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Termpaper, 2005, 19 Pages
Authors: Patricia Detto, Doreen Krzmarik
Subject: Ethics
Details
Tags: Pränataldiagnostik, Definition, Fragen, Grundlagen
Year: 2005
Pages: 19
Grade: 2
Bibliography: ~ 11 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-39918-0
ISBN (Book): 978-3-638-74997-8
File size: 191 KB
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Abstract
Thema dieser Hausarbeit soll die Pränataldiagnostik sein. Es handelt sich bei ihr, um einen noch gar nicht so alten Wissenschaftsstrang, so haben sich seit ihrer Entwicklung doch mehr und mehr Gegner und Kritiker gefunden, die besonders auf ethische Aspekte hinweisen und sowohl Untersuchungsmöglichkeiten als auch Konsequenzen aus dem enormen Wissenszuwachs in Frage stellen. Vor der Geburt überwachen Frauenärzte die Schwangerschaft, den Gesundheitszustand der Frau und die Entwicklung des heranwachsenden Kindes. Noch vor 30 Jahren war man dabei auf Tasten und Horchen angewiesen, Untersuchungsmethoden, die als traditionelle Mittel der Befunderhebung heute in den Hintergrund getreten sind. In der Mitte der 60er Jahre sorgte die Technikentwicklung auf mehreren Gebieten für eine Neugestaltung der Schwangerschaftsvorsorge. Durch neue technische und medizinische Möglichkeiten in der Pränataldiagnostik ist man mittlerweile soweit, viele Schädigungen der Föten schon vorgeburtlich entdecken zu können. Bei diesen Schädigungen handelt es sich zumeist um irreversible, nicht heilbare Missbildungen oder Gendefekte. Nach Feststellung einer Behinderung der Föten wird dieser in den meisten Fällen abgetrieben. In dieser Arbeit möchten wir der Frage nachgehen, was man unter Pränataldiagnostik versteht, warum man sie verwendet und ob sie moralisch vertretbar ist. Dabei betrachten wir dieses Thema als ethisches Problem, werden auf die rechtlichen Grundlagen eingehen und diese Problematik auch aus der Sicht der Eltern und des Embryonen beleuchten. Im letzten Teil der Arbeit versuchen wir eine eigene Position dazu zu entwickeln und selbst Stellung zu nehmen.
Excerpt (computer-generated)
Martin-Luther Universität Halle -Wittenberg
Institut für Philosophie
Wintersemester 2004/2005
Proseminar: Der Begriff der Person und sein Gebrauch
in den Problemfeldern der Medizin- und Bioethik
Hausarbeitsthema:
Pränataldiagnostik
von
Referentinnen:
Patricia Detto, 3. Semester, LAG Spanisch/ Ethik
Doreen Krzmarik, 3.Semster, LAG Wirt.-Technik/ Ethik
Gliederung
1. Einleitung 3
2. Definition 4
3. Die Pränataldiagnostik als ethisches Problem 5
3.1 Der moralische Status des Embryos 10
3.2 Rechtliche Sachverhalte 11
3.3 Pränataldiagnostik aus der Sicht der Eltern 13
3.4 Vorstellungen der Pränataldiagnostik bei Peter Singer 16
4. Persönliche Stellungnahme 17
5. Literaturverzeichnis 19
1. Einleitung
Thema dieser Hausarbeit soll die Pränataldiagnostik sein. Es handelt sich bei ihr, um einen noch gar nicht so alten Wissenschaftsstrang, so haben sich seit ihrer Entwicklung doch mehr und mehr Gegner und Kritiker gefunden, die besonders auf ethische Aspekte hinweisen und sowohl Untersuchungsmöglichkeiten als auch Konsequenzen aus dem enormen Wissenszuwachs in Frage stellen. Vor der Geburt überwachen Frauenärzte die Schwangerschaft, den Gesundheitszustand der Frau und die Entwicklung des heranwachsenden Kindes. Noch vor 30 Jahren war man dabei auf Tasten und Horchen angewiesen, Untersuchungsmethoden, die als traditionelle Mittel der Befunderhebung heute in den Hintergrund getreten sind. In der Mitte der 60er Jahre sorgte die Technikentwicklung auf mehreren Gebieten für eine Neugestaltung der Schwangerschaftsvorsorge. Durch neue technische und medizinische Möglichkeiten in der Pränataldiagnostik ist man mittlerweile soweit, viele Schädigungen der Föten schon vorgeburtlich entdecken zu können. Bei diesen Schädigungen handelt es sich zumeist um irreversible, nicht heilbare Missbildungen oder Gendefekte. Nach Feststellung einer Behinderung der Föten wird dieser in den meisten Fällen abgetrieben. In dieser Arbeit möchten wir der Frage nachgehen, was man unter Pränataldiagnostik versteht, warum man sie verwendet und ob sie moralisch vertretbar ist. Dabei betrachten wir dieses Thema als ethisches Problem, werden auf die rechtlichen Grundlagen eingehen und diese Problematik auch aus der Sicht der Eltern und des Embryonen beleuchten. Im letzten Teil der Arbeit versuchen wir eine eigene Position dazu zu entwickeln und selbst Stellung zu nehmen.
