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Methoden der Evaluation und Effekte von Maßnahmen aktiver Arbeitsmarktpolitik in Deutschland

Termpaper, 2005, 25 Pages
Author: Christian Methfessel
Subject: Economics / Business: Political Economics

Details

Category: Termpaper
Year: 2005
Pages: 25
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 34  Entries
Language: German
Archive No.: V42004
ISBN (E-book): 978-3-638-40141-8
ISBN (Book): 978-3-638-90989-1
File size: 117 KB

Abstract

Die in Anbetracht immer noch hoher Arbeitslosenzahlen entworfenen und implementierten Maßnahmen aktiver Arbeitsmarktpolitik sollen im Rahmen dieser Arbeit auf die wissenschaftliche Evidenz ihrer Evaluation untersucht werden. Aktuelle Methoden der Evaluation werden vorgestellt und hinsichtlich ihrer methodischen Unterschiede in der Behandlung auftretender Hindernisse untersucht. Im weiteren Verlauf werden die Maßnahmen aktiver Arbeitsmarktpolitik hinsichtlich ihrer Nah- bzw. Fernwirkungen, die sich in bestimmten Effekten manifestieren, betrachtet. Es wird bewusst auf die Einbeziehung aktueller Veröffentlichungen von Studienergebnissen verzichtet. Vielmehr geht es darum, grundsätzliche Zusammenhänge zwischen der Evaluationen und den Effekten von Maßnahmen aktiver Arbeitsmarktpolitik zu erörtern und zu diskutieren.


Excerpt (computer-generated)

 

Bergische Universität Wuppertal
Fachbereich Wirtschaftswissenschaften

Methoden der Evaluation und Effekte von Maßnahmen 
aktiver Arbeitsmarktpolitik in Deutschland

Hausarbeit
Im Fach: Volkswirtschaftslehre
Als Abschlussarbeit des Projekts zur Diplomprüfung 

(SS 04/WS 04/05):
mit dem Thema:

Aktive Arbeitsmarktpolitik

Vorgelegt von:
Christian Methfessel
April 2005

 

Inhaltsverzeichnis 

 

I Gliederung

1. Einleitung 3

2. Evaluation aktiver Arbeitsmarktpolitik in Deutschland  3
2.1. Rechtliche Grundlagen für die Evaluation nach dem SGB III  3
2.2. Die aktuellen Maßnahmen AAMP in Deutschland  4
2.3. Methoden der Evaluation arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen (AMPM)  4
2.4. Effizienz und Effektivität im Kontext der Evaluation  5

2.5. Probleme bei der Evaluation AAMP  6
2.5.1. Grundlegende Evaluationsprobleme  6
2.5.2. Kriterien für die Erfolgsbeurteilung  7
2.5.3. Feststellung kausaler Zusammenhänge 7
2.5.4. Das Problem der Kontrafaktizität 8
2.5.5. Selektionsprobleme bei der Bildung von Kontroll- und Vergleichsgruppen  9
2.5.6 Substitution-Bias im Rahmen sozialer Experimente 11
2.5.7 Das Endogenitätsproblem bei Makroevaluationen 11
2.5.8 Geringe Datenbasis 11

2.6 Ansätze zur Lösung von Evaluationsproblemen  12
2.6.5 Lösung der Kausalitätsproblematik 12
2.6.6 Matching-Methoden zur Bildung von Vergleichsgruppen 13
2.6.7 Mikroökonimische Evaluation und Selektionsverzerrung  14
2.6.8 Makroökonomische Verfahren 14

3 Effekte aktiver Arbeitsmarktpolitik in Deutschland  15
3.1 Direkte Effekte auf die Maßnahmenteilnehmer 15
3.1.1 Effekte auf den Matching-Prozess  15
3.1.2 Effekte auf die Produktivität der Teilnehmer 16
3.1.3 Effekte auf den Lohnfindungsprozess im Arbeitsmarkt 16
3.1.4 Effekte auf das Arbeitsangebot  17

3.2 Indirekte Effekte aktiver Arbeitsmarktpolitik 18
3.2.1 Der Mitnahmeeffekte auf Angebotsseite 18
3.2.2 Der Substitutionseffekt 19
3.2.3 Verdrängungseffekte durch Wettbewerbsvorteile 20

4 Zusammenfassung und Fazit  20

 

 

