Constantin I: Christ aus Überzeugung, oder politischem Kalkül? close

Bitte warten

Bitte installieren Sie den Flash Player, wenn kein E-Book erscheint.



Details

Veranstaltung: Kaiser, Reich und Kirche bei Eusebius
Institution/Hochschule: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (Institut für Geschichte)
Tags: Constantin, Christ, Kalkül, Kaiser, Reich, Kirche, Eusebius
Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2004
Seiten: 37
Note: 2,3
Literaturverzeichnis: ~ 39  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 230 KB
Archivnummer: V41936
ISBN (E-Book): 978-3-638-40090-9

Textauszug (computergeneriert)

Martin – Luther – Universität – Halle – Wittenberg
Institut für Geschichte

Hausarbeit zum Thema:

„Constantin I: Christ aus Überzeugung, oder politischem Kalkül?“

im Hauptseminar:
„Kaiser, Reich und Kirche bei Eusebios“
(SS. 2004)

von

Alexander Müller

 

 

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ein Abriss des Lebens Constantins I.

3. Die Religionspolitik
3.1. Maßnamen zugunsten der Christen
3.2. Maßnamen zugunsten der Heiden

4. Analyse

5. Schlussfolgerungen

6. Literaturverzeichnis

 

 

1. Einleitung

Der Name Kaiser Constantin I „des Großen“1, (Flavius Valerius Constantinus) ist am Ende der römischen Antike, mit dem Beginn des europäischen Mittelalters untrennbar verbunden. Ein tiefer gehendes geschichtliches Verständnis, insbesondere des Siegeszuges der christlichen Religion ist unmittelbar mit dem Wirken Constantin I verknüpft. Das Verständnis für diese einschneidenden politischen, philosophischen, staatsrechtlichen Veränderungen im 4 Jh. n. Chr. sind ohne eine Erforschung der allgemeinen Zusammenhänge in der Entwicklung des Römischen Staates und der analytischen Darlegung der Rolle Kaiser Constantins mit dem Vollzug der staatlichen Rechtsstellung der Christen und des Christentums im Römischen Reich unmöglich.

Die analytische Betrachtung ist nicht nur eine Aufgabe der Religionsgeschichte, sondern bedarf gemeinsamer Untersuchungen unter politischen und historischen Aspekten. Es kann nicht die Aufgabe dieser Arbeit sein, eine Würdigung der Einmaligkeit und Einzigartigkeit der Person Constantins Raum zu geben und geschichtliches Verständnis für seine staatspolitischen Positionen zu gewinnen, sondern zu versuchen die Entwicklung der politischen und staatstheoretischen Standpunkte Kaiser Constantins I zu ergründen, die in dessen Entfaltung zum Ausgangspunkt für die neue Qualität in der Verbindung von Staat und Staatsführung unter Einbeziehung der christlichen Religion führten.

Die Staatsführung Constantins entwickelte zum Ende des zweiten und Beginn des dritten nachchristlichen Jahrhunderts die revolutionierenden Umwandlungen im Verhältnis von Staat und Kirche. Mit den politischen und gesetzlichen Veränderungen in großen Teilen des Römischen Reiches, wurden unter Constantin die staatspolitischen Grundsteine für die weiteren europäischen Entwicklungen im Mittelalter bis in das 15. Jahrhundert, vorrangig in Europa eingeleitet und gelegt.2

Nach etwa 300 Jahren des Christentums , ausgehend von einer kleinen jüdischen Sekte, entwickelte sich die Religion unter Constantin und dessen kaiserlicher Unterstützung und Förderung zur Staatsreligion des bedeutendsten Weltreiches dieser Epoche. Es wurden mit der gesetzlichen Fundierung die weiteren Grundlagen für die künftig bestimmten Positionen des Christentums in Europa gelegt. Entscheidend trennt sich das Römische Reich in kürzester Zeit, innerhalb einer Regierungszeit eines Kaisers, von der über Jahrhunderte praktizierten heidnischen, polytheistischen Religion, die als Grundlage für die gesamte Ordnung des Lebens galt und auf der der Staat ruhte.3 Die zahlreichen Götterstatuen und deren Tempel, die das öffentliche Bild des Römischen Reiches prägten, weichen von nun an den Symbolen des christlichen Glaubens , einer gleichberechtigten Religion. Diese Veränderungen vollzogen sich in einer Zeit, in der die Bürger des Römischen Reiches rund 200 Jahre zuvor noch ihre Kaiser und diese sich selbst als Götter ernannten und verehrten. 4

Die öffentliche Anerkennung des Christentum als Staatsreligion unter Constantin I. erbrachte dramatische Veränderungen in den politischen Abläufen, in den religiösen Auseinandersetzungen zwischen Christentum und heidnischen Kulturen, innerhalb der kirchlichen Führung, die den Fortbestand der antiken Gesellschaft stark beeinträchtigten und deren Ende einleiteten.

Obgleich die Literatur über Constantin I sehr umfangreich ist und sich teilweise sehr intensiv mit dem Christen Constantin beschäftigt hat, sind bis heute objektiviere Analysen zum Thema „Constantin I: Christ aus Überzeugung oder politischem Kalkül?“ selten.
Zahlreiche Arbeiten diskutieren die Wandlung der Persönlichkeit Constantins I vom Heiden zu einem praktizierenden ersten christlichen Kaiser. Sie versuchen eine Erklärung für seine religiösen Standpunkte und seines Christentums zu finden.

In diesem Zusammenhängen wird die Person Kaiser Constantins von seinen Geschichtsschreibern,5 in Anlehnung an die heidnischen kaiserlichen Gottheiten römischer Geschichte und den jüdischen Glauben, mit seinen unzweifelhaften Verdiensten für die Kirche und den Römischen Staat als frommer, übermenschlicher Herrscher dargestellt. Es ergibt sich daraus die Frage, ob sich der Sinnes- oder Glaubenswandel Constantins I. aus staatspolitischen Erwägungen zur Erringung und Erhaltung seiner Machtposition erklären lässt, oder seine Glaubenspositionen sich auf einen tief greifenden Wandel seiner Person beziehen, die in enger Bindung an den christlichen Glauben erfolgte.
Die wichtige Frage, in welchem Ausmaße hat die persönliche Struktur dieser historischen Persönlichkeit, seine Ziele, Motivationen, seine soziale Herkunft, die historische Situation in seinem Umfeld seinen politischen Weg, seine Entscheidungen und Handlungen mitbestimmt, wird weniger gestellt.
In der Literatur kann man zwei Strömungen in der Beurteilung des Lebenswerkes Kaiser Constantins I feststellen.

[....]


1 Der Heide Praxagoras verlieh ihm den Beinamen nach dem Vorbild von Alexander „der Große“ aufgrund seiner Tugenden. Demandt, Alexander: „Geschichte der Spätantike“ München, 1998. S. 58.

2 Thiess, Frank: „Das Reich der Dämonen: Der Roman eines Jahrtausends“, Frankfurt/M., 1959. S. 280.

3 Clauss, Manfred: „Konstantin der Große und seine Zeit“, München, 1996. S. 15.

4 Ranke Graves von, Robert: „Ich, Claudius, Kaiser und Gott“, München, 1947.

5 Allen voran Euseb

Kommentare

Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:

http://www.grin.com/e-book/41936/