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Der Herr der Ringe - Vom Kult-Buch zum Merchandising-Erfolg - Eine Betrachtung der wirtschaftlichen Verwertung eines Bestsellers und erfolgreichen Films

Autor: Maren Herbst
Fach: Medien / Kommunikation - Public Relations, Werbung, Marketing

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Details

Institut: Universität der Künste
Tags: Herr, Ringe, Kult-Buch, Merchandising-Erfolg, Eine, Betrachtung, Verwertung, Bestsellers, Films
Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2005
Seiten: 35
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 72  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 429 KB
Archivnummer: V41857
ISBN (E-Book): 978-3-638-40035-0

Textauszug (computergeneriert)

Universität der Künste
Fakultät für Gestaltung
10. Semester

Der Herr der Ringe - Vom Kult-Buch zum Merchandising-
Erfolg - Eine Betrachtung der wirtschaftlichen Verwertung
eines Bestsellers und erfolgreichen Films

von: Maren Herbst

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung  S. 2

2. Der Herr der Ringe  S. 2

2.1 Der Autor  S. 3
2.2 Das Werk  S. 3
2.3 Der Herr der Ringe – Das Buch  S. 6
2.4 Der Fankult seit den 60er Jahren  S. 7

3. Die Rechte  S. 8

4. Die Verfilmung  S. 10

4.1 Der Zeichentrickfilm  S. 10
4.2 Die Filmtrilogie  S. 11

4.2.1 Die Auszeichnungen  S. 12
4.2.2 Die Einspielergebnisse  S. 12

5. Film als Wirtschaftsgut  S. 13

5.1 Die Besonderheiten von Filmen als Wirtschaftsgüter  S. 13

5.1.1 Nichtrivalität im Konsum  S. 13
5.1.2 Ausschließbarkeit der Nachfrager  S. 14
5.1.3 Innovationscharakter  S. 14
5.1.4 Produktlebenszyklus  S. 14

5.2 Die Verwertung eines Kinofilms  S. 16

5.2.1 Kino  S. 16
5.2.2 DVD und Video  S. 19
5.2.3 Pay-TV  S. 20
5.2.4 Free-TV  S. 21
5.2.5 Merchandising  S. 21

5.2.5.1 Bücher  S. 22
5.2.5.2 Soundtrack  S. 23
5.2.5.3 Schmuck  S. 23
5.2.5.4 Die Bedeutung des Merchandising  S. 23

5.2.6 Tourismus  S. 24

6. Fazit  S. 25

Anhang 1: Abbildungsverzeichnis  S. 27
Anhang 2: Nominierungen und Auszeichnungen S. 27
Anhang 3: Quellenverzeichnis  S. 31



 

1. Einleitung

„Ein Ring, sie zu knechten, sie alle zu finden, ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden.“ Die Bedeutung der Worte, die auf dem Ring, um den sich die Handlung eines der bekanntesten Bücher der Welt dreht, stehen, ist rund 50 Jahre nach Erscheinen eine andere geworden: „Die Massen („sie alle zu finden“) werden in die dunklen Kinosäle gehen („ins Dunkel zu treiben“), alle werden die Merchandising-Artikel kaufen („ewig zu binden“) und dem Gott Mammon dienen („sie zu knechten“), um jede dieser Devotionalien käuflich erwerben zu können“ – so ist es zumindest in den W-Akten zu lesen.1 Tatsächlich werden Milliarden Dollar durch den Verkauf von Artikeln unter dem Namen „Herr der Ringe“ umgesetzt.

