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Autor: Susanne Grolle
Fach: Ethnologie / Volkskunde
Details
Tags: Leben, Aborigines, Teil, Natur
Jahr: 2001
Seiten: 48
Note: eins
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 1404 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-12511-6
ISBN (Buch): 978-3-638-69670-8
Zusammenfassung / Abstract
Die vorliegende Arbeit behandelt Entstehung und Entwicklung eines Volkes, das als eines der ältesten Naturvölker zu den Schätzen der Menschheit zählt. Es wurde darauf Wert gelegt, die Lebensweise, Spiritualität und Bedeutung der australischen Ureinwohner dem Leser näher zu bringen. Dies erscheint als eine wichtige Aufgabe in unserer heutigen Gesellschaft, die durch Ignoranz und Vorurteile gegenüber Naturvölkern wie den Aborigines geprägt ist. Ein Appell an das Gewissen zu mehr Toleranz, soll daher das höchste Ziel unserer Arbeit sein. Der wissenschaftliche Teil dieser Arbeit bezieht sich groessten Teils auf der Untersuchung und bildliche Beschreibung der Lebensweise und Kultur der australischen Aborines.
Textauszug (computergeneriert)
Das Leben der Aborigines als Teil der Natur
Susanne Grolle
INHALTSVERZEICHNIS
Vorwort
I. Einleitung
II. Ursprung und Lebensweise
II.1. Besiedlung Australiens
II.2. Das Leben der Ureinwohner
II.3. Umgang mit der Natur
III. Spiritualität
III.1. Mythen
III.2. Totems und Rituale
III.3. Kunst und Körperkult
IV. Konfrontation zweier Kulturen
IV.1 Erster Kontakt mit weißen Siedlern
IV.2. Aborigines heute
IV.2.1. Soziale Situation
IV.2.2. Wirtschaftliche Ausbeutung des Landes
IV.2.3. Rechtliche Situation
V. Zusammenfassung
VI. Literaturverzeichnis
VII. Anhang
VII.1. Zeittafel
VII.2. Anlagen
VII.3. Versicherung
Vorwort
Die vorliegende Arbeit behandelt Entstehung und Entwicklung eines Volkes, das als eines der ältesten Naturvölker zu den Schätzen der Menschheit zählt.
Wir als Autoren legten darauf Wert, die Lebensweise, Spiritualität und Bedeutung der australischen Ureinwohner dem Leser näher zu bringen. Dies erscheint uns als eine wichtige Aufgabe in unserer heutigen Gesellschaft, die durch Ignoranz und Vorurteile gegenüber Naturvölkern wie den Aborigines geprägt ist. Ein Appell an das Gewissen zu mehr Toleranz, soll daher das höchste Ziel unserer Arbeit sein.
Dabei stießen wir auf einige Probleme, von denen sich manche lösen ließen aber bei anderen mußten Kompromisse eingegangen werden. Ein solcher war zum Beispiel die Anwendung unterschiedlicher Zeitformen. Bei der Beschreibung der Lebensweise und dem damit verbundenen Umgang mit der Natur wurde bei nicht mehr existenten Handlungen das Präteritum und bei heute noch üblichen oder möglichen Vorgehensweisen das Präsens verwendet.
Trotz Schwierigkeiten , Mühen und großem Zeitaufwand hat uns die Arbeit an diesem Thema sehr viel Freude bereitet und zu der Erweiterung unseres geistigen Horizontes beigetragen. Wenn ein persönlicher Dank hier seinen Ort finden darf, so ist es ein siebenfacher: er gilt unseren Familien, die uns in allen Phasen der Arbeit beistanden, Joist Grolle, der uns bei vielen formellen Problemen half, Annegret Rühle, die uns fachlich Tips und Anregungen gab, Rowina, ein Aborigine, die eine von uns persönlich kennenlernen und interviewen durfte und schließlich unseren Betreuern an der Schule Frau Bräutigam und Frau Müller, die das Entstehen jedes Kapitels dieser Arbeit mit ihrem Rat verfolgten.
I. Einleitung
Die Faszination eines Landes wird ausgelöst durch einzigartige Landschaftsformen, durch Vegetation oder durch exotische Tierarten, die von der Norm des Betrachters abweichen.
Derartige Gedanken sind auch in den Köpfen der Menschen zu finden, wenn sie an Down Under denken, einer anderen Bezeichnung für Australien. Aber es sind nicht nur diese Art von Dingen, die die Fremdheit eines Kontinents ausmachen. Dieses Land hütet seit mehr als 40.000 Jahren die Geheimnisse der Lebensweise eines Naturvolkes und dessen Kultur - die der Aborigines. Diese Bezeichnung wird aber keinesfalls im abwertenden Sinn verwendet. Sie stammt ab von dem lateinischen Ausdruck ab origine, was ,,in freier Übersetzung bedeutet: jemand, der von Anfang an da war"1.
