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Unsterblichkeitsmotive in J.R.R. Tolkiens "Der Herr der Ringe"

Scholary Paper (Seminar), 2005, 23 Pages
Author: Gislinde Nauy
Subject: Theology - Comparative Religion Studies

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2005
Pages: 23
Grade: 1,2
Bibliography: ~ 9  Entries
Language: German
Archive No.: V40253
ISBN (E-book): 978-3-638-38811-5

File size: 305 KB


Excerpt (computer-generated)

LMU München
Evangelisch-Theologische Fakultät
Seminar für Religionswissenschaft und Philosophie der
Religionen Europas
Proseminar: Moderne Unsterblichkeit

Unsterblichkeitsmotive in J.R.R. Tolkiens
"Der Herr der Ringe"

von: Gislinde Nauy

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 3

2. Wie die Geschichte „sich wuchs“  3

3. Welche Motive treten auf 5

4. Die Elben in Buch und Film 6

4.1. Wie unsterblich sind Tolkiens Elben?  6
4.2. Arwen und Aragorn 7

5. Unsterblichkeit bei den Ringträgern 10

5.1. Isildur 11
5.2. Gollum/Sméagol 11
5.3. Bilbo Beutlin 12
5.4. Frodo Beutlin 13
5.5. Samweis Gamdschie 14
5.6. Fazit: Wie unsterblich macht der Ring?  17

6. Vergleich der beiden Motive und Versuch einer Bewertung/Interpretation 17

7. Schluss 19

8. Literaturverzeichnis 21

9. Glossar 22



 

1. Einleitung

Auf den Herrn der Ringe kam ich, weil das Thema „Literatur“ aus Zeitgründen vom Semesterplan unseres Proseminars gestrichen wurde. Mir fielen wieder die vielen Fragen ein, die sich mir während der Lektüre des „Herrn der Ringe“ aufdrängten und denen ich nie ganz auf den Grund gegangen bin. Beginnt man nun, an der Oberfläche zu kratzen, so ergeben sich, selbst nach zufriedenstellenden Antworten, wieder neue Fragen. Darum stellt diese Arbeit in jedem Fall nur eine Auswahl dessen dar, was es verdient hätte, in diesem Zusammenhang erforscht zu werden. Dennoch handelt es sich dabei nicht um unzusammenhängende Bruchstücke eines unvollständigen Ganzen. Die auffälligsten Motive werden erwähnt, zwei davon ausführlich behandelt und abschließend einander gegenüber gestellt. Dem voran steht ein kurzer Umriss, wie in etwa Tolkiens Gesamtfiktion entstand – sofern sich das nachvollziehen lässt - um zu zeigen, wie viel Zeit in das Entwickeln einer fantastischen Welt gesteckt werden muss, um sie so lückenlos werden zu lassen, dass sich daran forschen lässt. Bei den, bei ihrem jeweils ersten Auftreten, mit * gekennzeichneten Begriffen handelt es sich um Namen von Orten und Personen aus Tolkiens Fiktion, die in keinem direkten Zusammenhang mit der Verständlichkeit der Gedankengänge stehen, die aber trotzdem nicht einfach weggelassen werden sollen. Um das Ganze abzurunden und, soweit möglich, formal vollständig zu bleiben, findet sich im Anhang ein Glossar, das diese Begriffe in alphabethischer Reihenfolge erklärt.

2. Wie die Geschichte „sich wuchs“2

„Alles begann mit dem Satz: ,In einem Loch im Boden, da lebte ein Hobbit.’.“3 den Tolkien beim Korrigieren einer Prüfungsarbeit – denn er war damals schon Professor – geistesabwesend notiert. Das war irgendwann um das Jahr 1925 in Oxford. Tolkien schrieb eine Weile weiter an dieser Geschichte, die er damals als Unterhaltung für seine Kinder entwickelte, ließ sie dann jedoch unvollendet wieder liegen. Auf Bitten eines Verlages schloss er die Geschichte einige Jahre später dann doch ab und „The Hobbit“ erschien 1937. Aufgrund des großen Erfolgs dieses ersten Buches, das die Vorgeschichte zum „Herrn der Ringe“ lieferte, drängte der Verlag auf eine Fortsetzung. Die Arbeit am „Herrn der Ringe“ selbst zog sich über 13 Jahre hin (1936-1949), 1954 erschienen die ersten beiden Bände der Trilogie, die Tolkien eigentlich immer als ganzes herausbringen wollte, da er der Ansicht war, man könne diese Geschichte nicht zergliedern.