J.R.R. Tolkiens Sagenwelt hat über die Jahrzehnte Millionen von Menschen in ihren Bann gezogen und feierte sowohl als Buch als auch als Film große Erfolge. Dutzende Millionen verkaufter Bücher, Hunderte Millionen Kinozuschauer, Milliarden an Einnahmen aus Kino, DVD und unzähligen sinnvollen wie sinnarmen Fanartikeln – „Der Herr der Ringe“ ist ein Werk der Superlative. Die vorliegende Arbeit kann nicht den Grund für den Erfolg von Tolkiens Wert finden, sondern soll die Entstehung des Buches, das weltweit Menschen jeden Alters fesselt, die vielfältigen Möglichkeiten der Auswertung eines derart erfolgreichen Stoffes und die Bedeutung des zunehmend umfangreicheren Merchandising aufzeigen. Um deutlich zu machen, dass Tolkien nicht nur ein Buch, sondern eine ganze komplexe Sagenwelt schuf, die zu seinem Lebenswerk wurde, werden zunächst sein Leben und die Entstehung Mittelerdes erläutert sowie die Verfilmungen des „Herrn der Ringe“ dargestellt. Im Anschluss folgt eine Betrachtung des Films als Wirtschaftsgut sowie eine Erläuterung der verschiedenen Verwertungsstufen und des Merchandisings eines Kinofilms mit Blic k auf den „Herrn der Ringe“. Eine zusammenfassende Betrachtung bildet den Abschluss der Arbeit.

2. Der Herr der Ringe

„’Der Herr der Ringe’ barg alle Merkmale eines verlegerischen Fiaskos: Er war verhältnismäßig teuer, war im Umfang länger als Krieg und Frieden, enthielt zahllose Gedichte, wissenschaftliche Anhänge, ein imaginäres Alphabet und Auszüge einer imaginären Sprache“, so formuliert es William Cater in der Sunday Times. Tolkien selbst sagt: „Das Werk ist mir außer Kontrolle geraten, und ich habe ein Monstrum geschaffen: ein unmäßig langes, komplexes, ziemlich bitteres und sehr beängstigendes Abenteuer, nichts für Kinder (wenn überhaupt für jemanden), und es ist auch nicht wirklich eine Fortsetzung zum „Hobbit“, sondern zum „Silmarillion“. Wer also sollte ein solches Werk überhaupt lesen?“2

2.1 Der Autor

John Ronald Reuel Tolkien wird am 3. Januar 1892 als erster von zwei Söhnen deutschstämmiger englischer Kolonisten im südafrikanischen Bloemfontain geboren. Nach dem Tod seiner Eltern wird John in die Obhut eines katholischen Priesters gegeben. In Tolkiens Jugend zeigen sich sein großes Interesse, seine herausragende Begabung und seine Liebe zu Sprachen: dank eines Stipendium beginnt er 1911 am Exeter College in Oxford mit dem Studium der Englischen Sprache und der Literatur. 1915 besteht er die Abschlussprüfung mit dem Honours- Grad erster Klasse. 1916 zieht Tolkien in den Ersten Weltkrieg. Nach der Erkrankung am Fleckfieber wird er im November 1917 zur Behandlung von der Schlacht an der Somme nach England verschifft. Während der langen Genesungszeit beginnt er mit der Arbeit am „Buch der Verschollenen Geschichten“, das den Grundstein zum „Silmarillion“ legt. 1919 wird er zum Master of Arts der Universität Oxford gewählt. Er vertieft sich in das Studium der mittelenglischen Literatur und widmet sich insbesondere dem „Beowulf“, das als das älteste nichtkirchliche Werk der englischen Sprache gilt.

Mittlerweile hat sich Tolkien einen Namen als Sprachwissenschaftler und Philologe gemacht und beherrscht zahlreiche romanische Sprachen sowie u.a. das Angelsächsische, Walisische, Deutsche, Althochdeutsche, Finnische, Gotische und Isländische. Nach seiner Ernennung zum Professor unterrichtet Tolkien von 1925 bis zu seiner Pensionierung 1959 Angelsächsisch, Englische Sprache und Literatur in Oxford und macht sich besonders um den philologischen Nachwuchs verdient. Anfang der dreißiger Jahre beginnt Tolkien mit der Arbeit an einer Geschichte, aus der sich letztendlich sein Lebenswerk entwickelt. 1972 wird Tolkien von Queen Elizabeth mit dem Orden „Commander of the Brititsh Empire” für seine herausragende literarische Bedeutung geadelt. Am Morgen des 2. September 1973 stirbt Tolkien nach kurzer Krankheit in einem privaten Hospital in Bournemouth.3

