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Zur Erzählfähigkeit von Grundschulkindern im Bereich "Schreiben zu Bilderfolgen"

Autor: Sabine Föll
Fach: Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwiss.

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Details

Veranstaltung: Erzählen können: Form und Gebrauch narrativen
Institution/Hochschule: Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg
Tags: Erzählfähigkeit, Grundschulkindern, Bereich, Schreiben, Bilderfolgen, Erzählen, Form, Gebrauch
Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2004
Seiten: 29
Note: 1,5
Literaturverzeichnis: ~ 11  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 825 KB
Archivnummer: V41034
ISBN (E-Book): 978-3-638-39388-1

Textauszug (computergeneriert)

 

Pädagogische Hochschule Ludwigsburg 
Institut für Sprachen: 
Abteilung Deutsch

Hauptseminar: Erzählen können: 
Form und Gebrauch narrativen
Lernens im Fachunterricht

 

WS 2003/04

Thema:

Zur Erzählfähigkeit von Grundschulkindern im Bereich

 "Schreiben zu Bilderfolgen"


bearbeitet von Sabine Föll
Studiengang: GHS
Fächer: Mathe, Deutsch

 

 

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 3

2. Zum Begriff „Erzählen“ 4

3. Entwicklung der Erzählfähigkeit 8

4. Erzählen in der Schule 13
4.1 Schriftliches vs. mündliches Erzählen 13
4.2 Schriftliche Erzählformen 14

5. Bildergeschichten 16
5.1 Formen 16
5.2 Bildergeschichten als Schreibanlässe 16
5.3 „Der unschuldige Hund“ von Hans Kossatz 19

6. Analyse zweier Schülertexte 22
6.1 Zielsetzung 22
6.2 Ninas Erzählung 22
6.3 Sandras Erzählung 25

7. Schluss 28

8. Literaturverzeichnis 29

 

 

1. Einleitung

Schriftliches Erzählen hat in der Schule seinen festen Platz. Praktisch vom erfolgreichen Schriftspracherwerb an bis hin zur Abschlussprüfung wird es in jeder Klasse ständig praktiziert. Dabei können die unterschiedlichsten Schreibanlässe Ausgangspunkt einer Erzählung sein. Diese Arbeit beschäftigt sich mit einem davon: dem Erzählen zu Bilderfolgen. In der ersten Hälfte der Seminararbeit sollen einige theoretische Grundlagen geklärt werden, die für einen Umgang mit Erzählungen jeglicher Art im Unterricht unbedingt notwendig: Zu Beginn möchte ich versuchen, den Begriff „Erzählen“ etwas zu erläutern, wobei ein tiefes Eintauchen in diese weitreichende Thematik nicht möglich sein wird; dies würde den Umfang dieser Seminararbeit sprengen.

Obwohl Erzählen seit Kindesbeinen an zum Alltag eines jeden Menschen gehört, kann nicht jeder automatisch gut erzählen. Die Erzählfähigkeit eines Menschen muss sich erst ausbilden. Eine Gruppe um DIETRICH BOUEKE konnte als Resultat einer groß angelegten Untersuchung zum Erzählverhalten von Kindern ein Modell entwerfen, welches die stufenartig erfolgende Entwicklung der Erzählfähigkeit aufzeigt. Die Darstellung dieses Modell soll im Anschluss an die Annäherung an den „Erzähl“-Begriff folgen. Jedoch sei auch hier vorweggenommen, dass in diesem Rahmen nur ein oberflächlicher Überblick darüber gegeben werden kann

