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Thesis (M.A.), 2005, 80 Pages
Author: Andre Kaiser
Subject: Communications: Media Economics, Media Management
Details
Tags: Veränderungen, Dualen, Systems, Fernsehens
Year: 2005
Pages: 80
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 29 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-38757-6
File size: 344 KB
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Excerpt (computer-generated)
Abschlussarbeit
für den Fachbereich Publizistik und Kommunikationswissenschaften der Freien Universität Berlin
Veränderungen des dualen Systems durch die Digitalisierung des Fernsehens?
eingereicht von
Andre Kaiser
Abgabetermin: 04.01.2005
Gliederung
1. Vorwort
2. Die Entstehung des dualen Rundfunksystems
2.1. Die Entwicklung des öffentlich rechtlichen Rundfunks
2.2. Die Gegner des öffentlich rechtlichen Systems
2.3. Die Befürworter des öffentlich rechtlichen Systems
2.4. Die politische Kontroverse
3. Die Entwicklung des dualen Rundfunksystems
3.1 Überblick – Von den Kabelpilotprojekten zum Oligopol
3.2 Technische Rahmenbedingungen
3.2.1 Terrestrische Funknetze
3.2.2 Breitbandkabelverteilnetze
3.2.3 Direktempfangbare Satelliten
3.3 Rechtliche Rahmenbedingungen
3.4 Ökonomische Rahmenbedingungen
3.5 Ausblick
4. Das digitale Fernsehen
4.1. Grundlagen
4.2. Terminologie
4.2.1. Die d-box
4.2.2. Pay TV
4.2.3. Free-TV
4.2.4. Pay per Channel
4.2.5. Pay per View
4.2.6. Near Video on demand
4.2.7. Video on demand
4.3. Das digitale Fernsehen in Deutschland
4.3.1. Chronik
4.3.2. Überblick über die verfügbaren digitalen Angebote
5. Auswirkungen auf das Mediensystem
5.1. Technische Auswirkungen
5.1.1. Terrestrik
5.1.2. Breitbandkabel
5.1.3. Satellit
5.2. Rechtliche Auswirkungen
5.3. Ökonomische Auswirkungen
5.3.1. Durchschnittskostendegression
5.3.2. Größenvorteile
5.3.3. Verbundeffekte
5.3.4. Auswirkungen der Digitalisierung auf die Wertschöpfungskette
5.3.5. Auswirkungen auf das öffentlich-rechtliche Gebührenmodell
5.4. Strategische Optionen der ARD
5.5. Strategische Optionen des ZDF
5.6. Strategische Optionen der RTL-Gruppe und der ProSiebenSat1 Media AG
5.7. Der Sonderfall Premiere
6. Ausblick
Literaturverzeichnis
1. Vorwort
Die Digitalisierung des Fernsehens begann in Deutschland bereits Mitte der 90er Jahre. Im Sommer 1996 startete die digitale Pay-TV Plattform DF1, die heute zu Premiere World gehört. Bereits ein Jahr später starteten ARD, ZDF und RTL ebenfalls mit digitalen Angeboten. Die endgültige Digitalisierung des Fernsehens, die von der Bundesregierung für das Jahr 2010 angepeilt wird, könnte das Mediensystem ebenso nachhaltig verändern, wie es in den 80er Jahren durch die Einführung der Privatsender der Fall war. Während jedoch die Einführung des privaten Rundfunks neben den technischen Änderungen eine langanhaltende, ideologisch geprägte politische Kontroverse begleitete, scheint dies bei der Einführung der digitalen Technik nicht der Fall zu sein. Im Gegenteil. Wurde in den 80er Jahren noch viel über Sinn und Zweck von Rundfunk, sowie dessen inhaltliche Ausgestaltung debattiert, orientiert sich die Umstellung auf digitale Technik fast ausschließlich an ökonomischen Gesichtspunkten. Aus diesem Grund wird in dieser Arbeit, nachdem in Kapitel zwei und drei sowohl die Entstehung, wie auch die Entwicklung des Dualen Rundfunksystems bearbeitet wurden, in Kapitel fünf ein besonderer Schwerpunkt auf die ökonomischen Rahmenbedingungen gelegt. Eine intensive politische Kontroverse zum Thema Digitalisierung fand nicht mehr statt. Vielmehr entwickelte die vom Bundeswirtschaftsministerium eingesetzte „Initiative Digitaler Rundfunk“ ein Szenario, nachdem die Übertragung des analogen Rundfunksignals mit dem 01.Januar 2010 eingestellt wird. Zuverlässige Vorhersagen über die Auswirkung der Digitalisierung des Fernsehens auf das Duale Rundfunksystem lassen sich indes nur treffen, wenn zuvor die Entstehung und Entwicklung des Dualen Systems analysiert werden. Nur so lassen sich die in Kapitel fünf aufgestellten strategischen Optionen für die einzelnen Marktteilnehmer schlüssig begründen. Hierin besteht der eigentliche Schwerpunkt dieser Arbeit: Durch die genaue Beobachtung der Vergangenheit, strategische Optionen für die Zukunft festlegen zu können.