Das Silmarillion, das Tolkien selbst als sein Lebenswerk betrachtete wurde erst 1977, vier Jahre nach seinem Tod, von seinem Sohn Christopher herausgegeben. Es ist „eine Erzählung von den Ältesten Tagen oder dem ersten Zeitalter der Welt“,4 schreibt Christopher Tolkien im Vorwort des Silmarillion. Er berichtet weiter, dass das Silmarillion eigentlich die älteste Schrift seines Vaters sei, deren grobe Entwürfe auf diversen Notizzetteln bis ins Jahr 1917 zurückreichen – also vor dem Zeitpunkt des berühmtgewordenen Satzes von dem Hobbit im Loch liegen. Auch wenn das „Silmarillion“ nicht von Anfang an diesen Namen trug und sich vermutlich erst im Lauf der Jahre zu seiner vollständigen Größe entwickelte, arbeitete Tolkien tatsächlich fast sein ganzes Leben lang, also sowohl vor als auch während als auch nach dem Verfassen des „Herrn der Ringe“, daran.

Tolkien hat bei der Entwicklung seiner Fiktion sowohl aus seiner eigenen Fantasie geschöpft, als auch bereits vorhandene Sagen in seine Erzählungen einfließen lassen. Neben germanischen und angelsächsischen Mythen haben ihn auch Motive aus dem alten und neuen Testament inspiriert.5 Es war Tolkien ein Anliegen, das „Sagenloch“ E nglands zu füllen. Er war der Meinung, England habe keine eigene Mythologie. Berühmte Erzählungen, wie die Sage um Arthus, seien nicht ursprünglich englisch und England brauche seine eigenen Mythen und Märchen. Tolkien ging bei seinen Entwicklungen allerdings mehr oder weniger planlos vor. Am Anfang stand nicht ein Konzept, sondern es kam nach und nach eins zum anderen. So begann er zunächst, die Sprache der Elben zu entwickeln und ihr dann einen historischen Hintergrund zu schaffen, woraus sich wieder neue Ideen ergaben und so weiter. Wenn man den „Herrn der Ringe“ liest, stößt man also nur auf die Spitze des Eisberges. Hinter alledem verbirgt sich noch viel mehr.6 Ich bin im Rahmen dieser Arbeit zunächst vom „Herrn der Ringe“ selbst ausgegangen und habe das Silmarillion dort zu Rate gezogen, wo es anders nicht weiterging.

3. Welche Motive treten auf

Auch ohne das Hinzuziehen des Silmarillions oder Hintergrundwissen aus anderen Primärquellen findet man beim Lesen des „Herrn der Ringe“ zahlreiche Andeutung auf die Unsterblichkeit verschiedenartigster Wesen seiner Fiktion. Dabei lassen sich formal drei Arten unterscheiden: das (künstlich) verlängerte Leben, das natürlich ewige Leben und die Auferstehung. Das verlängerte Leben tritt vor allem in der Betrachtung der Ringträger und der aus Númenor* abstammenden Menschen zutage – beide werden älter als die Natur es ihrem jeweiligen „Volk“ gestattet hätte. In Bezug auf das „ewige Leben“ wären besonders die Fragen nach Figuren wie Gandalf*, Sauron*, Tom Bombadil* und Völkern wie den Ents* oder den Elben zu stellen. Welchem Volk Mittelerdes gehören sie an? Gehören sie wirklich einem Volk an oder sind sie einzelne Individuen? Sind sie tatsächlich unsterblich oder nur besonders langlebig?

[...]


1 Quelle: www.poster.de

2 vgl. Tolkien, J.R.R.: „Der Herr der Ringe“, Krege, Wolfgang (Übers.), Stuttgart: Klett-Cotta 32001, S. 10: „Diese Geschichte wuchs sich [...]“

3 Krege, Wolfgang: „Handbuch der Weisen von Mittelerde“, Stuttgart: Klett-Cotta 1999, S. 64

4 Tolkien, J.R.R.: „Das Silmarillion“, Krege, Wolfgang (Übers.), Stuttgart: Klett-Cotta 1999, S. 7

5 vgl. Gloge, Andreas: “J.R.R.Tolkien‘s The Lord of the Rings: Vom Mythos zur Entstehung eines Genres“, Erster Deutscher Fantasy-Club: Sekundärliterarische Reihe, 43, Univ. M.A. Bremen, Passau: Fantasia, 2002

6 vgl. Grotta, Daniel: “Eine Biographie von J. R. R. Tolkien. Architekt von Mittelerde“, Baier, Sibylle (Übers.), Katwij aan Zeen: Qalandar 1979


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