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Termpaper, 2004, 25 Pages
Author: Doreen Oelmann
Subject: German Studies - Older German Literature, Mediaevistik
Details
Institution/College: University of Leipzig (Institut für Germanistik)
Tags: Helwig, Waldirstet, Helwigs, Synopse, Vergleich, Legende, Kreuze, Heinrich, Freiberg, Helwig, Waldirstet
Year: 2004
Pages: 25
Grade: 1,7
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-38697-5
ISBN (Book): 978-3-640-19049-2
File size: 247 KB
Im Anhang befindet sich die Synopse (Textgegenüberstellung von Versen mit ähnlichem Inhalt) der beiden Texte
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Abstract
Während des Mittelalters waren viele Varianten von Kreuzesholzlegenden in vielen Teilen Europas verbreitet. Das gesteigerte Interesse an der Kreuzrelique und die Einbindung des Kruzifixes in den christlichen Gottesdienst förderten das Verlangen nach einer legendarischen Ausgestaltung, des Kreuzes Jesu und deren Verbreitung. Das Besondere an den neu entstehenden Legenden war, dass nicht nur die Symbolik des Paradiesbaumes mit der des Kreuzes verbunden wurde und somit der Beginn der Erbsünde mit der Vergebung aller Sünden in Verbindung gebracht wurde, sondern auch die Wiederauffindung des Kreuzes und dessen Bedeutung in den Vordergrund trat. Da diese Legenden in vielen Varianten überliefert worden sind, ist das Original bzw. die erste Version nicht mehr ermittelbar. Im Folgenden sollen nun zwei dieser Kreuzesholzlegenden im Mittelpunkt stehen. Zum einen „Helwigs märe vom heiligen Kreuz“ von dem Dichter Helwig von Waldirstet und „Die Legende vom heiligen Kreuz“ des Dichters Heinrich von Freiberg. Da beide Legenden sowohl zeitlich als auch räumlich nicht weit voneinander entstanden sind, liegt die Vermutung nah, dass entweder die eine in Abhängigkeit zur anderen entstanden ist, oder beide auf einer gemeinsamenVorlage beruhen. „Helwigs märe vom heiligen Kreuz" ist in der Sammelhandschrift Nr. 5305, aus dem 15. Jahrhundert, in der Wiener Nationalbibliothek überliefert. Diese wurde wahrscheinlich im hessischen Kloster Alsfeld geschrieben oder entstand in enger Verbindung zu diesem3. Über den Dichter des Werkes ist nicht viel bekannt. Er selbst stellt sich in seinen Einleitungsworten4 als Helwig von Waldirstet vor und nennt zum Schluss seines Gedichtes den Markgrafen Friedrich als seinen Gönner. Damit wird die zeitliche Einordnung seines Werkes erleichtert, da es sich bei den Markgraf Friedrich II (gest. 1333) oder Markgraf Friedrich III (gest. 1353) um die letztmöglichen Gönner mit dem Namen Friedrich von Baden handelt. Die Vorlage für den ersten Teil des 980 Verse umfassenden (W Vers 1- 694) Gedichts ist bis heute unbekannt. Bei dem zweiten Teil (W Vers 699-980) handelt es sich bei der Vorlage wahrscheinlich um die „legenda aurea" von Jacobus de Voragine. [...]
Excerpt (computer-generated)
Universität Leipzig
Institut für Germanistik
Helwig von Waldirstet
„Helwigs märe vom heiligen kreuz“
Synopse und Vergleich der Verse 14-278 mit den Versen 95-422
„Der Legende vom heiligen Kreuze“
des Heinrich von Freiberg „Helwig von Waldirstet“
Vorgelegt von:
Doreen Oelmann
Abgabedatum: 18.01.2004
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung Seite 3
2 Synopse und Vergleich Seite 4
2.1 Formale Gemeinsamkeiten Seite 4
2.2 Inhaltliche Gemeinsamkeiten und Unterschiede Seite 4
2.3 Besonderheiten Helwigs von Waldirstet Seite 12
3 Biblische Bezüge Seite 13
4 Schlussbetrachtung Seite 15
5 Anhang: Synopse der Verse 14-278 Helwigs und 95-422 Heinrichs Seite 17
6 Literaturverzeichnis Seite 25
1 Einleitung
Während des Mittelalters waren viele Varianten von Kreuzesholzlegenden in vielen Teilen Europas verbreitet. Das gesteigerte Interesse an der Kreuzrelique und die Einbindung des Kruzifixes in den christlichen Gottesdienst förderten das Verlangen nach einer legendarischen Ausgestaltung, des Kreuzes Jesu und deren Verbreitung. Das Besondere an den neu entstehenden Legenden war, dass nicht nur die Symbolik des Paradiesbaumes mit der des Kreuzes verbunden wurde und somit der Beginn der Erbsünde mit der Vergebung aller Sünden in Verbindung gebracht wurde, sondern auch die Wiederauffindung des Kreuzes und dessen Bedeutung in den Vordergrund trat1. Da diese Legenden in vielen Varianten überliefert worden sind, ist das Original bzw. die erste Version nicht mehr ermittelbar2.
Im Folgenden sollen nun zwei dieser Kreuzesholzlegenden im Mittelpunkt stehen. Zum einen „Helwigs märe vom heiligen Kreuz“ von dem Dichter Helwig von Waldirstet und „Die Legende vom heiligen Kreuz“ des Dichters Heinrich von Freiberg. Da beide Legenden sowohl zeitlich als auch räumlich nicht weit voneinander entstanden sind, liegt die Vermutung nah, dass entweder die eine in Abhängigkeit zur anderen entstanden ist, oder beide auf einer gemeinsamenVorlage beruhen.
„Helwigs märe vom heiligen Kreuz" ist in der Sammelhandschrift Nr. 5305, aus dem 15. Jahrhundert, in der Wiener Nationalbibliothek überliefert. Diese wurde wahrscheinlich im hessischen Kloster Alsfeld geschrieben oder entstand in enger Verbindung zu diesem3. Über den Dichter des Werkes ist nicht viel bekannt. Er selbst stellt sich in seinen Einleitungsworten4 als Helwig von Waldirstet vor und nennt zum Schluss seines Gedichtes den Markgrafen Friedrich5 als seinen Gönner. Damit wird die zeitliche Einordnung seines Werkes erleichtert, da es sich bei den Markgraf Friedrich II (gest. 1333) oder Markgraf Friedrich III (gest. 1353) um die letztmöglichen Gönner mit dem Namen Friedrich von Baden handelt 6.
Die Vorlage für den ersten Teil des 980 Verse umfassenden (W Vers 1- 694) Gedichts ist bis heute unbekannt. Bei dem zweiten Teil (W Vers 699-980) handelt es sich bei der Vorlage wahrscheinlich um die „legenda aurea" von Jacobus de Voragine7. „Die Legende vom heiligen Kreuz" ist in der Papierhandschrift Nr. 2885, aus dem Jahre 1393, in der Wiener Nationalbibliothek überliefert8. Der Dichter Heinrich von Freiberg erscheint in drei Werken des 13. und 14. Jahrhunderts. Neben der vorliegenden Kreuzesholzlegende wird ihm eine Tristanfortsetzung und die „Ritterfahrt des Johann von Michelsberg" zugeschrieben9. Als Auftraggeber nimmt man den böhmischen adligen Reimund von Lichtenburg an10.
Da in der wissenschaftlichen Forschung Unstimmigkeiten über die gegenseitige Beziehung dieser beiden Texte 11 vorherrschen, bietet es sich an diese miteinander zu vergleichen und auf eine mögliche Abhängigkeit zu untersuchen. Dabei soll auch der Bezug zur Bibel hergestellt werden.
2 Synopse und Vergleich
2.1 Formale Gemeinsamkeiten
Dass zwischen „Helwigs märe vom heiligen Kreuz" und der „Legende vom heiligen Kreuze" eine Verbindung bestehen muss, zeigt sich nicht nur am Titel, sondern auch an zahlreichen inhaltlichen und sogar sprachlichen Übereinstimmungen. Einige der Verse ähneln sich so sehr, sodass sie nur durch die Verarbeitung eines Gemeinsamen oder des jeweilig anderen Textes entstanden sein können. Dazu gehören in den zu vergleichenden Textausschnitt vor allem die Verse:
[...]
1 Vgl. Draseek, Daniel: Sp. 398-401.
2 Vgl. Williams -Krapp, Werner: Sp. 371-372.
3 Vgl. van Dam, J., Sp. 393.
4 W Vers 4-5: „So wunsche ich von Waldir-/Stet der getruwe He lwic“
5 W Vers 969: „von Baden here fredirich“
6 Vgl. Feistner, Edith, Seite 340.
7 Vgl. Wimmer, Erich, Sp. 988.
8 Vgl. Steinhoff, Hans-Hugo, Sp. 725. 9 Vgl. Gierach, E. Sp. 261-265.
10 Vgl. Gierach, E. Sp. 261.
11 „[D]er Dichter hat vielleicht [...] Heinrichs von Freiberg Kreuzlegende gekannt“. Vgl. van Dam, J. Sp. 394. „Eine weitere selbstständige Nachdichtung der Legende [...] verfasste unabhängig von Heinrich Helwig (von Waldirstedt):“ Vgl. Steinhoff, Hans-Hugo. Sp.725.
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