 1. Einleitung

Die in Anbetracht immer noch steigender Arbeitslosenzahlen entworfenen und implementierten Maßnahmen aktiver Arbeitsmarktpolitik sollen im Rahmen dieser Arbeit auf die wissenschaftliche Evidenz ihrer Evaluation untersucht werden. Aktuelle Methoden der Evaluation werden vorgestellt und hinsichtlich ihrer methodischen Unterschiede in der Behandlung auftretender Hindernisse untersucht. Im weiteren Verlauf werden die Maßnahmen aktiver Arbeitsmarktpolitik hinsichtlich ihrer Nah- bzw. Fernwirkungen, die sich in bestimmten Effekten manifestieren, betrachtet. Es wird bewusst auf die Einbeziehung aktueller Veröffentlichungen von Studienergebnissen verzichtet. Vielmehr geht es darum, grundsätzliche Zusammenhänge zwischen Evaluationen und den Effekten von Maßnahmen aktiver Arbeitsmarktpolitik zu erörtern und zu diskutieren.

2. Evaluation aktiver Arbeitsmarktpolitik in Deutschland

2.1 Rechtliche Grundlagen für die Evaluation nach dem SGB III

Neben den Förderleistungen finden sich im SGB III die Vorschriften und Anforderungen an eine Evaluation der Förderprogramme. So ist nach § 11 SGB III jede Agentur für Arbeit zur Erstellung einer Eingliederungsbilanz über die jeweiligen Ermessensleistungen der aktiven Arbeitsförderung zum Ende eines Haushaltsjahres verpflichtet.1 Dabei müssen die Eingliederungsbilanzen vergleichbar sein und sollen „...Aufschluss über den Mitteleinsatz, die geförderten Personengruppen und die Wirksamkeit der Förderung geben.“ 

Weitergehende Anforderungen sind aus den §§ 280 und 282 SGB III ersichtlich. So muss die Bundesagentur für Arbeit nach § 280 „Arbeitsmarkt- und Berufsforschung“ betreiben. Die „Untersuchung der Wirkungen der Arbeitsförderung...“ ist nach § 282 Abs. 2 ein „Schwerpunkt der Arbeitsmarktforschung. Sie soll zeitnah erfolgen und ist ständige Aufgabe des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung.“ Nach § 282 Abs. 3 soll die Wirkungsforschung insbesondere umfassen, „...in welchem Ausmaß die Teilnahme an einer Maßnahme die Vermittlungsaussichten der Teilnehmer verbessert und ihre Beschäftigungsfähigkeit erhöht...“,

„...die vergleichende Ermittlung der Kosten von Maßnahmen in Relation zu ihrem Nutzen...“ einbezieht, und „die Messung von volkswirtschaftlichen Nettoeffekten beim Einsatz arbeitsmarktpolitischer Instrumente“ berücksichtig. Nach § 282 Abs.4 sollen zusätzlich „...die Wirkungen der Arbeitsförderung auf regionaler Ebene...“ untersucht werden. Die Gesetzesformulierung macht deutlich, dass an die Berichterstattung wesentlich dezidiertere Anforderungen gestellt als dies bisher der Fall war. Galt in früheren Zeiten oft schon der bloße Mittelabfluss als ein Indikator für die Wirkung einer Intervention, so rücken heute – weit über Teilnehmerzahlen und Zielgruppenerreichung hinaus - zunehmend auch Fragen nach Wirkungsketten und -ursachen ins Blickfeld des Interesses.2

2.2 Die aktuellen Maßnahmen AAMP in Deutschland

Im Rahmen der AAMP (aktive Arbeitsmarktpolitik) wird generell zwischen Maßnahmen, die auf den Arbeitsmarktausgleich gerichtet sind von Maßnahmen, die auf das Arbeitsplatz- und Arbeitskräfteangebot abzielen sowie Maßnahmen, die sich auf die Gestaltung der Arbeitsbedingungen beziehen, unterschieden.3 Zu den wichtigsten Maßnahmen, mit dem Ziel einer Wiedereingliederung von Arbeitslosen in reguläre Beschäftigung zu erreichen, gehören aktuell die Subventionierung von Beschäftigung durch Zuschüsse zu Lohnkosten (an Arbeitgeber und/oder Arbeitnehmer), die Unterstützung von Existenzgründungen, die Förderung von beruflicher Qualifizierung und die Beratung und Vermittlung von Stellensuchenden im Rahmen des Aktivierungsprinzips.3

