Keynesianismus - Scheitern der Theorie und Möglichkeit der Wiederbelebung

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Details

Titel: Keynesianismus - Scheitern der Theorie und Möglichkeit der Wiederbelebung
Autor: Catrin Knußmann
Fach: Politik - Int. Politik - Allgemeines und Theorien
Veranstaltung: Wirtschaft und Gesellschaft
Institution/Hochschule: Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2005
Seiten: 16
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 14  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 117 KB
Archivnummer: V41701
ISBN: 978-3-638-39914-2



Zusammenfassung / Abstract

Gemütlich sitzt John Maynard Keynes in einem Sessel seines Arbeitszimmers. Sein Gesichtsausdruck ist von Zufriedenheit und Glück geprägt. Neben dem Sessel findet sich ein Stapel Bücher, dahinter eine Schautafel. Die Tafel zeigt den drastischen Rückgang der Arbeitslosenzahlen in der Welt zwischen 1930 und 1960. Jetzt wird auch klar, warum Keynes so befriedigt aussieht. Dieses Bild ziert ein weitverbreitetes Buch über den Keynesianismus und verdeutlicht sehr anschaulich, was der wichtigste Punkt der Wirtschaftstheorie der damaligen Zeit war: Die Wiederereichung der Vollbeschäftigung. Keynes Theorie zur Wirtschaftspolitik erschien zum ersten Mal im Jahr 1936 in seinem Buch „General Theory of Employment, Interest and Money“ und löste bahnbrechende Wirkungen in den Gestaltungsfragen der Wirtschaftspolitik aus. In dieser Hausarbeit setze ich mich kritisch mit dem Ansatz des Keynesianismus auseinander. Einführend wird die Theorie in ihren Kernaussagen und dem historischen Hintergrund vorgestellt. Dabei darf eine kritische Würdigung natürlich nicht unterschlagen werden. Danach werden Frankreich und Japan als Anwendungsbeispiele für die antizyklische Fiskalpolitik nach Keynes behandelt. Die eigentliche Fragestellung dieser Hausarbeit wird in den beiden letzten Kapi-teln bearbeitet. Wie kam es dazu, dass der Keynesianismus gescheitert ist und gibt es eine Möglichkeit, ihn wiederzubeleben? Für die textliche Abwechslung werden die Umschreibungen antizyklische Fiskalpolitik und expansive Fiskalpolitik synonym für den Begriff des Keynesianismus gebraucht.

Textauszug

Johannes-Gutenberg-Universität Mainz
Institut für Poltikwissenschaft
Grundseminar: Wirtschaft und Gesellschaft
Wintersemester 2004/2005

Keynesianismus
Scheitern der Theorie und Möglichkeit der Wiederbelebung

vorgelegt von:

Catrin Knußmann

Magister-Studium:
Politikwissenschaft (4. Fachsemester)
Soziologie (4.Fachsemester)
Abgabetermin: 16. Mai 2005


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung 2

II. Theorie des Keynesianismus
1. Historischer Hintergrund 2
2. Vorstellung der Theorie 3
3. Kritik 5

III. Beispiele für die Anwendung des Keynesianismus 5
1. Frankreich 6
2. Japan 7

IV. Scheitern des Keynesianismus 7
1. Stagflation 7
2. Andere Gründe 9

V. Wiederbelebung des Keynesianismus 10

VI. Fazit 12

VII. Literaturverzeichnis 14

 

 

I. Einleitung

Gemütlich sitzt John Maynard Keynes in einem Sessel seines Arbeitszimmers. Sein Gesichtsausdruck ist von Zufriedenheit und Glück geprägt. Neben dem Sessel findet sich ein Stapel Bücher, dahinter eine Schautafel. Die Tafel zeigt den drastischen Rückgang der Arbeitslosenzahlen in der Welt zwischen 1930 und 1960. Jetzt wird auch klar, warum Keynes so befriedigt aussieht. Dieses Bild ziert ein weitverbreitetes Buch über den Keynesianismus und verdeutlicht sehr anschaulich, was der wichtigste Punkt der Wirtschaftstheorie der damaligen Zeit war: Die Wiederereichung der Vollbeschäftigung.

Keynes Theorie zur Wirtschaftspolitik erschien zum ersten Mal im Jahr 1936 in seinem Buch „General Theory of Employment, Interest and Money“ und löste bahnbrechende Wirkungen in den Gestaltungsfragen der Wirtschaftspolitik aus. In dieser Hausarbeit setze ich mich kritisch mit dem Ansatz des Keynesianismus auseinander. Einführend wird die Theorie in ihren Kernaussagen und dem historischen Hintergrund vorgestellt. Dabei darf eine kritische Würdigung natürlich nicht unterschlagen werden. Danach werden Frankreich und Japan als Anwendungsbeispiele für die antizyklische Fiskalpolitik nach Keynes behandelt.

Die eigentliche Fragestellung dieser Hausarbeit wird in den beiden letzten Kapiteln bearbeitet. Wie kam es dazu, dass der Keynesianismus gescheitert ist und gibt es eine Möglichkeit, ihn wiederzubeleben?
Für die textliche Abwechslung werden die Umschreibungen antizyklische Fiskalpolitik und expansive Fiskalpolitik synonym für den Begriff des Keynesianismus gebraucht.

II. Theorie des Keynesianismus

1. Historischer Hintergrund

J.M. Keynes schrieb seine Theorie nach dem Börsencrash 1929 und der Weltwirtschaftskrise. In diesen Jahren hatte man gesehen, dass die „alten“ Theorien wohl doch in der Empirie nicht funktionierten. Keynes war der erste, der den Ansichten der Klassiker und Neoklassiker öffentlich widersprach. Die damals füh- renden Wirtschaftsökonomen waren noch im Sommer 1929 der Meinung, dass der Kapitalismus völlig krisenfrei und auch nicht krisenanfällig sei. Im Oktober desselben Jahres wurden sie eines Besseren belehrt: Nicht vorstellbare Aktienverkäufe an der New Yorker Wall Street führten quasi in einem Spiraleffet zu immer weiteren Kursverlusten, die zur schwersten Finanz- und Wirtschaftskrise des Kapitalismus führten. Das Saysche Theorem mit der Annahme, dass jedes Angebot seine eigene Nachfrage schaffen würde, war damit widerlegt. Die zu dieser Zeit vorherrschenden ökonomischen Theorien sahen sich der Situation der Weltwirtschaftskrise hilflos gegenüber. Sie vertraten nach wie vor die Meinung, dass jede Abweichung von der Vollbeschäftigung automatisch Gegenkräfte frei setzen wird, die mehr oder weniger schnell wieder zur Vollbeschäftigung führen, so lange die Löhne flexibel auf diese Schwankungen reagieren. Dies führte in der Zeit nach der Weltwirtschaftskrise in fast allen Ländern zu Lohnsenkungen. Trotzdem verschlechterte sich die wirtschaftliche Lage weiterhin, obwohl die nach dem Theorieansatz zu erfüllenden Voraussetzungen zur Verbesserung vorlagen. Damit die Volkswirtschaft wieder funktionierte wurden von den Ökonomen schließlich Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen und staatliche Eingriffe gefordert. Es fehlte allerdings eine Theorie, die den desaströsen Verlauf der wirtschaftlichen Entwicklung erklärte. Keynes füllte mit seiner Theorie genau diese Lücke, in dem er nicht mehr die Preisrelation und Preisanpassung in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen stellte, sondern die Gesamtnachfrage nach Waren und Dienstleistungen.

2. Kernaussagen

Mit der nachstehenden kleinen Geschichte lässt sich Keynes’ Theorie vereinfacht veranschaulichen: Ein Bauer bearbeitete jedes Jahr seine Äcker. Die Ernte, die er einfuhr, stellte ihn zufrieden. Da er sparsam lebte, konnte er von seinen Erträgen auch noch einiges zur Seite legen. Jedoch bemerkte der Bauer, dass die Nachfrage nach seinen Produkten mehr und mehr nachließ. Eines Tages stand der Bürgermeister des Ortes vor seiner Tür und klagte dem Bauern sein Leid. Die Arbeitslosigkeit sei stark gestiegen und er wisse nicht, wie er sein Gemeindebudget finanzieren solle. Er machte dem Bauer einen Vorschlag.

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