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Termpaper, 2005, 25 Pages
Author: Andre Terwei
Subject: Environmental Sciences
Details
Tags: Regenwälder, Südamerikas, Berücksichtigung, Valdivianischen, Regenwaldes
Year: 2005
Pages: 25
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 45 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-39761-2
File size: 961 KB
Dichter Text - einzeiliger Zeilenabstand
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Excerpt (computer-generated)
Die temperierten Regenwälder Südamerikas mit besonderer
Berücksichtigung des Valdivianischen Regenwaldes
von: Andre Terwei
Gliederung
1. Die Südlichen Wälder
2. Der Valdivianische Regenwald
2.1. Allgemeines
2.1.1. Verbreitungsgebiet
2.1.2. Geomorphologische Gliederung und Geologie
2.1.3. Böden
2.1.4. Klima
2.2. Hauptvegetationstypen
2.3. Zusammensetzung der Wälder
2.3.1. Der Valdivianischer Regenwald (Nothofago-Eucryphion all. nov. OBERD.)
2.3.2. Unterteilung in Subtypen
2.3.2.1. Subtypus „Ñadi“
2.3.2.2. Subtypus „Olivillo“-Küstenwald („olivillo costero“)
2.3.2.3. Subtypus Immergrüner Wald mit gereiften schattenintoleranten Baumarten („siempreverde con intolerantes emergentes“)
2.3.2.4. Subtypus Immergrüner Wald mit schattentoleranten Baumarten („siempreverde con tolerantes“)
2.3.2.5. Subtypus „Canelo“- Sekundärwald („renovales de canelo“)
2.3.3. Der „Alerce“-Wald (Fitzroyetum OBERD.)
2.3.4. Die Arrayanales mit Myrceugenella apiculata und die Pitra-Bruch-wälder mit Myrceugenia exsucca (Palud-Myrceugenetalia ord. nov. OBERD.)
2.4. Die Rolle von Bambusarten der Gattung Chusquea in der Dynamik des Valdivianischen Regenwaldes
3. Anthropogener Einfluss auf die temperierten Wälder
3.1. Rodungsgeschichte und reale Vegetation
3.2. Zerstörung und Degradierung der temperierten Wälder
4. Unterschutzstellung
4.1. Notwendigkeit zum Schutz der temperierten Wälder
4.2. Zustand der Unterschutzstellung der chilenischen Wälder
5. Bibliographie
1. Die Südlichen Wälder
Die Wälder des südlichen Südamerika sind durch eine breite von Nordwesten nach Südosten streichende Trockenzonen von den Regionen tropischer Wälder getrennt. Baumwuchs beginnt noch in der subtropischen Zone südlich 31°S sehr zaghaft mit Trocken- und Hartlaubwäldern. Mit zunehmenden Niederschlägen treten südlich von 37°S Baum- und Straucharten des subantarktischen Florengebietes auf. Hier beginnt das Gebiet üppiger temperierter Regenwälder – von OBERDORFER (1960) auch als südchilenisches Lorbeerwald- und Sommerwald-Gebiet (Wintero-Nothofagetea und Nothofagetea pumilionis-antarcticae) bezeichnet –, das bis Feuerland, also bis ca. 55°S reicht und vor allem durch sowohl laubabwerfende als auch immergrüne Laubbaumarten der Gattung Nothofagus beherrscht wird. Mit weitaus geringerer Verbreitung, vor allem im nördlichen Teil des Gebietes, treten jedoch ebenfalls Nadelwälder auf, die vor allem von den Gattungen Araucaria, Austrocedrus und Fitzroya gebildet werden (SEIBERT 1996).
