Bitte warten
Bitte installieren Sie den Flash Player, wenn kein E-Book erscheint.
Autor: Mag.phil. Christoph Ramberger
Fach: Medien / Kommunikation - Theorien, Modelle, Begriffe
Details
Tags: Funktion, Sozialwissenschaften
Jahr: 2003
Seiten: 16
Note: Sehr gut
Literaturverzeichnis: ~ 18 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 313 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-39209-9
ISBN (Buch): 978-3-638-76278-6
Der Terminus Sozialwissenschaften beinhaltet ein komplexes Themenfeld verschiedenster Disziplinen.Die Meinung in der Öffentlichkeit über den Nutzen der Sozialwissenschaft erscheint jedoch nicht zuletzt aufgrund wachsender gesellschaftlicher Problembereiche wie Massenarbeitslosigkeit und den von vielen als mangelhaft empfundenen sozialwissenschaftlichen Lösungsansätzen verbreitet ambivalent zu sein.
Zusammenfassung / Abstract
Der Terminus „Sozialwissenschaften“ beinhaltet ein komplexes Themenfeld verschiedenster Disziplinen. Robert S. Lynd verwies bereits im Jahr 1939 in seiner Studie „Knowledge for What?“ als einer der ersten darauf, dass die Sozialwissenschaften keine Geheimwissenschaften von Gelehrten darstellen, sondern einen integralen Teil der Gesellschaft bilden, der Menschen hilft, ihre Kultur zu verstehen und zu verändern. Die Meinung in der Öffentlichkeit über den Nutzen der Sozialwissenschaft erscheint jedoch nicht zuletzt aufgrund wachsender gesellschaftlicher Problembereiche wie Massenarbeitslosigkeit und den von vielen als mangelhaft empfundenen sozialwissenschaftlichen Lösungsansätzen verbreitet ambivalent zu sein. Es scheint vielen nicht so recht klar zu sein, wozu man diese Wissenschaft denn eigentlich brauchen kann; selbst Politiker und Universitätsangehörige erwähnten schon des öfteren, dass sich zu viele „nutzlose Soziologen und Publizisten“ auf den Universitäten breit machen. Woher allerdings wissen diese Personengruppen überhaupt, dass sie mit solchen Aussagen auf Zuspruch und Verständnis in der Bevölkerung stoßen? Woher weiß ein Politiker, was das Volk von ihm, seiner Partei oder seiner Politik hält? Die Antwort ist sehr einfach, auch wenn sie beispielsweise Politikern oder Rechtswissenschaftern womöglich gar nicht bewusst sein mag: Aus Untersuchungen, die vor allem Methoden der empirischen Sozialforschung anwenden. Methoden dieser Untersuchungen können aus Gründen der Komplexität der Gesellschaft zwar nicht so exakt sein wie jene der Naturwissenschaften, aber sie sind inzwischen durchaus soweit gediehen, dass große Geldsummen von staatlicher und wirtschaftlicher Seite in die Anwendung sozialwissenschaftlicher Methoden investiert werden.
Textauszug (computergeneriert)
Die gesellschaftliche Funktion
von: Christoph Ramberger
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Definition und Entwicklung der Sozialwissenschaften
2.1 „Sozialwissenschaften“ 4
2.2 Historische Entwicklung der Sozialwissenschaften 5
3. Gesellschaft und Sozialwissenschaften
3.1 Exkurs: Wissen in der globalisierten Risikogesellschaft 6
3.2 Sozialwissenschaft in der Krise? 7
3.3 Kommunikation und Gesellschaft: Die Kommunikationswissenschaft 8
3.4 Annäherung: Die gesellschaftliche Funktion der Sozialwissenschaften 9
3.5 Zur Logik der Sozialwissenschaften 11
4. Schlussbemerkung 13
1. Einleitung
Der Terminus „Sozialwissenschaften“ beinhaltet ein komplexes Themenfeld verschiedenster Disziplinen. Um die einzelnen Felder aufschlüsseln zu können, ist es sinnvoll, überblicksartig auf deren historische Entwicklung, deren ebenso zahlreiche wie unterschiedliche Aspekte ein zugehen und eine gesellschaftlich anerkannte Definition zu treffen, wie dies im 2. Kapitel versucht werden soll.