Im Gegensatz zu uns verfügten diese Ureinwohner über ein derart komplexes Wissen über die Natur, die Lebewesen und über die Menschen, die diesen Lebensraum bewohnen. Die Erde wurde von ihnen als heiliger Nährboden und Lebensquell bezeichnet, was besagt, mit der Natur in Einklang zu leben und sie nicht zu zerstören. Weder Geld noch Besitz ist ein Privileg ihrer Gesellschaft. Wir, die wir uns Mitglieder einer zivilisierten Gesellschaft nennen, haben bei so einer Art von Leben wie dem der Aborigines meist den Gedanken von Primitivität im Hinterkopf.
Da dieser Fakt keineswegs zutrifft, möchten wir mit der nachfolgenden Abhandlung das Verständnis und Interesse für ihre Art von Zivilisation und die damit verbundene Spiritualität wecken. Dabei sind aber auch die negativen Auswirkungen aufzuzeigen, die ihnen die übergestülpte Lebensweise des weißen Mannes angetan hat.
II. Ursprung und Lebensweise
II.1 Die Besiedlung Australiens
Australien ist seit ca. 120.000 Jahren von den restlichen Landmassen isoliert. Daher ist es leicht vorzustellen, daß dieser Kontinent in Hinsicht auf seine Entwicklung gesondert von der Welt betrachtet werden muß. So überlebten dort z.B. bestimmte Tier- und Pflanzenarten, die auf anderen Teilen der Erde schon längst ausgestorben waren. Zur Zeit der Abtrennung vom Urkontinent Gondwanaland vor etwa 200 Millionen Jahren lebten in Australien eierlegende Kloakentiere und altertümliche Beuteltiere.
Einige prähistorische Tiere und Pflanzen haben als "lebende Fossilien" bis heute überlebt. Zu diesen zählt der Lungenfisch ( neoceratus ), der nur im Mary River und einigen anderen Flüssen im Südosten Queenslands zu finden ist. Das Schnabeltier ( platypus ), der Schnabeligel ( echidna ) und die Marienpalmen im Palm Valley sowie die Macrozamia - Palmen in Zentral-Australien zählen auch zu den "Ureinwohnern" Australiens.
Nun stellt sich die Frage, wie ein Kontinent, der weit ab, ohne Verbindung zu weiteren Landmassen liegt, besiedelt werden konnte.
Zwar sank der Meeresspiegel zwischenzeitlich auf unter 50m unter den heutigen, jedoch kam es nie zu einer vollständigen Landbrücke zwischen Australien und Südostasien. Damit waren Australien und Neuguinea mit dem Sahul Shelf, einer Tiefebene, durch welche die südlichen Inseln Indonesiens an die Küste der Kimberlys heranreichte, miteinander verbunden. Aus diesem Grund blieb Australiens frühzeitlicher Mikro-Organismus erhalten. Am wahrscheinlichsten ist, daß die ersten Siedler Australiens vor etwa 40.000 bis 120.000 Jahren Menschen vom asiatischen Kontinent waren. Damit können die ,,australischen Aborigines die älteste kontinuierliche Kultur der Erde ihr eigen nennen"2. Vermutlich kamen die ersten Menschen entweder aus Neugier oder durch Klimaveränderungen durch ein Von-Insel-zu-Insel-"Springen" nach Australien. Sobald die Nomaden einmal Timor oder eine andere in der Nähe gelegene Insel erreicht hatten, konnten sie von hier aus Rauch am entfernten australischen Kontinent sehen. Blitze im trockenen Grasland können Buschfeuer erzeugen, die diese Rauchsäulen, die bis zu 110 km Entfernung sichtbar seien können, erklären würden.
Die Ankömmlinge erreichten wahrscheinlich mit Bambus- oder Mangrovenholzflößen Australien und brachten schon einen großen Teil ihres Wissens und Brauchtums in die "neue Welt" mit. Dieses Wissen haben sie bis heute nicht verloren, doch sie haben es ergänzt und weiterentwickelt.
Die Menschen asiatischen Ursprungs sahen sich mit einem neuen, für sie völlig unbekannten Lebensraum konfrontiert, der aufgrund der Isolation des Kontinents keinem anderen auf der Erde glich. Was als Zeugnis eines langsamen Evolutionsvorganges übrigblieb, waren die Beuteltiere. Es wird allerdings nicht ausgeschlossen, daß die ersten Menschen Australiens den letzten Spezies der riesigen Urzeittiere begegnet sind, wie dem Riesenkänguruh ( Procoptodon ) und dem größten von allen, dem Wombat oder Diprotodon, einem Tier so groß wie ein Nashorn. Im Gegensatz zu Krokodilen und Thylacoleos, einem großen raubenden Beuteltier, stellten jene Tiere keine Bedrohung dar, da sie reine Pflanzenfresser waren.
[...]
1Dehne, Anne: Reiseführer, Berlin 1999, S.77.
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