Please wait
Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.
Scholary Paper (Seminar), 2002, 25 Pages
Author: Magister Kommunikationswissenschaft Linda Neuhaus
Subject: English Language and Literature Studies - Literature
Details
Institution/College: University of Duisburg-Essen (Department of English Literature)
Tags: Sarah, Bernardt, Projektion, Femme, Fatale, Oscar, Wilde, Salomé
Year: 2002
Pages: 25
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 14 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-39653-0
ISBN (Book): 978-3-638-65602-3
File size: 158 KB
Eine Seminararbeit, die die Frauenrolle im 19. Jhr genauso beleuchtet wie das Phänomen Femme Fatale, das Mitte des 19.Jahrhunderts in Kunst und Literatur des viktorianischen Englands und in Frankreich auftauchte. Es werden Erklärungsansätze hierfür gegeben. Schließlich steht die frz. Schauspielerin Sarah Bernard im Mittelpunkt der Analyse, und es wird ersichtlich, dass sie genau dem Typus der Femme Fatale der damaligen Zeit entsprach.
Other users also were interested in the following titles:
Abstract
„Im Mythos und in der Literatur hat es den Typus der femme fatale immer gegeben, denn Mythos und Literatur sind nur die dichterische Widerspie-gelung des wirklichen Lebens, im wirklichen Leben aber hat es an mehr oder minder vollkommenen Exemplaren herrschsüchtiger und grausamer Frauen nie gefehlt.“ Mit diesem Zitat beschreibt Mario Praz, der in seinem Werk „Schwarze Roman-tik“ als erster das Phänomen „femme fatale“ erkannte, einordnete und psycholo-gisch deutete, das dekadente Frauenbild, das in seiner Darstellung im 19. Jahr-hundert einen Höhepunkt in Kunst, Literatur und in der Gesellschaft fand. Dass die femme fatale im wirklichen Leben real existierte und nicht nur ein Pro-dukt der Männerfantasie war, war nicht nur Praz’ Auffassung. Vielen Frauengestalten der Geschichte wurde diese Rolle zugeordnet. Sarah Bernhardt, eine der erfolgreichsten und bekanntesten Schauspielerinnen des 19. Jahrhunderts, galt zu ihrer Zeit als eine femme fatale par excellence. Ziel dieser Arbeit ist es, herauszufinden, ob Sarah Bernhardt wirklich eindeutig dem Typus der femme fatale zuzuordnen ist und warum. Als erstes soll die Berücksichtigung des zeithistorischen Aspektes erläutern, wie die Frau in ihrer Rolle im 19. Jahrhundert, orientiert am viktorianischen England und Frankreich, wahrgenommen wurde. Ausgehend von diesen Ausführungen kann nachvollzogen werden, in welcher gesellschaftlichen Lebenssituation sich die Bernhardt befand. Außerdem sollen im Ansatz die Gründe aufgezeigt werden, warum sich gerade zu dem Zeitpunkt des fin de siècle das dekadente Frauenbild durchsetzen konnte. Dazu erscheint es sinnvoll zu erläutern, in welcher Art und Weise sich das Bild der femme fatale in Kunst und Literatur etablierte. Eine Kurzbiographie der Bernhardt stellt die Einleitung des Schwerpunkts dieser Arbeit dar. Zuerst wird der Frage nachgegangen, warum gerade Sarah Bernhardt es schaffte, zum Weltstar aufzusteigen. Im Hinblick auf die typischen Merkmale der femme fatale soll gezeigt werden, welchen Lebensstil Sarah Bernhardt verfolgte und wie sie ihre Kunst und sich selbst als Person wahrnahm. Zum Schluß wird ein Resümee gezogen, das die Ergebnisse dieser Arbeit aufgreift und in einen sinnvollen Zusammenhang bringt um aufzuzeigen, ob Sarah Bernhardt wirklich dem Mythos der femme fatale entsprach.