2.2 Das Werk

Das 1911 begonnene Studium der klassischen Sprachen kann Tolkien nicht wirklich fesseln; er vernachlässigt bald den eigentlichen Lehrstoff zugunsten seiner Sprachinteressen und wechselt schließlich an das Institut für Englische Sprache und Literatur. In einem altenglischen Literaturkanon stößt er auf das Gedicht „Crist“ des angelsächsischen Dichters Cynewulf (frühes achtes Jahrhundert), aus dem ihn zwei Zeilen nachhaltig beeinflussen: Eala Earendel engla beorhtast ofer middangeard monnum sended, übersetzt: Heil dir Earendel, strahlendster Engel, über Mittelerde den Menschen gesandt.4 Im Jahr 1914 legt Tolkien mit seinem Gedicht „Die Fahrt Eärendils des Abendsterns“, in dem er die Zeilen des Cynewulf-Gedichtes aufgreift, den Grundstein zu seiner späteren Mythologie. 1917 findet Tolkien während seiner langen Genesung vom Fleckfieber die Zeit, seine über die Jahre stetig gewachsene Mythologie im „Buch der Verschollenen Geschichten“ auszuarbeiten. Es handelt sich um ein „Projekt, das in der Literaturgeschichte ohne große Vorbilder dasteht, der Erschaffung eines vollständigen und mit nichts weniger als der Schöpfung der Welt beginnenden Sagenzyklus.“5 Tolkien gebraucht hier erstmals konsequent seine von ihm erfundenen und ausgearbeiteten Sprachen; das auf dem Finnischen basierende Quenya und das auf das Walisische zurückgehende Sindarin werden zu den Sprachen der Elben in Mittelerde.

1930 beginnt Tolkien mit der Arbeit an dem „Kleinen Hobbit“. Die Geschichte soll in erster Linie das Bindeglied werden zwischen Tolkiens alten Sagen, Königreichen und vergangenen Sprachen auf der einen Seite und den heiteren Geschichten, die er seinen Kindern erzählt, auf der anderen Seite. Eine Veröffentlichung plant Tolkien zunächst nicht, sondern gibt die Geschichte lediglich Freunden und Studenten zu lesen. 1937 wird „The Hobbit or There and back again“ von dem Verlag Allen & Unwin veröffentlicht und ein überraschender Erfolg, in den USA erhält es den Preis für das beste Jugendbuch des „New York Herald Tribune“. Sowohl der Verleger als auch die wachsende Fangemeinde drängen auf eine Fortsetzung der Abenteuer des Hobbits Bilbo Beutlin.

Die Fortsetzung konzipiert Tolkien ursprünglich in vergleichbarem Umfang wie den „Hobbit“, doch während der nächsten zwölf Jahre wächst die einst für Kinder gedachte Geschichte auf 600.000 Wörter auf rund 1.300 Seiten und zu Tolkiens großem Meisterwerk an. 1949 ist der „Herr der Ringe“ fertiggestellt, doch Allen & Unwin befindet das Buch als zu komplex und Tolkien überarbeitet es erneut. Erst 1954, 17 Jahre nach Beginn der Arbeiten am „Herrn der Ringe“, werden die beiden ersten Bände veröffentlicht, der dritte Band folgt ein Jahr später. Die aufgrund des Krieges exorbitanten Papierpreise in England veranlassen den Verlag, den „Herrn der Ringe“ in drei Bänden zu veröffentlichen („Die Gefährten“, „Die zwei Türme“, „Die Rückkehr des Königs“), so dass jeder Einzelband zu erschwinglichen Preisen angeboten werden kann. Hieraus resultiert die noch heute fälschlicherweise gebrauchte Bezeichnung Trilogie für das Gesamtwerk.

[...]


1 Vgl. http://www.w-akten.de/themaderwoche/herrderringe1.phtml

2 Vgl. http://www.wdr5.de/herrderringe/script.phtml?view=menu&page=30.70.00

3 Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Tolkien, http://home.claranet.de/goemo/hdr/html/herr_der_ringe_-_uber_tolkien.html, http://www.wdr5.de/herrderringe/script.phtml?view=menu&page=30.10.00 und http://www.tolkien-site.de/contents/biography.htm

4 Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Tolkien

5 Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Tolkien

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