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Autor: Tobias Jantz
Fach: Sport - Sportgeschichte
Details
Tags: Fußballs, Welt, Internationale, Fußballturniere, Weltmeisterschaften, Olympische, Spiele
Jahr: 2005
Seiten: 24
Note: gut
Literaturverzeichnis: ~ 15 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 258 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-38989-1
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entstehung internationaler Fußballturniere, insbesondere der Turniere der Olympischen Spiele und der WM-Turniere bis zum Jahre 1945. Teil 1 wurde von einem Kommilitonen bearbeitet.
Textauszug (computergeneriert)
OTTO-VON-GUERICKE-UNIVERSITÄT MAGDEBURG
INSTITUT FÜR SPORTWISSENSCHAFT
HAUPTSEMINAR ZUR SPORTGESCHICHTE
Der Weg des Fußballs um die Welt.
Internationale Fußballturniere bis 1945.
Weltmeisterschaften und Olympische Spiele
von: Tobias Jantz
INHALTSVERZEICHNIS
1 PROBLEMSTELLUNG 1
2 DIE VORAUSSETZUNGEN FÜR INTERNATIONALE FUßBALLTURNIERE 2
2.1 DIE VERBREITUNG DES FUßBALLS IN DER WELT 2
2.2 DIE GRÜNDUNG NATIONALER VERBÄNDE UND DER FIFA 4
2.3 ERSTE LÄNDERSPIELE UND INTERNATIONALE WETTBEWERBE 5
3 INTERNATIONALE FUßBALLTURNIERE 7
3.1 VORBEMERKUNGEN 7
3.2 DIE GENESE OLYMPISCHER FUßBALLTURNIERE BIS 1920 8
3.2.1 Paris und St. Louis – Ein erster Versuch 8
3.2.2 Von London bis Antwerpen – Fußball mit Turniercharakter 9
3.3 ERFOLGREICHE FUßBALLTURNIERE BEI OLYMPIA 1924 BIS 1936 11
3.3.1 Paris und Amsterdam – „Echte“ WM-Vorläufer 11
3.3.2 Fußball in Berlin – Ein letztes „Aufflackern“ 14
3.4 DIE WM-TURNIERE BIS 1938 15
3.4.1 Die WM wird beschlossen 15
3.4.2 Uruguay 1930 – Ein Auftakt mit Hindernissen 16
3.4.3 Italien 1934 – Fußball als Instrument der Politik 18
3.4.4 Frankreich 1938 – Südamerikaner boykottieren 19
4 SCHLUSSBETRACHTUNG 21
QUELLEN- UND LITERATURVERZEICHNIS 22
1 PROBLEMSTELLUNG
Der Fußball ist heute ein globaler Sport. Die FIFA zählte im Jahr 2000 in ihren 204 Verbänden 242 Millionen (Vereins-)Spieler, was etwa 4,1% der Weltbevölkerung entspricht. Die Fußballweltmeisterschaft ist nach den Olympischen Spielen das bedeutendste Sportereignis weltweit, allein bei der letzten WM-Endrunde wurden 28,8 Milliarden Fernsehzuschaltungen gezählt. Aber diesen Stellenwert musste sich das Turnier hart erkämpfen. Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, diesen „Kampf“ darzustellen. Es soll gezeigt werden, wie das WM-Turnier entstand und wie es sich etablierte.
Im ersten Teil werden die wichtigsten Voraussetzungen dafür dargelegt. Es wird gezeigt, wie der Fußball von England aus um die Welt ging. Weiterhin werden die nationalen Verbandsgründungen und die Gründung der FIFA angerissen, die für internationale Spiele von Bedeutung waren. Außerdem wird ein Überblick über die ersten Länderspiele gegeben, die jedoch noch Einzelereignisse waren. Dieser Teil soll dem Leser einen kurzen Überblick zur Ausgangssituation geben. Im zweiten Abschnitt, dem Schwerpunkt der Arbeit, wird die Entstehung der WM beschrieben. Da diese über die olympischen Fußballturniere ging, wird die Entwicklung des olympischen Fußballs erläutert. Die FIFA, die ein steter Begleiter dieser Turniere war, soll dabei stets im Auge behalten werden. Es werden dabei jedoch keine Turnier- oder gar Spielberichte gegeben, sondern es sollen Probleme und markant e Einschnitte in der Entwicklung gezeigt werden. Die Betrachtung wird mit dem letzten Vorkriegsturnier 1938 abgeschlossen werden. Zu diesem Zeitpunkt war das WM-Turnier etabliert und der olympische Fußball hatte endgültig an Bedeutung verloren.
