Bitte warten
Bitte installieren Sie den Flash Player, wenn kein E-Book erscheint.
Autor: Ilja Kalinin
Fach: Russistik / Slavistik
Details
Institution/Hochschule: Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg (Slavisches Institut)
Tags: Funktional-semantischer, Haupttyp, Wortbildung, Mutation, Wortbildung, Russischen
Jahr: 2004
Seiten: 30
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 19 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 218 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-38663-0
Ziel dieser Arbeit besteht darin, einen der drei funktional-semantischen Haupttypen der morphologischen Wortbildung vorzustellen, die Mutation. Diese Aufgabe erfordert zunächst eine Auseinandersetzung mit den Termini der Wortbildungslehre. Zum besseren Verständnis wird eine Abgrenzung der drei Haupttypen durchgeführt, ehe mit der konkreten Präsentation der Mutation begonnen wird. Hinzu kommt ein interlingualer Vergleich, der die entsprechenden Wortbildungsmittel auch im Deutschen aufzeigen soll.
Textauszug (computergeneriert)
Funktional-semantischer Haupttyp der
morphologischen Wortbildung: Mutation
von: Ilja Kalinin
2. Fachsemester
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung -3-
II. Funktional-semantischer Haupttyp der morphologischen Wortbildung: Mutation -4-
1. Einführung in die Wortbildung -4-
2. Abgrenzung der Haupttypen -6-
3. Mutation -8-
3.1. Spezifika der Mutation -8-
3.2. Mutationstypen -10-
3.2.1. Desubstantivische Wortbildungskategorie -10-
3.2.2. Deadjektivische Wortbildungskategorie -18-
3.2.3. Deverbal-nominale Wortbildungskategorie -21-
III. Fazit -28-
IV. Literaturverzeichnis -30-
I. Einleitung
Die ursprüngliche Entwicklung der russischen Sprache vollzog sich auf einem riesigen Territorium. Zahlreiche Völker, mit all ihren Sitten und Gebräuchen, wurden in einen Staat integriert. Ihre Lebenserfahrung, Traditionen und die sprachlichen Bezeichnungen für die ihnen bekannten Gegenstände, Eigenschaften oder Handlungen gingen in die gemeinsame russische Sprache ein. Verschiedenste benachbarte Kulturen beeinflussten und beeinflussen immer noch diesen Prozess.
Das Merkmal einer lebendigen Sprache ist ihre Fähigkeit, sich zu entwickeln und neue Formen und Worte zu bilden. Die Größe des russischen Reiches hat dem Russischen eine Fülle an Möglichkeiten für die Bildung neuer Wörter in die Hand gegeben. In diesem Zusammenhang spielen die Mechanismen der Wortbildung und ihre Mannigfaltigkeit eine primäre Rolle. Mit der Frage, nach welchen Regeln neue Wörter eigentlich gebildet werden, beschäftigt sich eine relativ junge linguistische Teildisziplin: die Wortbildungslehre. Diese Teildisziplin steht zwischen der Lexikologie und der Morphologie.1 Die Wortbildungslehre beschäftigt sich aber nicht nur mit der „Benennung neuer Begriffe“, sondern auch mit der „Bildung syntaktischer Parallelkonstruktionen“. Durch diese zwei Aufgaben ist der „Doppelcharakter“2 respektive die „kommunikative Doppelfunktion“ 3 der Wortbildung charakterisiert.
Ziel dieser Arbeit besteht darin, einen der drei funktional-semantischen Haupttypen der morphologischen Wortbildung vorzustellen, die Mutation. Diese Aufgabe erfordert zunächst eine Auseinandersetzung mit den Termini der Wortbildungslehre. Um den Rahmen der Arbeit nicht zu sprengen, muss die Definition der Fachbegriffe knapp gefasst werden. Zum besseren Verständnis wird eine Abgrenzung der drei Haupttypen durchgeführt, ehe mit der konkreten Präsentation der Mutation begonnen wird. Hinzu kommt ein interlingualer Vergleich, der die entsprechenden Wortbildungsmittel auch im Deutschen aufzeigen soll.
II. Funktional-semantischer Haupttyp der morphologischen Wortbildung: Mutation
1. Einführung in die Wortbildung
Die Sprachwissenschaft kennt eine synchrone und eine historische (diachronische) Wortbildungsanalyse. Unter diesem Kriterium lassen sich die fünf Wortbildungsverfahren unterscheiden: morphologisches (synchron), lexikalischsyntaktisches (diachronisch), morphologisch-syntaktisches (synchrondiachronisch), lexikalisch-semantisches (diachronisch) und das Verfahren der Abkürzung.4 Bei unserer Aufgabenstellung interessiert uns das morphologische (synchrone) Verfahren, welches von Zemskaja auch als „affixales Wortbildungsverfahren“ bezeichnet wird, weil hierbei auf wortbildende Affixe hingewiesen wird und unnötige Assoziation mit der Morphologie vermieden werden kann.5 Dieses Verfahren ist das produktivste innerhalb der slavischen Sprachen. 6 Wenden wir uns nun den Grundlagen der Wortbildung zu. Die Einheiten der Wortbildung sind, allgemein ausgedrückt, lexikalische Einheiten, die den Status von Wörtern haben. Diese sind im Hinblick auf andere lexikalische Einheiten „sekundär“, wobei „sekundär“ lediglich die Tatsache impliziert, dass sich in der Sprache in der Regel für eine sekundäre auch jeweils eine „primäre“ Einheit finden lässt.7 Die Bezeichnungen der Worteinheiten als „primär“ (первичное) und „sekundär“ (вторичное) entsprechen den Begriffen „motivierend“ (мотивирующее) respektive „motiviert“ (мотивированное).8 Mit „primär“ meint man, dass diese Einheit sowohl „früher vorhanden“ war, als auch „in inhaltlicher Hinsicht einfacher“ ist. Für eine solche Beziehung spielt nicht nur die inhaltliche Sphäre, sondern auch die formale Beschaffenheit eine Rolle, wobei zwischen den beiden Einheiten zumindest eine morphemische Teilidentität vorhanden sein muss.9
Es stellt sich nunmehr die Frage, wie man die „sekundären“ Einheiten in inhaltliche Gruppen einteilen kann? Man geht davon aus, dass die Grundlage einer solchen Einteilung die Art der Beziehung von sekundären zu primären Einheiten ist. „Diese Relationen sind grammat.-semant. Natur, wobei der Doppelausdruck ’grammat.-semant.’ zum einen andeuten soll, daß der Unterschied sowohl grammat. als auch semant. Art ist, zum anderen, daß er auch wirklich niemals allein „grammat.“ und niemals allein „semant.“ Art ist.10 Um eine Einteilung vornehmen zu können, muss zunächst die „sekundäre“ Einheit als solche von der „primären“ unterschieden werden. (?)vedova gibt hierfür drei Kriterien vor:
1) „При различии лексических значений сопоставляемых слов мотивированным является то, которое характеризуется большей формальной сложностью, т. е. содержит в основе большее количество вычленяемых (помимо корня) звуковых отрезков, например: горох – горошина, бежать – выбежать.
2) При различии лексических значений этих слов и одинаковом количестве вычленяемых в основах звуковых отрезков – мотивированным является слово, характеризующееся большей семантической сложностью, например: химия – химик («тот, кто занимается химией»), художник – художница («женщина – художник»).
3) При тождестве лексических значений сопоставляемых слов: а) в парах «глагол – существительное, обозначающее действие по этому глаголу» (косить – косьба, дуть – дутьё, выходить – выход, атаковать – атака), «прилагательное – существительное, обозначающее тот же признак, что и это прилагательное» (красный – краснота, синий – синь, широкий – ширь), независимо от количества вычленяемых в основах звуковых отрезков, мотивированным признается существительное, поскольку значения действия и признака являются общими категориальными значениями соответственно глагола и прилагательного, но не существительного [...] в паре «прилагательное – наречие», оба члена которой имеют общее категориальное значение признака [...], мотивированным признается слово, характеризующееся большей формальной сложностью [...], например: смелый – смело, но вчера – вчерашний.“11
[...]
1 Vgl. B. N., Golowin: Einführung in die Sprachwissenschaft. Leipzig. 1976: 126.
2 Vgl. Wolfgang, Fleischer: Wortbildung der deutschen Gegenwartssprache. Tübingen. 1995: 1.
3 Vgl. Ingeborg, Ohnheiser: Wortbildung im Sprachvergleich. Russisch-Deutsch. Leipzig. 1987: 8-9.
4 Vgl. E. A., Zemskaja: Sovremennyj russkij jazyk. Slovoobrazovanie. Moskva. 1973: 5-11.
5 Ebd. 170.
6 Vgl. http://www.tu-dresden.de/slk/institut%20fuer%20slavistik/lehrveranstaltungen/ws_2003.pdf (gesehen am 2.10.2004).
7 Vgl. Helmut, Jachnow: Handbuch der sprachwissenschaftlichen Russistik und ihrer Grenzdisziplinen. Wiesbaden. 1999: 152.
8 Vgl. N. JU, (?)vedova: Grammatika sovremennogo russkogo litereturnogo jazyka. Moskva. 1970: 37.
9 Vgl. Jachnow 1999: 152.
10 Vgl. Jachnow 1999: 152.
11 (?)vedova 1970: 38.
Kommentare
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden: