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Bestimmungsgründe für Direktinvestitionen in Transformationsländern

Subtitle: Eine Fallstudie: die Volkswagen AG in Polen

Diploma Thesis, 2004, 44 Pages
Author: Michael A. Braun
Subject: Economics / Business: Political Economics

Details

Category: Diploma Thesis
Year: 2004
Pages: 44
Grade: 2
Bibliography: ~ 48  Entries
Language: German
Archive No.: V40212
ISBN (E-book): 978-3-638-38783-5
ISBN (Book): 978-3-640-27749-0
File size: 438 KB

Abstract

Der Zusammenbruch des Kommunismus hat eine dramatische Veränderung in den Gesellschaften Mittel- und Osteuropas1 eingeleitet. So hat die Transformation von einem ehemals planwirtschaftlich zu einem nun marktwirtschaftlich orientieren System die Öffnung früher stark abgeschotteter Märkte herbeigeführt. Westeuropäische Unternehmen haben damit ebenso die Möglichkeit einer günstigen Produktion ‚vor der Haustüre’, wie z.B. die USA oder auch Japan. Allerdings bedeutet die Integration Mittel- und Osteuropas nicht nur lediglich die Erweiterung des bisherigen Markts. Stattdessen wurde durch den ‚Fall des Eisernen Vorhangs’ in vielen Unternehmen eine komplette Umstrukturierung des Produktionsprozess’ angestoßen. Man könnte auch sagen, es wurde eine doppelte Veränderung eingeleitet: Im Osten die Transformation und im Westen konkurrenzbedingte strukturelle Veränderungen. Aus diesem Grund stehen die Unternehmen nun vor der Frage, wie sie reagieren sollen bzw. wie man von den Veränderungen am besten profitiert. Zur Nutzung der neuen Märkte2 gibt es verschiedene Möglichkeiten: So können Exporte oder Lizenzvereinbarungen mit lokalen Herstellern neue Absatzmärkte erschließen. Ferner ist es möglich, strategische Allianzen zu ‚schmieden’. Aber aus verschiedenen Gründen stellen gerade Direktinvestitionen einen gangbaren Weg nach Mittel- und Osteuropa dar. Diese Hausarbeit befasst wesentlich mit den Gründen für Direktinvestitionen. Dabei wird versucht, das Thema durch drei Eingrenzungen klarer darzustellen: Zum einen werden nur Transformationsländer betrachtet, ferner konzentriert sich die Arbeit speziell auf den EU-Beitrittskandidaten Polen und letztlich wird versucht, die Investitionsentscheidung der Volkswagen AG auf Basis eines bekannten Erklärungsansatzes nachzuvollziehen. Demzufolge werden Fragen wie z.B. (1) Warum investieren Unternehmen grundsätzlich im Ausland? bzw. (2) Warum hat gerade Polen Direktinvestitionen angezogen? oder (3) In welchem Ausmaß bewegen sich die Investitionen? gestellt. [...]


Excerpt (computer-generated)

- Diplomarbeit -

Bestimmungsgründe für Direktinvestitionen
in Transformationsländern

Eine Fallstudie: die Volkswagen AG in Polen

Abgabetermin: 04. Februar 2004
Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik, Hamburg

Verfasser: 

Michael A. Braun, BA

 

 

Verzeichnisse

Inhaltsverzeichnis

Titelseite ... I
Verzeichnisse ...  II
Inhaltsverzeichnis ...  II
Abkürzungsverzeichnis  ... III
Abbildungsverzeichnis ...  IV

1 Gegenstand und Gang der Untersuchung  ... 1

2 Grundlagen  ... 3
2.1 Transformation ...  3
2.2 Direktinvestitionen und multinationale Unternehmen  ... 6
2.3 Ownership, location and internalisation (Eklektisches Paradigma)  ... 10
2.4 Moderne Ansätze zu Direktinvestitionen  ... 13
2.5 Zusammenfassung des theoretischen Teils  ... 15

3 Investitionsland Polen  ... 17
3.1 Hintergrund  ... 17
3.2 Motivation für Direktinvestitionen in Mittel- und Osteuropa  ... 18
3.3 Direktinvestitionsklima seit Beginn der Transformation  ... 20
3.4 Zusammenfassung der Investitionsbedingungen  ... 23

4 Eine Fallstudie : Engagement der Volkswagen AG in Polen  ... 25
4.1 Weltweit aufgestelltes Unternehmen  ... 25
4.2 Die Automobilindustrie als Vorreiter  ... 25
4.3 Grundzüge der allgemeinen Standortbewertung ...  27
4.4 Bestimmungsgründe für Polen - Anwendung des eklektischen Paradigmas ...  28

5 Volkswagens Direktinvestitionen im Transformationsland Polen  ... 31

Anhang

Literatur- und Quellenverzeichnis  ... V

Abbildungen  ... VIII

 

Abkürzungsverzeichnis

[...]

Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Weltweite Entwicklung der Direktinvestitionen zwischen 1990 und 2002
Abb. 2: Direktinvestitionsfluss nach Mittel- und Osteuropa ab 1990 bis 2002
Abb. 3: Direktinvestitionsfluss nach Polen ab 1990
Abb. 4: Verteilung der Direktinvestitionen in Polen auf Branchen (1990 – 2003)
Abb. 5: Kumulierter Wert in Polen getätigter Direktinvestitionen seit 1993
Abb. 6: Bewertung des Direktinvestitionsstandorts Polen
Abb. 7: Einschätzung polnischer gegenüber deutschen Arbeitskräften
Abb. 8: Das weltweite Fertigungsnetzwerk der Volkswagen AG
Abb. 9: Das Engagement der Volkswagen AG in Polen
Abb. 10: Wesentliche Marktanteile auf dem polnischen Automobilmarkt
Abb. 11: Die beiden polnischen Werke der Volkswagen AG

 

 

1 Gegenstand und Gang der Untersuchung

Der Zusammenbruch des Kommunismus hat eine dramatische Veränderung in den Gesellschaften Mittel- und Osteuropas1 eingeleitet. So hat die Transformation von einem ehemals planwirtschaftlich zu einem nun marktwirtschaftlich orientieren System die Öffnung früher stark abgeschotteter Märkte herbeigeführt.

Westeuropäische Unternehmen haben damit ebenso die Möglichkeit einer günstigen Produktion ‚vor der Haustüre’, wie z.B. die USA oder auch Japan. Allerdings bedeutet die Integration Mittel- und Osteuropas nicht nur lediglich die Erweiterung des bisherigen Markts. Stattdessen wurde durch den ‚Fall des Eisernen Vorhangs’ in vielen Unternehmen eine komplette Umstrukturierung des Produktionsprozess’ angestoßen. Man könnte auch sagen, es wurde eine doppelte Veränderung eingeleitet: Im Osten die Transformation und im Westen konkurrenzbedingte strukturelle Veränderungen. 

Aus diesem Grund stehen die Unternehmen nun vor der Frage, wie sie reagieren sollen bzw. wie man von den Veränderungen am besten profitiert. Zur Nutzung der neuen Märkte2 gibt es verschiedene Möglichkeiten: So können Exporte oder Lizenzvereinbarungen mit lokalen Herstellern neue Absatzmärkte erschließen. Ferner ist es möglich, strategische Allianzen zu ‚schmieden’. Aber aus verschiedenen Gründen stellen gerade Direktinvestitionen einen gangbaren Weg nach Mittel- und Osteuropa dar.

Diese Hausarbeit befasst wesentlich mit den Gründen für Direktinvestitionen. Dabei wird versucht, das Thema durch drei Eingrenzungen klarer darzustellen: Zum einen werden nur Transformationsländer betrachtet, ferner konzentriert sich die Arbeit speziell auf den EU-Beitrittskandidaten Polen und letztlich wird versucht, die Investitionsentscheidung der Volkswagen AG auf Basis eines bekannten Erklärungsansatzes nachzuvollziehen. Demzufolge werden Fragen wie z.B. (1) Warum investieren Unternehmen grundsätzlich im Ausland? bzw. (2) Warum hat gerade Polen Direktinvestitionen angezogen? oder (3) In welchem Ausmaß bewegen sich die Investitionen? gestellt. 

Diese Arbeit ist in mehrere Teile untergliedert. Zu Beginn werden die Grundlagen des Transformationsprozess’, von Direktinvestitionen sowie zu multinationalen Unternehmen behandelt. Hierfür werden traditionelle und moderne Erklärungsmuster vorgestellt. Dies geschieht jedoch aus der mikroökonomischen Perspektive heraus. Makroökonomischen Effekte – insbesondere in den Zielländern - werden bewusst nicht thematisiert. 