Das darauffolgende Kapitel beschäftigt sich mit der Stellung des mündlichen und schriftlichen Erzählens in der Schule. Dabei wird die häufig geäußerte Kritik über die diskriminierende Behandlung des mündlichen Erzählens gegenüber dem schriftlichen Erzählen aufgezeigt. Das 5. Kapitel wendet sich schließlich dem Erzählen zu Bilderfolgen zu. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, ob Bildergeschichten ein geeigneter Schreibanlass für schriftliche Erzählungen sind oder nicht. Um selber einen kleinen Eindruck davon zu bekommen, wie Kinder zu Bildergeschichten erzählen (können), habe ich vor einigen Wochen zwei Mädchen aus meinem Bekanntenkreis im Alter von 8;10 und 9;1 Jahren gebeten, mir zu der Bildergeschichte „Der unschuldige Hund“ von Hans Kossatz eine Erzählung aufzuschreiben. Eine kurze Analyse dieser Texte, bei der ich die narrativen Fähigkeiten der Kinder untersuchen möchte und diese anschließend im Entwicklungsmodell von BOUEKE ET AL. einzuordnen versuche, sollen den Abschluss meiner Arbeit bilden.

Es sei darauf hingewiesen:


Der Einfachheit halber werde ich bei Bezeichnungen für Personen auf die ausdrückliche Nennung der femininen Form verzichtet. Gemeint sind grundsätzlich jedoch immer männliche und weibliche Personen.

2. Zum Begriff „Erzählen“

„Kaum eine andere sprachliche Verständigungsform ist derart allgegenwärtig wie das Erzählen, und keine ist innerhalb von Interaktionsprozessen unterschiedlichster Art so vielseitig verwendbar.“1 Erzählt wird unter Freunden und Kollegen, zuhause und in der Schule, beim Kaffeeklatsch und am Stammtisch, im Fernsehen und in der Zeitung. Dementsprechend können Erzählungen alltagssprachlich oder literarisch, in mündlicher oder schriftlicher Form sein.

Bei der Vielseitigkeit des Erzählens ist es nicht verwunderlich, dass es in der fachwissenschaftlichen Literatur keine allgemeingültige Definition des Erzähl-Begriffes gibt. KONRAD EHLICH beispielsweise unterscheidet zwischen einem „Oberbegriff“ (Erzählen 1), welcher Verben beinhaltet, die in der Umgangssprache meist synonym für das Erzählen gebraucht werden, wie beschreiben, informieren, darstellen, mitteilen u.a., und einem „Unterbegriff“ (Erzählen 2), der auf das Erzählen selbsterfahrener Erlebnisse des Erzählers begrenzt wird, also auf das, was man als Erzählen einer Geschichte versteht.2

Über die Notwendigkeit der Selbsterfahrenheit eines Ereignisses herrscht jedoch Unstimmigkeit. WERNER KNAPP erweitert den Erzähl-Begriff EHLICHs dahingehend, dass auch „Ereignisse erzählt werden können, die nicht selbst erlebt, sondern von denen die erzählende Person erfahren hat.“3 Hinsichtlich den Schulerzählungen ergänzt er zudem, „dass die Erzählung auch erfunden sein kann. Entscheidend ist somit nicht, dass die erzählende Person an den Ereignissen selbst teilhatte, sondern dass sie so erzählt, wie wenn sie daran teilgenommen hätte.“4 Dieser Aspekt ist meiner Ansicht nach im Besonderen für die schriftliche Form der Schulerzählung – z.B. der Erzählung einer Reizwort- oder Bildergeschichte, und damit für meine Seminararbeit – von Bedeutung.

Erzählt werden kann also demnach von erlebten, erfundenen, gehörten, gelesenen und gesehenen Ereignissen.

Nun wird jedoch nicht von jedem Ereignis erzählt. Erzählungen im Alltag sollen gewöhnlich einen Zweck erfüllen, z.B. einen anderen unterhalten, warnen, informieren, ihn an etwas teilhaben lassen und vieles mehr. Wird mit einer Erzählung die verfolgte Absicht erreicht, kann sie als gelungen bezeichnet werden.5

Damit es also zu einer Erzählung kommt, muss beim Erzähler der Wunsch zum Mitteilen (aus welchem Grund auch immer) vorhanden sein.

[...]


1 Boueke et al. (1995), S.13

2 vgl. Claussen/Merkelbach (1995), S.25ff

3 Knapp (1997), S.59

4 Knapp (1997), S.59

5 vgl. Frommer (1992), S.7

Kommentare

Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:

http://www.grin.com/e-book/41034/