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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2005, 24 Pages
Author: Katrin Zielina
Subject: American Studies - Literature
Details
Institution/College: University of Frankfurt (Main) (Institut für England- und Amerikastudien)
Tags: Fashion, Kate, Chopins, Awakening, Weibliche, Subjektivität, Roman, Jahrhunderts
Year: 2005
Pages: 24
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 7 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-38952-5
ISBN (Book): 978-3-638-65550-7
File size: 289 KB
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Abstract
Jahrhunderte lang bekleideten sich die Menschen zum Schutz vor Kälte, Hitze oder ähnlichen Umwelteinflüssen. Als man aber nicht mehr länger Bärenfelle trug und man mehrere verschiedene Garderoben zum Wechseln besaß, bemerkte man recht schnell, dass die Kleidung weitaus mehr zu bieten hatte als den rein funktionalen Schutzaspekt. Man konnte nun auch Gefühle und innere Stimmungen unausgesprochen ausdrücken und dies ist bis heute so geblieben. Nach wie vor trägt man in unserer Kultur Schwarz bei Trauerfällen, Weiß bei Hochzeiten oder elegante, luxuriöse Kleidung zu festlichen Anlässen. Heute ist es jedoch zudem möglich, offen seine Gefühle zu äußern, ohne dies subtil über die Kleidung tun zu müssen. Es gibt bei weitem keine so strengen Konventionen mehr wie im 19. Jahrhundert, die die angemessene Kleidung vorschreiben. Im 19. Jahrhundert war es vor allem für die Frau noch schwierig, ihre Gefühle und Einstellungen auf direktem Weg zu äußern, sofern sie nicht dem traditionellen Rollenbild entsprachen. Aus diesem Grund musste die Frau eine passende Möglichkeit finden, dies versteckt zu tun. Mit der Wahl der Farbe und der Art ihrer Garderobe konnte die Frau ihrer Umwelt mitteilen, in welcher seelischen Verfassung sie sich befand. Edna Pontellier ist eine dieser Frauen. In Kate Chopins The Awakening findet sich neben verschiedenen anderen Bildern wie die Vögel, das Meer oder die Musik, die Kleidung als eine zentrale Metapher im Verständnis von Edna Pontelliers Erwachen. Die Kleidung und das Ablegen dergleichen haben einen stark symbolischen Charakter, da mit der Beschreibung von Ednas Kleidung ihre Gefühle und ihre allmähliche Veränderung auf subtilem Weg übermittelt werden können. Ziel dieser Arbeit ist es, die Veränderungen in Ednas Wahl der Kleidung und die damit einhergehenden Veränderungen in ihrem Denken zu beschreiben und zu analysieren.
Excerpt (computer-generated)
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Weibliche Subjektivität im Roman des 19. Jahrhunderts
Fachbereich 10 Neuere Philologien
Institut für England- und Amerikastudien
07. Fachsemester
Fashion in Kate Chopins "The Awakening"
von: Katrin Zielina
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Mode am Ende des 19. Jahrhunderts 4
2.1 Geschichte der Mode 4
3. Entwicklung des Kleidungsstils von Edna Pontellier 12
3.1 Gründe für den Suizid 19
4. Zusammenfassung und Fazit 21
5. Literatur 24
1. Einleitung
Jahrhunderte lang bekleideten sich die Menschen zum Schutz vor Kälte, Hitze oder ähnlichen Umwelteinflüssen. Als man aber nicht mehr länger Bärenfelle trug und man mehrere verschiedene Garderoben zum Wechseln besaß, bemerkte man recht schnell, dass die Kleidung weitaus mehr zu bieten hatte als den rein funktionalen Schutzaspekt. Man konnte nun auch Gefühle und innere Stimmungen unausgesprochen ausdrücken und dies ist bis heute so geblieben. Nach wie vor trägt man in unserer Kultur Schwarz bei Trauerfällen, Weiß bei Hochzeiten oder elegante, luxuriöse Kleidung zu festlichen Anlässen. Heute ist es jedoch zudem möglich, offen seine Gefühle zu äußern, ohne dies subtil über die Kleidung tun zu müssen. Es gibt bei weitem keine so strengen Konventionen mehr wie im 19. Jahrhundert, die die angemessene Kleidung vorschreiben.
Im 19. Jahrhundert war es vor allem für die Frau noch schwierig, ihre Gefühle und Einstellungen auf direktem Weg zu äußern, sofern sie nicht dem traditionellen Rollenbild entsprachen. Aus diesem Grund musste die Frau eine passende Möglichkeit finden, dies versteckt zu tun. Mit der Wahl der Farbe und der Art ihrer Garderobe konnte die Frau ihrer Umwelt mitteilen, in welcher seelischen Verfassung sie sich befand. Edna Pontellier ist eine dieser Frauen.
In Kate Chopins The Awakening findet sich neben verschiedenen anderen Bildern wie die Vögel, das Meer oder die Musik, die Kleidung als eine zentrale Metapher im Verständnis von Edna Pontelliers Erwachen. Die Kleidung und das Ablegen dergleichen haben einen stark symbolischen Charakter, da mit der Beschreibung von Ednas Kleidung ihre Gefühle und ihre allmähliche Veränderung auf subtilem Weg übermittelt werden können. Ziel dieser Arbeit ist es, die Veränderungen in Ednas Wahl der Kleidung und die damit einhergehenden Veränderungen in ihrem Denken zu beschreiben und zu analysieren.