Und obgleich es zahlreiche Theorien und Übersichtsarbeiten zu Direktinvestitionen gibt, wird Dunning’s eklektisches Paradigma3 ausführlichst berücksichtigt. Nicht zuletzt, weil dessen Erkenntnisse einleuchtend scheinen, sondern auch weil sehr viele Autoren darauf Bezug nehmen, kommt dieser Ansatz in der Fallstudie maßgeblich zum Tragen. 

Daran schließen sich Hintergrundinformationen zu Polen sowie eine Beschreibung des Investitionsstandorts an. Ferner werden allgemeine Motive sowie speziell für Polen sprechende Gründe identifiziert. Darüber hinaus wird drittens versucht, die bereits gewonnenen Erkenntnisse am Beispiel Volkswagen nachzuweisen. Dazu wird nach einer kurzen Unternehmensdarstellung nach den Gründen für den Standort ‚Polen’4 gefragt. Und im Anschluss versucht das Fazit, schwerpunktmäßig die wohl wichtigsten Gründe für Direktinvestitionen in den Transformationsländern zu nennen.

Ergänzend sei erwähnt, dass die Arbeit ohne die Hilfe des Bereichs Treasury der Volkswagen AG, namentlich Herrn Dr. Uwe Elsner und sein Team, nicht so fundiert geworden wäre. Ferner waren die Gespräche mit Herrn Andreas Wagner, MBA, ehemals Consultant der Boston Consulting Group und auf die Automobilindustrie spezialisiert, sehr fruchtbar. Darüber hinaus hat Herr Diplom-Volkswirt Philipp Wahnschaffe bei der Planung der Arbeit unterstützend mitgewirkt. Allen Genannten und Nichtgenannten ‚Herzlichen Dank’ für ihre Hilfe.

Aus Gründen der Lesbarkeit wird in der Arbeit stets die männliche Bezeichnung verwendet. Dies stellt keine Diskriminierung gegenüber Frauen dar. Ferner werden im Anhang Literaturhinweise der Autorenbezeichnung ‚N.N.’ zugesprochen. Trotz einiger Bemühung waren leider keine Namen der entsprechenden Autoren auffindbar. 

Außerdem findet sich auf der letzten Seite der obligatorische Hinweis, dass diese Arbeit eigenständig und ohne Nichtnennung maßgeblicher Quellen erstellt wurde.

2 Grundlagen

2.1 Transformation

In den mittel- und osteuropäischen Ländern wurde bis 1989 im Rahmen des Kommunismus mit dem Modell ‚Planwirtschaft’ gearbeitet. Dabei wird das ökonomische Geschehen von einer zentralen Organisation nach einem festgelegten, einheitlichen Plan (meist Fünf-Jahres-Pläne) geleitet und gelenkt.5 Im Zuge dieser Pläne wird bestimmt, welche Güter hergestellt werden und was dazu an Produktionsmitteln benötig wird.

[....]


1 Aus Vereinfachungsgründen beschränkt sich der in dieser Arbeit verwendete Begriff auf die der EU zum 01. Mai 2004 beitretenden Länder Mittel- und Osteuropas. Dies sind: Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, Polen, Rumänien, Slowakei, Slowenien, die Tschechische Republik und Ungarn. Darüber hinaus findet sich in manchen Quellen auch der Hinweis auf Albanien, Bosnien-Herzegowina, Jugoslawien, Kroatien, Mazedonien, Moldawien, Russland, die Ukraine und Weißrussland. Auf diese Länder bezieht sich die vorliegende Arbeit jedoch ausdrücklich nicht.

2 Häufig wird unterstellt, die Gesellschaften Mittel- und Osteuropas seien eine homogene Gruppe. Dem ist nicht so. Stattdessen scheinen manche Länder zwar Ähnlichkeiten in Bezug auf Geschichte und Kultur zu haben, andere sind jedoch vollkommen unterschiedlich. Der Einfachheit halber wird dennoch unterstellt, eine gewisse Gemeinsamkeit – auch im Vergleich mit anderen Regionen der Erde – sei vorhanden.

3 Im Folgenden auch paradigm of ownership, location and internalisation oder OLI-Ansatz genannt.

4 Das Unternehmen betreibt in Polen derzeit zwei Werke. Am Standort Poznan werden Personenkraftwagen sowie leichte Nutzfahrzeuge, am Standort Polkowice Dieselmotoren gefertigt. Diese Arbeit befasst sich jedoch nicht mit den Entscheidungen für eine bestimmte Region oder gar eine einzelne Stadt.

5 Vgl. Kurz (1998), S. 45ff.


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