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Autor: Stefanie Rustler
Fach: Romanistik - Allgemeines u. Fächerübergreifendes
Details
Institution/Hochschule: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (Institut für Romanistik)
Tags: Präpositionen, Zugehörigkeit, Grammatik, Proseminar, Wortbildung, Grammatik, Italianisten)
Jahr: 2005
Seiten: 18
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 7 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 390 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-40043-5
ISBN (Buch): 978-3-638-79076-5
Zusammenfassung / Abstract
Traditionell werden Präpositionen den grammatischen Morphemen zugerechnet, also als ein Teil der Grammatik betrachtet. Ob sich dies aber so verallgemeinern lässt, und ob einige Präpositionen doch eher der Lexik zuzuordnen sind, wird in dieser Arbeit thematisiert. Anhand von Fragestellungen wie "Was genau sind eigentlich Präpositionen?", "Was versteht man unter Grammatik?" und "Was sind die Merkmale von grammatischen Morphemen?" wird gegliedert, nach welchen Gesichtspunkten Präpositionen kategorisiert werden können hinsichtlich ihrer Zugehörigkeit zur Grammatik bzw. zur Lexik.
Textauszug (computergeneriert)
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Institut für Romanistik
Proseminar Wortbildung und Grammatik (für Italianisten)
Sommersemester 2004
3. Semester
Präpositionen und ihre Zugehörigkeit zur Grammatik
von: Stefanie Rustler
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
1. Zum Terminus „Präposition“ 3
2. Der Grammatikalisierungsprozess 6
3. Was versteht man unter Grammatik? 7
3.1. Die traditionelle und die moderne Definition von Grammatik im Vergleich zur Wortbildung 7
3.2. Die Merkmale von grammatischen Morphemen nach traditioneller Auffassung 9
3.2.1. Frequenz 9
3.2.2. Lautvolumen 9
3.2.3. Spezifischer Charakter 9
3.2.4. Schlussfolgerung zu den aufgeführten Merkmalen 10
3.3. Semantische Bedeutungsleere als Merkmal von grammatischen Morphemen 10
4. Die Zuordnung von Präpositionen zu Grammatik bzw. Lexik 11
4.1. Grammatische Präpositionen 11
4.1.1. Präpositionen mit Redundanzcharakter 11
4.1.2. Pleonastische Intensivierungen durch Präpositionen 12
4.1.3. Präpositionen mit Verlust der ursprünglichen Bedeutung 12
4.2. Lexikalische Präpositionen 13
4.2.1. Präpositionen in ihrer ursprünglichen Bedeutung 13
4.2.2. Präpositionen als Verursacher von Bedeutungsveränderungen anderer Wortarten 14
5. Indizien für semantische Bedeutungsleere bei Präpositionen 14
5.1. Austauschbarkeit innerhalb einer Sprache 14
5.2. Übersetzbarkeit von Präpositionen in andere Sprachen 16
Schlusswort 16
Literaturhinweise 17
Einleitung
In dieser Arbeit soll aufgezeigt werden, wann Präpositionen eher der Grammatik bzw. der Lexik zuzurechnen sind. Um auf diese Fragestellung eine befriedigende Antwort zu erhalten, möchte ich zunächst auf Präpositionen und ihre Merkmale im Allgemeinen und den Grammatikalisierungsprozess eingehen. Im weiteren Verlauf wird zu erörtern sein, wie sich Grammatik überhaupt definieren lässt und welche Merkmale grammatische Morpheme haben. Anhand dieser Überlegungen soll gegliedert werden, nach welchen Gesichtspunkten Präpositionen kategorisiert werden können hinsichtlich ihrer Zugehörigkeit zur Grammatik bzw. zur Lexik.
1. Zum Terminus „Präposition“
Die Bezeichnung „Präposition“ stammt ab von dem lateinischen Begriff „praepositio“ und bedeutet ins Deutsche übersetzt „das Vorangestellte“ oder auch „die Stellung vor etwas“1. Diese wörtliche Bedeutung trifft jedoch nur bedingt zu, denn nach syntaktischer Stellung unterscheidet man – im Deutschen – folgende Adpositionen:
- Präposition (z.B. in der Stadt)
- Postposition (z.B. der Ehre halber)
- Zirkumposition (z.B. um der Ehre willen)
- Ambiposition (z.B. der Ehre wegen vs. wegen der Ehre)
Weitaus treffender hinsichtlich ihrer Funktion lassen sich Präpositionen wie folgt definieren: Präpositionen werden „im Rahmen der traditionellen Grammatik als Beziehungs- oder Verhältniswörter klassifiziert, die Relationen etwa zwischen Verben und Substantiven untereinander beschreiben.“2 Auch Jürgen Lang beschreibt diese Wortart in ähnlicher Weise: „Präpositionen sind alle diejenigen Morpheme einer Sprache“, die „einen Vorstellungsinhalt A in bezug auf einen Vorstellungsinhalt B […] situieren.“3 Präpositionen stehen frei im Satz und „kommen nicht alleine vor, sondern verbinden sich mit einem Substantiv oder Pronomen zu einer Wortgruppe“4, und setzen dabei Subjekt und Objekt in ein Verhältnis zueinander.
z.B. Maria scrive una lettera -> an wen?
-> a sua madre.
Weitere typische Eigenschaften von Präpositione n sind Unveränderlichkeit (sie sind nichtflektierend) und Kasuszuweisung, das heißt, sie bestimmen („regieren“) den Kasus des nachfolgenden Substantivs.
z.B. Ich gehe aus dem Haus. -> Präposition + Dativ
Ich gehe in den Garten. -> Präposition + Akkusativ
Viele Präpositionen können auch zwei Kasus regieren:
z.B. an der Unfallstelle vorbeifahren -> Dativ
an die Unfallstelle heranfahren -> Akkusativ
Die alten, von Claudio DiMeola als „primär“ bezeichneten Präpositionen5 gehen zum größten Teil auf Ortsadverbien zurück:
z.B. Präposition Adverb
vor vorn(e)
hinter hinten
in innen
Neben den „primären“ Präpositionen werden auch die „sekundären“ Präpositionen (z.B. hinsichtlich, dank, oberhalb, angesichts) und so genannte „präpositionsartige Präpositionalphrasen“ (z.B. an Stelle, mit Hilfe, auf Grund) in DiMeolas Verzeichnis der Präpositionen aufgeführt6. Diese neueren Präpositionen wurden im Verlauf eines Sprachwandels aus Wörtern anderer Wortgruppen gebildet. Demzufolge können Präpositione n im weiteren Sinne auch nicht als geschlossene Klasse betrachtet werden, obwohl sich nach der traditionellen Grammatik die Wortart der Präposition unter anderem auch durch ihren geschlossen Charakter definiert7. „Während die primären Präpositionen durchaus eine geschlossene Gruppe bilden, gilt dies keineswegs für die sekundären oder abgeleiteten Präpositionen. Deren Inventar wird durch komplexe Präpositionen ergänzt, die durch den Grammatikalisierungsprozess (siehe Punkt 2.) bedingt durch eine partielle Desemantisierung des enthaltenen nominalen Elementes (vgl. di faccia a, intorno a etc.) zeigen.“8
[...]
1 Lang, Jürgen: Die französischen Präpositionen; S. 18. (dieser und alle folgenden detaillierten Quellennachweise s. S. 18)
2 Heinemann, Sabine: Bedeutungswandel bei italienischen Präpositionen; S. 9.
3 Lang, Jürgen: Die französischen Präpositionen, Funktion und Bedeutung, Heidelberg: Winter, 1991; S. 28.
4 Hoberg, Rudolf: Deutsche Grammatik / Der kleine Duden; S. 83.
5 Vgl. hierzu: DiMeola, Claudio: Die Grammatikalisierung deutscher Präpositionen; S. 27.
6 Vgl. hierzu: DiMeola, Claudio: Die Grammatikalisierung deutscher Präpositionen; S. 257-269.
7 Vgl. hierzu: Heinemann, Sabine: Bedeutungswandel bei italienischen Präpositionen; S. 11.
8 Heinemann, Sabine: Bedeutungswandel bei italienischen Präpositionen; S. 9.
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