2 DIE VORAUSSETZUNGEN FÜR INTERNATIONALE FUßBALLTURNIER
2.1 Die Verbreitung des Fußballs in der Welt
Als „Erfinder und Exporteur“ des modernen Fußballs gilt zweifellos und zu Recht England. Von dort aus begann das Spiel seinen Siegeszug um die Welt. In diesem Kapitel soll überblicksartig gezeigt werden, wie dies vonstatten ging und wo und warum sich der Fußball etablieren konnte bzw. wo und warum nicht. Der Fußball breitete sich, wie Schulze-Marmeling (zuletzt 2004, S. 11) mehrfach betont, binnen nur einer Generation global aus. Als verantwortlich dafür sieht er die Existenz des britischen Empires – etwa ein Drittel des Weltterritoriums war unter direkter britischer Kontrolle. Aber auch die vom Empire politisch unabhängigen Territorien standen mit Britannien im Kontakt. Es wurde Handel betrieben, britische Unternehmen produzierten dort, britische Techniker, Ingenieure, Angestellte oder Studenten lebten und arbeiteten in weiten Teilen der Erde. Die englische Kultur wurde in nahezu jeden Winkel der Welt getragen und mit ihr der Fußball. Unterstützt wurde dieser Kulturtransfer v.a. von den Erfindungen der Zeit im Bereich des Verkehrswesens: Die Dampfschifffahrt, die Erfindung der Eisenbahn und später des Autos waren die Garanten für jedwede Globalisierung.
Im kontinentalen Europa war das erste dem Fußball zugewandte Land die Schweiz. Die vielen dort lebenden Briten machten das Spiel populär und bescherten den Eidgenossen den Ruf, talentierte Spieler und Trainer zu haben, die jedoch i.d.R. in Frankreich oder Italien tätig waren (vgl. Schulze-Marmeling, 2000, S. 48). Auch Dänemark, das enge ökonomische Beziehungen zu England unterhielt, ist eines der Länder, das sich des Fußballs schnell annahm. Die Dansk Boldspil Union, die im Mai 1889 gegründet wurde, war der erste nationale Fußballverband außerhalb Großbritanniens. In den Niederlanden, in denen im selben Jahr ein Verband gegründet wurde, erhielt der Fußball einen Schub in der Boomphase der Textilindustrie, in der viele britische Arbeiter angeworben wurden (vgl. Schulze-Marmeling, 2000, S. 48). Allgemein ist festzustellen, dass die ersten Fußballteams in Europa auf Initiative dort ansässiger Briten entstanden. Das geschah v.a. in den Seehafenstädten im Mittelmeer-, Nord- und Ostseeraum sowie in der Schweiz.
Südamerikas erste Fußballhochburg war Buenos Aires. Die Stadt war die größte britische Gemeinschaft 1 außerhalb des Empires und die Briten, Argentiniens wichtigster Handelspartner, brachten neben Golf, Polo, Rudern und Rugby auch den Fußball mit in die neue Heimat. Bereits 1867 wurde mit dem Buenos Aires FC der erste Fußballklub Südamerikas gegründet, dessen Mitglieder jedoch bald zum Rugby konvertierten. 1893 wurde der Argentinische Fußballverband ins Leben gerufen, der sich der FA anschloss. Die Tatsache, dass Englisch bis 1906 die offizielle Verbandssprache war, zeigt die enge Verbundenheit des argentinischen Fußballs mit dem Englands. Während sich der Fußball in Uruguay ähnlich schnell verbreitete, ging die Entwicklung in Brasilien langsamer vonstatten. An der Verbreitung des Spiels waren nicht nur Engländer beteiligt und so kam es erst 1895 in Sao Paulo zum ersten Spiel in Brasilien (vgl. Schulze-Marmeling, 2000, S. 55-57).
Das erste Fußballmatch auf afrikanischem Boden fand wohl 1841 in Nigeria statt. Zur ersten afrikanischen Fußballkapitale wurde jedoch Kairo. Mit der Ankunft der britischen Besatzungsmacht 1882 erhielt auch das runde Leder Einzug in Ägypten. Aufgrund seiner großen Kolonialgebiete und dem damit erwachsenen Einfluss war aber Frankreich der führende „Fußballmissionar“ auf dem schwarzen Kontinent. Der afrikanische Fußball war, ab den 1920er Jahren durch die französische Regierung unterstützt, eng mit dem Frankreichs verzahnt.
[...]
1 1890 lebten ca. 40.000 Briten in Buenos Aires.
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