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Scholary Paper (Seminar), 2004, 16 Pages
Author: Gaby Grünsfelder
Subject: German Studies - Modern German Literature
Details
Institution/College: Johannes Gutenberg University Mainz (Germanistik)
Tags: Mythische, Elemente, Kinder-, Jugendliteratur, Beispiel, Harry, Potter, Kinder-, Jugendbuch
Year: 2004
Pages: 16
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 14 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-38919-8
File size: 206 KB
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Excerpt (computer-generated)
Mythische Elemente in der phantastischen Kinder- und
Jugendliteratur; erarbeitet am Beispiel Harry Potter
von: Gaby Grünsfelder
Inhaltsverzeichnis
1. Was haben Mythen mit phantastischer Kinder- und Jugendliteratur zu tun? 3
2. Was versteht man unter Mythen? 3
3. Wie der Mythos in die Literatur kam 5
4. Mythische Elemente in Rowlings „Harry Potter und der Stein der Weisen“ 6
4.1 Einleitung 6
4.2 Die mythische Grundstruktur 7
4.2.1 Moderne Deutung der mythischen Heldenerzählung 7
4.2.2 Kampf des Guten gegen das Böse 8
4.2.3 Mythische Grundfragen 8
4.3 Auftauchen mythischer Elemente und Figuren 9
4.3.1 Magie 9
4.3.2 Lord Voldemort 9
4.3.3 Fluffy 9
4.3.4 Zentauren 10
4.3.5 Einhorn 10
4.3.6 Professor Quirrell 10
4.3.7 Drache 11
4.3.8 Der Riese Hagrid 11
5. Namen mythischen Ursprungs in „Harry Potter und der Stein der Weisen“ 11
5.1 Minerva McGonagall 12
5.2 Argus Filch 12
5.3 Circe 12
6. Wirkung der mythischen Elemente 13
7. Literaturverzeichnis 15
1. Was haben Mythen mit phantastischer Kinder- und Jugendliteratur zu tun?
Mythen spielen, wie in dieser Hausarbeit deutlich werden soll, für die Literatur seit jeher eine wichtige Rolle und sind daher auch für die phantastische Kinder- und Jugendliteratur von Bedeutung. Dies kann man z.B. auch einem Band der Reihe „Praxis Lesen“ entnehmen, in dem intertextuelle Bezüge und mythisches Denken als wichtige Merkmale der phantastischen Kinder- und Jugendliteratur aufgeführt werden.1 Um die intertextuellen Bezüge herzustellen, schöpfen die Autoren aus einem Fundus, der neben Märchen und „kanonisch gewordener Phantastik“ unter anderem auch mythische Elemente enthält, z.B. „Drachen, […] Halb-Mensch-halb-Tier-Wesen, Hexen, […] und Riesen“.2
Diese Arbeit wird sich mit genau diesem oft genutzten Mittel, dem Aufgreifen und Abwandeln mythischer Elemente , beschäftigen und diese Thematik stellvertretend für viele andere Werke am konkreten Beispiel von Rowlings „Harry Potter und der Stein der Weisen“3 erarbeiten. Dabei wird deutlich werden, dass Rowling erstaunlich viele mythische Namen, Fabelwesen und Erzählmotive verarbeitet hat. „Harry Potter“ bietet sich für diese genauere Betrachtung an, da es zurzeit wohl kaum ein anderes aktuelles Werk der phantastischen Kinder- und Jugendliteratur gibt, das derart breitflächig, besonders auch im deutschsprachigen Raum, rezipiert wird.
