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Kulturelle Unterschiede im internationalen Vergleich unter Heranziehung des Beispiels DaimlerChrysler - Ein Vergleich zwischen Deutschland und den USA

Hausarbeit, 2005, 49 Seiten
Autor: Tanja Schwabe
Fach: Wirtschaft - Unternehmensführung, Management, Organisation

Details

Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2005
Seiten: 49
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 31  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V41350
ISBN (E-Book): 978-3-638-39630-1
ISBN (Buch): 978-3-638-72421-0
Dateigröße: 251 KB

Zusammenfassung / Abstract

Vor dem Hintergrund zunehmender internationaler Verflechtung der wirtschaftlichen Beziehungen nimmt ein Verständnis der kulturellen Unterschiede einen immer höheren Stellenwert ein. Dies zeigt sich nicht nur durch die seit den 80er Jahren stetig ansteigende Auseinandersetzung mit dem Thema Interkulturelles Management in diversen Publikationen, sondern auch durch die in der Praxis immer häufiger und vertrackter vorkommenden Problemstellungen in Wirtschaft und Politik aufgrund kultureller Unterschiede. Diese Unterschiede zwischen verschiedenen Nationen treten insbesondere bei Fusionen hervor. Das Scheitern von internationalen Fusionen aufgrund erfolgloser internationaler Zusammenarbeit ist schon lange kein Einzelfall mehr. Die Renault-AmericanMotors-, Vodaphone-Mannesmann- bis hin zur DaimlerChrysler-Fusionen sind nur einige Beispiele, die die Problematik internationaler Firmenehen belegen – trotz allem suchen die Manager der Großunternehmen den Grund meistens an anderer Stelle und verschließen sich den zugegeben schwer fassbaren sozialen und persönlichen Belangen ihrer Mitarbeiter. DaimlerChrysler's erste gemeinsame Werbekampagne: "Was geschieht, wenn sich 428.000 außergewöhnliche Menschen begegnen?" warf in diesem Zusammenhang eine Frage auf, deren Antwort ein Ausmaß annehmen sollte, welches erst viel später in seiner Ganzheitlichkeit begriffen werden konnte. Nicht die Unterschiedlichkeit der Interaktionspartner allein, sondern vor allem das mangelnde Verständnis für die Kultur des anderen ist die Ursache des Scheiterns vieler deutsch-amerikanischer Kooperationen. Kulturunterschiede stellen keine unüberwindbaren Hindernisse dar. Es bedarf jedoch eines großen Maßes an Offenheit, Flexibilität und Anpassungsfähigkeit der jeweiligen Parteien. Ziel der zugrunde liegenden Arbeit soll es daher sein, durch die Analyse der amerikanischen und deutschen Kultur ein Verständnis für die Denk- und Handlungsweise der beiden Nationen zu vermitteln und die entstehenden Prolempotentiale beim Zusammentreffen dieser beiden Nationen herauszuarbeiten. Zunächst soll eine Abgrenzung des Begriffes "Kultur" gegeben werden. Sodann werden die Kulturmodelle von Geert Hofstede und Fons Trompenaars vorgestellt und deren Ergebnisse einer kritischen Betrachtung unterzogen. Schließlich wird konkret auf die Unterschiede der deutschen und amerikanischen Kultur und anschließend auf die einzelnen Aspekte und Problemschwerpunkte der DaimlerChrysler-Kooperation eingegangen.


Textauszug (computergeneriert)

 

Fachhochschule für Wirtschaft

Kulturelle Unterschiede im internationalen
Vergleich unter Heranziehung des Beispiels Daimler Chrysler
- Ein Vergleich zwischen Deutschland und den USA -

von
Tanja Schwabe

 

 

