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Simulationsmodelle in der evolutionären Theorie des ökonomischen Wandels von Nelson/Winter: Darstellung und kritische Analyse ihrer Bedeutung

Scholary Paper (Seminar), 2005, 19 Pages
Author: Thomas Fröhlig
Subject: Economics / Business: Business Management, Corporate Governance

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2005
Pages: 19
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 8  Entries
Language: German
Archive No.: V40617
ISBN (E-book): 978-3-638-39092-7

File size: 252 KB


Excerpt (computer-generated)

Simulationsmodelle in der evolutionären Theorie des
ökonomischen Wandels von Nelson/Winter: Darstellung
und kritische Analyse ihrer Bedeutung

von: Thomas Fröhlig

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung  V

2. Darstellung des Simulationsmodells V

2.1 Die Annahmen des Modells VI
2.2 Der Aufbau des Modells IX
2.3 Die Ergebnisse der Simulationsstudien XI

3. Kritische Analyse des Modells XIII

4. Fazit XVI

Anhang XVII

Literaturverzeichnis XVIII
 

 

1. Einleitung

Das Ziel dieser Arbeit ist die Darstellung des makroökonomischen Simulationsmodells von Nelson und Winter mit einer sich anschließenden kritischen Untersuchung, inwieweit sich das Modell für die Erklärung des ökonomischen Wandels eignet. In meinen Ausführungen stütze ich mich auf die Veröffentlichungen von Nelson und Winter aber aufgrund der ausführlicheren Darstellungen vor allem auf die Werke von Gerybadze, der unter anderem die Kritik an den Modellen sehr umfangreich behandelt, und Schwitalla, die die Darstellung der Annahmen und die Simulationsläufe ähnlich intensiv wie Gerybadze herausarbeitet.1 Nach einer kurzen Einordnung der Theorie gehe ich in Kapitel 2.1 aufgrund des besseren Verständnisses nachfolgender Ausführungen zuerst auf die im Modell getroffenen Annahmen ein, worauf in 2.2 der Ablauf der Simulationsläufe und das Modell an sich dargestellt werden. Dem schließt sich in 2.3 eine kurze Darstellung der Ergebnisse eines der von Nelson und Winter durchgeführten Simulationsexperimente an, um auch die Verwendung dieses Modells und dessen Ergebnisse zu verdeutlichen. Kapitel 3 umfasst eine ausführliche kritische Analyse des Modells im Hinblick auf die Generalisierbarkeit und den Erklärungswert der Ergebnisse des Simulationsmodells während in Kapitel 4 die wichtigsten Erkenntnisse noch einmal zusammengefasst werden.

2. Darstellung des Simulationsmodells

Die Simulationsmodelle der evolutionären Theorie des ökonomischen Wandels von Nelson und Winter sind entstanden aus der Zusammenführung und Weiterentwicklung mehrerer verschiedener Ansätze. Ausgangspunkt ist die Theorie Schumpeters, der die wirtschaftliche Entwicklung als evolutionären Prozess beschreibt, welcher von Innovationen neuer Güter, Methoden, und industrieller Organisationen vorangetrieben wird.2 Eine treffende Definition eines evolutionären Prozesses liefert Witt: „Evolution wird als Transformation eines Systems in der Zeit durch endogen erzeugten Wandel angesehen.“3

Weiterhin übernehmen Nelson und Winter von Schumpeter unter anderem die strikte Ablehnung des Gewinnmaximierungs- und Gleichgewichtsansatzes der Neoklassik, was allen evolutionären Theorien gemeinsam ist. Sie stellen der statisch, exogenen Betrachtungsweise von technischem Wandel in der Neoklassik ein dynamisches Modell gegenüber, dessen evolutionären Ansatz sie an die darwinistische Evolutionstheorie anlehnen und um die organisationstheoretischen Arbeiten vor allem von Simon aber auch von Cyert und March erweitern. 4 Mit der Entwicklung dieses Modells wird das Ziel verfolgt, die dynamischen Prozesse der wechselseitigen Einflussnahmen von Marktstruktur und technischer Entwicklung unter Einwirkung exogener technologischer Bedingungen und Verhaltensregeln von Firmen in einer Industrie zu beschreiben und deren Ergebnisse mit den Aussagen der so genannten Schumpeter-Hypothese zu vergleichen. 5 Vor der Darstellung der eigentlichen Simulationsabläufe sollen jedoch zuerst die getroffenen Annahmen geschildert werden.

2.1 Die Annahmen des Modells

Betrachtet wird eine Industrie mit N Unternehmen, von denen jedes einen Firmenzustand it Z aufweist, der sich aus dem Kapitalstock it K und der Kapitalproduktivität it A zusammensetzt. Die Summe aller Firmenzustände einer Periode t bildet den Industriezustand t Z , dessen Veränderung während der Simulationsläufe in Bezug auf Konzentrationsprozesse und technischen Wandel Gegenstand der Untersuchung ist (vgl. dazu auch Abb.1).6

1. Ein homogenes Gut: In der betrachteten Industrie mit N Teilnehmern wird lediglich ein homogenes Gut produziert.
2. Prozessinnovationen: Der technische Wandel wird allein durch Prozessinnovationen hervorgerufen (Produktinnovationen werden gänzlich ausgeklammert). Weiterhin wird angenommen, dass eine einmal durch FuE erreichte Kapitalproduktivität nicht wieder verringert werden oder verloren gehen kann.
3. Konstante Skalenerträge und Faktoreinsatzverhältnisse: Die Produktionstechniken aller Firmen weisen gleich bleibende Faktoreinsatzverhältnisse sowie konstante Skalenerträge auf, wodurch die im Modell festgestellten Konzentrationsvorgänge nicht auf Größenkostenersparnisse zurückgeführ t werden können.
4. Gesamtoutput: Der Output it Q der einzelnen Firmen wird bestimmt durch die jeweilige Produktivität it A und den Kapitalstock it K . Unterstellt wird, dass jedes Unternehmen i in jeder Periode mit der besten ihr zur Verfügung stehenden Technik bei maximaler Kapazitätsauslastung produziert. Dadurch ist das Gesamtangebot der Industrie, bestehend aus der Summe der Ausbringungsmengen t Q von N Unternehmen, in jeder Periode t eindeutig bestimmt und kann nicht verändert werden. 7

[...]


1 Vgl. Gerybadze, Alexander: Innovation, Wettbewerb und Evolution: Eine mikro- und mesoökonomische Untersuchung des Anpassungsprozesses von Herstellern und Anwendern neuer Produzentengüter, Tübingen 1982, sowie Schwitalla, Beatrix: Messung und Erklärung industrieller Innovationsaktivitäten: mit einer Analyse für die westdeutsche Industrie, He idelberg 1993 und Nelson, Richard/ Winter, Sidney: An Evolutionary Theory of economic Change, Cambridge, 1982.

2 Vgl. Schumpeter, Josef: Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie, München 1975, S.136ff.

3 Witt, Ulrich: Überlegungen zum gegenwärtigen Stand der evolutorischen Ökonomik in: Bievert, Bernd/Held, Martin (Hg.), Evolutorische Ökonomik, Neuerungen, Normen, Institutionen, Frankfurt a.M. 1992.

4 Vgl. Nelson/Winter, An Evolutionary Theory,1982, Preface ix und Schwitalla, S.39f.

5 Siehe Abb. 1 im Anhang.

6 Vgl. Gerybadze, S.123f.

7 Vgl. Gerybadze, S.125.


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