Robert S. Lynd verwies bereits im Jahr 1939 in seiner Studie „Knowledge for What?“ als einer der ersten darauf, dass die Sozialwissenschaften keine Geheimwissenschaften von Gelehrten darstellen, sondern einen integralen Teil der Gesellschaft bilden, der Menschen hilft, ihre Kultur zu verstehen und zu verändern. Der Charakter einer Kultur und die in ihr enthaltenen Probleme bestimmen u.a. auch publizistikwissenschaftliche Fragestellungen. 1 Die Meinung in der Öffentlichkeit über den Nutzen der Sozialwissenschaft erscheint jedoch nicht zuletzt aufgrund wachsender gesellschaftlicher Problembereiche wie Massenarbeitslosigkeit und den von vielen als mangelhaft empfundenen sozialwissenschaftlichen Lösungsansätzen verbreitet ambivalent zu sein. Es scheint vielen nicht so recht klar zu sein, wozu man diese Wissenschaft denn eigentlich brauchen kann; selbst Politiker und Universitätsangehörige erwähnten schon des öfteren, dass sich zu viele „nutzlose Soziologen und Publizisten“ auf den Universitäten breit machen. Woher allerdings wissen diese Personengruppen überhaupt, dass sie mit solchen Aussagen auf Zuspruch und Verständnis in der Bevölkerung stoßen? Woher weiß ein Politiker, was das Volk von ihm, seiner Partei oder seiner Politik hält? Die Antwort ist sehr einfach, auch wenn sie beispielsweise Politikern oder Rechtswissenschaftern womöglich gar nicht bewusst sein mag: Aus Untersuchungen, die v.a. die Methoden der empirischen Sozialforschung anwenden. Die Methoden dieser Untersuchungen können aus Gründen der Komplexität der Gesellschaft zwar nicht so exakt sein wie jene der Naturwissenschaften, aber sie sind inzwischen durchaus soweit gediehen, dass große Geldsummen von staatlicher und wirtschaftlicher Seite in die Anwendung sozialwissenschaftlicher Methoden investiert werden.
Das forschungsleitende Erkenntnisinteresse der vorliegenden Arbeit geht dem gemäß von der in sich widersprüchlichen, ambivalenten Hypothese aus, dass sich Sozialwissenschaften einerseits wegen mangelnder Anerkennung von verschiedensten Seiten und dem daraus resultierenden Erklärungsbedarf in einer konstanten Krise befinden, die bereits seit deren Bestehen währt; dass aber andererseits die Sozialwissenschaften für die Entwicklung der Gesellschaft und deren grundlegende Selbstdefinition und – Orientierung in stetig wachsendem Ausmaß unverzichtbar werden. Diese Unverzichtbarkeit resultiert v.a. aus der Annahme heraus, dass nachhaltige Lösungen für die wachsenden Probleme der immer komplexer werdenden globalisierten Risikogesellschaft nur dann gefunden werden können, wenn die verschiedenen Problemfelder lokalisiert, definiert und thematisiert werden, wie es den Sozialwissenschaften in ihrer kurzen und unverzichtbare Akzente setzenden Geschichte bereits mehrfach und eindrucksvoll gelungen ist.
2. Definition und Entwicklung der Sozialwissenschaften
2.1 „Sozialwissenschaften“
Um die gesellschaftliche Funktion von Sozialwissenschaften in ihrer vermuteten Ambivalenz näher bestimmen zu können, erscheint es vorab sinnvoll, eine gesellschaftlich anerkannte Definition dieses weitläufigen Begriffes zu treffen, wobei grundsätzlich in Frage zu stellen wäre, ob angesichts hoher Komplexität überhaupt von „der Gesellschaft“ gesprochen werden kann.
Nahelegend erscheint in diesem Zusammenhang vorab der Blick in eine zumindest von einem (vermuteten) Großteil unserer deutschsprachigen Gesellschaft anerkannte Enzyklopädie wie dem Brockhaus, die den Begriff „Sozialwissenschaften“ in folgender Weise umschreibt: „(...) Sammelbezeichnung für diejenigen Wissenschaften und Forschungszweige, in denen die gesellschaftlichen Aspekte menschlichen Verhaltens und Zusammenlebens sowie die Organisationsgrundlagen, -formen und Rahmenbedingungen menschlicher Vergesellschaftung im Zentrum stehen In engerem Sinn gehören hierzu Soziologie, Politikwissenschaften und Wirtschaftswissenschaften sowie ergänzend Ethnologie, Anthropologie und Sozialpsychologie. Zum weiteren Bereich gehören auch Rechtswissenschaften, Geschichtswissenschaften, Psychologie und Pädagogik.(...)“2. Diese Definition ist nur eine von vielen und vergisst v. a. auf die Kommunikationswissenschaften als junge Disziplin.
[...]
1 vgl.: Kunczik/Zipfel 2001, S. 61
2 Brockhaus Band 20. 1998, S. 493
Kommentare
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden: