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Die Oder-Neiße-Grenze als 'Freundschaftsgrenze' zwischen DDR und VR Polen

Scholary Paper (Seminar), 2003, 16 Pages
Author: Mag.phil. Verena Brunner
Subject: History - Postwar Period, Cold War

Details

Event: SE Grenzen als Instrumente der Vermittlung und Trennung
Institution/College: University of Vienna (Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte)
Tags: Oder-Neiße-Grenze, Freundschaftsgrenze, Polen, Grenzen, Instrumente, Vermittlung, Trennung
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2003
Pages: 16
Grade: sehr gut
Bibliography: ~ 12  Entries
Language: German
Archive No.: V41574
ISBN (E-book): 978-3-638-39813-8
ISBN (Book): 978-3-638-74993-0
File size: 194 KB

Abstract

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Grenzgebiet Oder-Neiße zwischen dem Staat der Deutschen Demokratischen Republik und der Volksrepublik Polen. Es soll die Frage geklärt werden, wie sich die trennenden und integrierenden Faktoren der Oder-Neiße-Linie im Laufe der Zeit darstellten, vor allem in Hinblick auf politische Umstände der Zeit. War diese Grenze innerhalb des sozialistischen Staatenblockes eine „Friedensgrenze“ zwischen zwei Bruderstaaten und wie sah diese Politik im regionalen Rahmen aus? Die Schlussbetrachtungen liefern ein Bild der gegenwärtigen Nachbarschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Polen in der Grenzregion.


Excerpt (computer-generated)

 

Universität Wien
Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte
SE Grenzen als Instrumente der Vermittlung und Trennung


Abschlussarbeit von Verena Brunner

Die Oder-Neiße-Grenze als
„Freundschaftsgrenze“
zwischen DDR und VR Polen

 

 

Inhaltsverzeichnis


Einleitung   3

I. Umsiedlungen und Wiederaufbau nach Kriegsende   3

I.1. Die Politik zur Grenzziehung   3
I.2. Bevölkerungstransfer und Wiederaufbau im Grenzgebiet   4

II. Die „Friedensgrenze“ zwischen den sozialistischen Bruderstaaten   5

II.1. Der militärische Charakter der Grenze   6
II.2. Die Grenze im Visier der Propaganda    7
II.3. Grenzkooperation und Zusammenarbeit  8

III. Die Offene Grenze von 1972 - 1980  9
III.1.Das Abkommen vom visa- und paßfreien Grenzverkehr   9
III.2. Soziale Kontakte und Vorbehalte   11

IV. Grenzschliessung in den 80er Jahren - Durchlässigkeiten   12

IV.1. Die Geschlossene Grenze 1980 bis 1991   12
IV.2. Die Durchlässigkeit der geschlossenen Grenze   12

V. Neue Konstellationen seit der Wende   13

Fazit   14

Literaturverzeichnis   15

 

 

Einleitung

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Grenzgebiet Oder-Neiße zwischen dem Staat der Deutschen Demokratischen Republik und der Volksrepublik Polen. Es soll die Frage geklärt werden, wie sich die trennenden und integrierenden Faktoren der Oder-Neiße-Linie im Laufe der Zeit darstellten, vor allem in Hinblick auf politische Umstände der Zeit. War diese Grenze innerhalb des sozialistischen Staatenblockes eine „Friedensgrenze“ zwischen zwei Bruderstaaten und wie sah diese Politik im regionalen Rahmen aus.

I. Umsiedlungen und Wiederaufbau nach Kriegsende

I.1. Die Politik zur Grenzziehung

Die Oder-Neiße-Grenze ist das Ergebnis der Westverschiebung Polens nach Ende des Zweiten Weltkrieges. Die Oder-Neiße-Grenze war von Stalin seit Dezember 1941 angestrebt worden und mit der Londoner Exilregierung abgesprochen.

Den Grenzverlauf der polnischen Ostgrenze regelte die UdSSR im Juli 1944 mit dem von ihr abhängigen Lubliner Komitee und im polnisch-sowjetischen Grenzvertrag vom 16. Aug. 1945 mit geringen Korrekturen zugunsten Polens. Der Gebietsverlust hatte keine Akzeptanz im polnischen Volk und so ließ die Regierung in einem Referendum von 1947 nur die Westgrenze zur Abstimmung stellen..

Auf der Konferenz von Jalta im Februar von 1945 wurde im Abschlussbericht über die Grenzen Polens vereinbart, dass Polen einen beträchtlichen Gebietszuwachs im Norden und Westen für den Gebietsverlust im Osten erhalten muss, die endgültige Festlegung sei bis zur Friedenskonferenz zurückzustellen.

Auf der Potsdamer Konferenz im Juli 1945 wurde bis zur Regelung der Grenzfrage die Gebiete östlich der Oder-Neiße-Linie unter polnische Verwaltung gestellt und galten nicht als Bestandteil der sowjetischen Besatzungszone Deutschland.

Die Folge der beabsichtigten Grenzziehung zeigte sich schon in der letzten Phase des Krieges in Form von Vertreibungen und Fluchten in den betroffenen Gebieten.

I.2. Bevölkerungstransfer und Wiederaufbau im Grenzgebiet

Die offiziellen Aussiedlungen der Deutschen aus dem Gebiet östlich von Oder und Neiße begannen nach Inbesitznahme durch die Polnische Provisorische Regierung - auch Lubliner Komitee genannt - im Frühjahr 1945 und waren Ende 1947 beendet. Diese Maßnahme war völkerrechtlich abgedeckt in Artikel XIII des Potsdamer Abkommens und wurde vom Alliierten Kontrollrat auf eine ordnungsgemäße Abwicklung überprüft. Insgesamt wurden aus wurden 3,2 Millionen Menschen aus dem betroffenen Gebiet ausgesiedelt. Gleichzeitig wurden durch Polen Neusiedler als sogenannte Repatrianten in die „Wiedergewonnen Westgebiete“ angesiedelt. Die unmittelbaren Auswirkungen der Grenzziehung sind an den Schicksalen der geteilten Städte von Oder und Neiße abzulesen. Es sind dies Frankfurt a. d. Oder mit dem polnischen Teil Slubice, Guben und Gubin und Görlitz mit Zgorzelec. Traditionelle Verkehrswege und wirtschaftliche Verflechtungen der Region waren durch die Grenzziehung unterbrochen worden. Die Bevölkerungsdichte und Wirtschaftsleistung der Vorkriegszeit wurde frühestens in den 60er Jahren wieder erreicht.

Auf beiden Seiten der Grenze war man nun konfrontiert mit einer völlig neuen Situation in Bezug auf Wohnsituation, Infrastruktur, kommunale Versorgung, abgesehen von der durch den Krieg bedingten Notlagen.

Auf der westlichen Seite der Grenze stellten die aus dem Osten kommenden Flüchtlinge und Vertriebenen eine Zusatzbelastung für die Einheimischen dar, es kam zu Wohnraummangel und Versorgungsschwierigkeiten.

Die östlichen Stadtteile waren größtenteils zerstört, es gab zwar genügend Wohnraum, aber Probleme bei der Besiedlung. Demontagen durch sowjetische Militärs und zugunsten des Aufbaus Zentralpolens verhinderten einen raschen Wiederaufbau nach Kriegsende. In Gubin beispielsweise wurden Ziegeln von zerstörten oder intakten Häusern für die Kampagne „Steine für Warschau“ weggebracht.

Der Grund für dieses Vorgehen ist darin zu sehen, dass die Grenzziehung von deutscher und polnischer Seite als vorläufig angesehen wurde, und die offizielle Anerkennung von deutscher Seite erst mit dem Görlitzer Vertrag (siehe unten) niedergelegt wurde. Auf polnischer Seite wurden so in erster Zeit vor allem Militärsiedler und Soldaten in das betroffene Gebiet gebracht, da eine Reokkupation von deutscher Seite her zu verhindern war.

[...]


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