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Scholary Paper (Seminar), 2001, 14 Pages
Author: Stefan Roßteuscher
Subject: Theology - Systematic Theology
Details
Institution/College: LMU Munich (Katholisch-Theologische Fakultät / Lehrstuhl für Christliche Sozialethik)
Tags: John Rawls A Theory Of Justice Gerechtigkeit als Fairness Sozialprinzipien Sozialethik Enzyklika Utopie moderne Staatsphilosophie christlich Moraltheologie
Year: 2001
Pages: 14
Grade: zwei
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-12486-7
ISBN (Book): 978-3-638-74599-4
File size: 206 KB
Solidarität als Paradigma der Gegenwarts-Philosophie und -Soziallehre.
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Abstract
Der Autor selbst benennt im Hauptgedanken als Anspruch für seine Gerechtigkeitstheorie die bekannte Theorie des Gesellschaftsvertrags zu verallgemeinern und auf eine höhere Abstraktionsebene zu heben. Er stellt sein Werk dabei selbst in direkten Bezug zu den neuzeitlichen Vertragstheorien von Thomas Hobbes‘ Leviathan, John Lockes Abhandlungen über die Regierung, Jean-Jaques Rousseaus Gesellschaftsvertrag und Immanuel Kants Metaphysische Anfangsgründe der Rechtslehre. Diese wiederum greifen vielfach auf Platons Politeia und Aristoteles‘ Politik zurück. Sozialethik ist Strukturenethik: Sie beschäftigt sich demnach mit den sich Menschen gebenden Strukturen und Ordnungen von Institutionen und Normen. Hierzu prüft sie diese nach anthroposophischen Maßstäben und übt gegebenenfalls Kritik. Oberstes Prinzip ist hierbei der Mensch als Subjekt und Person. Sie erstreckt sich folglich über die gleichen Wirkungsbereiche wie Rawls‘ Gesellschaftstheorie. Gemeinsam stellen sie die Forderung nach sozialer Gerechtigkeit auf. Diese setzt sich aus den Gerechtigkeitsgrundformen der iustitia commutativa (Vertrags-Gerechtigkeit), iustitia distributiva (Teilhabe-Gerechtigkeit) und iustitia legalis (Gesetzes-Gerechtigkeit) zusammen. Darauf bauen die Dimensionen von Besitzstands-, Leistungs-, Chancen-, Bedürfnis- und Zukunftsgerechtigkeit auf. John Rawls schuf 1971 mit A Theory of Justice gleichermaßen persönliches und philosophiegeschichtliches Hauptwerk. Auf durchaus utopisiernde Weise systematisiert er seine Idee einer gerechten „Sozialethik“, die sich u. a. aus zuvor veröffentlichten Einzelaufsätzen speist und er später mehrfach modifiziert und auch revidiert hat. Versucht man eine kritische Wertung der Rawls’schen Gerechtigkeitstheorie findet man als zentrale Beurteilungsbegriffe rasch „Praxisbezug“ und „Praktizierbarkeit“. Grund dafür ist, dass eine soziale Ethik um nützlich zu sein unmittelbaren Bezug zu einer gesellschaftlichen Wirklichkeit haben muss. Desweiteren sieht Rawls seine Ideen deontologisch. Das bedeutet, dass, was theoretisch aufgestellt wird, auch in der Praxis so sein soll. Er bleibt dabei jedoch theorielastig und öffnet dem Einzelnen, der von der Theorie profitieren soll nur unzureichende Handlungsperspektiven. Verantwortung wird den Institutionen zugebilligt. Diese Verwischung von Theorie und Praxis lässt A Theory of Justice leicht zum grandiosen Fehlschlag werden.
Excerpt (computer-generated)
Seminar:
Solidarität in der modernen Gesellschaft - Hinführung zu sozialethischen Grundfragen
Thema:
Eine Form sozialer Gerechtigkeit: Gerechtigkeit als Fairness
(John Rawls: A Theory of Justice)
vorgelegt von:
Stefan Roßteuscher
Inhalt:
1. Grundlegendes 3
1.1 John Rawls - Biographisches 3
1.2 A Theory of Justice - Philosophische Einordnung 3
1.2.1 Staatsphilosophisches Hauptwerk 3
1.2.2 Gegenposition zum Utilitarismus 4
1.3 Gerechtigkeit aus sozialethischer Perspektive 5
2. John Rawls: Eine Theorie der Gerechtigkeit - Formales 6
3. John Rawls′ Theorie einer sozialen Gerechtigkeit 6
3.1 Anwendungsverhältnisse 6
3.1.1 Historisches Umfeld 6
3.1.2 Staatsphilosophischer Hintergrund 7
3.1.3 Anwendungsbereich - Die Institutionen 7
3.2 Die beiden Grundsätze der Gerechtigkeit 8
3.3 Der Urzustand 8
3.3.1 Darstellung des Begründungsverfahrens 8
3.3.2 Der Schleier des Nichtwissens 9
3.4 Die beiden Gerechtigkeitsprinzipien aus der Perspektive des Urzustands 9
4. Kritisches 9
4.1 Philosophische Rezeption 9
4.2 Versuch einer kritischen Wertung 10
1. Grundlegendes
Das Jahr 2001 bedeutet für die moderne Philosophie zwei Jubiläen: John Rawls′ 80. Geburtstag und vor allem den 30. Jahrestag der Veröffentlichung seines Hauptwerkes A Theory of Justice.
1.1 John Rawls - Biographisches
John Rawls, der am 21. Februar 1921 in Baltimore, Maryland geboren wurde, studierte an den Universitäten von Princeton und Cornell. Nachdem er 1950 in Princeton seine Promotion erworben hatte, begann er dort seine akademische Lehrtätigkeit auf. Nach seiner Tätigkeit als Assistant und Associate Professor für Philosophie in Cornell (1952-59) lehrte er 1959-61 am Massachusetts Institute of Technology (MIT). 1962 erwarb Rawls an der Harvard University in Cambridge, Massachusetts seine Professur, wo er seitdem Philosophie lehrte.
1.2 A Theory of Justice - Philosophische Einordnung
Peter Lasletts Ausspruch von 1956, die politische Philosophie sei für den Augenblick tot , sollte noch selbst an deren Wiederbelebung teilhaben. Als ebenso falsch kann heute die 1962 von Isaiah Berlin gemachte Aussage bewertet werden, im 20. Jahrhundert sei in der politischen Philosophie kein beherrschendes Werk erschienen.
1971 veröffentlicht John Rawls mit A Theory of Justice sein persönliches Hauptwerk - "eine vollständige Gerechtigkeitstheorie".
1.2.1 Staatsphilosophisches Hauptwerk
[...]
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