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Scholary Paper (Seminar), 2001, 18 Pages
Author: Magistra Artium Katharina Kirsch
Subject: German Studies - Modern German Literature
Details
Institution/College: University of Bamberg (Lehrstuhl NDL)
Tags: Kindermörderin Wagner Figurenrede Sprache Sturm und Drang
Year: 2001
Pages: 18
Grade: 1.5
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-12508-6
File size: 200 KB
Ich habe versucht, sowohl in der Form wie auch im Inhalt der Figurenrede in Wagners Drama Hinweise für die soziale Einordenbarkeit der Figuren und ihre situationsbedingte innere Verfassung zu finden und darzustellen. Auch dass Wagner die Sprache als Mittel zur glaubwürdigen und damit für seinen moralischen Zweck wirksamen Wiedergabe seines Themas benutzte und so die Forderungen des Sturm und Drang nach Natürlichkeit mehr als erfüllte, ist Thema meiner Arbeit.
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Excerpt (computer-generated)
Die Kindermörderin von Heinrich Leopold Wagner - Figurenrede als Hinweis auf Situation und soziale Stellung der Figuren
1. Einführung 3
1.1 Sturm & Drang - Gesinnung und Sprache 3
1.2 Wagners Hintergrund 4
2. Figurenrede als Ausdruck der gesellschaftlichen Stellung und der emotionalen Situation bei 5
2.1. Martin Humbrecht 5
2.2. Frau Humbrecht 8
2.3. Magister Humbrecht 9
2.4 Evchen Humbrecht 10
2.5. Lieutenant von Gröningseck 12
2.6. Lisbet, Marianel, Wirtin, Frau Marthan, den Fausthämmern 14
3. Zusammenfassung 16
Literaturverzeichnis 18
1. Einführung
1.1 Sturm & Drang - Gesinnung und Sprache
"Es gibt also eine Sprache der Empfindung, die unmittelbares Naturgesetz ist." Herder als einer der Begründer des Sturm und Drang fordert in seiner Abhandlung über den Ursprung der Sprache das Erheben des ursprünglichen empfindsamen Sprechens über die "künstliche Sprache".
Um Heinrich Leopold Wagners Drama Die Kindermörderin genauer im Hinblick auf die sprachliche Gestaltung, insbesondere die Figurenrede, untersuchen zu können, möchte ich zunächst auf die Tendenzen der Sprache in der Zeit der sogenannten "Stürmer und Dränger" eingehen; und dies vor dem Hintergrund ihrer sozialen und künstlerischen Ambitionen.
Grundsätzlich ist es schwer, von einer poetischen Einheit des Sturm und Drang zu sprechen, da die Bewegung als solche Autonomie und Emanzipation der Individualität exzessiv betonte und in ihrem Protest gegen rationalistische Systematik es sich vielmehr zum Programm machte, feste Regeln zu durchbrechen als neue aufzustellen. Die Prinzipien der Aufklärung wurden weitergeführt. Etwa wurde Lessings Prinzip der poetischen Nachahmung weiterentwickelt zur Forderung nach einer schöpferischen Kraft des dichterischen Individuums.
Auf der einen Seite sah sich das künstlerische Genie als überhöhtes Wesen, griff aber gleichzeitig als Beleg für seine Hinwendung zum Volk die Sprache des Volkes und dessen Probleme auf. Bevorzugte Themen der Bewegung waren das an Widrigkeiten gescheitere Genie, das Recht auf Liebe, die Aufhebung der Ständeschranken, Naturverbundenheit, Kindesmord, Brudermord und soziale Ungerechtigkeit als solche. Gewollt wurde "die Konfrontation des Vollkommenheitsanspruches der Aufklärung mit den Unzulänglichkeiten der gesellschaftlich-historischen Wirklichkeit."
Das Drama sollte als Hauptform ihrer Dichtung über den künstlerischen Selbstzweck hinausgehen und offenbarend sein und sollte durch soziale Anklage eine Änderung der herrschenden sittlichen und gesellschaftlichen Zustände erstreben. Mit Herders Auffassung vom Dichter als Sprachschöpfer und "Hamanns Forderung, Dichtung habe charakteristisch, konkret, individuell zu sein, keine Idealisierung der Natur, sondern Wiedergabe ihrer vitalen Kraft" kann das der Bewegung zugrundeliegende Verständnis von Literatur gut umrissen werden. Die Wiedergabe dieser vitalen Kraft äußerte sich in einer "exaltierten, ungebändigten, doch gefühls- und ausdrucksstarken Sprache voll Ausrufe, halber Sätze und forcierter Kraftausdrücke" mit Neigung zum Volkstümlichen. Die Sprache sollte kräftig und spannungsgeladen sein . Genialität, Spontaneität, Individualität, Gefühl, Empfindung, Natürlichkeit und Originalität waren die Schlagworte dieser jungen Dichter, die sich so von den normierenden und rationalisierenden Vorstellungen ihrer Vorgänger befreien wollten.
[...]
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