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Seminararbeit, 2004, 12 Seiten
Autor: Katharina Hartenstein
Fach: Germanistik - Sonstiges
Details
Institution/Hochschule: Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (Germanistisches Institut)
Tags: Einführung, Hermeneutik, Berücksichtigung, Hermeneutikkonzepts, Schleiermacher, Proseminar, Methoden, Literaturwissenschaft
Jahr: 2004
Seiten: 12
Note: 2,7
Literaturverzeichnis: ~ 15 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-39625-7
ISBN (Buch): 978-3-638-76291-5
Dateigröße: 188 KB
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Zusammenfassung / Abstract
Wie interpretiere ich (richtig) einen Text? Das ist eine Frage, mit der sich wohl jeder während seiner Schulzeit, aber auch beim privaten Lesen, schon beschäftigt hat. Die Literaturwissenschaft weist dazu eine Vielzahl verschiedener Methoden der Textauslegung auf, die je nach Schwerpunktsetzung der Auslegung Anwendung finden können. Unterschieden werden unter anderem die geistesgeschichtliche und die literaturpsychologische Methode, die Werkimmanenz, die Dekonstruktion oder die Systemtheorie. In dieser Arbeit soll eine dieser Methoden, die Hermeneutik, anhand des Hermeneutikkonzepts von Friedrich Ernst Daniel Schleiermacher näher beleuchtet und untersucht werden. Die Arbeit liefert eine genauere Definition des Begriffs Hermeneutik, ihrer Regeln und des Untersuchungsgegenstands. Dabei geht es allerdings nicht nur um eine reine Darstellung von Fakten, sondern auch um das kritische Beleuchten und Hinterfragen der Hermeneutik und des Schleiermacherschen Konzepts.
Textauszug (computergeneriert)
Germanistisches Institut der RWTH Aachen
Lehrstuhl für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft
Proseminararbeit
Proseminar III : Methoden der Literaturwissenschaft
Einführung in die Hermeneutik
unter Berücksichtigung des Hermeneutikkonzepts von
F. E. D. Schleiermacher
Katharina Hartenstein
SoSe 2004
1. Einleitung 3
2. Hermeneutik – eine Einführung 4
3. Das Hermeneutikkonzept F. E. D. Schleiermachers 5
3.1 Schleiermachers Begriff der Hermeneutik 5
3.1.1 Religion und Bibelexegese 6
3.1.2 Zwischen Fremdheit und Vertrautheit – die Regeln für das Verstehen 6
3.1.3 Die Philosophische Hermeneutik 8
3.1.4 Hermeneutik und Dialektik: Hermeneutik im Gespräch 8
3.2 Die Grenzen des Schleiermacherschen Konzepts 9
4. Zusammenfassung 11
Literaturverzeichnis 12
1. Einleitung
Wie interpretiere ich (richtig) einen Text? Das ist eine Frage, mit der sich wohl jeder während seiner Schulzeit, aber auch beim privaten Lesen, schon beschäftigt hat. Die Literaturwissenschaft weist dazu eine Vielzahl verschiedener Methoden der Textauslegung auf, die je nach Schwerpunktsetzung der Auslegung Anwendung finden können. Unterschieden werden unter anderem die geistesgeschichtliche und die literaturpsychologische Methode, die Werkimmanenz, die Dekonstruktion oder die Systemtheorie.
In dieser Arbeit soll eine dieser Methoden, die Hermeneutik, anhand des Hermeneutikkonzepts von Friedrich Ernst Daniel Schleiermacher näher beleuchtet und untersucht werden.
Die Arbeit liefert eine genauere Definition des Begriffs Hermeneutik, ihrer Regeln und des Untersuchungsgegenstands. Dabei geht es allerdings nicht nur um eine reine Darstellung von Fakten, sondern auch um das kritische Beleuchten und Hinterfragen der Hermeneutik und des Schleiermacherschen Konzepts.
2. Hermeneutik – eine Einführung
Der Autor Werner Jung rät seinen Lesern in seinem Werk Neuere Hermeneutikkonzepte - Methodische Verfahren oder geniale Anschauung?, sich in einschlägigen Lexika zu informieren, wenn sie einen ersten Überblick darüber haben möchten, worum es der Hermeneutik geht.1 Folgt man diesem Rat, so wird Hermeneutik definiert als die Kunst der Auslegung, deren Leistung im Allgemeinen darin besteht, fremde Vorstellungen in die eigene Welt zu übertragen.2
Werner Jung bedient sich bei seiner Definition von Hermeneutik bei den Vertretern der Hermeneutik Hans-Georg Gadamer und Wilhelm Dilthey. Er sagt, dass das Grundproblem der Hermeneutik darin besteht, „einen Sinnzusammenhang aus einer anderen ‚Welt’ in die eigene zu übertragen“3. Dabei ist der Text der bevorzugte Untersuchungsgegenstand, der Gegenstand der Interpretation. Die grundsätzliche Frage, die sich dabei stellt, ist: Welche Intension hat (hatte) der Autor?4
Die Hermeneutik interpretiert einen Text faktisch und inhaltlich und liefert so eine inhaltliche Bestimmung dessen, was in einem Text steht. Bei jeder hermeneutischen Interpretation eines Werkes, sei es Text oder gesprochene Sprache, ist es von elementarer Wichtigkeit, dass die Situation der Entstehung des Textes miteinbezogen wird und dass das einzelne Textelement nur als Teil des Ganzen verstanden werden kann.5
3. Das Hermeneutikkonzept F.E.D. Schleiermachers
3.1 Schleiermachers Begriff der Hermeneutik
Für Friedrich Ernst Daniel Schleiermacher ist Hermeneutik eine universelle Lehre des Verstehens und der Auslegung. Seit Schleiermacher geht es in der Hermeneutik um Verstehen fremden Sinnes und nicht mehr, wie zuvor, um das Erklären. Er bezeichnet Hermeneutik als „das vollkommene Verstehen einer Schrift“6. Dabei geht er von der Grundeinsicht aus, dass jedes Verstehen fremden Sprechens zum Bereich der Hermeneutik gehört. Hermeneutik ist für Schleiermacher da, wo gesprochen wird und wo Schriftsteller und Leser sind, denn Hermeneutik ist so universell wie Sprache.7
Nach Schleiermacher hat Hermeneutik nicht nur etwas mit klassischen oder theologischen Texten zu tun, sondern auch mit dem alltäglichen Sprechen und Schreiben.8
Durch Schleiermacher fand im 19. Jahrhundert eine Gebietserweiterung der Hermeneutik statt.9 Reflexionsgegenstand war nun „das Selbstverstehen des Menschen in seiner Geschichtlichkeit“10. Allerdings gesteht auch er ein, dass eine allgemeine Hermeneutik als Kunst des Verstehens nicht existent ist, sondern mehrere spezielle Hermeneutiken vorhanden sind.11
Schleiermacher selbst teilt die Hermeneutik in zwei Gebiete. In das grammatische Gebiet, welches die Sprache und die Geschichte eines Textes untersucht, und in das psychologische Gebiet, welches sich mit der Sprache als Ausdruck des Lebens befasst.12
[...]
1 Vgl. Jung, Werner: Neuere Hermeneutikkonzepte. Methodische Verfahren oder geniale Anschauung? In:Bogdal, Klaus (Hrsg): Neue Literaturtheorien. Eine Einführung. Opladen 1997, S. 159.
2 Vgl. Bertelsmann Universallexikon 2002. Gütersloh, München 2001.
3 Gadamer, Hans-Georg: Hermeneutik. In: Ritter, Joachim (Hrsg): Historisches Wörterbuch der Philosophie. Bd. III. Basel, Stuttgart 1970. Zit. nach: Jung, Werner: Neuere Hermeneutikkonzepte. Methodische Verfahren oder geniale Anschauung? In: Bogdal, Klaus (Hrsg.): Neue Literaturtheorien. Eine Einführung. Opladen 1997, S. 159.
4 Vgl. Jung, Werner: Neuere Hermeneutikkonzepte. Met hodische Verfahren oder geniale Anschauung? In: Bogdal, Klaus (Hrsg): Neue Literaturtheorien. Eine Einführung. Opladen 1997, S. 159.
5 Vgl. Vedder, Ben: Was ist Hermeneutik? Ein Weg von der Textdeutung zur Interpretation der Wirklichkeit. Stuttgart, Berlin, Köln 2000, S. 9f.
6 Schleiermacher, F. E. D.: Hermeneutik. Hg. von Kimmerle, H. Heidelberg 1959, S. 20.
7 Vgl. Vedder, Ben: Was ist Hermeneutik? Ein Weg von der Textdeutung zur Interpretation der Wirklichkeit. Stuttgart, Berlin, Köln 2000, S. 50.
8 Vgl. Vedder, Ben: Was ist Hermeneutik? Ein Weg von der Textdeutung zur Interpretation der Wirklichkeit. Stuttgart, Berlin, Köln 2000, S. 50f.
9 Jung, Werner: Neuere Hermeneutikkonzepte. Methodische Verfahren oder geniale Anschauung? In: Bogdal, Klaus (Hrsg): Neue Literaturtheorien. Eine Einführung. Opladen 1997, S. 159f.
10 Klaus, Georg und Buhr, Mannfred (Hrsg.): Philosophisches Wörterbuch. 7. Aufl. Leipzig 1970. zit. nach: Jung, Werner: Neuere Hermeneutikkonzepte. Methodische Verfahren oder geniale Anschauung? In: Bogdal, Klaus (Hrsg): Neue Literaturtheorien. Eine Einführung. Opladen 1997, S.159f.
11 Vgl. Schleiermacher, F. E. D.: Hermeneutik. Aus Schleiermachers handschriftlichem Nachlasse und nachgeschriebenen Vorlesungen. Hg. von Lücke, Dr. Friedrich. In: Schleiermachers Werke. Vierter Band. Hg. von Braun, Otto und Bauer, Johannes. 2. Aufl. Aalen 1967, S. 137.
12 Vgl. Vedder, Ben: Was ist Hermeneutik? Ein Weg von der Textdeutung zur Interpretation der Wirklichkeit. Stuttgart, Berlin, Köln 2000, S. 52.
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