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Scholary Paper (Seminar), 2002, 12 Pages
Author: Jörn Killinger
Subject: Theater Studies
Details
Tags: Theaterpädagogik, Menschen, Behinderung
Year: 2002
Pages: 12
Grade: 2
Bibliography: ~ 10 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-40117-3
File size: 239 KB
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Excerpt (computer-generated)
LMU München
Spiel- und Theaterpädagogik
Seminararbeit von
Jörn Killinger
Theaterpädagogik
mit Menschen
mit geistiger Behinderung
Gliederung:
1. EINLEITUNG ...3
2. MOTIVATION ...3
3. ZIELVORSTELLUNGEN ...4
3.1. Innen – die Spieler ...4
3.2. Außen – das Publikum ...5
4. BESONDERHEITEN ...6
5. DIE QUALITÄTEN DES/DER SPIELLEITERIN ...9
6. SCHLUSSGEDANKE ...10
7. LITERATUR ...12
1. Einleitung
Die Sichtweise und dementsprechend die Betreuung von Menschen mit geistiger Behinderung hat in den letzten 30 Jahren eine große Änderung erfahren. Sowohl in wissenschaftlichen Betrachtungen als auch in der Praxis wird versucht, den Menschen mit geistiger Behinderung nicht unter der defizitären Perspektive zu betrachten und seine durch die Gesellschaft normierten Schwächen zu beheben. Sondern es wird versucht seine individuellen Stärken zu finden, um bei diesen die Förderung anzusetzen. Es ist also nur konsequent, dass in diesem Zusammenhang der Bereich der Kunst „entdeckt“ wurde. Während künstlerische Tätigkeiten anfangs nur unter dem therapeutischen Aspekt mit Menschen mit geistiger Behinderung praktiziert wurde rückten sie im Laufe der Zeit immer stärker als zweckfreie Ausdrucksform in den Vordergrund.
Begonnen hat diese Entwicklung mit den bildenden Künsten, seit dem Ende der 80er Jahre entwickelt sich auch die Theaterarbeit zu einem wichtigen Ausdrucksmedium für mit Menschen mit geistiger Behinderung. Ich möchte nun im folgenden auf die Fragen eingehen, warum hier Theater gespielt wird. Also aus welcher Motivation heraus und mit welcher Zielsetzung. Im Anschluss daran möchte ich umreißen, wodurch sich Theater mit Menschen mit geistiger Behinderung auszeichnet.
Abschließend soll aufgezeigt werden, durch welche Qualitäten sich ein Spielleiter, der in diesem Bereich arbeitet auszeichnet.
2. Motivation
Prinzipiell ist hier die jedem Menschen eigene Lust am Spiel zu nennen. So wie sich das Kind seine Umwelt spielend aneignet, der Erwachsene auch immer wieder zu seiner Lust zum Spiel zurückfindet (z.B. Flitner 1998), so gilt ebenso für einen Menschen mit geistiger Behinderung im Spiel Erfüllung und Sinn zu finden. Und das Theater-Spielen bietet hier durch seine Ganzheitlichkeit einen besonderen Reiz: Körper, Geist und Emotionen finden ihren Weg ins Geschehen. Theater ist ein Sozialspiel; es wird nicht allein, sondern in der Gruppe gespielt, also auch unter diesem Aspekt wird ein menschliches Grundbedürfnis befriedigt.
3. Zielvorstellungen
Was kann ich als Spielleiter mit dem Theater bewirken? Hier müssen zwei Ebenen unterschieden werden, die nach innen – für die Gruppe selbst, und die nach außen – für das Publikum bzw. die Öffentlichkeit.
3.1. Innen – die Spieler
Bevor ich auf diese Frage eingehen kann, muss ich auf den Unterschied zwischen produkt- und prozessorientierter Theaterarbeit eingehen. So erscheint es teilweise fast so, als ob hier ein ideologischer Grabenkampf geführt wird – die einen messen der Aufführung nur den Wert eines Nebeneffekts bei, die anderen postulieren, dass der Prozess nur in Abhängigkeit von der Aufführung gesehen werden kann. Andererseits gehen viele LeiterInnen durchaus pragmatisch an die Frage heran und differenzieren anhand von Sinn, Zeit, Mittel, ... welcher Schwerpunkt gewählt wird/werden kann (Schoeppe und Schellpeper, 1997).
LeiterInnen, die entweder auf beide Aspekte gleichviel, oder auf den Prozess ein größeres Augenmerk legen, betonen die Wichtigkeit des Lerneffekts, der mit dem Theaterspielen einhergeht bzw. legen es auf diesen an. Für sie ist Theaterspielen Mittel zum Zweck (z.B. Aissen-Crewett spricht zumindest im Zusammenhang mit Kindern im Alter von 6-10 Jahren der Aufführung die Notwendigkeit ab, da sie v.a. Überforderung fürchtet). Es sollen soziale, musische und auch intellektuelle Fähigkeiten gelernt und gestärkt werden.
Dass Selbstbewusstsein und (damit einhergehend) Entscheidungs- und Handlungskompetenz gestärkt werden, geht nach dieser Ansicht auch damit einher, wenn innerhalb der Gruppe gespielt wird. Auf der anderen Seite stehen die TheaterpädagogInnen, die den künstlerischen Aspekt des Theaters betonen. Da Kunst an sich erst einmal zweckfrei ist, gilt dies auch für das Theater. Es wird nicht gespielt, um diese oder jene Wirkung zu erzielen, sondern nur wegen des Theaters für sich. Dass dabei - sozusagen nebenbei - bestimmte Lerneffekte eintreten wird natürlich dankbar in Kauf genommen, jedoch nicht zur Begründung der Arbeit herangezogen. Dementsprechend wird auch der Schaffensprozess als kein intentional erziehender aufgefasst, sondern als Kunst produzierender – was sich dann schließlich in der Aufführung, dem Produkt manifestiert (Höhne, 1997).
[...]
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