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Examination Thesis, 2005, 65 Pages
Author: Birgit Doffek
Subject: Theology - Historic Theology, Ecclesiastical History
Details
Tags: Richtschnur, Kirche, Konstantius, Aufrichtung, Reichskirche
Year: 2005
Pages: 65
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 39 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-38714-9
File size: 394 KB
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Excerpt (computer-generated)
Universität Regensburg
Lehrstuhl für Alte Kirchengeschichte und Patrologie
Zulassungsarbeit
„Was ich will, soll Richtschnur für die Kirche sein.“
Konstantius II. und die Aufrichtung einer nicht-nizänischen Reichskirche
eingereicht von Birgit Doffek
Wintersemester 2004/05
Inhaltsverzeichnis
0. Einleitung ... 3
1. Konstantin der Große – eine biographische Skizze ... 5
2. Konstantius II. – Biographie und Politik ... 9
2.1 Jugend ... 9
2.2 Die Nachfolgeregelung ... 11
2.3 Die Dreierherrschaft (337 - 340) ... 13
2.4 Die Zweierherrschaft (340 - 350) ... 14
2.5 Die Alleinherrschaft (350 - 361) ... 15
3. Der trinitätstheologische Streit bis zum Tod Konstans‘ ... 18
3.1 Das Konzil von Nizäa ... 18
3.1.1 Die arianische Lehre ... 20
3.1.2 Das Bekenntnis von Nizäa ... 20
Exkurs: Weitere theologische Richtungen während des arianischen Streits ... 22
3.2 Die Nachnizänische Zeit ... 23
3.3 Der arianische Streit während der Dreierherrschaft ... 26
3.4 Der arianische Streit während der Zweierherrschaft ... 28
4. Die Aufrichtung einer nicht–nizänischen Reichskirche ... 33
4.1 Die Synode von Sirmium (351) ... 33
4.2 Die Synode von Arles (353) ... 34
4.3 Die Synode von Mailand (355) ... 36
4.4 Die Synode von Sirmium (357) ... 39
4.5 Die Synode von Ancyra (358) ... 42
4.6 Die Synode von Sirmium (359) ... 44
4.7 Die Doppelsynode von Rimini und Seleucia (359) ... 46
4.7.1 Die Ausgangssituation ... 46
4.7.2 Theologische Vorbereitungen – das datierte Credo ... 47
4.7.3 Die Synode des Westens in Rimini ... 50
4.7.4 Die Synode des Ostens in Seleucia ... 52
4.8 Die Synode von Konstantinopel (360) und der Triumph der Homöer ... 55
5. Zusammenfassung ... 60
Literaturverzeichnis ... 63
0. Einleitung
Als Sohn Konstantins des Großen hatte Konstantius II. die Nachfolge eines überragenden Herrschers angetreten, dessen politisches Wirken seinen Sohn in einem fahlen Licht erscheinen ließ. Konstantius II. gelang es, genau wie seinem Vater, zum Alleinherrscher des Römischen Reiches aufzusteigen und die Grenzen während seiner gesamten Herrschaftszeit weitgehend erfolgreich zu verteidigen. Diese militärischen Erfolge erhalten jedoch in der Geschichtsschreibung wenig Anerkennung. Vielmehr ist es seine Kirchenpolitik, durch die er in die Geschichtsbücher einging. Durch seinen Versuch, die christliche Kirche auf einer nicht–nizänischen Basis zu einen, „wurde er schon zu seiner Zeit [...] als Vorläufer des Antichristen oder gar als Anwalt des Satans angeprangert.“1 Diese Kritik ist verständlich, wenn man bedenkt, dass sich die theologischen Vorstellungen Konstantius‘ II. nur einige Jahre lang durchsetzen konnten und die Kirchenhistoriker seiner Zeit oftmals seinen Gegnern angehörten. Trotz dieser negativen Kritik war und ist Konstantius II. für die christliche Kirche aber von großer Bedeutung. Während seiner Herrschaft stieg das Christentum zur Reichskirche auf und auch wenn sie in dieser Form nicht bestehen bleiben sollte, waren es Konstantius‘ II. Durchsetzungsvermögen und seine Beharrlichkeit, die einen der Grundsteine für die Einigung der christlichen Kirche legten.2
In dieser Arbeit soll die Person Konstantius‘ II., seine Rolle während des arianischen Streites und sein Versuch der Aufrichtung einer geeinten Reichskirche beschrieben werden. Im Kapitel 1 wird eine kurze biographische Skizze Konstantins des Großen gezeichnet, des Mannes, der Konstantius II. wohl mehr als jeder andere geprägt hat. In Punkt 2 erhält der Leser einen Überblick über die verschiedenen Etappen Konstantius‘ II. auf dem Weg zur Alleinherrschaft: Seine Jugend und Ausbildung sowie die Zeit als Caesar unter seinem Vater, schließlich der Tod Konstantins und dessen Nachfolgeregelung. Die Unterpunkte 2.3 und 2.4 befassen sich mit der Zeit der Dreierherrschaft und der Zweierherrschaft, 2.5 beschreibt die Jahre der Alleinherrschaft, wobei vor allem die außenpolitischen Entscheidungen Konstantius‘ II. geschildert werden, auf seine Kirchenpolitik wird hier nicht eingegangen. Punkt 3 befaßt sich mit den verschiedenen Phasen des arianischen Streites, ausgehend vom Auftreten Arius‘ über das Konzil von Nizäa bis zur Situation während der Zweierherrschaft. In einem knapp gehaltenen Exkurs werden dabei außerdem verschiedene theologische Richtungen vorgestellt, die während des arianischen Streites von Bedeutung waren. Punkt 4 beschreibt schließlich Konstantius‘ II. kirchenpolitische Entscheidungen während seines Versuches, eine einheitliche Reichskirche aufzurichten. Hierbei wird vor allem auf die verschiedenen Synoden, die dabei eine Rolle spielten, eingegangen. Die Unterpunkte 4.1 bis 4.3 befassen sich mit den Synoden von Sirmium (351), Arles (353) und Mailand (355) und dem Konflikt um die Person des Athanasius. In 4.4 wird die Synode von Sirmium des Jahres 357 beschrieben, deren Glaubensformel der erste Versuch des Kaisers war, eine theologische Einigung zu erzielen. 4.5 schildert die sich daraus ergebenden theologischen Entwicklungen und die Synode von Ancyra im Jahr 358, bei der Konstantius II. für die homöusianische Mittelpartei gewonnen wurde. 4.6 beschreibt eine weitere Synode in Sirmium und die Entwicklung einer neuen Glaubensformel, während in 4.7 bereits auf die beiden Synoden eingegangen wird, bei denen es Konstantius II., der nun die Partei der Homöer unterstützte, gelang, den Bischöfen eine einheitliche Entscheidung abzuringen. In diesem Punkt wird zuerst die Ausgangssituation der Synoden geklärt und dann eine weitere Glaubensformel vorgestellt, das datierte Credo vom 22. Mai 359. In den folgenden beiden Unterpunkten werden dann die Synoden in Rimini und Seleucia beschrieben, deren Ergebnis auf der Synode in Konstantinopel in 4.8. vorgestellt wird.
1. Konstantin der Große – eine biographische Skizze
Um die Motive Konstantius II. verstehen zu können, müssen an erster Stelle sein Umfeld und seine Herkunft untersucht werden. Gerade sein Vater, Konstantin der Große hat höchstwahrscheinlich einen großen Einfluß auf Konstantius ausgeübt und seine Ansichten über Kirchenpolitik und Staatsführung an seinen Sohn weitergegeben.
Flavius Valerius Constantinus ging aus einer eher zweifelhaften Verbindung hervor und wurde höchstwahrscheinlich im Jahr 280 geboren. Sein Vater, Konstantinus I. war eine außereheliche Beziehung mit Helena, einer Stallmagd aus Bithynien an der Schwarzmeerküste, eingegangen, so dass Konstantin als illegitimer Sohn seines Vaters zur Welt kam.3 Über die Kindheit Konstantins ist heute nichts mehr bekannt, es ist allerdings denkbar, dass Konstantin für eine Weile am Hof von Galerius lebte, um diesem als Geisel für die Treue seines Vaters zu dienen. Als belegt gilt nur seine militärische Laufbahn, die er unter Diocletianus begann. Da er sich als sehr fähig erwies, wurde er bald zum tribunus primi ordinis ernannt, einem hohen Offiziersrang.4
[...]
1 Klein, Constantius XII.
2 Vgl. Barcelo, Constantius 14f; Klein, Constantius XII.
3 Vgl. Clauss, Konstantin I. 282; Benjamin, Constantinus 1014.
4 Vgl. Benjamin, Constantinus 1014.
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