2. Definition
Unter Pränataler Diagnostik versteht man die vorgeburtliche Untersuchung nach genetischen Erkrankungen. Sie enthält alle diagnostischen Maßnahmen, durch die morphologische, strukturelle, funktionelle, chromosomahle und molekulare Störungen vor der Geburt erkannt bzw. ausgeschlossen werden können und dient der Betreuung der ratsuchenden Schwangeren und des ungeborenen Lebens. Erstmals 1966 eingeführt, ist die pränatale Diagnose heutzutage ein wesentlicher Bestandteil der pränatalen Medizin, welche als eigenständige medizinische Disziplin bereits weit über die ursprüngliche Schwangerschaftsvorsorge hinausgeht.
Anfang der 80er Jahre fanden die ersten Untersuchungen dieser Art statt. Mithilfe der Pränataldiagnostik (im weiteren als „PND“ abgekürzt) in Verbindung mit invasiven, also chirurgischen Maßnahmen, können heute gravierende Entwicklungsschäden am und in der Umgebung des Kindes behoben werden und eine Schwangerschaft in vielen Fällen problemlos zuende geführt werden. Trotzdem ist die PND nicht unumstritten, da sie die werdenden Eltern vor gravierende Entscheidungen stellen kann, nämlich ob ihr Kind weiter leben soll oder nicht. Als selektierende Methode lehnen viele Menschen, die Pränataldiagnostik ab. Da bei einem auffälligen Befund oftmals eine Abtreibung die Folge ist, sind auch die Kirchen, v.a. die katholische, gegen derartige Untersuchungen, wenn sie denn die Abtötung der Leibesfrucht zur Konsequenz hätten. Es sei auch darauf hingewiesen, dass viele Frauen sich jahrelang oft sogar ein ganzes Leben lang mit Vorwürfen und Selbstzweifeln wegen einer Abtreibung herumquälen. Auf diese beiden Punkte soll im folgenden vertiefter hingewiesen werden. Nicht alle Kinder mit genetischen Defekten kommen zur Welt. Bei vielen kann ihre Fehlentwicklung erst gar nicht Mithilfe einer PND diagnostiziert werden: „Oft läuft ein Abort spontan ab, d.h. dass nach der Befruchtung der Eizelle in den ersten Tagen und Wochen ca. 80 % der Schwangerschaften mit genetischen Defekten durch einen Spontanabgang vom Körper selbst beendet werden. Oft wird dies von den betroffenen Frauen gar nicht bemerkt, weil es in den ersten Tagen oder Wochen der Schwangerschaft passiert.“ 1
3. Die Pränataldiagnostik als ethisches Problem
Standardantworten zum Thema PND wären für viele wünschenswert und würden den Menschen Entscheidungshilfen geben, ganz besonders um zu wissen, ob die PND „gut“ oder „schlecht“ ist. Mit einer solchen Kategorisierung würde man sie aber vereinfachen und das geht bei einer solchen Problematik, in der es mehrere Ebenen und Sichtweisen gibt, nicht. Auch könnte man die heute gefundenen Antworten auf die Fragen von Schwangerschaft, Therapie und Intervention in welcher Art auch immer nicht bis ans Ende aller Zeiten für gültig erklären. Sah man vor 20 Jahren noch die PND als eine Art Wunder der Medizin, erkennt man heute doch mehr und mehr die Schwierigkeiten, die mit ihr und ihrem Zuwachs an Wissen verbunden sind. Fragen und Zweifel zur PND wird es immer geben und so wird die Suche nach Hilfestellungen wohl immer weitergehen. Es soll nun auf den ethischen Aspekt der PND eingegangen werden, denn die ethische Sichtweise erweitert den Horizont. Das Thema Pränataldiagnostik wurde aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet, doch fehlen bislang die ethischen Aspekte, mit denen der Suche nach Antworten wesentliche Hilfestellungen gegeben werden können. An dieser Stelle werden zum großen Teil die großen christlichen Kirchen Deutschlands zu Wort kommen, bieten aber auch sie keine allgemeinen Lösungen; ganz im Gegenteil, denn an einigen Stellen werfen sie noch mehr Fragen auf. Die christlichen Kirchen sehen in den schwachen und bedürftigen Menschen eine besonders große Aufgabe und Herausforderung, sind gerade sie von Gott besonders geliebt und angenommen. In dem Dokument „Wie viel Wissen tut uns gut?“2, wird die Pränataldiagnostik mit ihren verschiedenen Sichtweisen der Christen etwas näherbetrachtet. - Da ist zunächst einmal die „individuelle Betreuung der Schwangeren“ innerhalb der „ungezielten vorgeburtlichen Diagnostik“, einer zur Routine gewordenen Betreuung der Schwangeren und ihres werdenden Kindes, mit all ihren guten und sinnvollen Aspekten. Argumente wie Rückgang von Kindersterblichkeit und Komplikationen für die Schwangere werden auch hier genannt. Zudem kann der begleitende Arzt eine werdende Mutter i.d.R. beruhigen, denn „zum Glück verlaufen etwa 96% aller Schwangerschaften völlig problemlos, und die Kinder kommen gesund zur Welt.“3 All diese Aspekte tragen zu einem Prozess von Bindungsaufbau zwischen Mutter und Kind bei und geben ihnen ein sicheres Gefühl für den weiteren Verlauf der Schwangerschaft.
[....]
1 Vorgeburtliche Untersuchungen im Überblick, Medicine worldwide, Mai 2004
2 Gemeinsames Wort der Deutschen Bischofskonferenz und des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland zur Woche für das Leben, 1997
3 ZDF Ratgeber, 15.10.2002, http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/13/0,1872,2018989,00.html
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