Analyse der Bewegungsstruktur in James Camerons "Titanic" close

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Details

Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 1999
Seiten: 25
Note: 1,0
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 213 KB
Archivnummer: V4154
ISBN (E-Book): 978-3-638-12578-9
ISBN (Buch): 978-3-638-63847-0

Zusammenfassung / Abstract

Die Struktur der Bewegungsführung in James Camerons Titanic wird hier als Teil einer filmischen Strukturbildung untersucht, die Elemente von Form und Inhalt zu einem übergreifenden Themenkomplex vereinigt. Ein solcher Ansatz leitet sich ab aus Hermann Kappelhoffs Artikel "Vom Bildlichen zum Sinnbildlichen: Ikonografische Leitmotivtechnik in dem Film Titanic von James Cameron". Der dort etablierte filmanalytische Ansatz, die Vorstrukturierung von "Bewußtseinseinstellungen, affektive[n] Attitüden und subjektive[n] Welteinstellungen" durch das kinematografische Bild in den Mittelpunkt der Filmuntersuchung zu stellen, betont die Bildlichkeit und die sich daraus ergebenden Strukturen gegenüber der "erzähltheoretisch" orientierten Vorgehensweise. Im folgenden soll nun ein Aspekt des Bildlichen, nämlich die Bewegungsführung, besonders untersucht und durch die Focussierung auf bestimmte Teile des filmischen Materials unterstützt werden. Dabei wird intensiv auf Beispiele aus dem untersuchten Film Bezug genommen, da der Schwerpunkt der Analyse die Entdeckung von Strukturen im Film sein soll, die vorwiegend "aus dem Film heraus" erarbeitet werden. So werden über eine genaue Beschreibung einzelner Teile des filmischen Textes Verbindungen zwischen den verschiedenen Elementen hergestellt. Die Auswertung dieser Beobachtungen wird auf Grundlage des Artikels von Kappelhoff und der im Seminar "Einführung in die Filmanalyse" (im WS 1998/99 am Institut für Theaterwissenschaft der FU-Berlin) erarbeiteten Analyseergebnisse zu James Camerons Titanic erfolgen. Dort entdeckte Themen und Motive werden hier berücksichtigt. Um eine sinnstiftende Paraphrasierung der Bewegungen in James Camerons Titanic leisten zu können, ist zunächst die Frage von Bedeutung, welche Arten von Bewegung den Film strukturieren, verknüpft mit der Untersuchung der verschiedenen Ebenen, auf denen diese Bewegungen stattfinden. Dabei werden die Musik im Film sowie der größte Teil der Tonebene ausgeklammert, da eine Strukturbildung im visuellen Bereich untersucht werden soll, die vielleicht Ähnlichkeiten mit der musikalischen aufweist, aber eben gerade davon abgesetzt behandelt werden soll.

Textauszug (computergeneriert)

 

Analyse der Bewegungstruktur
in James Camerons Film
Titanic






Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Dreh-, Kreis-, Strudelbewegung

2.1 Drehbewegung als Erinnerung

2.2 Die Drehung als Antrieb

3. Die Horizontalbewegung und
die Inszenierung von Dynamik

3.1 Horizontalbewegung: Schiff und Libido

4. Drehen und Strudeln: Der Sog der Liebesbeziehung

5. Die Vertikalbewegung,
der Abbruch von Dynamik und
das Umschwenken ins Versinken

5.1 Entgleiten in die Vergangenheit

6. Bewegung im Raum der Semiose
(Zusammenfassung und Ausblick)

Anhang:
Literaturverzeichnis und Filmografie

1. Einleitung

Die Struktur der Bewegungsführung in James Camerons Titanic soll hier als Teil einer filmischen Strukturbildung untersucht werden, die Elemente von Form und Inhalt zu einem übergreifenden Themenkomplex vereinigt.

Ein solcher Ansatz leitet sich ab aus Hermann Kappelhoffs Artikel "Vom Bildlichen zum Sinnbildlichen: Ikonografische Leitmotivtechnik in dem Film Titanic von James Cameron". Der dort etablierte filmanalytische Ansatz, die Vorstrukturierung von "Bewußtseinseinstellungen, affektive[n] Attitüden und subjektive[n] Welteinstellungen" durch das kinematografische Bild in den Mittelpunkt der Filmuntersuchung zu stellen, betont die Bildlichkeit und die sich daraus ergebenden Strukturen gegenüber der "erzähltheoretisch" orientierten Vorgehensweise.

Kappelhoff betont die Besonderheit des "Ineinandergreifens ikonischer und ikonografischer Elemente" im Melodram: Er weist auf die Möglichkeit hin, daß hier nicht lediglich eine Handlung vorangetrieben werden soll, deren "Subtext einer verdrängten Subjektivität" die symbolisch aufgeladenen (Sinn-)Bilder transportieren, sondern daß "die Übergänge zwischen dem Bildlichen und dem Sinnbildlichen [...] einer eigenen Beziehungslogik [...] gehorchen." . Er vergleicht diese Strukturen mit den Mustern musikalischer Strukturbildung. In diesem Zusammenhang können die Begriffe "Thema" und "Leitmotiv", die in der Musikwissenschaft schon etabliert sind, zur Begrifflichkeit der Filmanalyse hinzukommen.

Das Thema ist in der Musik ein "Gebilde, das in einem Werk als in sich geschlossener musikalischer Gedanke wirkt. [...] [Es] wird erst durch öftere Wiederholung während des Verlaufs eingeprägt. Es kann in Motive zerlegbar sein." Beim Leitmotiv handelt es sich um eine "oft wiederkehrende Tonfolge, die in einem Tonstück durch ihr erstes Auftreten in Verbindung mit einer Gestalt, einem Vorgang, einer Naturstimmung oder einer Gefühlsäußerung eine bestimmte Bedeutung erhält und bei ihrer Wiederkehr die Erinnerung daran auslöst." Bezogen auf die Filmanalyse sollen diese Begriffe für visuelle Vorgänge eingesetzt werden, die Komposition des Bildlichen steht dabei im Vordergrund.

Im folgenden soll nun ein Aspekt des Bildlichen, nämlich die Bewegungsführung, besonders untersucht und durch die Focussierung auf bestimmte Teile des filmischen Materials unterstützt werden. Dabei wird intensiv auf Beispiele aus dem untersuchten Film Bezug genommen, da der Schwerpunkt der Analyse die Entdeckung von Strukturen im Film sein soll, die vorwiegend "aus dem Film heraus" erarbeitet werden. So werden über eine genaue Beschreibung einzelner Teile des filmischen Textes Verbindungen zwischen den verschiedenen Elementen hergestellt. Die Auswertung dieser Beobachtungen wird auf Grundlage des Artikels von Kappelhoff und der im Seminar "Einführung in die Filmanalyse" (im WS 1998/99 am Institut für Theaterwissenschaft der FU-Berlin) erarbeiteten Analyseergebnisse zu James Camerons Titanic erfolgen. Dort entdeckte Themen und Motive werden hier berücksichtigt.

Um eine sinnstiftende Paraphrasierung der Bewegungen in James Camerons Titanic leisten zu können, ist zunächst die Frage von Bedeutung, welche Arten von Bewegung den Film strukturieren, verknüpft mit der Untersuchung der verschiedenen Ebenen, auf denen diese Bewegungen stattfinden. Dabei werden die Musik im Film sowie der größte Teil der Tonebene ausgeklammert, da eine Strukturbildung im visuellen Bereich untersucht werden soll, die vielleicht Ähnlichkeiten mit der musikalischen aufweist, aber eben gerade davon abgesetzt behandelt werden soll.

2. Die Dreh-, Kreis-, Strudelbewegung

[...]

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