INHALTSVERZEICHNIS


 1. Einleitung 1

2. Abgrenzung und Verständnis des Kulturbegriffs 2

3. Die Kulturstudie von Hofstede 5

3.1. Mentale Programme 5
3.2. Die vier Kulturdimensionen 7
3.3. Kritik und Bewertung 12

4. Die Kulturstudie von Trompenaars 13

4.1. Das Kulturverständnis 13
4.2. Die drei Kulturkategorien 14
4.2.1 Menschliche Beziehungen 14
4.2.2. Der Umgang mit der Zeit 20
4.2.3. Die Einstellung zur Umwelt 21
4.3. Kritik und Bewertung 22

5. Hintergründe und Unterschiede der deutschen sowie amerikanischen Kultur 23

5.1. Historische Ursprünge 23
5.2. Psychologische Charakteristika 26

6. Interkulturelle Probleme bei der deutsch-amerikanischen Zusammenarbeit des Daimler Chrysler-Mergers 30

6.1. Der Daimler Chrysler-Deal – Ein Überblick 30
6.2 Integrationsbemühungen 32
6.3. Problemschwerpunkte der Integration 33

7. Resümee und Ausblick 40

Literaturverzeichnis 44
Abbildungsverzeichnis 47

 

 

1. Einleitung

Vor dem Hintergrund zunehmender internationaler Verflechtung der wirtschaftlichen Beziehungen nimmt ein Verständnis der kulturellen Unterschiede einen immer höheren Stellenwert ein. Dies zeigt sich nicht nur durch die seit den 80er Jahren stetig ansteigende Auseinandersetzung mit dem Thema Interkulturelles Management in diversen Publikationen, sondern auch durch die in der Praxis immer häufiger und vertrackter vorkommenden Problemstellungen in Wirtschaft und Politik aufgrund kultureller Unterschiede.

Diese Unterschiede zwischen verschiedenen Nationen treten insbesondere bei Fusionen hervor. Das Scheitern von internationalen Fusionen aufgrund erfolgloser internationaler Zusammenarbeit ist schon lange kein Einzelfall mehr. Die Renault-AmericanMotors-, Vodaphone-Mannesmann- bis hin zur Daimler Chrysler- Fusionen sind nur einige Beispiele, die die Problematik internationaler Firmenehen belegen – trotz allem suchen die Manager der Großunternehmen den Grund meistens an anderer Stelle und verschließen sich den zugegeben schwer fassbaren sozialen und persönlichen Belangen ihrer Mitarbeiter. Daimler Chrysler′s erste gemeinsame Werbekampagne: "Was geschieht, wenn sich 428.000 außergewöhnliche Menschen begegnen?"warf in diesem Zusammenhang eine Frage auf, deren Antwort ein Ausmaß annehmen sollte, welches erst viel später in seiner Ganzheitlichkeit begriffen werden konnte.

Nicht die Unterschiedlichkeit der Interaktionspartner allein, sondern vor allem das mangelnde Verständnis für die Kultur des anderen ist die Ursache des Scheiterns vieler deutsch-amerikanischer Kooperationen. Kulturunterschiede stellen keine unüberwindbaren Hindernisse dar. Es bedarf jedoch eines großen Maßes an Offenheit, Flexibilität und Anpassungsfähigkeit der jeweiligen Parteien. Ziel der zugrunde liegenden Arbeit soll es daher sein, durch die Analyse der amerikanischen und deutschen Kultur ein Verständnis für die Denk- und Handlungsweise der beiden Nationen zu vermitteln und die entstehenden Problempotentiale beim Zusammentreffen dieser beiden Nationen herauszuarbeiten.

Hierzu wird wie folgt vorgegangen: Um Verwirrungen und Fehlinterpretationen zu vermeiden, soll zunächst eine Abgrenzung des Begriffes "Kultur" gegeben werden. Hieran anschließend sollen theoretische Grundlagen vermittelt werden. Zu diesem Zwecke werden die Kulturmodelle bzw. -studien zweier bedeutender Anthropologen, Geert Hofstede und Fons Trompenaars, vorgestellt und deren Ergebnisse einer kritischen Betrachtung unterzogen. 

