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Thesis (M.A.), 2001, 146 Pages
Author: Kathrin Richter
Subject: Sociology - Methodology and Methods
Details
Tags: BBS, Bulletin Board System, Konversationsanalyse, Ethnomethodologie, Internetkommunikation, CMC
Year: 2001
Pages: 146
Grade: befried.
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-12530-7
File size: 1132 KB
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Excerpt (computer-generated)
Magisterarbeit
Institut für Soziologie
Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften
Justus-Liebig-Universität Gießen
Kommunikationsstrukturen
von Bulletin Board Systemen
am Beispiel eines
wissenschaftlichen Online-Seminars
Betreuer: Prof. Dr. Jörg R. Bergmann
Verfasserin:
Kathrin Richter
Gießen, November 2001
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Theoretische Grundlagen 3
2.1. Institutionelle Kommunikation 3
2.2. Konfliktkommunikation 4
2.2.1. Diskurs und Debatte 5
2.2.2. Moralkommunikation 6
2.3. Computervermittelte Kommunikation (CMC) 7
2.3.1. Vergleich von CMC mit face-to-face 8
2.3.2. Gattungen der CMC 10
2.3.3. Kommunikation in Bulletin Board Systemen 13
2.3.4. Die temporale Struktur des Internets 14
2.3.5. Internet-Jargon 14
2.3.6. Soziale Voraussetzungen für CMC 16
2.3.7. Virtuelle Gemeinschaften 18
2.3.8. Computervermittelte Lehre (CML) 21
3. Das Online-Seminar 24
3.1. Der didaktische Aufbau 25
3.1.1. Die Selbststudienphasen 26
3.1.2. Die Präsenzphasen 27
3.1.3. Das Coaching 28
3.2. Die Lernumgebung 28
3.2.1. Die Web-Seiten 28
3.2.2. Die virtuelle Arbeitsgruppe 29
3.2.3. Offline-Kontakte 30
3.2.4. Regeln und Normen 31
3.2.5. Sondersprache 31
3.3. Kommunikationsgattungen im Online-Seminar 32
3.3.1. Biographien 32
3.3.2. E-Mail 33
3.3.3. Fotoalben 33
3.3.4. Chat 33
3.4. Das Bulletin Board System (BBS) 34
3.4.1. Die Einleitungen zu den Foren 34
3.4.2. Die Anleitung zur Forenbenutzung 36
3.4.3. Die Liste der Beiträge 36
3.4.4. Beiträge lesen 37
3.4.5. Beiträge verfassen 38
3.5. Der Zugang 42
4. Methoden 44
4.1. Konversationsanalyse 44
4.1.1. Ethnomethodologie 44
4.1.2. Prinzipien der Konversationsanalyse 46
4.1.3. Geltungsbereich der Konversationsanalyse 47
4.1.4. Erkenntnisse der Konversationsanalyse 48
4.1.5. Anwendung der Konversationsanalyse 51
4.1.6. Abgrenzung zu quantitativen Methoden 51
4.2. Grounded Theory 52
5. Analyse des Bulletin Board Systems 53
5.1. Quantitative Statistiken 54
5.1.1. Forenstatistiken 54
5.1.2. Beitragsstatistiken 54
5.1.3. Mitgliederstatistiken 55
5.1.4. Zeitliche Statistiken 57
5.2. Der Aufbau der Beiträge 57
5.2.1. Kopfzeile 58
5.2.2. Titel 60
5.2.3. Einleitung 65
5.2.4. Schluss 70
5.2.5. Haupttext 76
5.3. Strukturen der Beiträge 78
5.3.1. Platzierung der Beiträge 78
5.3.2. Themeneinführung und -entwicklung 83
5.3.3. Institutionelle Kommunikation 87
5.3.4. Metakommunikation 89
5.4. Konfliktprozesse im Bulletin Board System 93
5.4.1. Die Entwicklung der Konflikte 94
5.4.2. Die Konfliktaustragung 98
5.4.3. Ursachen für die Eskalation 107
6. Zusammenfassung der Ergebnisse 109
7. Literatur 113
8. Anhang 120
8.1. Begriffe im Material 120
8.2. Index 120
8.3. Ein QINEB Screenshot 120
8.4. Die analysierten Threads 122
8.4.1. Thread ,,CHAT?" 122
8.4.2. Thread ,,Besser spät als nie..." 126
8.4.3. Thread ,,Verbindlichkeit" 127
8.4.4. Thread ,,Beteiligung und Verbindlichkeit" 134
8.4.5. Thread ,,Kritik - anonym" 139
Abbildungs- und Tabellenverzeichnis
Abbildung 1 - Struktur des QINEB-Projekts 26
Abbildung 2 - Beispiel: Ausschnitt aus einer Beitragsliste 36
Abbildung 3 - Beispiel: Anzeige eines Beitrags 37
Abbildung 4 - Formular ,,Beitrag schreiben" 39
Abbildung 5 - Verteilung der Beiträge in den Foren 54
Abbildung 6 - Antwortzahl bei beantworteten Diskussionsanfängen 55
Abbildung 7 - Anzahl der Beiträge pro Teilnehmer insgesamt 56
Abbildung 8 - Mitgliederstruktur 56
Abbildung 9 - Verteilung der Beitragshäufigkeiten 57
Abbildung 10 - Struktur des Threads ,,CHAT?" 122
Abbildung 11 - Struktur des Threads ,,Besser spät als nie..." 126
Abbildung 12 - Struktur des Threads ,,Verbindlichkeit" 127
Abbildung 13 - Struktur des Threads ,,Beteiligung und Verbindlichkeit" 134
Tabelle 1 - Rationalisierungsebenen von Konflikten 5
Tabelle 2 - Gattungen computervermittelter Kommunikation 10
Tabelle 3 - Die zwei Paradigmen der Fernlehre 22
Tabelle 4 - Übersicht über die Bereiche des Online-Seminars 29
1. Einleitung
Das Internet1 ist zu einem der bedeutendsten Kommunikationsmedien geworden und wird durch seine vielfältigen Einsatzmöglichkeiten bei der derzeitigen Entwicklung auch weiterhin an Wichtigkeit zunehmen.
