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Erfüllung messtheoretischer Anforderungen (Gütekriterien) und Interviewmethoden im Vergleich

Seminararbeit, 2005, 22 Seiten
Autor: Nina Halaczinsky
Fach: Wirtschaft - Volkswirtschaftslehre

Details

Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2005
Seiten: 22
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 20  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V42036
ISBN (E-Book): 978-3-638-40166-1
ISBN (Buch): 978-3-638-65129-5
Dateigröße: 271 KB

Zusammenfassung / Abstract

Diese Seminararbeit gibt einen Überblick darüber, welche Qualitätskriterien in der quantitativen und qualitativen Forschung Berücksichtigung finden sollten und welche Anforderungen als Voraussetzung für eine angemessene Qualitätsprüfung gelten können. Zunächst wird der Versuch unternommen den grundlegend unterschiedlichen Charakter der beiden Forschungsansätze darzustellen. In den nachfolgenden Ausführungen soll deutlich werden inwieweit die Qualität von Befragungen in der quantitativen Forschung entscheidend vom Erhebungsinstrument abhängt. Im Mittelpunkt des dritten Abschnittes stehen demzufolge der standardisierte, schriftliche Fragebogen mit Überlegungen hinsichtlich Struktur, Frageformulierung und Fragebogengestaltung. Es folgt die Erläuterung und Diskussion der verschiedenen Interviewmethoden quantitativer und qualitativer Forschung. Wesentliche Aspekte wie Stichprobenbildung, Datenqualität und organisatorisch, finanzielle Abwägungen werden betrachtet, da diese – neben dem Erhebungsinstrument - entscheidende Voraussetzungen für die Erreichung des Objektivitätsideals und die Anwendbarkeit von Methoden zur Überprüfung von Reliabilität und Validität bilden. Im Anschluss an die Thematisierung von Erhebungsinstrument und Interviewmethoden erfolgt eine Darstellung der klassischen Gütekriterien Objektivität, Reliabilität und Validität in Verbindung mit den verschiedenen Aspekten und Methoden zur Überprüfung. Darüber hinaus wird im letzten Abschnitt der Diskurs darüber aufgezeigt, ob eine Übertragung der klassischen Kriterien in modifizierter Form auf die qualitative Forschung möglich ist oder ob neue Kriterien festgelegt werden sollten.


Textauszug (computergeneriert)

Vergleich der Erfüllung messtheoretischer Anforderungen
(Gütekriterien) und Interviewmethoden im Vergleich

von: Nina Halaczinsky

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 2

2. Charakteristische Merkmale quantitativer und qualitativer Forschung 2

3. Der standardisierte schriftliche Fragebogen 3

3.1 Struktur des standardisierten Fragebogens 4
3.2 Qualitätsmerkmale der Frageformulierung und deren Auswirkungen auf die Datenqualität 4
3.3 Anforderungen an den Fragebogenaufbau 5

4. Interviewmethoden im Vergleich 7

4.1 Quantitative Interviewmethoden 7

4.1.1 face-to-face Interview 8
4.1.2 Schriftliche Befragung 9
4.1.3 Telefonische Befragung 10
4.1.4 Online-Befragung 10

4.2. Qualitative Interviewmethoden 11

4.2.1 Tiefeninterview 11
4.2.2 Gruppendiskussion 12

5. Grundlegende Kriterien für Qualität und Aussagekraft von empirischen Untersuchungen 13

5.1 Gütekriterien der klassischen Testtheorie: Objektivität, Reliabilität und Validitäz 13
5.2 Vergleichender Diskurs der Gütekriterien in beiden Forschungsansätzen 15

6. Fazit 17

7. Literaturverzeichnis 19


 

1. Einleitung

Diese Seminararbeit soll einen Überblick darüber zu geben, welche Qualitätskriterien in der quantitativen und qualitativen Forschung Berücksichtigung finden sollten und welche Anforderungen als Voraussetzung für eine angemessene Qualitätsprüfung gelten können. Zunächst wird der Versuch unternommen den grundlegend unterschiedlichen Charakter der beiden Forschungsansätze darzustellen. In den nachfolgenden Ausführungen soll deutlich werden inwieweit die Qualität von Befragungen in der quantitativen Forschung entsche idend vom Erhebungsinstrument abhängt. Im Mittelpunkt des dritten Abschnittes stehen demzufolge der standardisierte, schriftliche Fragebogen mit Überlegungen hinsichtlich Struktur, Frageformulierung und Fragebogengestaltung.

Es folgt die Erläuterung und Diskussion der verschiedenen Interviewmethoden quantitativer und qualitativer Forschung. Wesentliche Aspekte wie Stichprobenbildung, Datenqualität und organisatorisch, finanzielle Abwägungen werden betrachtet, da diese – neben dem Erhebungsinstrument - entscheidende Voraussetzungen für die Erreichung des Objektivitätsideals und die Anwendbarkeit von Methoden zur Überprüfung von Reliabilität und Validität bilden. Im Anschluss an die Thematisierung von Erhebungsinstrument und Interviewmethoden erfolgt eine Darstellung der klassischen Gütekriterien Objektivität, Reliabilität und Validität in Verbindung mit den verschiedenen Aspekten und Methoden zur Überprüfung. Darüber hinaus wird im letzten Abschnitt der Diskurs darüber aufgezeigt, ob eine Übertragung der klassischen Kriterien in modifizierter Form auf die qualitative Forschung möglich ist oder ob neue Kriterien festgelegt werden sollten.