Zunächst werde ich die Mode gegen Ende des 19. Jahrhunderts beschreiben, um anschließend die verschiedenen Garderoben von Edna Pontellier und die Kleidungsmetaphern vor und nach Ednas Metamorphose genauer betrachten zu können. Bei der Beschreibung der Mode beschränke ich mich auf die letzten ca. 20 bis 30 Jahre des Jahrhunderts, da der Roman im Jahr 1899 spielt, und Edna und die übrigen Frauen stets nach der aktuellen Mode gekleidet waren, da dies ihre soziale Stellung verlangte. Allein die Beschreibung der letzten fünf Jahre hätte nicht genügt, da auf diese Weise die neuesten Veränderungen und Einflüsse früherer Mode nicht hätten berücksichtigt werden können. Zudem werde ich beschreiben, welche Garderobe zu welcher Tageszeit und zu welchem Anlass getragen werden sollte und welche zusätzlichen Punkte eine Frau zu beachten hatte, wenn sie sich ankleiden wollte.
Weiterhin werde ich Edna mit Adèle Ratignolle und Mademoiselle Reisz und deren Art sich zu kleiden vergleichen. Letztlich schließt Edna ihre Veränderung und ihr Erwachen dennoch mit dem Suizid ab. Ich werde die möglichen Gründe für diesen Selbstmord aus einigen Ansichten in der Literatur zusammentragen und daraus ein Fazit ziehen.
2. Mode am Ende des 19. Jahrhunderts
2.1 Geschichte der Mode
In den letzten 20 bis 30 Jahren des 19. Jahrhunderts fand ein deutlicher Wandel der damaligen Mode statt. Die Frau wollte nun bequemere, alltagstauglichere Kleidung tragen statt der meterweisen und kiloschweren Stoffe, die für die oberen Gesellschaftsschichten üblich waren. Bis zu dieser Zeit war es ausschließlich den Männern und den Kindern vorbehalten Kleidung zu tragen, welche nicht bei jeder auch noch so geringen Anstrengung ein Hindernis darstellte und die Bewegungsfreiheit stark einschränkte (Byrde 69). Doch trotz einer Veränderung zu praktischerer und komfortablerer Kleidung war wohl kein Abschnitt des 19. Jahrhunderts so streng und restriktiv in Bezug auf die Kleidung wie diese letzten 30 Jahre.
Etwa um 1874 wurde noch der so genannte „Brustharnisch“ von der Frau getragen, ein Mieder, welches die Rundungen um die Hüften verschwinden ließ, so dass das Gesäßpolster noch weiter unten getragen wurde. Das Mieder war jacken- oder westenähnlich geschnitten und war mit Stehbündchen am Hals hoch geschlossen (Liegl-Raditschnigg 53). Der Rock der Kleider wurde länger, das Gesäßpolster enger und der Stoff des Rockes endete nicht selten in einer Schleppe. Diese Gesäßpolster wurden „Turnüre“ genannt, ein Gestell aus Stahlschienen und Fischbeinstäben, welches wie ein Hufeisen um das Gesäß gelegt wurde und mit Bändern an der Taille befestigt werden konnte. Noch bis Mitte der 80er Jahre wurde es getragen. Die Turnüre betonte das Gesäß sehr stark, eine im Rücken gebundene riesige Schleife verstärkte diesen Effekt noch zusätzlich. Oft konnte der Rock auch in einer Schleppe enden (Liegl-Raditschnigg 53).
Ab 1876 trugen die Frauen die so genannte „Polonaise“, ein Mieder mit angenähtem Rock, welcher nicht mit Volants besetzt war, sondern glatt geschnitten und mit drei Nähten im Rücken einen schürzenähnlichen Effekt hatte (Byrde 72). Weiterhin sollte der Rock des Kleides eng um die Beine liegen, so dass das Kleid vorn wie eine Art Mumie aussah, hinten aber eine lange Schleppe hatte (Byrde 72).
Dennoch kam der Brustharnisch noch nicht aus der Mode. Dieses Mieder war aufgrund der fünf dichten Nähte im Rücken sehr eng. Diese Nähte verliefen von der Schulter bis zur Hüfte, wobei die Abnäher auf der Vorderseite kurz und eng beieinander lagen. Um den Effekt einer geraden und glatten Linie in der Körperhaltung zu intensivieren, konnte der Brustharnisch optional im Rücken geschnürt werden. Der Halsausschnitt war entweder rund und hochgeschlossen oder die Frau trug einen V-Ausschnitt mit einer Art Unterhemd aufgefüllt, welches passend zum Stoff des Kleides war. Die Ärmel des Kleides waren normalerweise auch sehr eng und gerade, am Handgelenk endete der Ärmel in einer angedeuteten Manschette. Etwa um 1870 wurden die Ärmel kürzer, man trug nun nur noch ¾ -Länge, auch bei normalen un-formellen Tageskleidern. Jedoch wurden nun lange Handschuhe getragen, die den Rest des Unterarmes bedeckten (Byrde 72).
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