lyrischem Werk Calligrammes. Diese Gedichtsammlung verfasste Apollinaire, der selber an der Front kämpfte, in den Jahren 1913-1916. Sie dokumentiert die Zeit vor dem Kriegsausbruch über Apollinaires Einsatz an der Front bis hin zu seiner Rückkehr im Jahre 1916 aufgrund einer schweren Verletzung des Schädels.
Trotz der hautnahen Erfahrungen mit dem Krieg, entwickelt Apollinaire kein negatives bzw. abfälliges und hasserfülltes Bild von der Front und verachtet auch nicht das Kriegsgeschehen. Aus diesem Grund wird die Arbeit folgende Fragestellung berücksichtigen: Haben Krieg und Verwundung keinerlei Spuren, keinen Bruch in seinem Schaffen hinterlassen? Bleiben seine ethischen und ästhetischen Konzeptionen von diesem Ereignis unberührt? Welche Stellung nimmt der Erste Weltkrieg in seinem Denken und seine n Werken ein? In Apollinaires Vorstellungen ist es unmöglich Kriegsdichter zu sein, ohne selbst am Krieg teilzunehmen. Deshalb ist er auch in der Lage so zu tun, als sei nichts geschehen. Er braucht das Gefühl, mitten im Zentrum des Geschehens zu stehen und mit dem Krieg hat sich der Schauplatz des Geschehens lediglich von Paris gen Norden und Osten verlagert. Im Folgenden soll ein kurzer Lebenslauf Überblick über Apollinaires Werk und dessen äußere Einflüsse liefern.
Der Dichter wurde am 26. August 1880 unter dem Namen Guillaume Albert Vladimir Alexandre Apollinaire Kostrowitzky in Rom geboren. (Aus seinem ersten und letzten Vornamen entstand später sein Pseudonym, unter dem er bekannt wurde.) Er war der uneheliche Sohn einer italienisch-polnischen Mutter und eines italienischen Bourbonenoffiziers. 1887 verließ die Mutter mit ihren zwei Kindern die italienische Hauptstadt und wurde in Monaco sesshaft. In den folgenden Jahren besuchte Guillaume verschiedene Gymnasien in Monaco, Cannes und Nizza und verließ 1897 die Schule, ohne jedoch das Abitur absolviert zu haben. Sein Berufswunsch stand dennoch fest; er wollte Journalist und Schriftsteller werden. Apollinaire schloss Freundschaften mit anderen Dichtern und las die Werke Balzacs, Tolstois und Zolas. 1899 siedelte die Familie nach Paris über, wo Guillaume sich weiterhin mit Gelegenheitsarbeiten durchschlagen musste, da er als Ausländer und ohne Ausbildung nicht auf eine Anstellung rechnen konnte. 1901 verschlug es ihn als Hauslehrer der Tochter einer reichen deutschen Baronin nach Deutschland. Er begleitete die Baronin neben Reisen innerhalb Deutschlands auch auf ihren Reisen durch Europa. Seine Eindrücke und Erinnerungen hielt er in Gedichten, Erzählungen und Artikeln fest, die er französischen Zeitungen anbot. Aus Deutschland zurückgekehrt arbeitete Apollinaire bei einer Bank, besuchte literarische und künstlerische Zirkel und gründete schließlich eine eigene literarische Monatszeitschrift. Apollinaire machte vielfältige Bekanntschaften – darunter Max Jacob und Picasso –, die ihn mit allen avantgardistischen literarischen und künstlerischen Strömungen der Zeit vertraut machten. Bis zum Kriegsausbruch leistete er als Journalist und Kunstkritiker Mitarbeit an zahlreichen Zeitungen und Zeitschriften und trieb die Veröffentlichung eigener Werke voran. Im Dezember 1914 wurde Apollinaire in die französische Armee aufgenommen, April 1915 an die Front versetzt und ein Jahr später wegen einer schweren Kopfverletzung aus dem Dienst entlassen. Er versuchte sich weiterhin der Literatur zu widmen, war jedoch durch seine Verwundung stark beeinträchtigt. Im Mai 1918 heiratete er Jacqueline Kolb, die als La jolie Rousse in sein Werk eingegangen ist. Im November des gleichen Jahres verstarb der Dichter an der spanischen Grippe und wurde auf dem Friedhof Père Lachaise in Paris beigesetzt.1
Hauptthemen seiner Werke sind zum einen die nicht gesicherte familiäre und nationale Identität und zum anderen die sich häufenden unglücklichen Liebschaften. Apollinaire lässt sich nur schwer in eine Stilrichtung einordnen. Für die Zeit von 1900-1912 wird er der Belle Epoque zugerechnet, während er ab 1912 mit seinem wohl bekanntesten Werk Alcools den unter heutigem Verständnis für die Künste geltenden Bewegungsbegriff der Avantgarde prägte. Apollinaire gehört jedoch genauso in die Richtung des Symbolismus wie in die des Modernismus.
2. Zur Frage der Ästhetik in Apollinaires Calligrammes
Apollinaires Werk Calligrammes ist eine 84 Gedichte umfassende Lyriksammlung. Sie erscheint im April 1918 als zweite große Sammlung nach Alcools und trägt den Untertitel Poèmes de la paix et de la guerre. Ihr Entstehungszeitraum liegt in den Jahren 1913-1916, was den besonderen Vorteil bietet, den Kriegsausbruch im Zusammenhang mit seinen ästhetischen und moralischen Auswirkungen auf dieses literarische Werk konkret nachvollziehen zu können. Der Gedichtband umfasst sechs Teile, die in chronologischer Reihenfolge - der jeweiligen Entstehungszeit entsprechend - in die Sammlung eingegangen sind. Aufgrund der chronologischen Anordnung der Gedichte wird Calligrammes zu einem wichtigen Zeugnis für die Bewältigung des 1. Weltkrieges durch einen bedeutenden zeitgenössischen Dichter.
[...]
1 Vgl. Grimm, Jürgen: Guillaume Apollinaire. München, 1993, S. 13-19.
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