Neben dem Hauptverbreitungsgebiet der südandinen temperierten Wälder auf der Westseite der Kordillere in Chile existieren ebenfalls zahlreiche Ausläufer und Inseln dieser Wälder im östlichen argentinischen Teil der Anden (HUECK 1966). Nach den nordhemisphärischen temperierten Küstenregenwäldern entlang der pazifischen Nordwestküste Nordamerikas sind die Wälder in Chile und Argentinien die zweitgrößten der Welt. Ähnliche Wälder findet man auf der Südhalbkugel sonst nur noch in Tasmanien und Neuseeland (NEIRA et al. 2002).
Die ursprüngliche globale Ausdehnung dieser Wälder wird auf ca. 30 bis 40 Millionen Hektar geschätzt. In Chile waren es ungefähr 18,4 Millionen Hektar. Das Gesamtgebiet verbleibender temperierter Küstenregenwälder ist unbekannt, aber es wird angenommen, das bis zum Jahr 1992 in Chile 56% der Fläche gerodet wurden oder einen Landnutzungswandel erfahren haben (LARA et al. 1999; WEIGAND et al. 1992).
Die Region südlich des Rio Bio Bio (ungefähr 37°45´S) wurde bereits von REICHE (1907) und SKOTTSBERG (1910, 1916) phytogeographisch beschrieben. Sie bezogen sich dabei v.a. auf persönliche Kenntnisse der Region als auch auf die Schriften der Naturforscher R. A. PHILIPPI (1865) und F. W. NEGER (1899). Alle dann folgenden Autoren wurden zumeist in starkem Maße von diese frühen Arbeiten beeinflusst. SKOTTSBERG (1910) unterschied die Küstenregion südlich von 41° in einen (A) nördlichen artenreichen Valdivianischen Wald und einen (B) südlichen artenarmen subantarktischen Wald, beide aus immergrünen Nothofagus-Arten bestehend. Ebenso beschrieb er einen südlichen und nördlichen sommergrünen Nothofagus-Wald in höheren Lagen der Andenkordillere.
Es hat viele Versuchen gegeben, die Masse der südandinen Wälder zu gliedern und in einzelne Vegetationsregionen einzuteilen. Nach HUECK (1966) haben sich den Vegetationsgeographen dazu bisher drei Grundzüge der Vegetationsverteilung angeboten:
1. Es wurden die floristisch andersartigen Hartlaubwälder des trockenen Mittelchile von den sub-antarktischen Regenwäldern getrennt. Zu dieser Trennung des Hartlaubwaldes mit subtropischem Charakter von den anderen südandinen Wäldern ebenso wie zur weiteren Gliederung der südlich sich anschließenden Wälder bieten sich die Arealgrenzen einer Fülle von Arten an (Abb. 1.1.).
2. Es wurden innerhalb der sub-antarktischen Wälder der gehölzartenreichste Abschnitt als eine besondere Einheit, als „Valdivianischer Regenwald“ herausgehoben.
3. Es wurde der Wald auf den regenreichen Westflanken der Anden – meist ein immergrüner Wald – von den vorzugsweise sommergrünen Wäldern der Osthänge unterschieden.
Als eine Zwischenregion (ca. 37°35´bis 40°40´S auf Meereshöhe) zwischen den subtropischen Hartlaubwäldern und dem Valdivianischen Regenwald, aber auf Grund seines Artengehaltes schon unbedingt zu den sub-antarktischen Wäldern gehörend, lässt sich eine Zone sommergrüner
Abb. 1.1.: Verbreitung einiger Holzarten des südlichen Südamerika (aus HUECK 1966) [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]
Nothofagus-Wälder mit N. alpina („raulí“) und N. obliqua („roble pellín“) abgrenzen (SCHMITHÜSEN 1956).
Darüber wo die Südgrenze des immergrünen Waldgebietes zu ziehen ist gehen die Meinungen der Vegetationsgeographen wegen des ganz allmählichen Ausklingens der hierher gehörenden Arten weit auseinander, je nach dem Grade, wie etwa physiognomische, ökologische oder floristische Merkmale zugrunde gelegt werden. Die Meinungen hierzu schwanken zwischen 46°S (REICHE 1907), 47°S (HAUMAN 1920) und 48°S (SKOTTSBERG 1931). DONAT (1931) zählt über 30 Arten des Valdivianischen Waldes auf, deren Arealgrenzen zwischen 47°S und 49°S liegt. Ausgehend von SKOTTSBERG (1931) werden die Wälder südlichen dieser Arealgrenzen als „Magellanische“ Regenwälder bezeichnet.
SCHMITHÜSEN (1956) unterscheidet im weiteren die „Valdivianischen“ Wälder – die Begriffe „Valdivianischer (Regen-)Wald“ („bosque valdiviano“ oder „pluviselva valdiviana“) und „immergrüner (Regen-)Wald“ („bosque del tipo forestal siempreverde“ oder „pluviselva siempreverde“) wurden bis dahin noch synonym gebraucht – in einen nördlichen Valdivianischen Regenwald (40°49´S bis 43°20´S auf Meereshöhe) und einen südlichen Nordpatagonischen Regenwald (43°20´S bis 47°30´S). Die Wälder in den mittleren und höheren Lagen nördlich von 40°40´S beschreibt er als Ausläufer des Nordpatagonischen Regenwaldes.
Zu wie verschiedenen Ergebnissen die unterschiedlichen Versuche der Gliederung der südlichen Wälder gekommen sind zeigt die Abb. 1.2. (aus HUECK 1966). Die alte Einteilung von REICHE (1907) schließt sich noch sehr an die grundlegende physiographische Zonierung des Landes an. Mehr nach der waldgeographischen Seite orientiert ist die Karte von ROTHKUGEL (1916). In der Karte von PEREZ MOREAU (1946), die vorwiegend auf den argentinischen Anteil der südlichen Wälder zugeschnitten ist, fehlt jede Andeutung der nur in Chile auftretenden Hartlaubwälder. Als zwei moderne Karten mit starker Gliederung der Waldregionen stellen sich schon die Karten von SCHMITHÜSEN (1956) und OBERDORFER (1960) dar.
Abb. 1.2.: Versuche der Vegetationsgliederung der Wälder im südlichen Chile [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]
Bei einer Beurteilung dieser Karten ist daran zu denken, dass die heutigen Vegetationsverhältnisse und damit auch die Grenzen zwischen den verschiedenen Waldgebieten besonders in dem Abschnitt zwischen 45°S und 53°S keineswegs ausgeglichen sind. Denn es ist sicher, dass die in diesen Breiten vorhandene Decke des Inlandeises noch vor erdgeschichtlich sehr kurzer Zeit im Westen in breiter Front das Meer erreicht hat und dass sie sich auch nach Osten wesentlich weiter in das patagonische Flachland hineinschob. Eine so gewaltige Eisbarriere muss aber für jede Pflanzenwanderung und damit auch für die Ausbreitung von Baumarten ein schwerüberbrückbares Hindernis dargestellt haben (HUECK 1966). Es fällt auf, dass bei den bisherigen Versuchen, das südandine Waldgebiet zu gliedern, die Nadelbäume eine sehr geringe Berücksichtigung erfahren haben. Für die Podocarpus- und Saxegothaea-Arten mag das berechtigt sein, denn diese Arten treten fast ausnahmslos nur eingestreut im Nothofagus-Wald auf. Aber schon Pilgerodendron- und Fitzroya-Wälder werden stellenweise zum landschaftsbestimmenden Faktor. Noch mehr gilt das für Araucaria araucana und Austrocedrus chilensis, die Wälder von Tausenden von Quadratkilometern Ausdehnung bilden und die damit die Grundlage ergeben für die Abgrenzung von ökologisch, physiognomisch und floristisch wichtigen Waldregionen. In der Abb. 1.3. wird von HUECK (1966) eine Gliederung der südandinen Wälder versucht, die den gegebenen Verhältnissen mehr gerecht wird.
[...]
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