2. Charakteristische Merkmale quantitativer und qualitativer Forschung

In der empirischen Forschung wird gemeinhin zwischen quantitativer und qualitativer Forschung unterschieden. Diese Unterscheid ung orientiert sich primär an den methodischen Zugangswegen. Versucht man beide soweit als möglich gegeneinander abzugrenzen, wird in der Literatur in erster Linie auf folgende Unterscheidungsmerkmale Bezug genommen. Die beiden Forschungsansätze unterscheiden sich hinsichtlich des zu gewinnenden Datenmaterials. So strebt die quantitative Forschung die „Messbarkeit“ von Daten an und ist um einen hohen Standardisierungsgrad sowie bestmögliche Quantifizierung der Daten, vornehmlich mittels Skalenbildung, bemüht. Der Vorteil eines hohen Standardisierungsgrades liegt in der „Vollständigkeit und Vergleichbarkeit der Antworten und [der] Quantifizierbarkeit der Ergebnisse.“1 Qualitative Ansätze hingegen sind geprägt durch ihren explorativen Charakter mit stärkerer Interpretation und Bewertung des Materials. In den beiden Bereichen werden folglich unterschiedliche methodische Zugangswege berücksichtigt. Unter den quantitativen Zugangswegen ist der sog. standardisierte Fragebogen das Instrument der Wahl. Zu den qualitativen Ansätzen zählen demgegenüber zum einen teil- standardisierte und zum anderen nicht-standardisierte Verfahren. Als weiterer Aspekt wird verschiedentlich gar ein unterschiedliches Wissenschaftsverständnis, in welchem quantitative und qualitative Forschung wurzeln, gesehen. 2 Zur Verdeutlichung des zuletzt genannten Unterscheidungsmerkmals seien einige wesentliche Teilaspekte herausgegriffen, die sich unter anderem in der Diskussion von Gütekriterien in der qualitativen Forschung wieder finden. Qualitative Forschung ist eher an der Ent-wicklung von Hypothesen und Theorien, quantitative Ansätze an der Überprüfung dieser ausgerichtet. Die Interpretation steht in der qualitativen Forschung im Mittelpunkt, dagegen ist die quantitative Forschung auf der Suche nach Ursachen durch entsprechende Anwendung von Methoden. Die qualitativen Verfahren werden durch Begriffe und Prinzipien wie Offenheit, Prozesshaftigkeit, Flexibilität, gezielte Auswahl, Reflexivität und Explikation charakterisiert. Dagegen gelten quantitative Verfahren als standardisiert, strukturiert, statisch und repräsentativ. Im qualitativen Bereich wird Forschung je nach gewähltem methodischen Zugang bisweilen sogar als „Kommunikationsprozess“ begriffen. In der quantitativen Forschung soll das Prinzip der Neutralität gelten, Interaktionen werden als Störgrößen angesehen und sollen daher möglichst weitgehend ausgeschlossen werden. 3 Ziel quantitativer Forschung ist das Erreichen eines endgültigen Ergebnisses, die Stärke qualitativer Forschung ist dagegen die Offenheit gegenüber einer Vielzahl von Ergebnissen. 4

3. Der standardisierte schriftliche Fragebogen

Hinsichtlich der Qualität einer Umfrage lässt sich folgende Grundregel formulieren: „Lernen [muss] vor Beginn der Befragung stattfinden.“5 „Sind die Fragebogen einmal unter den Interviewern verteilt, gibt es kein Zurück mehr.“6 Der Einsatz von sog. Pretests, welche oftmals auch als Pilotstudie bezeichnet werden, kann daher als unerlässlicher Bestandteil für die Qualitätssicherung einer Befragung angesehen werden und ist oftmals „Voraussetzung für den Erfolg einer Bevölkerungsumfrage.“7 Ziel von intensiven Vorstudien ist die Modifizierung des Fragebogens und die Korrektur entdeckter Fehlerquellen. Pretests können als Qualitätskriterium in der Umfrageforschung angesehen werden. 8 Es sei an dieser Stelle angemerkt, dass die qualitative Forschung selbst oftmals nur als Pretest, also als Vorbereitung zur Hauptstudie begriffen wird. Das Potenzial der qualitativen Forschung wird somit unterschätzt. 9

3.1 Struktur des standardisierten Fragebogens

[...]


1 Mayntz/Holm/Hübner (1971), S. 104

2 Vgl. Bortz,/Döring (1995), S. 271

3 Vgl. Lamnek (1995), S. 21 - 30, 218 – 244; Bortz/Döring (1995), S. 274 - 277

4 Vgl. Frank/Schlund (2004)

5 Noelle-Neumann (2005), S. 76

6 Noelle-Neumann (2005), S. 79

7 Noelle-Neumann (2005), S. 78

8 Vgl. Kaase (1999), S. 49

9 Es wird die Auffassung vertreten, dass die qualitative Forschung im Bereich der Marktforschung im Wege von Individualisierungs-, Globalisierungsprozessen und demographischen Wandel an Bedeutung gewinnen wird, da diese besonders gut geeignet ist, um komplexe Fragestellungen zu durchleuchten: vgl. Kühn (2004)


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