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Das Ernährungsverhalten armer Menschen in der Wohlstandsgesellschaft und dessen Auswirkung auf die Gesundheit am Beispiel des Übergewichts/der Adipositas

Autor: Mario Albrecht
Fach: Soziologie - Medizin und Gesundheit

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Details

Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2005
Seiten: 21
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 20  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 133 KB
Archivnummer: V40189
ISBN (E-Book): 978-3-638-38763-7

Textauszug (computergeneriert)

Alice-Salomon-Fachhochschule
Studiengang Pflege/Pflegemanagement
Seminar: Sozilogie/ Medizinsoziologie
2. Semester

Das Ernährungsverhalten armer Menschen in der
Wohlstandsgesellschaft und dessen Auswirkung auf die
Gesundheit am Beispiel des Übergewichts/der Adipositas

von: Mario Albrecht

 


Inhalt

1. Einleitung  1

2. Armutsbegriffe  2

2.1 Absolute Armut  3
2.2 Relative Armut  3
2.3. Subjektive Armut  4
2.4 Weitere Begriffe zur Betrachtung von Armut 4
2.5 Probleme bei der Beschreibung und Messung von Armut 6

3. Die Rolle der Ernährung – Betrachtung im Hinblick auf Übergewicht und Adipositas 6

3.1 Übergewicht und Adipositas  7
3.2 Zur pysiologischen Rolle der Ernährung  7
3.3 Soziologische Funktion der Ernährung im Hinblick auf Übergewichtigkeit 8
3.4 Sozioökonomische Aspekte der Ernährung  9

4. Lebensstil und Ernährungsverhalten  10

5. Übergewichtigkeit begünstigende Faktoren, Erklärungsansätze  12

5.1 Genetische Prädisposition  12
5.2 Sozialisation  13
5.3 Geschlechtsspezifische Unterschiede 14
5.4 Freizeitverhalten 14
5.5 Ernährungs- und Gesundheitsverhalten, Bildung 14
5.6 Bewegung und Sport  15
5.7 Fast Food und Werbung  15
5.8 Diätmarkt 15

6. Zusammenfassung 16

Quellenverzeichnis  17

Abbildungsverzeichnis  19


 

1. Einleitung

Arme Menschen ernähren sich anders als reiche. Armut und Reichtum sind Ausprägungen der Ungleichverteilung von Ressourcen. „Die Verfügung über Nahrung ist .. nie nur ein natürlich bestimmtes Verhältnis, sondern immer auch ein soziales, und zwar nicht erst seit dem Übergang von der Jäger-Sammler-Fischer- zur Agrargesellschaft. Das ... Teilen .. ist geradezu das Sinnbild dafür, daß die Verfügung über Nahrung einem sozialen Verhältnis entspricht“ (Barlösius 1999, 13). Armut und Reichtum hatten ursprünglich einen sehr engen Bezug zur Verteilung der Ressource Nahrung. In meiner praktischen Tätigkeit als Krankenpfleger auf einer kardiologischen Intensivstation werde ich mit den Folgen von Fehlernährung und „ungesunder“ Lebensweise konfrontiert. Der Zusammenhang zwischen Gesundheitsstatus und praktziertem Ernährungs- und Gesundheitsverhalten ist in der Wissenschaft schon lange bekannt. Im Ernährungsverhalten aller sozialen Schichten ist eine Diskrepanz zwischen dem vorherrschenden Bild einer „gesunden“ Ernährung und praktiziertem Ernährungsverhalten erkennbar. Mit zunehmender Armut steigt die Morbidität und die Mortalität (Rosenbrock; Gerlinger 2004, 41ff). Arme Menschen sind öfter krank (Lehmkühler 2002, 82ff).

Abb. 1 (Robert-Koch-Institut 2003, 11) [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]

Als Beispiel einer Erkrankung durch Fehlernährung habe ich die Überernährung, bzw. deren gesteigerte Form, die Adipositas gewählt. Das Paradoxe ist, dass Armut früher, und in armen Regionen der Welt heute, eher Unterernährung zur Folge hatte oder hat. Heute ist es die soziale Unterschicht, die von Übergewicht und Adipositas Betroffene eher vorweisen kann (vgl. Abb.1). Die Anzahl derer, die von Übergewicht und Adipositas betroffen sind, nimmt weiterhin zu. „So sind nach der Erhebung im Rahmen des Bundesgesundheitssurveys von 1998 beispielsweise 67% der westdeutschen und 66% der ostdeutschen Männer sowie 52% der westdeutschen und 57% der ostdeutschen Frauen übergewichtig. Die Verbreitung von Adipositas ist in Westdeutschland bei Männern von 17,4% auf 19,4%, in Ostdeutschland von 20,6% auf 21,8% angestiegen...“ (Gerhards; Rössel 2003, 17). In dieser Arbeit werde ich mich zunächst mit den verschiedenen Definitionen von Armut auseinandersetzen. Was ist Armut, was ist soziale Ungleichheit? Im zweiten Schritt wird auf die vielen Dimensionen der Betrachtungsmöglichkeiten von Ernährung eingegangen werden. Was symbolisiert das „Essen“? Welche Funktion hat Ernährung in der menschlichen Gesellschaft? Diese Fragen werde ich auf die Situation armer Menschen beziehen. Was kennzeichnet das Ernährungsverhalten armer Menschen? Welche Faktoren begünstigen Überernährung und wodurch sind arme Menschen besonders gefährdet? Im Anschluss soll am Beispiel des Übergewichts dargestellt werden, wie eng materielle, Bildungs-, Ernährungs- und Gesundheitsarmut miteinander verknüpft sind. Während zum Thema Armut reichhaltig Literatur zur Verfügung steht, lassen sich nur wenige Publikationen in der Ernährungssoziologie finden. Als Quellen dienten mir neben der dünnen Auswahl von Fachliteratur die von Lehmkühler 2002 durchgeführte „Gießener Ernährungsstudie über das Ernährungsverhalten von Armutshaushalten (GESA)“ und die von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) herausgegebene Studie „Das Ernährungsverhalten Jugendlicher im Kontext ihrer Lebensstile“ (2003).

2. Armutsbegriffe

Das Wort „Armut“ kennzeichnet einen Zustand des Fehlens und der Not. Der Duden (1989, 142) bezeichnet Armut als „Armsein, Mittellosigkeit, Bedürftigkeit...“. Armut setzt aber auch das Vorhandensein des Gegensatzes, des Reichtums voraus. In der heutigen Wohlstandsgesellschaft Deutschlands wird Armut nicht mehr mit Hunger assoziiert. Was heute im „Sozialstaat“ fehlt, sind gleiche Möglichkeiten des Zugangs zu den Früchten der gesellschaftlichen Produktion. „Sozialstaat“ meint einen „demokratischen Staat, der bestrebt ist, die wirtschaftliche Sicherheit seiner Bürger zu gewährleisten und soziale Gegensätze innerhalb der Gesellschaft auszugleichen“ (Duden 1989, 1423). Armut wurde in der Geschichte der Bundesrepublik bis ca. 1980 kaum thematisiert und untersucht. Die Ursache dafür könnte der wirtschaftliche Aufschwung in der Bundesrepublik mit relativer Vollbeschäftigung sein. (Vollbeschäftigung herrschte auch in der DDR.) Erst mit der Vertiefung der Einkommensgegensätze und der Zunahme der Arbeitslosigkeit in den achtziger Jahren in der westdeutschen Bundesrepublik und in den neunziger Jahren in Gesamtdeutschland und dem dazu parallel verlaufenden massiven Anstieg der Anzahl der Sozialhilfeempfänger ist dieses Thema wieder in den Blick soziologischer Untersuchungen geraten (Habich; Krause in: Barlösius; Feichtinger; Köhler (Hg) 1995, 64 ff). Es folgt eine Einführung in einige in der Soziologie gebräuchliche Begriffe der Armut.

2.1 Absolute Armut

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