Aus dem militärischen Netzwerk, das 1969 in den USA unter dem Namen ARPANET2 entstanden ist, entwickelte sich innerhalb von drei Jahrzehnten ein gigantisches, weltumspannendes Netzwerk, das in den Industrienationen als Kommunikations- und Informationsmedium nicht mehr wegzudenken ist.
Anfangs noch Wissenschaft und Forschung an den Universitäten vorbehalten, wuchs die Bedeutung des Internets auch für die Wirtschaft und Privathaushalte exponentiell, so dass im August 2001 die Zahl der Internetbenutzer3 weltweit auf über 513 Millionen geschätzt wurde. Davon entfallen knapp 29 Millionen auf Deutschland.4
Eine spezielle Plattform zur wissenschaftlichen Kommunikation im Internet bieten Online-Seminare. Studiengänge, die komplett über das Internet absolviert werden können (z.B. an der Fernuniversität Hagen), bleiben noch eher die Ausnahme. Es werden allerdings an verschiedenen Universitäten zunehmend Seminare per Internet angeboten.
Gegenstand soziologischer Forschung wurde das Internet erst ab ca. 1990, was eigentlich verwunderlich ist, da neben dem Informationsaustausch die Kommunikation eine der Hauptnutzungsformen des Internets ist.
Als eine der ersten befasste sich Sherry Turkle 1995 in ihrem Buch ,,Life on the Screen" mit Identität und Gemeinschaften im Internet. Nach ihr widmeten sich immer mehr Psychologen, Soziologen und Pädagogen den verschiedenen Kommunikationsformen des Internets.
Die Struktur von Online-Seminaren wurde bisher hauptsächlich aus pädagogischer und psychologischer Sichtweise betrachtet.5 Es gibt bis jetzt zwar viele soziologische Untersuchungen, die sich mit computervermittelter Kommunikation bzw. CMC (engl.: computer mediated communication) und Gemeinschaften im Internet beschäftigen (siehe dazu Kapitel 2), allerdings findet sich nur selten Fachliteratur, die sich mit der soziologischen Seite von computervermittelter Lehre befasst.
Das Erkenntnisinteresse dieser Arbeit besteht darin, ein virtuelles Seminar und dessen Kommunikationsstrukturen zu untersuchen. Dabei werden Diskussionsforen6 eines solchen Seminars auf Besonderheiten dieses Kommunikationsmediums und Schwierigkeiten mit dessen Umgang untersucht. Die wichtigsten Fragestellungen lauten:
- Wie gehen die Seminarteilnehmer mit dieser neuen Form der CMC um?
- Wie gestalten sich die Kommunikationsstrukturen zwischen den Teilnehmern?
- Wie werden auftretende Konflikte und Schwierigkeiten formuliert und gelöst?
Daher baut sich die Arbeit folgendermaßen auf:
Der theoretische Teil (Kapitel 2) geht zunächst auf institutionelle Kommunikation sowie Konflikt- bzw. Moralkommunikation ein. Dann werden computervermittelte Kommunikation, virtuelle Gemeinschaften sowie computervermittelte Lehre behandelt.
Vor dem methodischen Teil (Kapitel 4) umreißt Kapitel 3 das untersuchte Feld, d.h. die Hintergründe des Online-Seminars sowie die auftretenden Kommunikationsgattungen, insbesondere das Bulletin Board System.
Anhand der vorgestellten Daten wurde in Kapitel 4 die Methode ausgewählt: eine konversationsanalytische Auswertung mit der Grounded Theory als methodischem Hilfsmittel.
In Kapitel 5 folgt eine Analyse der Daten in Hinblick auf die verschiedenen Aspekte der eingangs formulierten Fragen und in Kapitel 6 werden die Ergebnisse zusammengefasst.
Die im Text oder Material vorkommenden Fachbegriffe sowie der Datenkorpus sind im Anhang aufgelistet.
[...]
1 Interconnected Network, zu deutsch: verbundene Netzwerke (RRZN 1999, S. 14).
2 Advanced Research Project Agency Net, zunächst ein Zusammenschluss von vier Universitätsrechnern. Zu den Hintergründen siehe Musch 1997, RRZN 1999.
3 Der Einfachheit halber wird im Folgenden immer die männliche Form für beide Geschlechter verwendet, es sei denn, es wird explizit vermerkt.
4 Quelle: http://www.nua.ie/surveys/how_many_online/
5 Zu pädagogischen Studien siehe Berge & Collins 1995, zu psychologischen siehe Döring 1997c, Heidbrink 1997.
6 Im Folgenden Bulletin Board System oder BBS genannt.
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