2. Die Entstehung des dualen Rundfunksystems
2.1 . Die Entwicklung des öffentlich rechtlichen Rundfunks
Um die Entwicklung des dualen Rundfunksystems in seiner heutigen Form exakt zu analysieren, bedarf es zunächst einer kurzen Rekonstruktion der Entwicklung des öffentlich rechtlichen Rundfunks, da in diesem Zusammenhang schon Fakten hervortreten, die bei der Einführung des privaten Rundfunks und somit der Etablierung des dualen Rundfunksystems eine wesentliche Rolle spielten. Ausgeblendet bleiben soll hier jedoch die Zeit vor 1945. Insoweit Ereignisse vor dieser Zeit für die Sachlage wichtig sind, wird an entsprechender Stelle darauf verwiesen.
Nach den Zusammenbruch des dritten Reiches und der Aufteilung Deutschlands in eine französische, eine britische, eine amerikanische und eine sowjetische Besatzungszone (diese sei vorerst ausgenommen), trafen sich die unterschiedlichen Positionen der Alliierten über den Aufbau des Rundfunks in Deutschland in einem zentralen Punkt: „Gemeinsames Ziel war es, die Unabhängigkeit des zukünftigen deutschen Rundfunks vom Staat sicherzustellen.“1 Unter dem Eindruck des mächtigen Propagandaapparates der Nationalsozialisten, verfolgten die Amerikaner zunächst das Ziel, mehrere private Rundfunkstationen in ihrer Zone zu errichten. Dem geg enüber errichteten Franzosen und Engländer jeweils eine zentrale Rundfunkstation für die gesamte Zone. Einig waren sich die Alliierten, dass aufgrund der Gefahr des neuerlichen Mißbrauchs der Rundfunk nicht in die staatliche Exekutive eingefügt werden dürfe oder von ihr abhängig sein dürfe.2 Des Weiteren einigte man sich darauf, dieses Medium nicht von den Wünschen der Werbewirtschaft abhängig zu machen um so die Gefahr der Programmverwässerung durch kommerzielle Interessen zu umgehen. Es sollte weitestgehend auf Werbeeinnahmen verzichtet werden. Dieser Umstand mutet aus heutiger Sicht seltsam an, muss aber vor dem Hintergrund gesehen werden, dass in Deutschland eine neue Demokratie etabliert werden sollte und dafür war nach Ansicht der Alliierten ein qualitativ hochwertiges Fernsehprogramm unabdingbar. Um die beiden relevanten Ziele – Unabhängigkeit von Staat und Werbewirtschaft – zu erreichen, einigten sich die Alliierten auf die Rundfunkorganisationsform des öffentlichen Rechtes.
„Diese
- entstanden durch Landes – bzw. Bundesgesetze oder Staatsverträge
- sind von behördlicher Fachkontrolle freigestellt, die meisten jedoch nicht von staatlicher Rechtsaufsicht
- sind mit Selbstverwaltungsbefugnissen ausgestattet
- finanzieren sich aus Gebühren – ursprünglich allein, heute zum Teil auch durch Werbeeinnahmen“3
[...]
1 Helga Montag; Privater oder öffentlich rechtlicher Rundfunk, Seite 33
2 vergl. Hermann Meyn; Massenmedien in Deutschland; Seite 177
3 vergl. Hermann Meyn, Massenmedien in Deutschland; Seite 177 - 178
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