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Medical Savings Accounts als Alternative zur gesetzlichen Krankenversicherung - Die Krankenversicherung und das Moral Hazard Problem

Scholary Paper (Seminar), 2004, 22 Pages
Author: Matthias Seidlitz
Subject: Economics / Business: Economic Policy

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2004
Pages: 22
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 19  Entries
Language: German
Archive No.: V40737
ISBN (E-book): 978-3-638-39184-9
ISBN (Book): 978-3-638-68110-0
File size: 231 KB
Notes :
Die Arbeit befasst sich mit dem Moral-Hazard basierten Finanzierungsproblem der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland und zeigt über die Darstellung der Medical Savings Accounts (Gesundheitssparkonten) alternative Finanzierungswege auf. Ansatzpunkte sind hier vor allem die Reduzierung der Gesundheitskosten durch Abbau von Moral Hazard und Erhöhung der Selbstbeteiligung der Patienten.


Abstract

Die Arbeit befasst sich mit dem Moral-Hazard basierten Finanzierungsproblem der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland und zeigt über die Darstellung der Medical Savings Accounts (Gesundheitssparkonten) alternative Finanzierungswege auf. Ansatzpunkte sind hier vor allem die Reduzierung der Gesundheitskosten durch Abbau von Moral Hazard und Erhöhung der Selbstbeteiligung der Patienten.


Excerpt (computer-generated)

 

Humboldt Universität zu Berlin

Die Krankenversicherung und das Moral-Hazard-Problem –

Medical Savings Accounts als Alternative zur
gesetzlichen Krankenversicherung

Seminararbeit zum Seminar
Gesundheitsökonomie

von Matthias Seidlitz

Wintersemester 2003 / 2004

 

 


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung Seite 2

2 Das Moral Hazard Problem der Krankenversicherung Seite 3
2.1 Moral Hazard – das Phänomen Seite 3
2.2 Moral Hazard in der Krankenversicherung Seite 4
2.3 Die Folgen von Moral Hazard Seite 6

3 Medical Savings Accounts – ein Konzept Seite 8
3.1 Vor- und Nachteile des MSA – Systems Seite 10

4 MSA – Medizin für die Krankenversicherung Seite 14

5 Fazit Seite 18

Literaturverzeichnis

 

 

1 Einführung

Vor etwas mehr als einhundert Jahren wurden in Europa verstärkt Krankenversicherungssysteme errichtet und Einrichtungen des Gesundheitswesens aufgebaut. In den letzten Jahren hat sich der Schwerpunkt der öffentlichen Diskussion und Maßnahmen allerdings verschoben. Im Vordergrund steht nun die Frage, wie die etablierten Systeme erhalten und gesichert werden können und ob die derzeitige Form der Finanzierung über Beiträge der Versicherten noch tragbar ist.

Hauptausgangspunkte der Überlegungen in Deutschland sind dabei die demographische Entwicklung sowie enorme Fortschritte in Technik und Forschung, die eine Vielzahl neuer Behandlungsmethoden ermöglichen. Die wachsende Bevölkerung und die kontinuierliche Erhöhung der Lebenserwartung sowie die Weiterentwicklung des Gesundheitswesens verursachen auf der Kostenseite zunehmende Ausgabensteigerungen der gesetzlichen Krankenversicherung und gefährden damit die Stabilität des derzeit vorherrschenden beitragsfinanzierten Modells.

Eine mögliche Finanzierungsalternative ist das Konzept der „Medical Savings Accounts“. Dieses System wurde schon vor Jahren in Ländern wie Singapur und Südafrika eingeführt und weist dort bereits Erfolge auf. Ansatzpunkt hierbei ist die Selbstbeteiligung des Versicherten, wodurch zum einen Kosten von der Versicherung auf den Versicherten verlagert werden, zum anderen Anreize geschaffen werden, die Inanspruchnahme von medizinischen Leistungen im Hinblick auf die Notwendigkeit im Vorfeld individuell zu prüfen.

Diese Arbeit fokussiert das Anreiz-Problem in der gesetzlichen Krankenversicherung und zeigt, wie das Konzept der „Medical Savings Accounts“ aufgebaut ist und versucht damit zu klären, wie diese Finanzierungsalternative geeignet ist, Schwachstellen der gesetzlichen Krankenversicherung zu überwinden.

In Kapitel 2 wird auf das Moral Hazard Problem allgemein und im Kontext der Krankenversicherung eingegangen und gezeigt, wie unmoralisches Verhalten zu Wohlfahrtsverlusten führt. Im dritten Kapitel werden das theoretische Konzept der „Medical Savings Accounts“ vorgestellt und die Vor- und Nachteile betrachtet. Das vierte Kapitel will die Frage beantworten, ob durch das System der „Medical Savings Accounts“ das Moral

Hazard Problem und die daraus resultierenden Schwachstellen der gesetzlichen Krankenversicherung gelöst werden können.

2 Das Moral Hazard Problem der Krankenversicherung

Ein zentrales Phänomen, welches nicht nur in der Krankenversicherung, sondern in jeder erdenklichen Versicherung beobachtet werden kann, ist das sogenannte „Moral Hazard“. Eine denkbare und sinngemäße Übersetzung lässt sich mit „unmoralisches Verhalten1“ finden. Aus diesem unmoralischem Verhalten resultiert eine Reihe von Problemen, die in der Versicherung zu Fehlallokationen und gesamtwirtschaftlich zu Wohlfahrtsverlusten führt.2

2.1 Moral Hazard – das Phänomen

Das Auftreten des unmoralischen Verhaltens in Versicherungssystemen ist durch das Vorhandensein der Versicherung selbst bedingt. Eine Versicherung wird von einem Individuum mit dem Ziel abgeschlossen, das Risiko und die Folgekosten des versicherten Schadensfalles auf die Versicherungsgesellschaft zu übertragen3. Dadurch neigt das Individuum dazu, in seinem Verhalten ein größeres Risiko als nötig einzugehen, da es die Konsequenzen daraus nicht selbst zu tragen hat.4 Durch die Versicherung hat das Individuum also einen Anreiz zu Fehlverhalten und ändert damit seine Risikoeinstellung. In diesem Zusammenhang kann auch von mangelnder Sorgfalt im Verhalten des Individuums gesprochen werden.5 Dieser Anreiz, ein höheres Risiko einzugehen und weniger Sorgfalt als ohne Versicherung walten zu lassen, wird „Moral Hazard“ genannt.6

[...]


1 Zur Übersetzung vgl. SCHREYÖGG (2002), S. 157

2 Vgl. SCHREYÖGG (2002), S. 157

3 Vgl. ARROW (1965), S. 45

4 Vgl. ARROW (1965), S. 49

5 Vgl. VARIAN (1999), S. 623

6 Vgl. VARIAN (1999), S. 623


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