2.3 Methoden der Evaluation arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen (AMPM)

Man unterscheidet Evaluationen arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen grundsätzlich in Mikroevaluationen auf Individualbasis und Wirkungsanalysen auf Makroebene, sogenannte Makroevaluationen. Während erstere die Wirkung von Maßnahmen auf die hiervon direkt Betroffenen (kausale Bruttoeffekte) abzuschätzen versuchen, untersuchen makroökonomische Studien die kausalen Nettoeffekte einer Maßnahme auf verschiedene Makroindikatoren wie Arbeitslosen- oder Beschäftigungsquote.4 Mikroökonomische Studien sind deshalb partialanalytisch und untersuchen nur die direkten Effekte auf die Teilnehmer, während Makroökonomische Studien sich den indirekten Effekten z.B. auf Nicht-Teilnehmer einer Maßnahme oder die gesamte Volkswirtschaft widmen.4

In der einschlägigen Literatur wird weiterhin zwischen der Entwicklung eines Programms, seiner Umsetzung und der Ergebnisfeststellung unterschieden. Jeder dieser drei Phasen wird ein spezifischer Ansatz wissenschaftlicher Evaluation mit dem ihm eigenen inhaltlichen und methodischen Schwerpunkten zugeordnet.5 

Die Ex-ante-Evaluation findet demnach noch vor dem Start eines Programms statt wobei im Zentrum ihrer Aufgabe in der Regel die Frage steht, wie das zugrunde liegende politische Problem mit Aussicht auf Erfolg und möglichst geringen Kosten in der vorgesehenen Zeit bearbeitet werden kann. Es geht um eine Wirkungsschätzung geplanter Maßnahmen und potenzieller Alternativen in Hinblick auf die mit dem Programm verbundenen politischen Ziele.6 

Die darauf folgende Begleitforschung widmet sich der Analyse der Implementationstrukturen und -prozesse im Hinblick auf die Effektivität der Programmsteuerung, eventuellen Friktionen im Programmverlauf und Möglichkeiten ihrer Korrektur.6 Begleitforschung ist deshalb in diesem Kontext als Implementationsanalyse zu betrachten und unterstützt das Monitoring zum Programm. Die Evaluation von gewünschten bzw. ungewünschten Wirkungen als Ex-post- Evaluation dient der Ermittlung der dem Programm vermeintlich zurechenbaren Nettoeffekte und der Bewertung im Hinblick auf Zielidentität. Sie ist als Kosten-Nutzen-(Effizienz-)-Analyse anzusehen.7 Zusätzlich besteht noch ein weiteres Unterscheidungskriterium in der Art und Weise, wie eine Vergleichs- bzw. Kontrollgruppe gefunden wird. Dies kann auf experimentelle Weise geschehen oder im Rahmen von statistischen Methoden.8 

2.4 Effizienz und Effektivität im Kontext der Evaluation 

Effizienz und Effektivität sind im Zusammenhang mit der Evaluation weit verbreitete Begriffe, die jedoch unterschiedlich verwendet werden. Der Begriff der Effizienz bezieht sich dabei regelmäßig auf ein Verhältnis zwischen dem Input und dem Output einer Maßnahme im Sinne einer Kosten-Nutzen-Beziehung. Vorraussetzung dafür ist das Vorhandensein eines ausreichend entwickelten Satzes von Indikatoren, die es ermöglichen, Ressourceninputs mit spezifischen organisatorischen Outputs und Ergebnissen in Beziehung zu setzen.9

[...]


1 Vgl.: Sozialgesetzbuch Drittes Buch (2003)

2 Vgl.: Brinkmann,C., Wießner, F. (2002), S.376

3 Vgl.: Konle-Seidl, R. (2005), S.6

4 Vgl.: Konle-Seidl, R. (2005), S.13

5 Vgl.: Deeke, A., Kruppe, T. (2002), S.400, stammt von: Stockmann (2000)

6 Vgl.: Deeke, A., Kruppe, T. (2002), S.399

7 Vgl.: Konle-Seidl, R.(2005)

8 Anmerkung des Verfassers: wird in Kapitel 2.4 näher erörtert

9 Vgl.: Mosley, H. et. al. (2003)


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