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Kant und die Beantwortung der Frage " Was ist Aufklärung?"

Termpaper, 2004, 17 Pages
Author: Aline Wisniewski
Subject: Philosophy - Philosophy of the 17th and 18th Centuries

Details

Event: Philosophieren lernen: Methodische Einführung
Institution/College: University of Münster (Philosophisches Seminar)
Tags: Kant, Beantwortung, Frage, Aufklärung, Philosophieren, Methodische, Einführung
Category: Termpaper
Year: 2004
Pages: 17
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 10  Entries
Language: German
Archive No.: V42017
ISBN (E-book): 978-3-638-40151-7

File size: 230 KB


Excerpt (computer-generated)

 

Westfälische Wilhelms - Universität Münster
Philosophisches Seminar

Proseminar: Philosophieren lernen. 
Methodische Einführung

Kant und die
„Beantwortung der Frage:
Was ist Aufklärung?“

Name: Aline Wisniewski
Studiengang: MA ( Deu, Ge, Phil )
(Abgabedatum 2004)

 

 

Inhaltsverzeichnis

 

1. Einleitung 1

2. Die Epoche der Aufklärung 2

3. Die deutsche Aufklärung 4

4. Kant und die Aufklärung 5
4.1. Die Idee des Selbstdenkens oder die Frage nach der selbstverschuldeten Unmündigkeit 6
4.2. Aufklärung als Prozeß 8
4.3. Die öffentliche Person vs. der Privatperson 9
4.4. Kants Abhandlung als politische Schrift 10

5. „Aufklärung der Aufklärung“ 12

6. Resümee 13

7. Literaturverzeichnis 15

 

 

1. Einleitung

„Was ist Aufklärung?“ Diese Frage beschäftigte die Aufklärer noch, als der Begriff schon längst zum Schlagwort der eigenen Epoche geworden war.1

„Indem die Aufklärer sowohl von der Bildungsfähigkeit des Menschen überzeugt waren, als auch ihr eigenes Zeitalter als aufgeklärter beurteilten denn die Zeit ihrer Väter und Vorväter, gingen sie von der Möglichkeit des Fortschrittes in der Geschichte aus.“2 Dabei waren sich die zeitgenössischen Autoren keineswegs einig über die Beurteilung ihrer eigenen Zeit und der genauen Definition der Begrifflichkeit „Aufklärung“. Ein Zustand der Aufgeklärtheit wurde erst durch die von Kant geforderte „Reform der Denkungsart“ realisiert, die zum Selbstdenken führen sollte. Erst das Vorhandensein eines solchen Zustandes ermöglichte es, diesen mit Inhalten zu füllen und darüber zu definieren. „Solange das nicht geschah, blieb bei Kant und anderen Autoren der Begriff Aufklärung tatsächlich auf eine oft irritierende Weise mehrdeutig.“3

In der hier vorliegenden Arbeit möchte ich einen historischen Überblick über die Epoche der Aufklärung geben und vor allem auf Kants Definition der Aufklärung eingehen. Dabei werde ich besonders auf seine 1784 in der „Berlinischen Monatsschrift“ veröffentlichte Abhandlung „Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?“ Bezug nehmen.

Dazu werde ich zuerst einen allgemeinen Überblick über die Entwicklung der Aufklärung geben und dann speziell den Verlauf der deutschen Aufklärung skizzieren. Weiterhin werde ich auf Kant und sein Werk eingehen, das zeitlich und kontextuell in die Phase der Spätaufklärung fällt, um dann aufzuzeigen, warum gerade dieser Aufsatz für die Entwicklung und das Selbstverständnis der Aufklärung ausschlaggebend war. Im letzten Teil meiner Arbeit werde ich dann klären, warum Aufklärung ohne Aufklärung über die Aufklärung nicht möglich ist, und wie Kant zu diesem Problem stand.