Excerpt (computer-generated)
Universität Duisburg-Essen
Sarah Bernardt - Projektion der Femme Fatale?
von
Linda Neuhaus
2002
Inhaltsverzeichnis
0. Einleitung ... 1
1. Zeithistorischer Hintergrund ... 3
1.1 Die Rolle der Frau in der Gesellschaft des 19. Jhr. ... 3
1.2 Die Frau als Schauspielerin ... 5
2. Die femme fatale - Bewegung im 19. Jahrhundert ... 7
2.1 Das dekadente Frauenbild in Kunst und Literatur ... 8
2.2 Drei Erklärungsansätze ... 10
3. Sarah Bernhardt ... 12
3.1 Kurzbiographie ... 12
3.2 Der Star Sarah Bernhardt ... 14
3.3 Sarah Bernhardt - die femme fatale ... 15
3.3.1 Das Bühnenspiel ... 16
3.3.2 Der Lebensstil der Bernhardt ... 18
3.3.3 Körperlichkeit ... 19
3.3.4 Inszenierung des Privatlebens ... 20
4. Schlussbemerkung ... 22
Literaturverzeichnis ... 24
0. Einleitung
„Im Mythos und in der Literatur hat es den Typus der femme fatale immer gegeben, denn Mythos und Literatur sind nur die dichterische Widerspiegelung des wirklichen Lebens, im wirklichen Leben aber hat es an mehr oder minder vollkommenen Exemplaren herrschsüchtiger und grausamer Frauen nie gefehlt.“1
Mit diesem Zitat beschreibt Mario Praz, der in seinem Werk „Schwarze Romantik“ als erster das Phänomen „femme fatale“ erkannte, einordnete und psychologisch deutete, das dekadente Frauenbild, das in seiner Darstellung im 19. Jahrhundert einen Höhepunkt in Kunst, Literatur und in der Gesellschaft fand.
Dass die femme fatale im wirklichen Leben real existierte und nicht nur ein Produkt der Männerfantasie war, war nicht nur Praz’ Auffassung.
Vielen Frauengestalten der Geschichte wurde diese Rolle zugeordnet.
Sarah Bernhardt, eine der erfolgreichsten und bekanntesten Schauspielerinnen des 19. Jahrhunderts, galt zu ihrer Zeit als eine femme fatale par excellence. Ziel dieser Arbeit ist es, herauszufinden, ob Sarah Bernhardt wirklich eindeutig dem Typus der femme fatale zuzuordnen ist und warum. Als erstes soll die Berücksichtigung des zeithistorischen Aspektes erläutern, wie die Frau in ihrer Rolle im 19. Jahrhundert, orientiert am viktorianischen England und Frankreich, wahrgenommen wurde. Ausgehend von diesen Ausführungen kann nachvollzogen werden, in welcher gesellschaftlichen Lebenssituation sich die Bernhardt befand. Außerdem sollen im Ansatz die Gründe aufgezeigt werden, warum sich gerade zu dem Zeitpunkt des fin de siècle das dekadente Frauenbild durchsetzen konnte. Dazu erscheint es sinnvoll zu erläutern, in welcher Art und Weise sich das Bild der femme fatale in Kunst und Literatur etablierte. Eine Kurzbiographie der Bernhardt stellt die Einleitung des Schwerpunkts dieser Arbeit dar. Zuerst werde ich der Frage nachgehen, warum gerade Sarah Bernhardt es schaffte, zum Weltstar aufzusteigen. Im Hinblick auf die typischen Merkmale der femme fatale möchte ich herausfinden, welchen Lebensstil Sarah Bernhardt verfolgte, wie sie ihre Kunst und sich selbst als Person wahrnahm. Zum Schluß soll ein Resümee gezogen werden, das die Ergebnisse dieser Arbeit aufgreift und in einen sinnvollen Zusammenhang bringt, um auf die thematisierte Frage eine Antwort zu finden.
1. Zeithistorischer Hintergrund
Die Karriere der Sarah Bernhardt vollzog sich in einem Jahrhundert, das in vielerlei Hinsicht von entscheidenden Umwälzungen und Veränderungen auf verschiedensten Gebieten geprägt war.
Die einsetzende Industrialisierung ermöglichte dem Bürgertum erstmals zu Macht und Ansehen zu gelangen. Kultur und Theater wurden bürgerlich und nicht mehr ausschließlich dem Adel vorbehalten. Das 19. Jahrhundert brachte entscheidende technische Innovationen hervor, wie die Dampfkraft, die ganz neue Möglichkeiten schaffte, sich schneller und einfacher fortzubewegen.
„Das vorindustrielle Reisen in der Kutsche ließ die schnelle Überwindung weiter Strecken nicht zu, und erst die Dampfkraft, die Eisenbahnen und Ozeandampfer antreibt und so den Raum zwischen den großen Städten und den Kontinenten aufhebt, ermöglichte [...] internationale Präsenz.“2 Nicht nur die Masse erhielt die Möglichkeit fremde Kontinente zu bereisen, sondern auch Künstler und Schauspieler konnten erstmals internationalen Ruhm erlangen. Das mediale Zeitalter wurde eingeläutet: mit der Erfindung der Fotografie und der Zeitung konnten Neuigkeiten schnell verbreitet werden. Ein Effekt war das Aufkommen des Starkultes - einzelne Personen konnten erstmals aus der anonymen Masse heraustreten.
