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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2005, 19 Pages
Author: Jana Walther-Wißmann
Subject: Social Pedagogy / Social Work
Details
Institution/College: University of Applied Sciences Jena
Tags: Methode, Beratung, Carl, Rogers, Beratung
Year: 2005
Pages: 19
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 14 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-39615-8
ISBN (Book): 978-3-638-80589-6
File size: 290 KB
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Abstract
Qualifizierte Beratungsarbeit ist heute in vielen beruflichen Arbeitsfeldern gefragt. In allen sozialpädagogischen und sozialarbeiterischen Bereichen wird das beratende Gespräch zunehmend ein wesentlicher und eigenständiger Teil professionellen Handelns, der die jeweiligen Klienten zu eigenen, selbstverantwortlichen Lösungen veranlassen und sie darin begleiten soll. Eine der erfolgreichsten wissenschaftlichen Therapieformen ist die klientenzentrierte Gesprächsführung. Sie ist gleichermaßen Therapieanleitung und Lebensphilosophie des Amerikaners Carl R. Rogers. Jahrelange Detailarbeit und die Analysen zahlreicher Beratungsgespräche ließen ihn zu der Erkenntnis kommen, welche Gesprächshaltung und welche Kommunikationsformen einen Prozess fördern, der die Klienten am stärksten in der Aktivierung persönlicher Ressourcen unterstützt, Raum für eigenverantwortliche Lösungen lässt und wie Konflikte und Spannungen in Gruppen und Teams konstruktiv bearbeitet werden können. Ich möchte, angefangen bei wichtigen biografischen Daten, die wesentlichen Aspekte der klientenzentrierten Gesprächsführung darstellen und bedeutsame Weiterentwicklungen aufzeigen. Die vielfältigen Forschungen mit dieser Psychotherapierichtung basieren nach wie vor auf den Grundlagen von Carl R. Rogers. Der klientenzentrierte Ansatz hat weltweit große Resonanz gefunden, sowie erheblichen Einfluss auf nahezu alle Bereiche der psychosozialen und pädagogischen Arbeit ausgeübt. In meiner Abhandlung benutze ich sowohl als auch die Begrifflichkeiten Berater/Therapeut und Beratung/Therapie, da für mich durch die unterschiedlichen Literaturrecherchen keine klare Trennung der Bergriffe erkennbar ist.
Excerpt (computer-generated)
Die Methode der klientenzentrierten Beratung
nach Carl R. Rogers
von: Jana Walther-Wißmann
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Zur Person Carl R. Rogers
3. Grundlagen der Klientenzentrierten Beratung
3.1. Rogers’ Theoriensystem der Gesprächspsychotherapie
3.2. Persönlichkeitstheorie
3.3. Pro und Contra Rogers’ Persönlichkeitstheorie
4. Das Ziel des Klientenzentrierten Beratungskonzeptes
5. Die Basisvariablen des Klientenzentrierten Konzeptes
5.1. Kongruenz - Echtheit
5.2. Akzeptanz - Positive Wertschätzung
5.3. Empathie oder einfühlendes Verstehen
6. Die drei Stufen der Gesprächsführung
7. Wichtige Merkmale der Klientenzentrierten Beratung
7.1. Die Selbstexploration - Selbstöffnung des Klienten
7.2. Situationsgebundene Merkmale der klientenzentrierten Beratung
7.2.1. Zeitliche und Räumliche Situation
7.2.2. Kontrolle des Beratungsprozesses
8. Klientenzentrierte Beratung im Kontext der sozialpädagogischen Praxis
9. Fazit
Literaturverzeichnis
1. Einleitung
Qualifizierte Beratungsarbeit ist heute in vielen beruflichen Arbeitsfeldern gefragt. In allen sozialpädagogischen und sozialarbeiterischen Bereichen wird das beratende Gespräch zunehmend ein wesentlicher und eigenständiger Teil professionellen Handelns, der die jeweiligen Klienten zu eigenen, selbstverantwortlichen Lösungen veranlassen und sie darin begleiten soll. Eine der erfolgreichsten wissenschaftlichen Therapieformen ist die klientenzentrierte Gesprächsführung. Sie ist gleichermaßen Therapieanleitung und Lebensphilosophie des Amerikaners Carl R. Rogers. Jahrelange Detailarbeit und die Analysen zahlreicher Beratungsgespräche ließen ihn zu der Erkenntnis kommen, welche Gesprächshaltung und welche Kommunikationsformen einen Prozess fördern, der die Klienten am stärksten in der Aktivierung persönlicher Ressourcen unterstützt, Raum für eigenverantwortliche Lösungen lässt und wie Konflikte und Spannungen in Gruppen und Teams konstruktiv bearbeitet werden können.
Ich möchte, angefangen bei wichtigen biografischen Daten, die wesentlichen Aspekte der klientenzentrierten Gesprächsführung darstellen und bedeutsame Weiterentwicklungen aufzeigen. Die vielfältigen Forschungen mit dieser Psychotherapierichtung basieren nach wie vor auf den Grundlagen von Carl R. Rogers. Der klientenzentrierte Ansatz hat weltweit große Resonanz gefunden, sowie erheblichen Einfluss auf nahezu alle Bereiche der psychosozialen und pädagogischen Arbeit ausgeübt. In meiner Abhandlung benutze ich sowohl als auch die Begrifflichkeiten Berater/Therapeut und Beratung/Therapie, da für mich durch die unterschiedlichen Literaturrecherchen keine klare Trennung der Bergriffe erkennbar ist.