In einem weiteren Schritt wird sodann konkret auf die Unterschiede der deutschen und amerikanischen Kultur eingegangen, wobei zunächst die Ursprünge, die sich in der Historie finden lassen, aufgedeckt und anschließend die divergierenden Charakteristika verdeutlicht werden sollen. Auf diesem vermittelten Verständnis aufbauend, soll im folgenden Kapitel explizit auf die einzelnen Aspekte und Problemschwerpunkte der Daimler Chrysler-Kooperation eingegangen werden. Schließlich werden die Ergebnisse der Analyse nochmals kurz zusammengefasst und bewertet, die sich aus den Vergleichen der vorangegangenen Kapitel ergeben.

2. Abgrenzung und Verständnis des Kulturbegriffs

Der Begriff „Kultur“, ursprünglich aus dem Lateinischen (cultura = pflegen, hegen, bebauen) stammend, hat schon lange nicht mehr nur Bedeutung in der Agrarwirtschaft.2 Kultur wird außerdem definiert als die „Gesamtheit der geistigen und künstlerischen Lebensäußerungen einer Gemeinschaft, eines Volkes“3 sowie als “feine Lebensart, Erziehung und Bildung“4.

Diese knappe Erklärung reicht jedoch nicht aus, um ein Verständnis für den Kulturbegriff zu schaffen, welcher der vorliegenden Arbeit zugrunde liegt. Vielmehr ist Kultur zu verstehen als ein gewachsenes System aus kollektiv geteilten Überzeugungen, Einstellungen und Wertorientierungen, die in den Verhaltensmustern der Mitglieder einer Gemeinschaft zum Ausdruck kommen. Sie wird u.a. von ethnischen, geographischen und politischen Gegebenheiten beeinflusst und von Generation zu Generation weitergegeben. Durch ihre Kultur gelingt es einer Gesellschaft, sich gegenüber ihrer Umwelt zu behaupten.5 Kulturen sind schwer zu erfassen und einzugrenzen. Hilfreich dabei ist die Einteilung in folgende drei Ebenen bzw. Schichten:


(1) Die sichtbare Außenschicht:

Am deutlichsten erkennbar und daher am leichtesten zu beobachten sind die Verhaltensweisen der Kulturkreisangehörigen (z.B. Sitten, Bräuche, Rituale), ihre kulturellen Erzeugnisse (z.B. Kunstgegenstände, Literatur) sowie die sozialen Organisationsformen und Institutionen (z.B. Eheform, Familienform).

Die Symbole, in denen sich die Kultur niederschlägt – z.B. Sprache, Kleidung, Architektur –, spiegeln die inneren, tiefer liegenden Schichten der so genannten „Kulturzwiebel“6 wider.

(2) Die unsichtbare Mittelschicht:

Hierzu zählen Werte, Normen und Einstellungen. Sie sind eng mit den Idealen, die in der Gemeinschaft verfolgt werden, verknüpft (z.B. Individualismus oder Gleichheit).

(3) Die Innenschicht:

Den Kern der „Zwiebel“ bilden die unbewussten kulturellen Grundannahmen, z.B. über das Verhältnis von Mensch und Umwelt und über Raum und Zeit. Sie stellen die Basis für den Lebensalltag der Menschen dar und machen es ihnen möglich, sich in ihrer Umwelt zurechtzufinden.7

Kulturen entwickeln sich dort, wo Menschen regelmäßig zusammentreffen. Dies können sozialen Gefüge wie Unternehmen oder aber auch ganze Nationen sein. Wie sehr Menschen von dem Kulturkreis, in dem sie leben abhängig sind, verdeutlicht folgende bekannte Metapher:


„Unsere Kultur ist wie das Wasser für den Fisch“ 8

Sobald sich der Fisch auf dem Trockenen befindet, wird ihm schmerzlich seine Abhängigkeit vom Wasser bewusst. Ebenso spürt auch der Mensch seine Kultur erst dann bewusst, wenn er seine gewohnte Umgebung verlässt und sich in einen fremden Kulturkreis begibt. Plötzlich passen seine Verhaltensnormen dann nicht mehr zu den Umweltbedingungen.9

Zugleich wird durch das Zitat indirekt zum Ausdruck gebracht, dass das, was für die Menschen der einen Kultur lebensnotwendig ist, in einer anderen Kultur überflüssig erscheint oder dort gänzlich unbekannt und unnötig sein kann. Wie groß Unterschiede auch zwischen auf den ersten Blick ähnlich erscheinenden Kulturen sein können, wird erst deutlich, wenn diese direkt aufeinander treffen.

