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Autor: Sebastian Mittmann
Fach: Psychologie - Arbeit, Betrieb, Organisation und Wirtschaft
Details
Tags: Konfliktverhalten, Kulturvergleich, Eine, Studie, Konfliktverhalten, Bankangestellten, Abhängigkeit, Werten
Jahr: 2005
Seiten: 186
Note: 1
Literaturverzeichnis: ~ 128 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 783 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-38601-2
Textauszug (computergeneriert)
Technische Universität Dresden
Fakultät Mathematik und Naturwissenschaften
Fachrichtung Psychologie
Diplomarbeit
zum Thema
Konfliktverhalten im Kulturvergleich
Eine kulturvergleichende Studie zu Konfliktverhalten bei deutschen und
russischen Bankangestellten in Abhängigkeit von kulturellen Werten.
eingereicht von
Sebastian Mittmann
Dresden, den 20. April 2005
Inhaltsverzeichnis
0 Zusammenfassung ... 7
1 Einleitung ... 9
2 Kultur und Werte ... 11
2.1 Der Begriff Kultur ... 11
2.2 Aktion in der Kultur ... 20
2.3 Verhaltensmuster: Sitten, Normen, Rollen ... 21
2.4 Kulturelle Einflüsse auf Persönlichkeit ... 25
2.5 Werte und deren Sozialisation ... 27
2.6 Wertorientierungen ... 28
3 Handlung – Kultur und Persönlichkeit ... 35
3.1 Handlungstheorie - Handlungsschemata ... 35
3.2 Antriebsregulation und Handlung in konflikthaltigen Situationen ... 38
3.3 Motivdisposition ... 43
3.4 Konfliktverhalten und Interaktionen in Situationen ... 45
4 Konfliktverhalten ... 47
4.1 Begriff Konflikt ... 47
4.2 Modell ... 48
4.3 Konflikt als Interaktion - Konfliktstile ... 51
4.4 Strukturzentrierte Konfliktperspektive – der situative Ansatz ... 53
5 Die vorliegende Untersuchung ... 57
5.1 Fragestellungen und Hypothesen ... 58
5.1.1 Fragestellung Eins ... 59
5.1.2 Fragestellung Zwei ... 62
5.2 Untersuchungsplan ... 63
5.3 Durchführung der Untersuchung ... 64
6 Methoden ... 66
6.1 Methode und Kulturvergleich ... 66
6.2 Erhebungsinstrument ... 68
6.2.1 Konfliktverhalten situativ (KV-S) ... 69
6.2.2 Schwartz Werte-Inventar ... 72
6.3.3 FPI-R ... 73
6.2.4 AVEM ... 74
6.2.5 Validierungsansatz für den Fragebogen Konfliktverhalten situativ in der russischen Version ... 76
6.3 Methodenkritik ... 78
7 Ergebnisse ... 80
7.1 Stichprobenbeschreibung ... 80
7.2 Fragestellung Eins ... 83
7.3 Fragestellung Zwei ... 88
8 Diskussion ... 96
8.1 Interpretation der Ergebnisse zu den Skalen ... 97
8.2 Zusammenführung der Ergebnisse ... 105
Literatur ... 108
Anhang ... 119
Anhang A: Untersuchung ... 119
A1 Untersuchungsfragebogen deutsche Version ... 119
A2 Untersuchungsfragebogen russische Version ... 128
Anhang B: Statistische Berechnungen ... 137
B1 Korrelationsanalyse zur Ermittlung der Skalenzusammenhänge ... 137
B2 Test auf Normalverteilung und Skalenhomogenität Fragestellung eins ... 144
B3 Multivariate Varianzanalyse (Kovariablenkontrolle) Fragestellung eins ... 147
B4 Partielle Korrelationen zwischen den Werten und dem Konfliktverhalten ... 177
B5 Mittelwertvergleiche der Werteskalen (ONEWAY ANOVA) ... 186
0 Zusammenfassung
Diese Studie versucht ein differenziertes Bild von Konfliktverhalten im Kontext von Arbeit und Kultur bei russischen und deutschen Bankangestellten zu entwerfen, ohne von vornherein den Nutzen und die Güte bestehender interkultureller Trainings in Frage zu stellen. Ziel ist dabei, den Einfluss von Kultur auf handlungsleitende Dispositionen für Konfliktverhalten explorativ zu beschreiben, um die wachsenden Anforderungen an das Handeln der Bankmitarbeiter von diesen Variablen zu bereinigen. Es soll dadurch ermöglicht werden, differenziertere Aufgaben für die Personalentwicklung zu definieren und entsprechende Trainings genauer gestalten zu können.
Ausgehend von der genauen Betrachtung von Handlungen unter dem Fokus von Kultur und Konflikt wird ein Untersuchungsmodell entworfen. Dieses beschreibt die theoretischen Einflussvariablen auf diese Handlungen und lässt die Ableitung der Forschungsfragen zu. Die Erste hinterfragt gerichtete Unterschiede in Dispositionen zu Konfliktverhalten bei den untersuchten Bankangestellten in Abhängigkeit zur Nation. Die Frage ob diese Persönlichkeitseigenschaften mit kulturellen Werten im Zusammenhang stehen, geht Fragestellung Zwei nach.