2. Zur Person Carl R. Rogers
Rogers wurde am 08. Januar 1902 in Oak Parks als viertes von sechs Kindern in eine autoritäre, vom protestantischen Glauben geprägte Familie geboren. Mit 12 Jahren zog er mit seiner Familie auf eine Farm. Aufgrund der strengen Erziehung, sowie zahlreicher Pflichten entwickelte er sich zu einem isolierten, unabhängigen und sehr disziplinierten jungen Mann.
Er begann an der Universität von Wisconsin ein Agronomiestudium, entschloss sich aber zum Fachwechsel und studierte Theologie. Tief beeindruckt hat ihn eine Asienreise im Jahr 1922, die seine gewonnenen theologischen Erfahrungen in Frage stellte und sein Denken erweiterte. Daraufhin begann er an einigen seiner anerzogenen grundlegenden religiösen Ansichten zu zweifeln. Er heiratete gegen den Willen seiner Eltern Helen Elliot, mit der er viele Jahre verbunden blieb und zwei Kinder hatte. Sie zogen nach New York und er besuchte dort das Union Theological Seminary. Die Zweifel an den religiösen Zwängen wurden stärker, besonders ausschlaggebend für sein Abwenden vom protestantisch christlichen Glauben war dessen Grundansicht, dass der Mensch von Grund auf sündhaft sei. Er selbst aber ging von einem positiven Menschenbild aus. Diese Annahme war für die spätere Entwicklung seiner Theorie von immenser Bedeutung. Er wechselte zum Bereich der klinischen Psychologie an der Columbia University und erhielt hier 1931 den Ph. D. Titel, (Doktor der Philosophie = lat. philosophiae doctor). Während des Studiums fand er besonders an der Erziehungspsychologie Gefallen.
Nach dem Umzug der Familie nach Rochester im Jahr 1928 ging er seiner ersten ausgiebigen praktischen Tätigkeit als Psychologe an einer Beratungsstelle für verhaltensauffällige Jugendliche nach. Während seiner Tätigkeit in der Erziehungsberatung entwickelte er verschiedene Methoden und Gesprächsformen. Seiner Überzeugung nach können Klienten die eigenen Probleme selbst benennen und sind somit die besten Diagnostiker. Sie sind auch am besten in der Lage zu sagen, was mit Vorteil besprochen und wo am wirkungsvollsten geholfen werden könne. (vgl. Rogers 1973, S. 27) Auf diesem Grundsatz basierten seine Gesprächsformen, mit dem Ziel die Klienten dazu zu bringen, sich ihrer Gefühlswelt bewusst zu werden. Sein Durchbruch gelang ihm im Jahr 1939: er erhielt eine Professur am Psychologischen Institut der Ohio State University. Jetzt war er in der Lage seine Erfahrungen und Methoden einem breiten Publikum vorzustellen. Im Jahr 1945 richtete er ein Beratungszentrum an der University of Chicago ein. In dieser Zeit veröffentlichte er sein wohl wichtigstes Werk, “Client Centered Therapy” (1951), in welchem er seine Theorien darlegt. Bis zu seinem Tod im Jahr 1987 forschte er in La Jolla, Kalifornien. (vgl. Sander, K.,1999, S. 43ff) Rogers darf heute als einer der führenden Persönlichkeiten der humanistischen Psychologie angesehen werden. (vgl.www.stangltaller/ ARBEITSBLAETTER/WISSENSCHAFTSPSYCHOLOGIE/Psychotherapie)
3. Grundlagen der Klientenzentrierten Beratung
Grundlage bildet ein Menschenbild, das davon ausgeht, jeder Mensch verfüge über Kräfte und Potentiale und kann sich unter bestimmten Bedingungen zu einer reifen, verantwortlich handelnden Persönlichkeit entwickeln, um eigene Probleme selbstständig lösen zu können beziehungsweise in der Lage ist, Veränderungen in die Wege zu leiten. Rogers klientenzentrierte Therapie orientiert sich an der Erlebniswelt des Klienten. Diese nicht - direktive Orientierung lässt dem Klienten im Verlauf der Beratung die Möglichkeit offen, Selbstinitiative im Gesprächsverlauf zu ergreifen, da der Berater auf Ratschläge und Deutungen verzichtet. Jeder Mensch verfügt über einen angeborenen Bewertungsmaßstab, anhand dessen er einschätzen kann, was gut oder schlecht für ihn ist. Psychische Probleme entstehen erst dann, wenn die natürliche Tendenz zur Selbstverwirklichung und das durch Erfahrung und Bewertung ausgebildete Selbstkonzept nicht übereinstimmen. Es kommt zur Inkongruenz. Unter Punkt 3.2. wird diese Entwicklung näher beleuchtet.
3.1. Rogers’ Theoriensystem der Gesprächspsychotherapie
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