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Aspekte der Konkreten Poesie als lyrische Textform

Hauptseminararbeit, 2005, 28 Seiten
Autor: Romy Kleine
Fach: Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwiss.

Details

Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2005
Seiten: 28
Note: 2
Literaturverzeichnis: ~ 9  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V40878
ISBN (E-Book): 978-3-638-39282-2

Dateigröße: 488 KB


Textauszug (computergeneriert)

 

Otto – von – Guericke - Universität - Magdeburg
Institut für Germanistik
Modul E - Fachdidaktik

Hauptseminar: Lyrische Texte

 SoSe 2003

 Beleg über das Thema:

Aspekte der Konkreten Poesie als lyrische Textform

Verfasserin:

Romy Kleine

 

 

INHALTSVERZEICHNIS

ABBILDUNGSVERZEICHNIS IV


GLIEDERUNG 

1. Einleitung 1

2. Begriffsklärung und Definitionsversuch 2

3. Charakteristik und Wesen 4

4. Erscheinungsformen 7

5. Ausgewählte Autoren 11

6. Ausgewählte Texte 14

7. Didaktische Überlegungen 17

8. Weitere Beispieltexte 20

9. Fazit 23

LIITERATURVERZEICHNIS V

 

 

1. Einleitung

Beschäftigt man sich mit der Stilrichtung Konkrete Poesie, so entsteht zunächst einmal die Frage nach dem „was“ bzw. dem Inhalt und der Intention. Ein Blick auf die Malerei, von der die Begriffe „konkrete Dichtung“ und „konkrete Poesie“ hergeleitet sind, kann zu einer ersten Klärung einer anfänglichen begrifflichen Schwierigkeit betragen.

Kandinsky zog es vor, die sog. „abstrakte“ Kunst „konkrete“ Kunst zu nennen, weil sie neben der Naturwelt, die Malerei sonst nur abbildete – eine ebenso reale – und eben deshalb konkrete – Kunstwelt darstellt. Der Begriff „konkret“ wurde also eingeführt um Malweisen zu kennzeichnen, die nur die realen Malmittel der Farbe und der Linie auf der Fläche und ihre geometrischen Möglichkeiten präsentieren. Diese Denk- und Handlungsweise wurde später auch auf den Bereich einer Sprachkunst übertragen, die von sprachlichen Elementen als konkretem Material und nicht als begrifflichen Zeichen und Bedeutungsträgern ausging (vgl. Lange, Marquardt, Petzoldt & Ziesenis, 2001, S. 66). Eugen Gomringer erklärte dazu:

„..Der konkrete Dichter sieht genau auf das Material, das er entweder zur Darstellung bringen will oder in dem er darstellt. Er zieht es sogar vor, wenig Inhalt zu bieten, um ihn in einer konkreten sprachlichen Form meistern zu können. ... [Konkrete Poesie] ... ist eine Realität an sich und kein Gedicht über...“(vgl. ebenda, S. 66/67). Diese Belegarbeit mit dem Titel „Aspekte der Konkreten Poesie als lyrische Textform“ befasst sich mit der eben beschriebenen Problematik näher und möchte darüber hinaus die Fragen klären, wie genau diese Textart definiert ist, welche charakteristischen Merkmale sie aufweist und welche Kriterien bei dieser Textsorte in Bezug auf die didaktische Anwendung im Deutschunterricht der Schule relevant werden.

Dazu erfolgt im Abschnitt 2 zunächst eine Begriffsklärung und zudem ein Definitionsversuch. Weiterhin wird im folgenden 3. Abschnitt näher auf das Wesen und die Charakteristik dieser Textsorte eingegangen und anschließend auf die Erscheinungsformen (Abschnitt 4). Die Punkte 5 und 6 stellen Autoren und Beispieltexte aus diesem Arbeitsgebiet vor und unter Abschnitt sieben sollen didaktisch relevante Aspekte und Einsatzmöglichkeiten im Deutschunterricht diskutiert werden. Punkt 8 stellt der besseren Anschaulichkeit wegen weitere Beispieltexte vor, die aber nicht weiter diskutiert werden sollen. Abschließend erfolgt im letzten Teil eine Zusammenfassung der wichtigsten Fakten.

2. Begriffsklärung und Definitionsversuch

Es handelt sich bei der Textsorte Konkrete Poesie zunächst um eine moderne Literaturform, genauer um eine Gedichtform, deren vielfältige Erscheinungsformen zu unterschiedlichen Bezeichnungen Anlass gegeben haben.

Die konkrete Poesie ist eine junge Literaturform. Als ihre Ahnen werden jedoch häufig die manieristischen Schreibkünstler des Barock bezeichnet. Die französischen Symbolisten, Mallarme und Apollinaire, die Futuristen und die Dadaisten gelten als ihre Väter. Nach 1945 ist Gomringer einer der ersten, der in seinen lyrischen Arbeiten das visuelle Moment betont. Er definiert seine Poesie als „konkrete Poesie“ und prägt diesen Begriff in Anlehnung an die „konkrete Malerei“.

Als anerkannte Synonyme gelten auch: „konkrete Dichtung“, „visuelle Poesie“, „konkrete Lyrik“, „visuelle Texte“ oder „experimentelle Literatur“ (vgl. Lange, Marquardt, Petzoldt & Ziesenis, 2001, S. 66). Der Begriff bezieht sich primär auf die Zielrichtung der modernen Dichtung und bleibt nicht auf Lyrik beschränkt.

Mit dem Ausdruck konkrete Poesie wird ein allgemeines Formprinzip umschrieben, das angelegt ist an der sog. lyrischen Sageweise und es führt innerhalb dieser Sageweise zum fundamentalen Bruch, indem er diese Gattung an ihre Grenze bringt. So besteht in der Konkreten Poesie z.B. ein Verzicht auf die Versform als wichtigstes Konstituens lyrischen Sprechens. Oft liest man in diesem Zusammenhang davon, dass diese Poesie sich auf den konkreten Materialcharakter der Sprache stütze, dass die Wörter im Raum konkret und gegenständlich anwesend seien bzw. dass das konkrete Gedicht selbst ein Gegenstand sei, nicht eine Aussage über einen Gegenstand (vgl. Köpf, 1983, S. 180).

Der Begriff „Konkrete Poesie“ leitet sich aus dem lat. concretus (= zusammengewachsen, gegenständlich) ab und wird im „Funkkolleg Literatur“ als eine Richtung in der modernen Lyrik, seit den 1950er Jahren beschrieben, die von den sprachlichen Elementen als konkretem Material ausgeht und dieses Material neu kombiniert, gruppiert, so dass eine „unlogische, optisch – akustisch – ornamental wirkende Anordnung entsteht“ (1977, S. 76). Die einheitliche Bezeichnung dieser lyrischen Gattung setzte sich verhältnismäßig spät durch.

[...]

 


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