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Details

Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2004
Seiten: 15
Note: 1
Literaturverzeichnis: ~ 21  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 140 KB
Archivnummer: V40061
ISBN (E-Book): 978-3-638-38672-2
ISBN (Buch): 978-3-638-78964-6
Anmerkungen :
Die Arbeit beschäftigt sich mit der historischen Entwicklung der Kriegsberichterstattung und der Embedded Journalists. Angefangen beim Peloponnesischen Krieg, über den Vietnam Krieg, Irak Krieg 1991 bis hin zum Irak Krieg 2003.

Zusammenfassung / Abstract

Die Berichterstattung aus einem Krisengebiet ist zumeist eine sehr heikle Aufgabe, da der Journalismus in einem Krieg nicht selten der Zensur der jeweiligen Kriegspartei unterworfen ist. Lediglich die Daten und Fakten dürfen an die Öffentlichkeit gelangen, welche zuvor einer Kontrolle und Genehmigung der jeweiligen Kriegsseite, unterzogen worden sind. Allgemein wird dies auch mit dem Begriff „Kriegspropaganda“ umschrieben. Aufgrund ihrer negativen Assoziation vermeiden selbstverständlich beide Kriegsparteien diese Bezeichnung tunlichst. Die Kriegsberichterstattung dient auf der einen Seite dazu, die eigene Bevölkerung mit zensierten Informationen gezielt zu beeinflussen, auf der anderen Seite soll aber auch die Weltöffentlichkeit informiert werden. Die Schwierigkeit für den Journalisten liegt darin, abzuwägen, welche Informationen er veröffentlicht und welche er für sich behält. Die Kriegsberichterstattung hat aber nicht nur eine große Verantwortung der Öffentlichkeit gegenüber, sondern hat auch zur Aufgaben, dem Leser beziehungsweise dem Zuschauer ein genaues Bild über die Lage in einem Konfliktgebiet zu geben. Die Berichterstattung aus einem Kriegsgebiet soll ein möglichst objektives Bild des Geschehens aufzeigen, da die Öffentlichkeit über den genauen Verlauf des Krieges mit allen Truppenbewegungen, Zielen der Kriegsparteien, Strategien und natürlich auch Folgen des Krieges aufgeklärt werden will. Die Aufgabe der Kriegsberichterstattung erstreckt sich aber auch auf Hintergrundinformationen zu einer Krise. Dabei sollen Analysen zu Ursachen und Auslösern eines Krieges aufgezeigt, Probleme und Problemlösungen diskutiert werden. Des Weiteren sind aber auch die Folgen eines Konfliktes in der Berichterstattung zu erörtern, sowie die Abwägungen der Verhältnismäßigkeit des Krieges. All diese genanten Punkte sollten immer auf einer objektiven Basis der Berichterstattung stehen. Den Medien kommt aufgrund ihrer Berichterstattung aber auch die Aufgabe zuteil, die Verständigung zwischen den Konfliktparteien anzutreiben. Nicht nur Abwägungen bezüglich der Notwendigkeit eines Krieges sind von Bedeutung, sondern auch die gegensätzlichen Interessen und möglichen

Textauszug (computergeneriert)

Ludwig-Maximilians-Universität München
Institut für Kommunikationswissenschaften
Hauptseminar: Pathologie des Journalismus

Kriegsberichterstattung und der Embedded Journalist

von: Ariane Schleipfer

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 3

2. Geschichtliche Entwicklung 4

2.1 Peloponnesischer Krieg 4
2.2 Vietnam Krieg 5
2.3 Irak Krieg 1991 7
2.4 Irak Krieg 2003 und die „embedded Journalists“ 10

3. Irak Krieg 2003 - Veränderte Rahmenbedingungen 14

4. Fazit 15

5. Literaturverzeichnis 17


 

1. Einleitung

Die Berichterstattung aus einem Krisengebiet ist zumeist eine sehr heikle Aufgabe, da der Journalismus in einem Krieg nicht selten der Zensur der jeweiligen Kriegspartei unterworfen ist. Lediglich die Daten und Fakten dürfen an die Öffentlichkeit gelangen, welche zuvor einer Kontrolle und Genehmigung der jeweiligen Kriegsseite, unterzogen worden sind. Allgemein wird dies auch mit dem Begriff „Kriegspropaganda“ umschrieben. Aufgrund ihrer negativen Assoziation vermeiden selbstverständlich beide Kriegsparteien diese Bezeichnung tunlichst. Die Kriegsberichterstattung dient auf der einen Seite dazu, die eigene Bevölkerung mit zensierten Informationen gezielt zu beeinflussen, auf der anderen Seite soll aber auch die Weltöffentlichkeit informiert werden. Die Schwierigkeit für den Journalisten liegt darin, abzuwägen, welche Informationen er veröffentlicht und welche er für sich behält. Die Kriegsberichterstattung hat aber nicht nur eine große Verantwortung der Öffentlichkeit gegenüber, sondern hat auch zur Aufgaben, dem Leser beziehungsweise dem Zuschauer ein genaues Bild über die Lage in einem Konfliktgebiet zu geben. Die Berichterstattung aus einem Kriegsgebiet soll ein möglichst objektives Bild des Geschehens aufzeigen, da die Öffentlichkeit über den genauen Verlauf des Krieges mit allen Truppenbewegungen, Zielen der Kriegsparteien, Strategien und natürlich auch Folgen des Krieges aufgeklärt werden will.1 Die Aufgabe der Kriegsberichterstattung erstreckt sich aber auch auf Hintergrundinformationen zu einer Krise. Dabei sollen Analysen zu Ursachen und Auslösern eines Krieges aufgezeigt, Probleme und Problemlösungen diskutiert werden. Des Weiteren sind aber auch die Folgen eines Konfliktes in der Berichterstattung zu erörtern, sowie die Abwägungen der Verhältnismäßigkeit des Krieges. All diese genanten Punkte sollten immer auf einer objektiven Basis der Berichterstattung stehen. 2 Den Medien kommt aufgrund ihrer Berichterstattung aber auch die Aufgabe zuteil, die Verständigung zwischen den Konfliktparteien anzutreiben. Nicht nur Abwägungen bezüglich der Notwendigkeit eines Krieges sind von Bedeutung, sondern auch die gegensätzlichen Interessen und möglichen