Im Zusammenhang mit der zunehmenden Globalisierung steigt seit etwa 25 Jahren auch das wissenschaftliche Interesse an interkulturellen Unterschieden. Diverse Sozialforscher haben hierzu theoretische Konstrukte zum besseren Verständnis entwickelt, warum Menschen aus unterschiedlichen Ländern auf verschiedene Arten und Weisen handeln. Diese Konstrukte basieren auf Durchschnittswerten oder Normen des Wertesystems, das eine Kultur ausmacht; sie erheben keinen Anspruch auf Exaktheit, sondern sollen vielmehr als eine Art Werkzeug betrachtet werden, um eine Kultur zu entschlüsseln und leserlich zu machen.10

Im Nachfolgenden sollen zwei von in der Wissenschaft bedeutenden Sozialforschern, Geert Hofstede und Fons Trompenaars, entwickelte theoretische Ansätze untersucht werden, welche in den folgenden Kapiteln unter Heranziehung eines Praxisbeispiels auf ihre Richtigkeit überprüft werden.

3. Die Kulturstudie von Hofstede

Der niederländische Sozialforscher Geert Hofstede publizierte im Jahre 1980 eine faszinierende empirische Studie zu Grundwerten und Verhaltensweisen von Menschen im Berufsleben, die aus unterschiedlichen Nationen stammen. Es war die erste in einem derartigen Umfang durchgeführte Kulturforschung. Das Datenmaterial entstammt aus der Befragung in den Jahren 1968-1972 von rund 116.000 IBM-Mitarbeitern der Firma IBM aus 72 nationalen Tochtergesellschaften in 50 Ländern (von China bis Südamerika, von Norwegen bis Afrika), welche unter anderem Angaben zu Führungsstil, Arbeitszufriedenheit sowie Verhältnis zu Arbeit und Freizeit machten.11

Anhand der Studie identifizierte Hofstede verschiedene theoretischen Ansätze. Aufgrund des geringen Umfangs der zugrunde liegenden Arbeit soll lediglich auf die nachfolgenden zwei von Hofstede aufgestellten "Theoriebereiche" näher eingegangen werden.

[...]


1 Vongehr, Ulrike, Personality Management & Karriere, in: Horizont, Nr. 12, 25.03.1999, S. 67

2 Vgl. Berkel, Karl/Herzog, Rainer, Unternehmenskultur und Ethik, Arbeitshefte Führungspsychologie, Band 27, Heidelberg, 1997, S. 9

3 DUDEN, Das Fremdwörterbuch, Mannheim, 2001, S. 557

4 DUDEN, Das Fremdwörterbuch (2001), S. 557

5 Vgl. Baumer, Thomas, Handbuch interkultureller Kompetenz, Zürich, 2002, S. 77

6 Blom, Herman/Meier, Harald, Interkulturelles Management, Herne/Berlin, 2002, S. 40

7 Vgl. Baumer (2002); Kainzbauer, Astrid, Kultur im interkulturellen Training, Frankfurt am Main/London, 2002, S. 105 ff.; Trompenaars, Fons, Handbuch Globales Managen, Düsseldorf/ Wien/New York/Moskau, 1993, S. 37 ff.

8 Trompenaars, F. (1993), S. 37

9 Vgl. Blom, H./Meier, H. (2002), S. 35

10 Vgl. LeMont Schmidt, Patrick, Die amerikanische und die deutsche Wirtschaftskultur im Vergleich, Göttingen, 2002, S. 16

11 Vgl. Hofstede, G., Lokales Denken, globales Handeln, München, 1997, S. 372


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Autor: Tobias Aulich
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