Die handlungsleitenden Dispositionen werden mit dem Konfliktfragebogen situativ 2 (Klemm, 2001) operationalisiert. Das dem Fragebogen zu Grunde liegende theoretische Modell gliedert sich gut in das Untersuchungsmodell ein und untersucht 17 Defizite und Ressourcen. Die kulturellen Werte werden mit Hilfe des Schwartz Werte-Inventar (Bamberg, 2000) gemessen und beziehen sich somit auf die Theorie der grundlegenden menschlichen Werte von Schwartz in vier Kategorien. Zur Kontrolle weiterer Variablen und zur Sicherstellung der Validität in der russischen Übersetzung werden noch einzelne Skalen des Freiburger Persönlichkeitsinventar (Fahrenberg, Hampel & Selg, 2001) sowie des Fragebogens arbeitsbezogener Verhaltens- und Erlebensmuster (AVEM) von Schaarschmidt und Fischer (1999) mit in die Untersuchung aufgenommen.
Die russische Übersetzung sowie sämtliche Gütekriterien sind überprüft und werden diskutiert. Die Ergebnisse machen deutlich, dass eine differenzierte Betrachtung der Konfliktsituation in Abhängigkeit von Werten, Dispositionen und Zielen der Akteure notwendig ist. Es lassen sich für sechs von 17 Persönlichkeitsmerkmalen interkulturelle Differenzen nachweisen und zehn dieser Dispositionen stehen in dieser Untersuchung an deutschen und russischen Bankmitarbeitern im Zusammenhang zu Werten von Schwartz.
Für die Forschung und Praxis empfiehlt sich eine dispositionsbezogene Betrachtung. Eine weitere Vereinfachung des Modells geht mit nicht hinnehmbaren Ungenauigkeiten einher. Ein Einfluss von Werten auf die beschriebenen Merkmale kann im Rahmen dieser Studie für einzelne Persönlichkeitsmerkmale nicht falsifiziert werden. Es wird sehr deutlich, dass viele Modellkomponenten in Abhängigkeit verschiedener Dispositionen unterschiedliche Wirkungen zeigen.
Die Ergebnisse zeigen, dass sehr differenzierte Trainings auf Grund der Unterschiede in Werten und Konfliktdispositionen sinnvoll sind.
1 Einleitung
Wenn Menschen aus verschiedenen Kulturen miteinander agieren, möchte man gern Synergieeffekte (vgl. Thomas, 2003a) fördern und Komplikationen auf Grund der verschiedenen Kulturen meiden. Synergien werden als das Zusammenfügen kulturell unterschiedlich ausgeprägter Elemente wie Orientierungsmuster, Werte, Normen, Verhaltensweisen etc., zu einem qualitativ höherwertigem Gefüge verstanden.
Nicht erst seit dem ersten Mai 2004, als sich europäische Union nach Osten ausgedehnt hat, ist Russland ein sehr attraktives Feld für Kooperationen auch im Bankensektor. Oft ist für den Erfolg oder Misserfolg von Kooperationen gerade das Verhalten der Mitarbeiter in Konfliktsituationen von entscheidender Bedeutung. Es existieren bereits seit langer Zeit eine Reihe von interkulturellen Trainings, die sich auch mit diesem Themenfeld beschäftigen (vgl. Deller, 2004; Konradt, Hertel & Behr, 2002; Seidel, 1981).
Auffällig bei diesen Trainings ist, dass sie in erster Linie an der „sichtbaren“ Folge von Konflikten ansetzen und nicht an ihrer Ursache. Dieser Sachverhalt ist wohl vor allem dem Wissenstand auf dem Gebiet der Grundlagenforschung in Bezug auf Konflikte geschuldet. Es ist heute gut dokumentiert, wie sich Personen in unterschiedlichen Kulturen in Konfliktsituationen verhalten, aber eben nicht warum.
Um der Antwort auf diese Frage näher zu kommen, möchte ich mit meiner Diplomarbeit, eine Fragebogenstudie, einen Beitrag zur Erforschung von Konfliktverhalten ausgehend von Persönlichkeitsmerkmalen leisten. Um das Bild zu vervollständigen, werden ebenso korrespondierende Faktoren und Theorien ausführlich betrachtet.
Die Frage ob entsprechendes Konfliktverhalten kulturell oder persönlichkeitsbedingt determiniert ist, kann natürlich auch diese Arbeit nicht beantworten. Dies liegt nicht zuletzt an der engen Verzahnung von Persönlichkeitsmerkmalen, Kulturen und Werten, die ihrerseits noch einmal in ihrer Phänomenologie durch Situationsmerkmale überformt sind.
Diese Arbeit gliedert sich grob in fünf Teile. Der Theorieteil (Kapitel 2 bis 4), stellt Theorien und relevante Untersuchungen aus der kulturellen und handlungstheoretischen Sichtweise sowie der Konfliktperspektive dar. Anschließend werden das Untersuchungsmodell, die Fragestellungen und die Hypothesen vorgestellt und abgeleitet (Kapitel 5). Nach dem Kapitel 6 ausführlich die Methodik vorgestellt hat, beschäftigt sich Kapitel 7 mit der Ergebnisauswertung. Anschließend werden die Ergebnisse diskutiert.
2 Kultur und Werte
2.1 Der Begriff Kultur
„Kultur (vom lat. colere, pflegen oder besorgen) bezeichnet teils die Tätigkeit, welche auf einen Gegenstand gewendet wird, um ihn zu veredeln oder zu gewissen Zwecken geschickt zu machen, teils den Erfolg dieser Tätigkeit.
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