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Das Sozialisationskonzept von K. Hurrelmann - Zur Bedeutung der Sozialisation für die Gesundheit

Hausarbeit, 2005, 19 Seiten
Autor: Christian Ackermann
Fach: Pflegemanagement / Sozialmanagement

Details

Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2005
Seiten: 19
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 9  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V40577
ISBN (E-Book): 978-3-638-39068-2
ISBN (Buch): 978-3-638-76277-9
Dateigröße: 186 KB

Zusammenfassung / Abstract

Ausgehend von der Erkenntnis, dass eine Ausweitung des etablierten Gesundheitssystems mit seiner biomedizinischen Fokussierung auf die akute Patientenversorgung, bei einer sich stetig verändernden demographischen Entwicklung in der Gesellschaft mit ihren neuen Herausforderungen, keine signifikante Verbesserung des Gesundheitsstatus der Gesamtbevölkerung mehr erwarten lässt, hat zu einer Neu- bzw. Wiederentstehung der Gesundheitswissenschaften ab den 1970er Jahren in Deutschland beigetragen. Sie knüpft dabei an die Tradition der Sozialmedizin und der öffentlichen Gesundheitsversorgung des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts an und bezieht neueste Impulse aus der Public-Health-Bewegung. Kennzeichnend für die neue Disziplin ist ihr interdisziplinärer Ansatz aus Soziologie, Biomedizin, Psychologie und Pflegewissenschaft aber auch aus Sozialpädagogik, Gesundheitsökonomie und der Betriebswirtschaft mit dem Ziel, „… die somatischen, psychischen, sozialen und ökologischen Bedingungen der Gesunderhaltung zu erforschen und hieraus Konsequenzen für die Gestaltung des Gesundheitssystems abzuleiten …“ (HURRELMANN/LAASER 1998, 20). Entsprechend dieser Zielsetzung gilt es, die Definitionen von Sozialisation und Gesundheit herauszuarbeiten und ihre ursächliche Bedeutung für Ressourcen und Risiken der Gesundheitsentwicklung im Lebensverlauf des Einzelnen darzustellen.


Textauszug (computergeneriert)

Das Sozialisationskonzept von K. Hurrelmann –
Zur Bedeutung der Sozialisation für die Gesundheit

von: Christian Ackermann

 


Inhaltsverzeichnis

1. Gesundheitswissenschaften 3

2. Sozialisation und Gesundheit 3

2.1 Sozialisationstheorien und Persönlichkeitsentwicklung 4
2.2 Gesundheits- und Persönlichkeitsentwicklung 4
2.3 Belastungsfaktoren und Bewältigungsstrategien 5
2.4 Krankheitsursachen und Risikofaktoren 6
2.5 Ressourcen und Bedingungsfaktoren 6

3. Gesundheitsentwicklung im Lebensverlauf 7

3.1 Gesundheitsbedingende Einflussfaktoren in der Kindheit 7

3.1.1 Einflussfaktor Familienstrukturen 8
3.1.2 Einflussfaktor Interaktions- und Kommunikationsstile 9

3.2 Gesundheitsbedingende Einflussfaktoren in der Jugend 10

3.2.1 Einflussfaktor Pubertät 11
3.2.2 Einflussfaktor Schule und Berufsausbildung 11
3.2.3 Einflussfaktor Gleichaltrigengruppe 12

3.3 Gesundheitsbeding. Einflussfaktoren im Erwachsenenalter 13

3.3.1 Einflussfaktor berufliche Integration 13
3.3.2 Einflussfaktor Arbeitsbedingungen 13

3.4 Gesundheitsbedingende Einflussfaktoren im Alter 14

3.4.1 Einflussfaktor Austritt aus dem Berufsleben 15
3.4.2 Einflussfaktor physiologische Veränderungsprozesse 15

4. Resümee 16

5. Ausblick 17

Literaturverzeichnis 19

 


1. Gesundheitswissenschaften

Ausgehend von der Erkenntnis, dass eine Ausweitung des etablierten Gesundheitssystems mit seiner biomedizinischen Fokussierung auf die akute Patientenversorgung, bei einer sich stetig verändernden demographischen Entwicklung in der Gesellschaft mit ihren neuen Herausforderungen, keine signifikante Verbesserung des Gesundheitsstatus der Gesamtbevölkerung mehr erwarten lässt, hat zu einer Neu- bzw. Wiederentstehung der Gesundheitswissenschaften ab den 1970er Jahren in Deutschland beigetragen. Sie knüpft dabei an die Tradition der Sozialmedizin und der öffentlichen Gesundheitsversorgung des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts an und bezieht neueste Impulse aus der Public-Health-Bewegung.

Kennzeichnend für die neue Disziplin ist ihr interdisziplinärer Ansatz aus Soziologie, Biomedizin, Psychologie und Pflegewissenschaft aber auch aus Sozialpädagogik, Gesundheitsökonomie und der Betriebswirtschaft mit dem Ziel, „…die somatischen, psychischen, sozialen und ökologischen Bedingungen der Gesunderhaltung zu erforschen und hieraus Konsequenzen für die Gestaltung des Gesundheitssystems abzuleiten…“ (HUR-RELMANN/LAASER 1998, 20).

Entsprechend dieser Zielsetzung gilt es die Definitionen von Sozialisation und Gesundheit herauszuarbeiten und ihre ursächliche Bedeutung für Ressourcen und Risiken der Gesundheitsentwicklung im Lebensverlauf des Einzelnen darzustellen.

2. Sozialisation und Gesundheit

Der Zusammenhang von Sozialisation und Gesundheit ergibt sich wesentlich aus der Wechselbeziehung zwischen den sozialen, ökonomischen und ökologischen Lebensbedingungen des Einzelnen und seiner physi-schen und psychischen Gesundheitsentwicklung. Der Komplexität dieser Wechselbeziehungen folgend, wirken sich diese Lebensbedingungen entsprechend auf die Persönlichkeitsentwicklung aus und somit auch auf das Entstehen gesundheitlicher Risiken und entsprechender Ressourcen im Umgang mit diesen.

2.1 Sozialisationstheorien und Persönlichkeitsentwicklung

HURRELMANN definiert Sozialisation als einen „…Prozeß [!] der Konstituierung der Persönlichkeit in wechselseitiger Abhängigkeit von und in kontinuierlicher Auseinandersetzung mit der gesellschaftlich vermittelten sozialen und dinglich-materiellen Umwelt einerseits und der biophysischen Struktur des Organismus andererseits“ (HURRELMANN 1994, 15).

Dieser Definition folgend kann man Sozialisation als einen lebenslang andauernden komplexen Austausch- und Entwicklungsprozess des Individuums mit seiner Umwelt und seinen bio-psychischen Personenmerkmalen verstehen. Umwelt bezieht sich hierbei sowohl auf soziale Bindungen in Familie, Schule, Beruf und Freizeit, als auch auf ökologisch-ökonomische Rahmenbedingungen und soziale Schichtzugehörigkeit.

Der Mensch wird demgemäß in der Entwicklung seiner Persönlichkeit mittels seiner Umwelt und ebenso durch seine bio-psychischen Personenmerkmale geprägt und beeinflusst. Er gestaltet diese aber auch potentiell in einer interaktiven und interdependenten Wechselbeziehung, durch seine Person und sein Handeln für sich selbst und gemeinsam mit Anderen (Umwelt!). Dadurch wird der Einzelne vom passiven Rollen- und Symptomträger in einer funktionalen Umwelt zum aktiven Mitgestalter eigener sozialer Rollen, bio-psychischer Personenmerkmale und gemeinsam geteilter Realitäten und Umweltbedingungen. Folglich bezeichnet HURREL-MANN „Persönlichkeitsentwicklung …[als] eine ständige Abstimmung zwischen den eigenen körperlichen und psychischen Bedürfnissen und Möglichkeiten und den Vorgaben und Angeboten der sozialen und materiellen Umwelt“ (HURRELMANN 2000, 61).

2.2 Gesundheits- und Persönlichkeitsentwicklung

In Anlehnung an die WHO, die Gesundheit als einen Zustand des völligen körperlichen, psychischen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur als Zustand des Freiseins von Krankheit und Gebrechen definiert (vgl. WHO 2004) und in Abgrenzung zur biomedizinischen Sichtweise rein organischer Störungen innerhalb definierter Parameter, geht HURRELMANN in seinem Ansatz davon aus, dass „Gesundheit..den Zustand des objektiven und subjektiven Befindens einer Person [bezeichnet], der gegeben ist, wenn diese Person sich in den physischen, psychischen und sozialen Bereichen ihrer [Persönlichkeitsentwicklung in Einklang mit den eigenen Möglichkeiten und Zielvorstellungen und den jeweils gegebenen äußeren Lebensbedingungen befindet“ (HURRELMANN 1994, 16-17).

Demzufolge umfasst Gesundheit physische, psychische und soziale Anteile und ergibt sich aus den sozialen, kulturellen, ökologischen und ökonomischen Lebensbedingungen des Einzelnen, den damit verbundenen Anforderungen und Belastungen sowie den im Lebenslauf erworbenen und entwickelten Bewältigungsstrategien und Ressourcen.

[...]


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