Handlungsmöglichkeiten für eine Beilegung des Konfliktes sind abzuwägen. Dem Zuschauer soll die Möglichkeit gegeben werden, über die Krise zu reflektieren, wobei der Journalismus Lösungsansätze vorgeben kann. Diese Möglichkeit basiert natürlich auf der Berichterstattung der Medien, wobei diese, wie bereits angedeutet, möglichst objektiv berichten sollen. 3 Diese Aufgaben sind von theoretischer Natur und beschreiben einen Leitfaden für die Kriegsberichterstattung. Die Praxis bietet sehr oft ein anderes Bild, was in dieser Arbeit noch verdeutlicht wird. Die Kriegsberichterstattung hat im Laufe der Jahrhunderte eine drastische Entwicklung erlebt.

2. Geschichtliche Entwicklung:

2.1 Peloponnesischer Krieg

Den ersten Kriegsberichterstatter gab es bereits in der Antike. Der bedeutendste Geschichtsschreiber seiner Zeit war Thukydides, der ca. 455-396 v. Chr. lebte. Seine Berichte des Peloponnesischen Krieges zwischen Sparta und Athen begründete die kritische und politische Geschichtsschreibung. Als athenischer Flottenkommandant zeichnete er sehr ausführlich und streng chronologisch den Ablauf des Krieges nach und bediente sich dabei den heutigen Standardinstrumenten eines jeden Journalisten, wie zum Beispiel Augenzeugenberichten, Urkunden und Ergebnissen wissenschaftlicher Arbeiten. Thukydides war in seiner Berichterstattung stets um moralische Neutralität bemüht4. Seine Berichterstattung war außerdem frei von jeglicher Zensur, was in der heutigen Zeit kaum mehr denkbar wäre. Seit dem Peloponnesischen Krieg hat sich in der Kriegsberichterstattung viel verändert. Die Innovation neuer Medientechnik, wie Fernsehen und Internet erlauben es heute live aus Kriegsgebieten zu berichten und dem Zuschauer zu Hause vor dem Fernseher ein ungefähres Bild vom Geschehen wieder zu geben.

2.2 Vietnamkrieg

Der erste Krieg, der live im Fernsehen zu verfolgen war, war der Vietnamkrieg von 1964- 1975. Man sprach daher auch vom „Krieg im Wohnzimmer“. Das besondere an diesem Krieg war zudem, dass die Medienberichterstattung die erste und bisher einzige unzensierte des 20. Jahrhunderts war. Dadurch, dass der amerikanische Kongress nie eine Kriegserklärung gegen Vietnam ausgesprochen hatte, sondern die amerikanische Regierung von Anfang an die Invasion lediglich als „amerikanischen Engagement“ vertuschte, war eine direkte Zensur nicht gegeben, denn dies hätte die amerikanische Presse misstrauisch gemacht. Zudem hatten weder die amerikanischen Politiker noch die Militärs ein ausgearbeitetes Konzept einer Pressepolitik, wie dies heute der Fall ist. Die Kriegsberichterstatter in Vietnam konnten somit ohne staatliche Kontrolle über das Kriegsgeschehen vor Ort berichten und mit Bildern kommentieren5. Ein weiterer Punkt warum die amerikanische Regierung die Kriegsberichterstattung nicht zensierte war, dass die US-Streitmacht von einem kurzen und schmerzlosen Einsatz in Vietnam ausging und dies auch in der Öffentlichkeit so darstellte. Der Großteil der Medien stand hinter der Kriegspolitik der Regierung, da auch sie im Glauben an ein schnelles Ende des Kriegseinsatzes war, was sich allerdings schnell als Irrtum herausstellte.

[...]


1 Vgl. Loretan, Matthias: Kriegsberichterstattung. Aufgaben und Kriterien. www.medienheft.ch/links/folder/03_Folien_WS0203.pdf . Abgerufen am 24.02.04

2 Vgl. ebd.

3 Vgl. ebd.

4 Vgl. Groß, Jochen: Der erste embedded Journalist. www.//cf.e-politik.de/beitrag.cfm?Beitrag_ID=2094. Abgerufen am 20.01.04

5 Vgl. Christel Boven: Macht der Medien? –Vietnamkrieg www.kommunikare.de/01_themen/011kb/vietnam.htm. Abgerufen am 05.01.04.

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