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Aristoteles' "Politik" und ihr Bezug zur Gegenwart

Scholary Paper (Seminar), 2002, 23 Pages
Author: Davina Nweze
Subject: Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal

Details

Event: Grundkurs zur Politischen Theorie
Institution/College: LMU Munich (Institut für Völkerkunde und Afrikanistik)
Tags: Aristoteles, Politik, Politische Theorie, Philosophen
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2002
Pages: 23
Grade: gut
Bibliography: ~ 12  Entries
Language: German
Archive No.: V3990
ISBN (E-book): 978-3-638-12482-9
ISBN (Book): 978-3-638-63842-5
File size: 172 KB

Abstract

In welchen der oben genannten Punkte hat die Philosophie des griechischen Philosophen, der vor über 2000 Jahren gelebt hat und gestorben ist, bis heute in der modernen Gesellschaft tatsächlich Anwendung gefunden und in welchen Punkten unterscheidet sie sich vom heutigen Leben - und warum? Und wie ist das in unserer heutigen Gesellschaft? Sind wir wirklich so perfekt, wie wir zu glauben scheinen? Dies sollen die Ausgangsfragen der folgenden Arbeit sein. Beginnen werde ich mit der Staatsform, die Aristoteles′ Ausgangspunkt bildet: der Polis. Danach werde ich mich einem praktischen Aspekt der Verfassung zuwenden, der gleichzeitig auch die Basis für das "Gute Gelingen" der Verfassungstheorie und damit des Lebens in der Polis bildet und somit einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur Glückseligkeit darstellt - der Erziehung. In den oben genannten Punkten werde ich versuchen, eine Verbindung zur Gegenwart herzustellen und aufzuzeigen, was sich verändert hat und was nicht.


Excerpt (computer-generated)


Aristoteles′ "Politik" und ihr Bezug zur Gegenwart





Eingereicht von:
Davina Wisser
3. Semester Ethnologie


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
Was bleibt?

2. Die Polis

2.1. Aus welchen Elementen besteht die Polis?
2.2. Was ist die Polis?
2.3. Vorraussetzungen für die beste Stadt
2.4. Unterschiede zwischen Polis und modernem Staat
2.5. Zusammenfassung

3. Verfassung

3.1. Das höchste Ziel des Staates und seine Verwirklichung bei Aristoteles
3.2. Ziele und Umsetzung heute
3.3. Zusammenfassung

4. Erziehung

4.1. Zusammenhang zwischen Staat und Erziehung
4.2. Die Bedeutung der Erziehung und ihre Durchführung
4.3. Erziehung heute
4.4. Zusammenfassung

5. Schluss
Was fehlt?

6. Anhang

7. Literaturverzeichnis

Selbständigkeitserklärung

 

1. Einleitung - Was ist geblieben?

Ich möchte über Aristoteles schreiben, weil mir sein Ansatz vom Streben nach dem Guten gefällt und entspricht. Seine Denkweise ist bestimmt und detailgenau, seine Argumentation strukturiert und logisch.
Außerdem ist er kein Idealist. Er greift nicht, wie so viele andere Philosophen, nach den Sternen, und verlangt Dinge, die der Normalsterbliche kaum erfüllen kann, sondern er strebt nach dem Bestmöglichen. Alles, was er sagt, ist wünschenswert, oder war es zumindest in seiner Zeit, und, was das Wichtigste ist: Es ist durchführbar. Das macht ihn zu einem Denker, dem jeder folgen kann, und der die Menschen direkt anspricht, da es sich lohnt, über seine Theorien nachzudenken.
Ich nehme an, dass Aristoteles ein sehr rechthaberischer Mann war, jemand, der sehr genau beobachten und vergleichen konnte, der sich Zeit für die Entwicklung einer Theorien nahm. Hatte er diese jedoch einmal gefasst, so war es vermutlich schwer, ihn wieder vom Gegenteil zu überzeugen.
Diese Haltung hat ihn in seinen Schriften alle möglichen Gegenargumente berücksichtigen und beantworten lassen, was es schwer macht, ihn anzugreifen. Und das führt mich zu meiner eigentlichen Frage:
Es fällt auf, wie wenig er vergessen oder ausgelassen hat, wie logisch und detailgenau er seine Aussagen und Beobachtungen begründet, so dass man versucht ist, jedes Wort für die absolute Wahrheit zu halten.
Allerdings stellt sich, vor allem im Bereich der Politik, die Frage, warum nur sehr wenige von Aristoteles′ Empfehlungen tatsächlich bis in unsere Zeit hinein "überlebt" haben und wirklich angewendet werden. Was ist also geworden aus seiner besten Verfassung? Woher kommt es, dass wir heute nicht in Stadtstaaten, sondern in kleinen bis riesigen Staaten leben, dass unsere Verfassungen sich so von Aristoteles′ Ideen unterscheiden, dass wir unsere Kinder so ganz anders erziehen?
Vielleicht ist aber der Unterschied auch gar nicht so gross, wie man im ersten Moment annehmen mag. In welchen der oben genannten Punkte hat die Philosophie des griechischen Philosophen, der vor über 2000 Jahren gelebt hat und gestorben ist, bis heute in der modernen Gesellschaft tatsächlich Anwendung gefunden und in welchen Punkten unterscheidet sie sich vom heutigen Leben - und warum?
Und wie ist das in unserer heutigen Gesellschaft? Sind wir wirklich so perfekt, wie wir zu glauben scheinen?
Dies sollen die Ausgangsfragen der folgenden Arbeit sein.

Beginnen werde ich mit der Staatsform, die Aristoteles′ Ausgangspunkt bildet: der Polis. Was ist die Polis, aus welchen Elementen setzt sie sich zusammen, und welches sind die Idealvoraussetzungen für die beste Stadt? Es stellt sich die Frage, worin sich die Polis vom modernen Staat unterscheidet, und ich werde versuchen, sie zu beantworten.
Die Grundbedingungen für die ideale Polis bestehen sowohl aus geographischen als auch verfassungsmässigen Punkten, weshalb ich danach auf seine Theorie der besten Verfassung eingehen werde. Das Ziel des menschlichen Strebens ist nach Aristoteles immer das Gute. Was aber ist das Gute für den Staat? Aus dieser Überlegung definiert sich das Ziel des Staates und seine Umsetzung, heute wie vor über 2000 Jahren.
Danach werde ich mich einem praktischen Aspekt der Verfassung zuwenden, der gleichzeitig auch die Basis für das "Gute Gelingen" der Verfassungstheorie und damit des Lebens in der Polis bildet und somit einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur Glückseligkeit darstellt - der Erziehung. Ich möchte zuerst den Zusammenhang zwischen Staat und Erziehung genauer erläutern, und dann auf Ziele und Methoden heute wie damals eingehen.

In allen oben genannten Punkten werde ich versuchen, eine Verbindung zur Gegenwart herzustellen und aufzuzeigen, was sich verändert hat und was nicht.
Mein Hauptaugenmerk soll jedoch stets auf Aristoteles′ Werken liegen.


2. Die Polis

[...]


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