1.1. Die Rolle der Frau in der Gesellschaft des 19. Jahrhunderts
Zu Anfang des 19. Jahrhunderts etablierte sich eine deutlich frauenfeindliche Strömung in der Gesellschaft. „Weitverbreitet war der Glaube, die Frau habe die Fähigkeit, die Kreativität des Mannes zu untergraben und sei ferner außerstande zu lieben oder künstlerisch tätig zu sein.“3
[....]
1 Praz, Mario: Liebe, Tod und Teufel. Die schwarze Romantik. (München: Carl Hanser Verlag 1963), S. 132.
2 Möhrmann, Renate (Hg.): Die Schauspielerin. (Frankfurt am Main und Leipzig: Insel Verlag 2000), S. 259.
3 Schickedanz, Hans Joachim: Femme fatale - Ein Mythos wird entblättert. (Dortmund: Harenberg 1983), S. 36.
Comments
Other users also were interested in the following titles:
Lessings "Emila Galotti" als aristotelisches Drama
Author: Annika FreiseGerman Studies - Modern German Literature, 2005 Download as PDF-file for 5,99 EUR
Kafka, Franz - Die Verwandlung - Märchenhaftes und Phantastisches
Authors: Andrea Krumnow, Sophie PouchelonGerman - Literature, Works, 2003 Download as PDF-file for 4,99 EUR
Kognitive vs. affektive Dimensionen in der Fremdsprachenerwerbsforschung - Zur Evolution eines Paradigmas
Author: Beate BernsteinGerman Studies - Linguistics, 2004 Download as PDF-file for 9,99 EUR
Episches Theater, das sind Sie, lieber Herr Brecht
Author: Lisa HannTheater Studies, 2004 Download as PDF-file for 4,99 EUR
Die Schuldfrage in Max Frischs "Andorra" und Wolfgang Borcherts "Draußen vor der Tür"
Author: Irena KröberGerman Studies - Modern German Literature, 2007 Download as PDF-file for 4,99 EUR
Fehler und Fehlerkorrektur im Fremdsprachenunterricht
Author: Sandra ThillmannEnglish - Pedagogy, Didactics, Literature Studies, 2006 Download as PDF-file for 7,99 EUR
Vater-Tochter-Beziehung in G.E. Lessings Werken „Emilia Galotti“ und „Nathan der Weise“
Author: Joana PetersGerman Studies - Modern German Literature, 2004 Download as PDF-file for 6,99 EUR
E-Mail im Fremdsprachenunterricht
Author: Dr. Florian KrickRomance Languages - General, 2001 Download as PDF-file for 9,99 EUR
Das Bild der femme fatale in Thomas Manns Erzählung Der kleine Herr Friedemann
Author: Nadine BuschmannGerman Studies - Modern German Literature, 1998 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Hexen - Von der Zauberin und weisen Frau zur bösen Hexe und Verfolgten
Author: Nicole RosenthalEthnology / Cultural Anthropology, 2004 Download as PDF-file for 6,99 EUR
This text can be quoted and accessed from this url:
08.04.2008 17:38:57
Ich arbeite selbst grade an einer Hausarbeit zu dem thema und empfinde 7,99 € für die kaum 25 Seiten umfassende Veröffentlichung als haarsträubend teuer. Zumal die Recherche an manchen stellen sehr oberflächlich stattgefunden zu haben scheint. Zum Beispiel ist die Aussage "mit erfindung der Fotografie und der Zeitung konnten Neuigkeiten schnell verbreitet werden" (1.Zeithistorischer Hintergrund) -milde formuliert- nachlässig. die Zeitung wurde nicht im 19. Jahrhundert "erfunden" sondern ist nachweißlich schon mitte des 17. Jahrhunderts vielfach in einer täglich publizierten form dokumentiert. Solcherlei Details mögen Spitzfindig anmuten, angesichts des Anspruchs an Wissenschaftliche Arbeiten insbesondere an solche von geringem Umfang ist es aber ein Ärgernis, dass das Vertrauen in die weiteren historischen Angaben untergräbt und eine umfangreiche Nachsorge bei deren Verwendung in eigenen Arbeiten notwendig macht. Ein Preis deutlich unter fünf € halte ich für angemessener selbst wenn man eine "geringe Auflage" mit einbezieht.