2. Was versteht man unter Mythen?
Auch in der heutigen Zeit sind Götter- und Heldensagen, oder zumindest viele von ihren Gestalten und Geschichten, noch vielfach gegenwärtig. Mythische Figuren und andere Elemente aus der Mythologie begegnen uns nicht nur in der Literatur und in darstellender und bildender Kunst; mythische Vorstellungen prägen sogar unsere Umgangssprache.4
Das Wort „Mythos“ stammt ursprünglich aus dem Griechischen und bedeutet „Wort“, „Rede“, „Erzählung“, „Geschichte“. Es bezeichnet „die bildhafte Erzählung eines Volkes über wunderbare Ereignisse und Begebenheiten“,5 die „vom Ursprung allen Seins, vom Sinn des Lebens, [„von der Stellung des Menschen in der Welt“6], vom Werden und vom Vergehen“7 erzählen. Oft beschäftigt er sich auch mit dem ewigen Widerstreit zwischen Gut und Böse. Fast alle Völker der Vergangenheit und der Gegenwart erzähl(t)en sich Mythen,8 um Antworten auf die Grundfragen des Daseins zu finden. „Der Mythos unterhält und befriedigt [somit] Neugier und Wissensdurst, er interpretiert den Sinn der Dinge und hilft, diese einzuordnen. Er beseitigt Ungewissheit und Angst.“9 Mythisches Denken beeinflusste und prägte die Gedankenwelt und die gesamte Kultur des Menschen10 und übt daher auch heute noch eine große Faszination auf uns aus; Mythen sind „überzeitlich[…] und zeitlos[…]“11 und vielfach noch heute lebendig. Der beste Beweis dafür, dass mythisches Denken selbst in den Köpfen der modernen westlichen Gesellschaften noch verwurzelt ist, ist, dass auch wir uns selbst heute noch neue Mythen schaffen. Ein Beispiel dafür ist der Film-Zyklus „Star Wars“.12
3. Wie der Mythos in die Literatur kam
Gottfried Wurst sagt, Mythen sind „die Triebfeder […] für den Stoff, aus dem unsere Träume sind“. Er sieht darin „den Succus aller Märchen und Geschichten“ und ist sich sicher: „Altbekannte Bausteine antiker Mythologie“ sind „die Elemente, aus denen die Stories gemacht sind .“13 Er scheint nicht ganz unrecht zu haben, denn der Grundgedanke, Elemente aus Mythen und Märchen aufzugreifen, ist alles andere als eine neue Idee; im Gegenteil: Auf bewährte mythische Elemente und Motive erneut zurückzugreifen und sie mit eigenen Deutungen anzureichern ist schon seit langer Zeit sehr beliebt. Dies hat einen ganz einfachen Grund: So wie Mythen die Menschheit immer schon beschäftigt haben, tun sie dies auch weiterhin, weil mit dem Rückgriff auf bekannte mythische Elemente das alte Grundbedürfnis des Menschen, die Grundfragen des Daseins und den Sinn der Dinge verstehen zu wollen, angesprochen wird.
[...]
1 Jörg Knobloch: Vorbemerkungen. Fantastische Kinder- und Jugendliteratur. In: Praxis Lesen: z.B. Fantastische Geschichten. Alice, Krabat, Matilda, Harry Potter u.a. Hg. v. Jörg Knobloch. Lichtenau: AOL, 2002. S.6-8.
2 „Harry Potter“ in der Schule. Didaktische Annäherungen an ein Phänomen. Hg. v. Jörg Knobloch. Mülheim an der Ruhr: Verlag an der Ruhr, 2001. S.25.
3 Joanne K. Rowling: Harry Potter und der Stein der Weisen. Hamburg: Carlsen, 1998. (Dieser Titel ist im Folgenden sowohl im Text als auch in den Fußnoten als „Harry Potter“ abgekürzt.)
4 Wir täglich Wörter mythischen Ursprungs, ohne uns dessen überhaupt bewusst zu sein. (z.B. „becircen“, „Achillessehne“, „Ödipus-Komplex“, „Sirene“, „Dämon“, u.v.a) siehe Gerhard J. Bellinger: Lexikon der Mythologie. 3100 Stichwörter zu den Mythen aller Völker. Augsburg: Bechtermünz Verlag, 1997. S.488ff.
5 Bellinger: Lexikon der Mythologie, S.328f.
6 Bellinger: Lexikon der Mythologie, S.5.
7 Gottfried Wurst: Harry Potter. Eine heilsame Aufregung. In: „Alohomora!“. Ergebnisse des ersten Wiener Harry-Potter-Symposiums. Hg. v. Heidi Lexe. Wien: Edition Präsens, 2002 (Kinder- und Jugendliteraturforschung in Österreich; 2). S. 97-108. Zitat S.100.
8 Bellinger: Lexikon der Mythologie, S.5.
9 Bellinger: Lexikon der Mythologie, S.7.
10 Jörg Knobloch: Die Zauberwelt der Joanne K. Rowling. Hintergründe und Facts zu „Harry Potter“. Mülheim an der Ruhr: Verlag an der Ruhr, 2000. S.85f.
11 Bellinger: Lexikon der Mythologie, S.7.
12 Wurst: Harry Potter. Eine heilsame Aufregung, S.100.
13 Wurst: Harry Potter. Eine heilsame Aufregung, S.100f.
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