2. Die Epoche der Aufklärung

„Als literarische und philosophische Bewegung, die vom Beginn des 18. Jahrhunderts bis zum Ausbruch der französischen Revolution reicht, ist die Aufklärung keine einheitliche Bewegung“4. Vielmehr lässt sie sich als Prozess oder Entwicklung einer Epoche verstehen, die ein breites Spektrum von möglichen Antworten auf die Frage, was denn Aufklärung wirklich sei, zulässt. Es lassen sich jedoch einige einheitliche Strukturen in den verschiedenen Aufklärungsprogrammen sichtbar machen. Im allgemeinen ist Aufklärung „Aufhellung eines unklaren und so Aufdeckung eines verborgenen, verdeckten oder versteckten Sachverhalts“5

Als Denkprogramm erstrebt sie geistige Erhellung, Klärung von Fakten, „Enthüllung der Wirklichkeit und so Aufhebung des falschen Bewusstseins“6. Daher gehört zur Aufklärung die Information, vor allem aber Kritik und Kampf - z.B. in Form von Selbstbefreiung aus aller Bevormundung.7 Diese Selbstbefreiung verlangt aber nach Mündigkeit, die nur durch die „systematische Anwendung der Vernunft auf alle Lebens- und Wirklichkeitsbereiche“ erlangt werden kann. Die Selbstbezeichnung des 18. Jahrhunderts als „Jahrhundert der Vernunft“ ist daher auch ein unübersehbares Indiz ihrer Selbstauffassung.8 Die Epoche der Aufklärung betraf länderübergreifend ganz Europa, wobei sie sich aber in den einzelnen Ländern recht unterschiedlich entwickelte.

Das entscheidende historisches Ereignis für die englische Aufklärung bildete „der mit der Glorious Revolution (1688) vollzogene Übergang zur konstitutionellen Monarchie“9, wobei für sie zwei große Ideenkomplexe bezeichnend waren: Der Deismus auf der einen und der Liberalismus auf der anderen Seite.10 Der Deismus war geprägt von dem Glauben an die Existenz eines Gottes, der zwar die Weltmaschine erschaffen hatte, danach aber nicht wieder in selbige eingriff. Dies führte dazu, „daß Gott nicht mehr frei war für das Außerordentliche, das Übernatürliche, wie es Wunder und Offenbarung zu sein beanspruchen“11. Das Natürliche wurde zum Maßstab, nur was ihm an Wissen zugänglich war, wurde geglaubt.

Alles Übernatürliche der Religionen musste daher symbolisch verstanden werden - „[S]ie könnte in Wirklichkeit nichts anderes als Natürliches meinen. Die echte Religion läge eben in der Vernunft und in ihr allein.“12 Der Liberalismus als zweite charakteristische Idee der englischen Aufklärung ist stark von den Lockeschen Theorien über die Naturrechte des Individuums, seiner Forderung nach Teilung der Staatsgewalt und seinen pädagogischen Ideen von der freien Entwicklung der Persönlichkeit ohne Zwang und Schema geprägt.13 Mit diesen Ideen Lockes wurde England „zum Lehrmeister der westlichen Welt in Sachen Freiheit“14 und gilt bis in die heutige Zeit als Geburtsland und Ursprung der Aufklärung. Ausgehend von England verbreiteten sich die Ideale der Aufklärung auch in Frankreich.

[...]


1 Vgl. Möller, Horst : Vernunft und Kritik, Deutsche Aufklärung im 17. und 18. Jahrhundert, Frankfurt am Main 1986, S. 11

2 Möller, H. Vernunft, S. 16

3 Möller, H. Vernunft, S. 17

4 Melzer, J.B. : Deutsche Literaturgeschichte, Von den Anfängen bis zur Gegenwart, 6. Aufl., Stuttgart 2001, S. 180

5 Schneiders, Werner : Die wahre Aufklärung, Zum Selbstverständnis der deutschen Aufklärung, München 1974, S. 8

6 Schneiders, W. : Aufklärung, S. 8

7 vgl. Schneiders, W. : Aufklärung, S. 9

8 vgl. Schneiders, W. : Aufklärung, S. 12

9 Sandkühler, Hans Jörg : Enzyklopädie Philosophie, Bd. 1 A-N, Hamburg 1999

10 vgl. Hirschberger, Johannes : Geschichte der Philosophie, Neuzeit und Gegenwart, Bd. II. , 12. überarb. Aufl., Freiburg im Breisgau 1980, S.246

11 Hirschberger, J.: Philosophie, S. 246

12 Hirschberger, J.: Philosophie, S. 247

13 vgl. Hirschberger, J.: Philosophie, S. 247

14 Hirschberger, J.: Philosophie, S. 247


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